54 Schülerinnen und ein italienisches Kloster

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Dov’é il papa? Riefen wir Schülerinnen der Jahrgangstufe 13 der Marienschule Münster am vergangenen Mittwoch, als wir am Vormittag eine Audienz beim Papst Benedikt XVI hatten. Es war einer der Höhepunkte auf unserer Studienfahrt nach Rom, die von vier unseren Lehrern und Lehrerinnen begleitet wurde. Am Montag den 28.08.2006 hieß es für sieben Tage „Ciao Deutschland“ und „Buon giorno Italia“. Das Instituto dei Padri Teatini war nun für die folgenden Tage unsere Unterkunft und zentralster Ausgangspunkt für all unsere Ausflüge. Angenehm durch die ersten Glockenschläge geweckt, durch eine morgendliche Kühle erfrischt und durch, wollen wir es ein knappes, wenig abwechslungsreiches, aber ausreichendes Frühstück nennen, gestärkt, wurden wir täglich aufs Neue von den zahlreichen Programmpunkten gefordert. „Roma é bella“ hieß es auf der kleinen Vokabelliste, die wir zuvor erhalten hatten und wir durften feststellen, dass es nicht zu leugnen war. Die Piazza Navona, das Pantheon an der Piazza della Rotonda oder auch die Piazza del Popolo über die Via del Corso waren beeindruckende Stationen auf der Studienfahrt durch die Straßen von Rom. Die Referate, die jede der Schülerinnen zu bestimmten Bauwerken oder Plätzen vorbereitet hatte, informierten uns über interessante Einzelheiten und lockerten das Programm erflogreich auf. Die Sonne war durchgängig angenehmer Begleiter und trieb uns nur in den heißen Mittags- und Vormittagsstunden zu den kühlen und erfrischenden Brunnen, die an jeder Ecke zu einer kleinen Pause einluden.

Waren wir zuvor einfach nur deutsche Touristen, die Rom erkundeten, so fühlten wir uns ein wenig wie Römerinnen als wir das Forum Romanum durchschritten und unter den gewaltigen Säulen und Tempelresten versanken. So manch eine dürfte das Gefühl gehabt haben, dass die Seiten aus den Lateinbüchern hier zum Leben erweckt wurden und konnten den ersten Satz „Hic forum est. Populus properat.“, den wir damals übersetzt hatten, leibhaftig nachempfinden, auch wenn es hier mehr die zahlreichen Touristen waren, die durch das 2000 Jahre alte Zentrum von Rom eilten.

Nachdem wir nun von halb neun morgens bis halb eins mittags die ersten Eindrücke gesammelten hatten, versammelte man sich pünktlich um eins zum Mittag im Kloster. Sieben Tage lang wurden alle Pastafreunde mit unterschiedlichen Nudelsorten und Tomatensaucen als Vorspeise erfreut und mit sättigenden, variierenden Hauptspeisen verwöhnt. Die folgenden anderthalb Stunden luden entweder zu einem kleinen Mittagsschläfchen für uns junge Damen, deren Dynamik und Fitness täglich von zahlreichen Stufen sowohl im Kloster, als auch innerhalb Roms, stark beansprucht wurden oder zu einem kleinen Sonnenbad im rustikalen, aber gemütlichen Innenhof, ein.

Museen? Man mag Vorurteile gegen sie hegen, aber die Vatikanischen Museen überzeugten durchweg und dass nicht nur mit der Sixtinischen Kapelle, sondern auch mit der Sammlung der wichtigsten und größten Bereiche aus orientalischen Altertümern und klassischer römischer Antike.

211m lang, 186m breit, 132m hoch, um die 400 Statuen und Säulen, Platz für 60.000 Menschen und in 120 Jahren erbaut – San Pietro in Vaticano alias die Peterskirche war ein weiterer Höhepunkt des Ausfluges und wurde mit Faszination bewundert. Die italienischen Gesänge, die während eines Gottesdienst zu hören waren, untermalten die einmalige Atmosphäre der größten Kirche der Welt.

„Non posso parlare italiono“ traf zwar auf knapp die Hälfte von uns zu, stellte aber kein Problem dar, da man sich ohne weiteres in den Straßen zurecht fand und die Bedienungen in den zahlreichen Straßencafés und Restaurants auch eine Bestellung auf Englisch entgegennahmen.

Piazza Colona, Piazza di Trevi, Piazza Venezia mit dem Monomento Nationale a Vittorio Emanuele II, Musei Capitolini, Santa Maria Maggiore – wo bleibt die Freizeit? “Der Abend gehört uns” lautete das Motto nach den Erkundungstouren, so dass uns genügend Zeit blieb andere Vorzüge der Via del Corso kennen zu lernen, um beispielsweise ausgiebig zu shoppen oder gemütliche Abende auf der spanischen Treppe zu verbringen. Ebenfalls der Stadtteil Trastevere lockte mit Schmuckständen und Straßenschauspielern zu einem kleinen Ausflug. Wem allerdings weniger nach weiteren Touren durch die kleinen Straßen war, der konnte ebenfalls im nahezu romantischen Innenhof der Bedeutung des Wortes „Chillen“ auf den Grund gehen.

Da sich so jeder Tag abwechslungsreich gestaltete, die Harmonie innerhalb unserer Stufe nicht wirklich in Frage gestellt werden konnte und auch unsere vier Lehrer zur positiven Stimmung beigetragen haben, traten wir etwas erschöpft, aber zufrieden am Sonntag den 03.09.2006 die Heimreise an. „Grazie di tutto, Roma! A presto!“