Münster, den 02.04.2009

 

P R E S S E M I T T E I L U N G

 

GRÜNE im LWL fordern Paradigmenwechsel der UN-Behindertenrechts-Konvention ein

 

Menschen mit Behinderungen nicht mehr in die „normale“ Gesellschaft einpassen, sondern die Welt für alle „passend machen“.

 

Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Landschaftsverband Westfalen-Lippe haben jetzt eine umfangreiche Anfrage auf den Weg gebracht, die den Handlungsbedarf des Landschaftsverbandes in seiner Arbeit für Menschen mit Behinderungen klären soll, der sich aus der UN-Behindertenrechtskonvention ergibt.

 

Die Un-Konvention wurde im letzten Jahr von zahlreichen Vertragsstaaten, so auch von Deutschland, unterzeichnet. Darin verpflichten sich die Unterzeichner, „die volle Verwirklichung aller Menschenrechte und Grundfreiheiten für alle Menschen mit Behinderungen ohne jede Diskriminierung aufgrund von Behinderung zu gewährleisten und zu fördern.“

 

„Die Un-Konvention begründet einen Paradigmenwechsel“, so Gertrud Meyer zum Alten Borgloh, sozialpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Sie führt aus, dass es jetzt eine Weiterentwicklung in der Sichtweise vom Menschen mit Behinderungen geben müsse: Der Fürsorgegedanke, der auf die Defizite der Betroffenen schaut und diese „trotz“ ihrer Behinderung in die Gesellschaft der „Normalen“ eingliedern will muss abgelöst werden von dem Gedanken der Inklusion. Diese erfordert, dass jedem Menschen ermöglicht werden muss, an allen gesellschaftlichen Angeboten und Aspekten teilzuhaben. Niemand darf aufgrund seiner körperlichen oder seelischen Handicaps davon ausgeschlossen werden.

 

Dies bedeute, erläutert Frau Meyer weiter, dass Barrieren jedweder Art, die Menschen daran hindern, am öffentlichen Leben teilzunehmen, so weit wie möglich abgebaut werden müssen. Damit sei z. B. nicht nur die Zugänglichkeit von Gebäuden und Informationen gemeint, sondern auch die Öffnung aller Schulen für Kinder mit Behinderung.

 

Diesem Paradigmenwechsel müsse auch der LWL in seinen Einrichtungen der Eingliederungshilfe und seinen Förderschulen und Kliniken Rechnung tragen.

Die Anfrage, die jetzt auf den Weg gebracht worden sei, solle dazu dienen, den Handlungsbedarf des LWL aufzuzeigen und Veränderungen einzuleiten.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

BvS

(Fraktionsgeschäftsführerin)

 

Hier finden Sie den Text der Anfrage: http://www.muenster.org/lwl_diegruenen/aktuell/aktuell_set.html