Interview mit Arthur Matlik und Jens Wissing
1. Welche wesentlichen Veränderungen sehen Sie von der vorherigen zur jetzigen Mannschaft? Jens Wissing: Meine letzte Mannschaft ist die A-Jugend gewesen. Deswegen kenne ich die letzte Mannschaft kaum. Ich war nur eine Trainingszeit dabei! Matlik: Der wesentliche Unterschied ist, dass die Spielertypen ein bisschen anders sind. Diese Saison sind mehr kleine, schnelle, wendige, dribbelstarke Spieler im Team, im Gegensatz zu letztes Jahr. Da waren mehr Spieler dabei, die von ihrer Erfahrung gelebt haben. Das ist der größte Charakterunterschied. 2. Haben Sie damit gerechnet, dass die Fans die Mannschaft nach der letzten Saison weiterhin so zahlreich unterstützt? Matlik: Ich habe nicht damit gerechnet. Ich war auch sehr überrascht, als am ersten Spieltag so viele Fans da waren. Das habe ich wirklich nicht erwartet! Wissing: Ich war letztes Jahr bei ein paar Spielen dabei und habe zugeschaut. Da war die Stimmung nicht so berauschend. (lachen) Deswegen habe auch ich nicht damit gerechnet. 3. Was ist es für ein Gefühl, wenn Ihnen so viele Menschen zujubeln? Wissing: Ein sehr positives Gefühl. Das puscht einen unheimlich nach vorne. Dadurch wird man nicht nervös, sondern nimmt es nur positiv wahr. Matlik: Ja, das ist auf jeden Fall toll. Ich weiß auch, wie es ist, wenn man nicht angefeuert wird, deswegen genieße ich momentan die Zeit. (lachen) 4. Der SCP ist zur Zeit sehr stark. Wie fühlt es sich an, in einer solch starken Mannschaft zu spielen? Matlik: Tja, wie fühlt es sich an? Das Gefühl ist auf jeden Fall sehr gut. Das Selbstvertrauen wächst in einem, man traut sich mehr Dinge zu, man wird vielleicht nicht übermütig, sondern euphorisch und das dient alles der Leistungssteigerung und dem SCP. Wissing: Ich bin ja noch ein sehr junger Spieler. Das macht es ein bisschen einfacher, wenn man in so eine Mannschaft kommt. Es macht auf jeden Fall Spaß hier. 5. Gibt es Gründe dafür, dass die Mannschaft längere Zeit gewann und dann im nächsten Spiel nur unentschieden spielte? Matlik: Die Siege haben wir uns hart erarbeitet. Zu gestern (gegen TSG Sprockhövel) kann man nur sagen, dass zu sehen war, dass man, ohne Verfolgung des Zieles, den Sieg, kein Tor schießt! Und das haben wir vermissen lassen. Wissing: Wir sind auch nur Menschen, die mal einen schlechten Tag haben können! 6. Glauben Sie, dass es vor dem Aufstieg noch Rückschläge geben wird? Matlik: Schützen kann man sich davor nicht, aber ich denke, wenn sich nicht viele Leute verletzen und wir weiterhin unsere Linie verfolgen, werden wir nicht viele Rückschläge erleiden . 7. Merkt man in der Mannschaft, dass Spieler wie z.B. Massih Wassey fehlen? Matlik: Natürlich merkt man das Massih fehlt, aber es sind auch Uwe Seggewiß und Marius Sowislo, der noch nicht gespielt hat. Das sind alles Spieler die uns sehr weit nach vorne bringen, weil unsere jungen Spieler die Erfahrung noch nicht haben und da sind Leute wie Uwe Seggewiß, Marco Antwerpen und Marius Sowislo einfach voraus. 8. Kann der Trainer gut mit der Mannschaft arbeiten? Wissing: Ich denke mal, dass das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer dieses Jahr sehr gut ist. Matlik: Preußen kann sich glücklich schätzen. 9. Wie kommen Sie persönlich mit ihm klar? Matlik: Ich komme relativ gut mit ihm klar. Wissing: Also ich kann mich nur anschließen. Er spricht sehr für sich. Matlik: Wobei, ich jetzt auch nicht wüsste wer nicht mit ihm klar kommt. 