Was ist der

Der
Landschaftsverband Westfalen - Lippe (LWL)
mit Sitz in Münster ist ein kommunal verfasster, demokratisch legitimierter Verband, der die regionale Selbstverwaltung
in Westfalen-Lippe gewährleistet. Der LWL ist kommunaler Dienstleister für
viele der im westfälischen Landesteil lebenden 8,5 Mio. Menschen. 18 Kreise und 9 kreisfreie Städte
in Westfalen-Lippe bilden seine
Mitgliedskörperschaften. Mit seinen rund 13.000 Beschäftigten nimmt der
LWL Aufgaben in den
Schwerpunkt-Bereichen Soziales und Behindertenhilfe, Psychiatrie und
Maßregelvollzug, Förderschulen und Jugendhilfe sowie Kommunalwirtschaft und Kultur wahr, die wegen
ihres speziellen und/oder überregionalen Charakters nicht vor Ort in jeder
Mitgliedskörperschaft erfüllt werden können. Dafür gibt er ca. 2,2 Mrd.
Euro jährlich aus. Die Verbandspolitik des LWL wird durch ein besonderes
politisches Gremium gesteuert - die Landschaftsversammlung, deren Abgeordnete von den
Mitgliedskörperschaften gewählt werden. Dabei entspricht die Sitzverteilung für die einzelnen
Parteien ihrem Abschneiden bei den Kommunalwahlen.
Soziales
Der LWL ist als überörtlicher Träger der Sozialhilfe für die Finanzierung von
Altenheimen und Behinderteneinrichtungen zuständig. Als einer der
größten Sozialhilfeträger Deutschlands sorgt er für die Integration
alter und kranker Menschen sowie Menschen mit Behinderungen. Der LWL
unterstützt Menschen in Pflegeheimen, Altenheimen und
Behinderteneinrichtungen, er schafft und sichert Arbeitsplätze für
Menschen mit Behinderungen, indem er die Arbeitgeber/innen berät und
behinderungsgerechte Arbeitsplätze gestaltet. Das LWL-Integrationsamt ist
Servicebetrieb für ca. 80.000 schwerbehinderte Menschen in rd. 13.000
Betrieben in Westfalen-Lippe.
Psychiatrie und Maßregelvollzug
Der LWL PsychiatrieVerbund Westfalen
bietet für psychisch kranke und psychisch oder geistig behinderte
Menschen vielfältige Leistungen zur Behandlung, Rehabilitation,
Eingliederung und Pflege. Mit rd. 6.500 Betten und Plätzen bildet er als
Gesundheitsdienstleister einen wesentlichen Grundpfeiler der
psychiatrischen Versorgung in Westfalen-Lippe. Der LWL betreibt 11 Kliniken für
Erwachsenen-Psychiatrie, Psychosomatik, Neurologie und die Behandlung von
Suchtkrankheiten, und 3 Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ihnen
sind 35 Tageskliniken und 35 Institutsambulanzen angeschlossen.
Der LWL nimmt in Westfalen-Lippe die
staatliche Aufgabe des Maßregelvollzugs wahr: die Behandlung und
Unterbringung psychisch kranker oder suchtkranker Menschen, die aufgrund
ihrer Erkrankung eine Straftat begangen haben. Der LWL unterhält derzeit
4 Maßregelvollzugskliniken mit etwa 600 Plätzen in Lippstadt-Eickelborn,
Marsberg "Bilstein", Stemwede-Haldem und seit Anfang 2006 in Dortmund
sowie eine Übergangsforensik mit 84 Plätzen in Rheine..
Jugend und Schule
Das LWL-Landesjugendamt berät 89 Jugendämter der Städte und Kreise
und freie Träger der Jugendhilfe bei ihrer Arbeit für Kinder,
Jugendliche und Familien. Es ist Träger von drei
Erziehungshilfeeinrichtungen, einem Berufskolleg/Fachschulen und einer
Aus- und Fortbildungseinrichtung der Jugendhilfe. Der LWL fördert rd.
