
im Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Wann?
Samstag, den 27.3.04 von 11.00 bis ca. 16.30 Uhr
Wo?
Landeshaus Münster, Freiherr-vom Stein-Platz 1
Seit 2003 ist der Landschaftsverband für die Gestaltung, Organisation und Finanzierung des Wohnens für Menschen mit Behinderungen zuständig. Dies gilt für alle Wohnformen: vom stationären Wohnen über Wohngruppen bis hin zum Alleinwohnen.
In dieser Veranstaltung können Sie in Gesprächen, durch Wandbilder oder in der Musikwerkstatt darstellen, wie sie sich ihr Leben vorstellen, was Ihnen wichtig ist und wo Sie etwas verändern würden.
Die Ergebnisse der Gruppenarbeit werden zusammengetragen und im Foyer des Landeshauses bis zum
16.04.04 ausgestellt. Die Presse wird über die Ergebnisse informiert. So ist es möglich gemeinsam „eine Stimme“ zu bekommen. Wer will, kann einen Fotoapparat mitbringen – schöne Fotos werden wir dann in der Ausstellung zeigen.
Wie? 10.30 Uhr: Treffpunkt Foyer des
Landeshauses
11.00 Uhr: Begrüßung durch den Fraktionssprecher Heinz Entfellner
11.15 Uhr: Arbeitsgruppen (Mal-, Musik-, Diskussionsgruppen)
12.30 Uhr: Mittagessen (Kostenbeitrag 5 EUR)
14.00 Uhr: Weiterarbeit in den Gruppen
15.00 Uhr: Pressekonferenz mit Präsentation der Ergebnisse
16.00 Uhr: Ausklang mit Kaffee und Kuchen





Die Clearingstelle hält die Kompetenzen und den Hilfebedarf des Menschen mit Behinderung fest und wertet sie aus. Sie wählt die Wohnform aus, die für den Betroffenen geeignet erscheint. Die Anträge, die im Vorfeld dem Menschen mit Behinderungen zugeschickt werden, müssen so gestaltet sein, dass der Betroffene sie auch ausfüllen kann – einfacher Satzbau, klare Ausdrucksweise, Fragen in Teilschritten.
Bei der Auswahl des Wohnheimes sollte eine freie Wahlmöglichkeit gegeben sein. Auch sollten die Gruppen in den Wohnheimen mitbestimmen können, ob derjenige, der sich hier angemeldet hat, auch in die Gruppe „hineinpaßt“.
Es wird eine große Auswahl von unterschiedlichen Wohnangeboten gefordert. Neben den klassischen Wohnheimen sollten Außenwohngruppen, Wohngemeinschaften und betreutes Einzelwohnen vermehrt entstehen.
Wenn „fitte“ Menschen aus dem Wohnheim in andere Wohnfomen ziehen, bleiben die Menschen dort wohnen, die einen höheren Betreuungsbedarf haben. Hier müßte mehr Personal eingestellt werden.
Bestehende Wohnheime sollten so renoviert werden, dass Zimmer und Flure genügend Licht haben und alles farbig gestaltet ist.
Der Datenschutz sollte bezüglich der BewohnerInnen der Wohnheime ernst genommen werden! Es wird gefordert, dass die Dokumentation als Ordner in den Bewohnerzimmern hinterlegt wird und der Betroffene Einsichts- und Mitspracherecht hat. Bei der jetzigen Vorgehensweise entsteht ein Gefühl von Ausgeliefertsein.
Die BewohnerInnen von Einrichtungen fordern eindringlich die freie Arztwahl. Sie möchten nicht unter Druck gesetzt werden, den Arzt auswählen zu müssen, der mit dem Heim eine Kooperation vereinbart hat.
Es wurde über Konstellationen berichtet, dass Bewohner andere Bewohner pflegen. Hier wurde eindeutig festgehalten, dass das Aufgabe der MitarbeiterInnen sei – auch dann, wenn es sich um einen Partner handelt.
Im Bereich Hausarbeit und Hilfestellung im allgemeinen Alltagsgeschehen waren alle eindeutig bereit zu helfen und Verantwortung zu übernehmen.
In Wohnheimen ist Sexualität aus Sicht der Leitungen und der MitarbeiterInnen immer noch ein Tabu. Es wird nicht gerne gesehen, teilweise vereitelt, dass BewohnerInnen eine feste Beziehung untereinander entwickeln und zusammenziehen möchten. Noch problematischer wird die Beziehung zwischen einer Mitarbeiterin und einem Menschen mit Behinderung gesehen. Hier wird stark sanktioniert.
Es wird gefordert, dass Besuch – auch über Nacht und am Wochenende – toleriert und gefördert wird. Die Wohngruppe müßte entscheiden, wie die Besucher sich am Haushalt und deren Kosten beteiligen.
Es sollte von den Kommunen gefordert werden, dass Bushaltestellen vor den Wohnheimen eingerichtet werden. Hier müßten auch Sitzbänke aufgestellt werden. Niederflurbusse müssen klar gekennzeichnet werden. Für blinde Menschen müßte per Tonsignal angezeigt werden, wo der Buseingang ist. Toll wäre es auch, wenn signalisiert würde, wo Plätze frei sind.
Arbeit muss irgendwie Spaß machen.
Arbeit darf nicht stressig sein.
Kein Zeitdruck bei der Arbeit.
Musikhören während der Arbeit.
„In der Ruhe liegt die Kraft.“
Gerechter Lohn – Gerechte Rente
WfB: Rentenanspruch nach 20 Jahren
Integrationsfirmen als sinnvolle Alternative gibt es noch zu wenig.
Das Taschengeld sollte mehr als 85 EURO betragen.
Mehr Leistung - mehr Geld. ( Kontoverse Diskussion)
Mehr Engagement des Integrationsfachdienstes in Betrieben
Der Umgang beim Arbeitsamt müsste freundlicher werden.
Anstellung von mehr Arbeitsassistenten wäre hilfreich.
Mehr Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Arbeit für schwerbehinderte Menschen“
Die schwerbehinderten Menschen erfahren durch die Arbeit Selbstbestätigung.
Befreiung von Zuzahlung für behinderte Menschen und chronisch Kranke
Die Eingliederung über das Arbeitsamt dauert oft länger als 4 Wochen/ Fehlende Vernetzung
Auch bei Übergangsgeldern gibt es oft viel zu lange Wartezeiten.
Anhebung des Lohnes in der WfB wie in anderen Firmen – mindestens in der Höhe der Inflation

JedeR der ca. 100 TeilnehmerInnen hatte die Möglichkeit, auf den unten abgebildeten Auswahlbögen 5 Farbpunkte – Frauen rot, Männer blau - für ihre / seine Prioritäten und Wünsche zu Wohnen, Arbeit und Freizeit zu vergeben.
Das Ergebnis (Anzahl der Nennungen) sieht folgendermaßen aus:
zusammen leben.
wäre für mich ideal. 16
/ 11
an meinem Wohnort arbeiten.
7 / 8
zum Arbeiten. 4 /
2
6 / 1
in der Gruppe ist für mich wichtig.
16 / 9
haben. 13
/ 16
13 / 14
29 / 16
11 / 5
mache ich etwas mit meinen Freunden.
23 / 10
am liebsten mit Menschen, die auch behindert sind.
8 / 8
an Orten, wo sich viele unterschiedliche Menschen treffen.
21 / 17