10. Wie ist das Klima in der Mannschaft (unter den Spielern)? Wissing: Optimal, würde ich sagen. Matlik: Ja, das ist immer gut. 11. Da wir von einer bischöflichen Schule kommen, sind wir mit verschiedenen Religionen und Konfessionen vertraut. Bei Ihnen in der Mannschaft gibt es dies und die zugehörigen Regeln z.B. beim Essen auch. Wie wird dies in der Mannschaft aufgenommen? Matlik: Wir sind quasi weltoffen, wir sind da nicht so konservativ denkend in eine Richtung. Wir haben hier Moslems, die zum Beispiel den Ramadan haben und die vielleicht nicht topfit sind beim Training. Das muss man respektieren, weil sie ihren Glauben verfolgen. Das ist okay, wir akzeptieren das und auch wenn jemand beten muss oder ähnliches. Das ist alles kein Problem. 12. Wie ist das Verhältnis zwischen Älteren und Jüngeren Spielern? Wissing: Ich würde sagen, da nimmt man sich manchmal einen Älteren zur Seite (klopft Arthur Matlik auf Rücken und lacht), also nein, meistens kommen die Älteren auf einen zu. Das ist bei mir so gewesen, dass vor allem die Älteren mir viele Tipps geben und in der Regel auch den Anderen. Es ist schon sehr vorteilhaft. Matlik: Besser wäre es natürlich ohne Jüngere; nein Quatsch! Die sind unheimlich wertvoll, weil die jungen Spieler eine Frische und eine Unbekümmertheit haben die für eine Mannschaft wie uns sehr förderlich ist. Das einzige was denen noch fehlt, ist die Erfahrung und das kommt noch. Es geht nicht um junge oder alte Spieler, sondern um starke oder nicht so starke Spieler. 13. Gibt es (starken) Konkurrenzkampf in der Mannschaft? Matlik: Natürlich! Davon profitieren wir. Wenn einer mal ein oder zwei Spiele schlecht spielt, dann muss er sich Sorgen machen, ob er beim dritten noch auf dem Platz steht. 14. Kommen Sie gut damit klar oder ist das eher eine schwierige Situation? Matlik: In unserer Situation ist das eher ein Antrieb. Deswegen spielen wir auch so gut, wenn einer nachlässt, dann muss er wirklich damit rechnen, dass er durch einen anderen Spieler, der dicht hinten dran ist, ersetzt wird. Wissing: Daran sieht man auch, dass der Kader ziemlich stark ist, da wir jetzt vier Ausfälle haben und dann rücken die nächsten nach. Die bringen die selben Leistungen wie die Anderen. Das ist auch zu sehen. 15. Würden Sie Ihre Positionen auf dem Platz gerne mal tauschen? Matlik: Ich bin eh stärker als Erzen (lachen). Wissing: Nein, ich fühl mich wohl da wo ich spiele, ich muss nicht unbedingt wechseln. Matlik: Ja, ich denke das auch. Das ist meine Position, aber ich würde trotzdem gerne häufiger auf das Tor schießen. 16. Machen Sie (berufsmäßig) noch etwas nebenbei? Matlik: Ich bin Student. Wissing: Ich mach dieses Jahr mein Abitur und fange dann nächstes Jahr eine Ausbildung an. 17. Haben Sie besondere Wünsche was den Stadionumbau bzw. ein neues Stadion angeht? Matlik: Ein Block der nach mir benannt ist (lacht). Block A, für Arthur oder Atze. Wissing: Wäre schön, wenn es ein etwas größeres Stadion gäbe, wo dann mal 10.000 kommen. Wünsche habe ich da nicht. 18. Was sagen Sie zu dem Erfolg der deutschen Frauennationalmannschaft? Matlik: Das muss man respektieren. Die Frauen haben den Weltmeistertitel geholt, ohne ein Gegentor und das ist eine enorme Leistung. Da muss man den Hut vor ziehen. 19. Haben Sie die WM mitverfolgt? Beide: Ja. |