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Protokoll
des Treffens grüner JHA-Mitglieder am 15.2.01
Top 1: Begrüßung und Vorstellung der TeilnehmerInnen
Top 2: Referat : Vorstellung der Ergebnisse des
Modellprojektes des
Landesjugendamtes "Flexible Erzieherische Hilfen" durch Herrn
Steitz vom
LJA
Vortrag:
Die Ergebnisse des Projekts sind zusammengefaßt in einer
Broschüre gleichen Namens, die beim LJA für 25,- DM erhältlich ist. Weiterhin gibt es
zum Thema ausführliche Informationen in den "Mitteilungen des LJA" Nr.144, die
auch auf der Homepage des LJA zu finden sind unter http://www.lwl.org/lja/20/Mittlg/20mittlg.html#144
An dieser Stelle wird deshalb auf die detaillierte Wiedergabe des Referats verzichtet.
Hinzuzufügen ist noch, daß Siegen ein KiJuFaz (Kinder-,
Jugend- und Familien-Zentrum) eingerichtet hat mit 9,8 MitarbeiterInnen für 10.000
Einwohner. Das Zentrum hat ein Sozialraumbudget (erst mal auf 3 Jahre festgelegt), mit dem
es selbständig arbeiten und in freier Entscheidung in die Projekte stecken kann, die es
wünscht. HH-Reste können einbehalten, ins nächste Jahr geschoben und für andere
Projekte verwendet werden.
Diskussion:
- Übertragung der Ergebnisse auf andere Kommunen: Eine
deckungsgleiche Übertragung der Konzeptionen aus Siegen und Borken ist nicht zu
empfehlen; jede Kommune braucht ein individuelles Modell, das jeweils auf die örtlichen
Gegebenheiten zugeschnitten ist.
- Es gibt bereits viele Kommunen, die mit flexiblen
erzieherischen Hilfen arbeiten und/oder arbeiten wollen. Informationen über diese
Praxis-Modelle sollten am Anfang stehen, wenn man als JHA-Mitglied vor Ort ein eigenes
Projekt anstoßen will. Danach erst sollte man in die Diskussion im örtlichen JHA
einsteigen - Voraussetzung ist, daß bei der Politik ein gewisses Interesse bereits
besteht.
- Das LJA hat keine Kapazitäten, den vielen Nachfragen und
Bitten um Mithilfe aus örtlichen JÄ nachzukommen. Eine Erstberatung (Anstoß) durch das
LJA ist immer möglich, aber für eine begleitende, weitergehende Beratung hat das LJA
keine Kapazitäten. Der grüne Antrag auf Stellenaufstockung für das LJA für diese
Aufgabe wurde von den anderen Fraktionen abgelehnt. Es gibt jedoch die Möglichkeit, sich
durch externe Institutionen (z.B. die ISBA), allerdings kostenpflichtig, begleitend
beratend zu lassen.
Top 3: Berichte aus dem Landtag (Ute Koczy)
- Landes-HH
: Ist vorberaten, aber noch nicht vollends
"in trockenen Tüchern". 50 Mio sind zusätzlich für Ganztagsbetreuung von
Schulkindern eingestellt worden, die allein auf grünes Ticket gehen, da die SPD sich in
diesem Bereich nicht engagieren wollte (trotz gegenlautender Presse); mehr als die Hälfte
davon geht in den Schulbereich, 15 Mio in den Kindertagesstättenbereich, 5 Mio in das
SiT-Programm (Schülertreffs in Tageseinrichtungen) primäre Zielgruppe sind Kinder
in sozialen Brennpunkten.
- Landesjugendplan
: Die GRÜNEN haben erreicht, daß
1,5,Mio zusätzlich für den Topf "schulmüde Jugendliche" eingestellt wurden
(hier sollen auch vor allem die Probleme von Mädchen ins Gesichtsfeld gerückt werden,
die sonst, da sie nicht so auffällig werden, eher am Rande aller Konzeptionen sind).
- Kinderrechte in die Verfassung
: dies ist ein Antrag der
GRÜNEN, der im Plenum gerade die erste Lesung hatte. Das Gesetz hat nur eine
Signalwirkung, allerdings eine sehr wichtige und enthält offensivere Formulierungen, als
sie z.B. der Kinderschutzbund formuliert hat. Die FDP hat bereits Einverständnis
signalisiert, die CDU will auch die Diskussion um das Recht des ungeborenen Lebens und die
Gentechnik einbeziehen.
