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 “...Besonders erstaunlich mutet der Vorstoß der Wikinger in die Weiten Russlands an. Zehntausende von schwedischen Abenteurern waren im 9. Jahrhundert ins Slawenland eingedrungen. "Hochgewachsen wie Dattelbäume, blond und von rosiger Gesichtsfarbe", so werden die nach Osten strebenden Urschweden in einem alten Dokument beschrieben. Die einheimische Bevölkerung taufte die Fremden auf den Namen Rus, die Rothaarigen.
 Von den Sowjets wurde das unbequeme Erbe verdrängt. Nun, unter Wladimir Putin, herrscht Grabungsfieber im Land. Über zehn Teams haben sich im Gelände an die Arbeit gemacht. Die Spurensuche reicht vom Ladogasee bis zum Kaspischen Meer. Tausende von Wikingergräbern liegen im Boden. 

  "Früher wurde die Bedeutung der Wikinger für die Geschichte Russlands ausgeblendet", sagt der Kieler Archäologe Michael Müller-Wille, nun finde eine "völlige Neubewertung" statt. Erfahren hat er das am eigenen Leibe: Im Mai wurde dem Deutschen die Lomonossow-Medaille, der höchste russische Forschungspreis, verliehen ­ ein Dank für seine archäologische Arbeit in der Wikingersiedlung Gorodiscé bei Nowgorod. Dort, auf einer Anhöhe, haben die Ausgräber eine kleine Sensation entdeckt. Sie stießen auf die Holzfestung des legendären Rorik. Dieser Wikingerfürst war um 860 mit Blut und Schwert bis in die Ukraine vorgerückt. Dort gründete er das Königreich Kiew, die Keimzelle des russischen Staates. ...”

Q.13.