P R E S S E M I T T E I L U N G 04.12.2002
GRÜNE im LWL nach Gespräch mit Tropenexpertin:
West-LB Pipeline-Projekt
in Ecuador mit erschreckenden Standards
Nach einem Arbeitstreffen mit der belgischen Tropenexpertin Nathalie Weemaels
und Heffa Schücking von der Umweltorganisation Urgewald e.V. vom heutigen Tage
bekräftigen die GRÜNEN im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ihre
ablehnende Haltung zu dem umstrittenen Pipeline-Projekt der West-LB in Ecuador.
"Die aktuellen Fotodokumente von der Pipelinetrasse, die uns Frau Weemaels
vorgestellt hat, zeigen erschreckende Umwelt- und Sicherheitsstandards", so
Siegfried Schönfeld von der grünen LWL-Fraktion. "Die jüngsten
Erdrutsche und der Vulkanausbruch Anfang November haben bereits vor
Fertigstellung der Pipeline erhebliche Schäden angerichtet und zeigen, dass die
Erdölausbeute ohne erhebliche Risiken für Menschen und Natur nicht machbar
sein wird."
In eindringlichen Bildern stellte die belgische Wissenschaftlerin Nathalie Weemaels die Ergebnisse eines mehrmonatigen Monitorings vor Ort in Ecuador vor. In vielen Interviews und Gesprächen mit den betroffenen Menschen konnte Weemaels den Widerstand gegen das Projekt belegen. "Die West-LB und ihre Gewährträger dürfen die Augen nicht länger vor den Konsequenzen des Projektes verschließen, sie tragen die politische Mitverantwortung", erneuert Schönfeld die Forderung an die Landschaftsverbände und das Land Nordrhein-Westfalen nach Ausstieg aus der Finanzierung.
Um die neue Pipeline überhaupt auslasten zu können, sei mit einer Ausweitung der Ölförderung im Amazonasgebiet zu rechnen. "Wir befürchten dabei eine Verdoppelung der mit Öl kontaminierten Flächen, die schon heute allein in Ecuador 2,7 Millionen Quadratmeter ausmachen", erläuterte Heffa Schücking von Urgewald. Auf ihre Initiative hin kam das Treffen mit der Fraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im LWL zustande. Landesdirektor Wolfgang Schäfer hatte sich in der jüngsten Landschaftsversammlung noch öffentlich geweigert, mit Vertretern indegener Völker und Umweltorganisationen zu sprechen. "Mit dem Arbeitstreffen wollten wir unterstreichen, dass die betroffenen Menschen und Umweltverbände doch noch Ansprechpartner im Landschaftsverband Westfalen-Lippe haben", so Schönfeld abschließend.