Hilfreich wäre eine Diskussion dieses Themas in den örtlichen JHAusschüssen, sowie
Resolutionen an den LT. Ute erklärt sich bereit, an örtlichen öffentlichen
Veranstaltungen zum Thema teilzunehmen.
- KJHG Änderungsversuche
: Die erklärte Absicht
der Innenministerkonferenz, die JHAusschüsse mit anderen Ausschüssen zusammenzulegen,
gefährdet die Bedeutung der LJHAs und schmälert den Einfluß der freien Träger.
Top 4: Berichte aus den örtlichen Ausschüssen
- Bielefeld:
Die Landes-Mittel gegen Rechts werden im Bereich Jugend, Schule, Sport
eingesetzt; die Kommune hat die Mittel nicht aufgestockt. Eine Menge unterschiedliche
Initiativen hat Mittel aus diesem Topf beantragt. Es ist darauf geachtet worden ,daß
vorwiegend neue, innovative Projekte gefördert werden.
In der Drogenanlaufstelle gibt es Schwierigkeiten: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen
zwei Geschäftsführer mit dem Vorwurf, man sei im niedrigschwelligen Bereich nicht gegen
Drogendealerei vorgegangen.
- Gelsenkirchen:
Die HH-Förderersatzmittel für den offenen Jugendbereich werden mit Zustimmung
der GRÜNEN gekürzt, um den Druck zu verstärken, daß in den OTs endlich neue Wege
beschritten werden (die meisten Häuser gehören den Falken und weisen große Mängel in
der KiJu-arbeit auf.
- Lünen:
Hat 37.000 DM Landes-Mittel für Projekte gegen Rechtsextremismus zu verteilen.
- Bochum:
Zum Thema Rechtsextremismus herrscht im JHA Konsens, daß Gewalt aus der Mitte
der Gesellschaft kommt. Es gibt einen runden Tisch von allen an dieser Thematik
Beteiligten, der die Mittel verteilt. Nur innovative Projekte, vorzugsweise Projekte, wo
mehrere Träger zusammenarbeiten, werden berücksichtigt.
Zur Zeit wird ein Armutsbericht für Bochum erstellt (analog zum AWO-Bericht zu
Kinderarmut)
- Hamm:
Das Thema Rechtradikalismus wurde gar nicht im JHA vorgestellt, er berät nicht
darüber und verteilt das Geld auch nicht. Diese Aufgabe hat der Hauptausschuß sich
selbst vorbehalten.
DIE GRÜNEN haben einen Antrag zur Umwandlung von Kindergartenplätzen für unter 3 über
6 Jahren gestellt.
In zwei Stadtteilen sind bisher Streetworker tätig, hauptsächlich beschäftigt in den
Bereichen Drogenabhängigkeit und Rechtsextremismus diese Streetworker sollen jetzt
abgezogen werden.
- Borken:
Die GRÜNEN wollen mehr Mittel für den Bereich Adoptiv- und Pflegeeltern.
Was die Landesmittel gegen Rechts anbetrifft, will der Kämmerer sich nicht diktieren
lassen, wo die Mittel hingsollen.Dieses Thema wird ebenfalls schwerpunktmäßig im
Hauptausschuß diskutiert, es gibt kaum eine Beteiligung des JHA.
- Lippe:
Mit den Landesmitteln gegen Rechts werden nicht nur innovative Projekte
finanziert; zum Teil werden auch Projekte gefördert, die bereits bestehen.
Der Rechtsanspruch auf KiGaplätze wird bald erfüllt sein, aber es werden keine
Hortplätze einrichten. Man will SiT einrichten, um Kosten zu sparen.
- LJHA:
Die CDU hat neue ½ Stelle beantragt für "Aktivitäten gegen Rechts".
Der/die neue StelleninhaberIn soll mit den beantragenden Kommunen (PolitikerInnen) in
einen Diskurs treten, wie man vor Ort Aktivitäten gegen Rechtsradikalismus angehen kann.
Das LJA sucht KooperationspartnerInnen aus den Kommunen für das Projekt. Es ist gerade in
Ausschreibung; Anträge werden erwartet.
Top 5: Verschiedenes
20.02.01 Brigitte von Schoenebeck |