Anfrage der

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Datum:

  09.01.2009

DrucksacheNr.:

 12/1535

Status:     Datum:                Gremium:                                                               

 Ö          04.02.2009   Kulturausschuss                                 

 

Betreff:

Anfrage Bündnis 90/GRÜNE: Vermittlung und Weitergabe des authentischen Wissens und der Erfahrungen an den Standorten des LWL-Industriemuseums

 

 

Sachverhalt und Fragen :

 

Die Standorte des LWL-Industriemuseums leben nach wie vor davon, dass sie Industriegeschichte an authentischen Schauplätzen präsentieren und lebendig vermitteln. Ein entscheidendes Kriterium für ihre Attraktivität sind die Vorführ- und Schaubereiche, in denen handwerkliche und industrielle Produktionsweisen erlebbar gemacht werden.

 

Dies ist nur mit qualifiziertem und engagiertem Personal möglich, das entweder noch eigene Erfahrungen und Kenntnisse aus dem Berufsleben mitbringt oder diese entsprechend übermittelt bekommen hat. Mit jedem und jeder Beschäftigten, die altersbedingt aus dieser Tätigkeit an einem Standort des LWL-Industriemuseums aussteigt, droht ein Stück des authentischen Wissens und der Erfahrungen unwiederbringlich verloren zu gehen.

 

Vor diesem Hintergrund bitten wir die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen:

 

  1. Wie viele Mitarbeiter/innen sind an den einzelnen Standorten des LWL-Industrie-museums in den Vorführ- und Schaubereichen tätig? Wie viele von ihnen sind noch in der „aktiven Zeit“ am jeweiligen Standort beschäftigt gewesen? Wie viele von ihnen sind keine ehemaligen Beschäftigten des Standortes und daher für ihre jetzige Tätigkeit nachqualifiziert worden?

     
  2. Wie werden an den einzelnen Standorten die Erfahrungen und Kenntnisse aus der Produktion und den Werkstätten, im Umgang mit dem Maschinenpark etc. dokumentiert, um sie auch zukünftig an Beschäftigte in den Vorführ- und Schaubereichen – und damit auch an künftige Museumsbesucher/innen – weitergeben zu können?

     
  3. Wie findet das LWL-Industriemuseum bei erforderlichen Neubesetzungen geeignetes und qualifiziertes Personal für den Vorführbetrieb? Welche Schwierigkeiten treten dabei ggf. auf? Welche Formen der Kooperation gibt es mit verwandten Handwerks- oder Produktionsbetrieben bzw. mit Fachverbänden, um geeignetes Personal zu rekrutieren?

     
  4. Wie reagiert das LWL-Industriemuseum bzw. die LWL-Kulturabteilung auf die geschilderte und sich künftig vermutlich verschärfende Entwicklung? Gibt es konzeptionelle Überlegungen zur Vermittlung und Weitergabe des authentischen Wissens und der Erfahrungen an den Standorten des LWL-Industriemuseums? Bedarf es dazu der Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen (oder gänzlich anderer als bisher)?

     

 

gez. Siegfried Schönfeld, Silke Rommel

        (Fraktion Bündnis 90/GRÜNE)