P R E S S E M I T T E I L U N G vom 31.01.2003
GRÜNE im LWL äußern sich zur Baumfällaktion am Kloster Dalheim:
Fragen an die LWL-Verwaltung bleiben aber zum Teil unbeantwortet
In der heutigen Sitzung des Umweltausses beim Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) äußerte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen massive Kritik an den durchgeführten Baumfällungen am Kloster Dahlheim. "Eine Bürgerversammlung kurzfristig einen Tag vor Weihnachten anzusetzen heißt, nicht wirklich informieren zu wollen", monierte Martina Müller, stellvertretende Fraktionssprecherin und Mitglied des Umweltausschusses.
Im Verlauf der Sitzung berichtete die
Verwaltung, dass tatsächlich eine Information der Bürger und Bürgerinnen
ursprünglich nur zu Beginn der Baumfällungen über die Presse erfolgen sollte.
Erst auf Drängen des Bürgermeisters von Lichtenau habe man dann kurzfristig
vor Ort eingeladen. Martina Müller fragte die LWL-Verwaltung, ob Alternativen
wie baumchirurgische Maßnahmen geprüft worden seien und ob auch Bäume
gefällt wurden, die gerade erst vor vier Jahren saniert worden seien.
Des weiteren stelle sich die Frage, ob eine Ausweisung des alten Hütewaldes als
Naturdenkmal nicht möglich gewesen wäre. Dieser Teil hätte dann für die
Besucher/innen in gefährdeten Bereichen zwar gesperrt werden müssen, aber
durch das Aufstellen von Infotafeln hätte man auf die Geschichte der früheren
Nutzung und auf die jetzigen Vorteile von Altholzinseln hinweisen können.
"Die Verwaltung selbst will ja künftig einen Teil des Waldes als ‚ökologische
Pufferfläche‘ für Klosterbesucher großräumig absperren, wie man ihrer
Presseerklärung entnehmen konnte", weist Frau Müller auf Widersprüche
hin.
Die LWL-Verwaltung habe auf ihre Fragen nur halbherzig und unzureichend
geantwortet, kritisiert Martina Müller nach der Sitzung: "Die Verwaltung
hat ausgeführt, baumchirurgische Sanierungen seien überflüssig gewesen, da es
sich hier nicht um Einzelbäume sondern um einen Wald handele. Zu früheren
Sanierungsmaßnahmen an Einzelbäumen und deren Kosten konnte oder wollte sie
nichts sagen, da diese Fläche erst seit November in der Abteilung der
Waldbewirtschaftung geführt werde. Die Frage, ob es einen Ortstermin mit dem
für die Fällarbeiten beauftragten Unternehmen gegeben habe, wurde zwar in der
Sitzung positiv beantwortet. Aber die weitere Frage, warum dann dem Unternehmer
nicht auffiel, dass viel mehr und zum Teil andere Bäume mit einem Punkt
versehen waren, wurde seitens der Verwaltung nur mit einem Achselzucken
beantwortet."
Die grüne LWL-Politikerin zieht nach der Sitzung das Fazit: "Weder bei den
übrigen Fraktionen, noch bei der Verwaltung war eine Spur von Bewusstsein für
ein Fehlverhalten zu erkennen. Deren Haltung ist, man habe Pech gehabt und
Anzeige erstattet, aber das sei doch ‚keine Katastrophe‘. Ich finde eine
solche Haltung empörend."
Nicht einmal die Forderung der Bündnis-Grünen, zukünftig den Umwelt- und
Bauausschuss über solche wichtige Maßnahmen im Vorfeld zu informieren, fand
eine Mehrheit.