Patenschaftsprojekt in Bangladesch
Einen Besuch der besonderen Art erhielten die Schülerinnen der Klasse 8d der Marienschule kurz vor Weihnachten. Seit knapp einem Jahr unterstützen die Schülerinnen ein Patenschaftsprojekt der Kirchengemeinde St. Anna in Mecklenbeck für Kinder aus Bangladesch. Besonders in den ländlichen Gegenden findet man dort nur äußerst schlechte Lernbedingungen vor. Viele Familien leben unter der Armutsgrenze und können sich für ihre Kinder keine Schulbildung leisten, der Staat finanziert dies ebenfalls nicht. Bildung ist der einzige Weg aus der Armut. Sie öffnet den Weg zu einem menschenwürdigen Leben und schützt vor Ausbeutung und Verletzung der Menschenrechte. Die katholische Kirche in Bangladesch unterhält Grundschulen und weiterführende Schulen für Jungen und Mädchen, die fast ausschließlich mit Spendengeldern finanziert werden. Kinder aus Familien der Christen, Moslems, Hindus, Animisten (so genannte Naturreligionen) und anderer Glaubensrichtungen werden dort gemeinsam unterrichtet. Dieses Projekt wird auch durch das kirchliche Hilfswerk Missio unterstützt. Als die Schülerinnen der Marienschule von den schwierigen Bedingungen der Kinder vor Ort hörten, entschlossen sich die Mädchen, gemeinsam ein „Klassenpatenkind“ zu fördern: Choton ist 8 Jahre alt und gehört zu einer besonders benachteiligten Volksgruppe. Sein Vater verdient nicht genug Geld, um die Familie zu ernähren , geschweige denn ihnen eine Ausbildung zu gewähren. Mit Hilfe unserer Unterstützung geht Choton nun regelmäßig zur Schule und erhält täglich wenigstens eine warme Malzeit. Für die Mädchen der Klasse 8d sicherlich eine Lebenssituation, die sie sich nur sehr schwer vorstellen können. Das Patenschaftsprojekt wird in Bangladesch vor Ort von Father Bablu geleitet, der in regelmäßigen Abständen Münster und besonders die Familien Leydecker und Wilde besucht. Auch dieses Jahr ist Father Bablu in Münster gewesen und hat dabei auch der Marienschule einen Besuch abgestattet. An einem sehr interessanten Vormittag konnte er den Schülerinnen der Klasse 8d ganz praktisch von dem Leben der Jungen und Mädchen in Bangladesch berichten, besonders von ihrem Patenkind Choton- Geschichten, bei denen die Marienschülerinnen so manches ungläubiges Gesicht machten. Unterstrichen wurde der Vortrag durch die Erfahrungsberichte von Rosi Leydecker und Monika Wilde, die in traditioneller bengalischer Tracht in der Schule erschienen. Zum Schluss erfolgte die Gegeneinladung nach Bangladesch- sicherlich ein weiter Weg, den die wenigsten auf sich nehmen werden. An diesem Vormittag hatten die Schülerinnen jedoch auch ohne langes Reisen die Möglichkeit , in eine ganz andere Welt einzutauchen, ihr eigenes Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten und die Welt mit anderen Augen zu sehen und zu beurteilen. So hautnah kann Entwicklungshilfe sein. „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Angesicht der Erde verändern“ (afrikanisches Sprichwort)- für die Schülerinnen der Marienschule hatte dieses Sprichwort an diesem Tag sicherlich eine ganz große persönliche Bedeutung. (Wer das Patenschaftsprojekt in Bangladesch unterstützen möchte wende sich bitte an Frau Ellmann an der Marienschule oder direkt bei Frau Resi Leydecker, Kirchengemeinde St. Anna) |