Im April führte die Fraktion B90/DIE GRÜNEN im LWL eine Wochenendklausur
zum Thema Gender Mainstreaming durch, um den Begriff mit Inhalt zu
füllen, die eigene Einstellung zur Geschlechterdemokratie zu überprüfen und
Anknüpfungspunkte für die konkrete politische Arbeit zu finden. Diese Klausur
wurde unter der sachkundigen Anleitung von zwei Gender-TrainierInnen
durchgeführt.
Ziele / Programmpunkte der Fraktionsklausur zum Thema Gender mainstreaming:
- Theoretische Einführung in das Thema "Gender mainstreaming
(GMS)"
- Gender – Analyse der Organisation "Grüne Fraktion im LWL"
- Entwicklung eines lwl-grünen Leitbildes für GMS
- Gender-Controlling: Instrumente zur Einbindung von GMS in den
Arbeitsalltag unserer Fraktion
- Männersprache, Frauensprache oder wie mensch sich gründlich
mißverstehen kann
- Frauenkultur, Männerkultur: Unterschiede, Vorurteile, Werte,
Diskriminierung
- Wahrnehmung: individuell, selektiv, Relativität / Perspektivität der
eigenen Wahrnehmung, Konstruktion von Wirklichkeit, Sensibilisierung für
Selbst- und Fremdwahrnehmung
- GMS in den Arbeitsbereichen / Aufgaben des LWL: Genderanalyse, Leitbild
für GMS und Gender-Controlling in Bezug auf die Arbeitsbereiche / -weise
der Verwaltung/Einrichtungen des LWL
- Exemplarische Erarbeitung des Arbeitsbereiches Kultur unter
GMS-Gesichtspunkten: Fachvortrag und Diskussion mit Dr. Julia Paulus, Stelle
für Frauengeschichtsforschung am Westfälischen Institut für
Regionalgeschichte
- Brainstorming in Bezug auf die anderen Arbeitsbereiche des LWL: Was
könnten wichtige GMS-Gesichtspunkte in den einzelnen Aufgabenbereichen
sein? Sammeln (Flip-chart) und perspektivischer Ausblick: Wie können wir
diese Gesichtspunkte in den Arbeitskreisen verankern bzw. in Anfragen und
Anträgen an die Verwaltung einfließen lassen, usw....
Die Klausur hat die Fraktion erheblich weitergebracht im Verständnis des
Begriffes Gender mainstreaming und in der Reflexion der eigenen Position zum
Thema Geschlechterdemokratie. Gender mainstreaming ist zu einem
Querschnittsthema geworden, das die Arbeit der Fraktion künftig immer
mitbestimmen wird; außerdem ist ein Katalog konkreter Arbeitsvorhaben und
Perspektiven in den verschiedenen Politikbereichen erarbeitet worden, der uns
für den Rest der Legislaturperiode und darüber hinaus beschäftigen wird.
Bei Interesse senden wir euch gern unseren Reader mit Arbeitsmaterial und
einführenden Aufsätzen / Arbeiten zum Thema zu; auch das Protokoll der
Arbeitsabläufe der Klausur und der Ergebnisse könnt ihr bei uns gern abrufen.
28.05.02 Brigitte von Schoenebeck