6.800 behinderte Kinder in Tageseinrichtungen, davon 2/3 in gemeinsamer
Erziehung mit nichtbehinderten Kindern in Regelkindergärten.
In Westfalen-Lippe besuchen rd. 7.100 Kinder und Jugendliche mit
Behinderung eine der 35 LWL-Förderschulen oder der 3 Schulen für Kranke
in Trägerschaft des LWL. Er unterhält Schulen mit den
Förderschwerpunkten körperliche und motorische Entwicklung, Hören und
Kommunikation, Sehen und Sprache.
Verkehr und Kommunalwirtschaft
Der LWL war im Auftrag von Bund und Land
bis zum Jahr 2000 zuständig für die Planung, den Bau und die
Unterhaltung eines Straßennetzes
(Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen) von mehr als 11.000 km. Diese
Aufgabe ging im Zuge der Verwaltungsstrukturreform gegen massive fachliche
und politische Bedenken in die Zuständigkeit des Landes NRW über.
Der LWL unterhält verschiedene
kommunalwirtschaftliche Beteiligungen mit dem Ziel, gleichwertige
Lebensbedingungen in Westfalen-Lippe zu schaffen und zur Verbesserung
der Wirtschaftsstruktur beizutragen. Über seine Vermögensverwaltungsgesellschaft
(WLV) ist er an den Finanzdienstleistern NRW.Bank, der Provinzial NordWest
und der WestLB AG beteiligt. Hinzu kommen zwei Beteiligungen an
Energieversorgungsunternehmen (u.a. RWE) sowie 4 Beteiligungen an regionalen Verkehrsunternehmen.
Kultur
Der LWL engagiert sich im Bereich der Kulturpflege Westfalens mit seinen 6 Landesmuseen an 17
Standorten (Kunst, Kultur- und Industriegeschichte, Archäologie, Naturkunde,
Freilichtmuseen), mit seinen 5 Fachämtern (Archivamt, Museumsamt, Amt für Denkmalpflege,
Amt für Landschafts- und Baukultur und Landesmedienzentrum), sowie seinem
regionalgeschichtlichen
Forschungsinstitut und seinen wissenschaftlichen Kommissionen für Landeskunde.
In der aktuellen Kulturszene setzt der LWL Akzente durch die Vergabe von
Preisen in den Sparten Malerei, Musik und Literatur sowie zur Förderung
der westfälischen Landesforschung.
Kommunale Selbstverwaltung
Der LWL fußt auf einer langen Tradition kommunaler Selbstverwaltung. Schon die Preußen
legten dafür 1815 den Grundstein mit der Gründung der Provinz Westfalen; der
Provinziallandtag hatte damals hauptsächlich Beratungsbefugnisse. 1871 entstand nach der
Reform der Provinzialverfassung der Provinzialverband Westfalen, der direkte Vorläufer
des LWL, der echte Selbstverwaltungskompetenzen und damit einen erheblichen Zuwachs seiner
Aufgaben erhielt, die in etwa den heutigen Zuständigkeitsbereichen entsprechen. In seiner
Blütezeit in der Weimarer Republik wurden die Abgeordneten sogar unmittelbar von der
Bevölkerung gewählt.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die kommunale Selbstverwaltung
beseitigt, indem der Kommunalverband der staatlichen Verwaltung eingegliedert wurde.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden die preußischen Provinzen aufgelöst, aber die Provinz
Westfalen wurde ungeschmälert ein Teil des Landes NRW; der Provinzialverband blieb
erhalten mit gleichen Aufgaben, erweitert um die Kriegsopferfürsorge. 1953 wurde
vom Landtag Nordrhein-Westfalen nach
langen Debatten der Erhalt der kommunalen Selbstverwaltung beschlossen und die
Landschaftsverbände wurden in ihrer heutigen Struktur aus der Taufe gehoben.
(Mehr
zur Geschichte des Landschaftsverbandes hier)
Der LWL verstand und versteht sich bis heute als die
Interessenvertretung Westfalens
innerhalb des Landes NRW.
(Weitere Informationen zum LWL
finden Sie hier.)