Anfrage der

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Datum:

 01.04.2008

DrucksacheNr.:

12/1245

Status:     Datum:                Gremium:                                                               

Ö          10.06.2008   Kommunalwirtschaftsausschuss       

 

Betreff:

Anfrage Bündnis 90/GRÜNE: Aktuelle Lage der "Apollo"-Kooperation der Provinzial NordWest Holding AG (PNW) mit der SV SparkassenVersicherung AG (SV)

 

 

 

Sachverhalt und Fragen :

 

Die aktuellen Pressemitteilungen (Financial Times Deutschland vom 04.03.2008 und Westfälische Nachrichten vom 06.03.2008) zeigen eine außerordentlich problematische Situation des Apollo-Projektes. Im Bereich des Aufbaus einer gemeinsamen IT-Landschaft droht demnach eine Verdoppelung der ursprünglich geplanten Kosten und von einem Scheitern des gesamten Projektes ist bereits die Rede.

 

Vor diesem Hintergrund bitten wir die Verwaltung um aktuelle Erläuterungen zur Lage und zu den Perspektiven des Apollo-Projektes und um Beantwortung der folgenden Fragen:

 

 

1.      Ist das Projekt „Apollo“ aus Sicht der LWL-Verwaltung wie auch der PNW selbst noch zu retten? Welche Alternativen mit welchen Vor- und Nachteilen kommen in Frage?

 

2.      Inwieweit wird am Apollo-Projekt zurzeit weitergearbeitet oder ist – wie in der Presse erwähnt – eine Projekt-Auszeit eingelegt worden?

 

3.      Wie ist der aktuelle Stand der Kosten des Apollo-Projektes und wie verhalten sie sich zu dem ursprünglich geplanten Ansatz? Worin liegen die Ursachen für die deutlichen Kostensteigerungen?

 

4.      Ist der Abbau von Personal zur Reduktion der Kosten geplant? Wenn ja, an welchen Standorten und in welchem Umfang?

 

5.      Nach vorliegenden Informationen wird die IT-Abteilung der PNW seit mehreren Jahren mit Planungen zu strategischen Projekten stark belastet, so dass das laufende Geschäft nur noch auf dem notwendigen Mindestlevel sichergestellt ist, aber Neuentwicklungen für eine offensive Marktbearbeitung nicht mehr möglich sind bzw. zurückgestellt werden. Sollte dies zutreffen, würde sich u.E. eine Entwicklung abzeichnen, die über kurz oder lang die Provinzial NordWest dauerhaft schädigen könnte. Wie schätzt die LWL-Verwaltung die Schwerpunktsetzung der IT-Abteilung der PNW ein? Wie gedenkt die PNW selbst die geschilderte Entwicklung aufzufangen und wie bewertet der LWL seinerseits die diesbezügliche strategische Entwicklung?

 

6.      Die augenblickliche Situation ist nach vorliegenden Informationen wohl auch der Tatsache geschuldet, 
     dass keine eindeutigen Steuerungsstrukturen vorhanden sind. Die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten
     Unternehmen PNW und SV gestaltet sich offenbar an vielen Punkten schwierig und es soll zu Fehlern bei
     Kommunikation und Absprachen kommen. Eine Lösung dieses Problems könnte die Einrichtung einer
     übergeordneten Steuerung sein, die eindeutige Strukturen und Entscheidungswege mit sich bringen würde.
     Wie bewertet die LWL-Verwaltung die vorhandenen Steuerungsstrukturen und wie steht die PNW zur
     Idee einer übergeordneten Steuerungseinheit?

 

7.      Inwieweit ist bei der Durchführung des Apollo-Projektes die Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG) involviert? Welche Aufträge hat sie in der Vergangenheit bekommen, welche bearbeit sie aktuell und wie soll sich die zukünftige Auftragslage im Rahmen des Apollo-Projektes gestalten? Wie ist sichergestellt, dass die Beratungsleistungen von BCG dem Wohl der PNW und nicht der Generierung neuen Beratungsgeschäftes dient?

 

8.      Wie und mit welchen konkreten Maßnahmen will der LWL als – neben dem WLSGV – größter Aktionär der Provinzial NordWest Holding AG für die künftige Entwicklung sicherstellen, dass die mit dem „Apollo-Projekt“ angestrebten Ergebnisse zur Effizienzsteigerung und Geschäftsoptimierung tatsächlich realisiert werden?

 

 

 

gez.     Ulrich Langhorst, Axel Boldt

            (Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN)