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/ welcher eines jeden Begierde zähmen / die ((? Aecke(n)r )) unter das Volk austheilen / ihnen alle Gerechtigkeit pflegen / und sie wider die Feinde schüzen konnte. Andere riethen / man sollte einen Außschuß auß der Preussischen jungen Mannschafft machen / und denselben in andere Länder C o l o n i a s zu stiffte / verschicken / und also könnte man das Volk mindern / damit die übrigen desto bequemer im Lande wohnen könten. Keines von diesen ((? benden)) Mitteln wollte anfänglich angehen. Denn was das lezte betrifft / weil das Volk bißher ohne einige Obrigkeit und also ganz fren gwesen / so wollte niemand sich auß dem Lande stossen lassen; sondern ein jeder wollte gern in der Ruhe stillsizen. Insonderheit die jenigen/ die vorhin in deß Römischen Reichs Ländern sich herum getummelt / haben schon dieses aus eigener Erfahrung gelernet / wie schwer und mißlich es sey / andere Völker / die sich in einem Lande schon fest gesezet / herauß zutreiben / und sich ihres Landes zu bemächtigen. Jene aber sahen wol / welch eine schöne Sache es sey / wen ein Volk unter einer Obrigkeit in der Ruhe sizet / und sich durch heilsame Geseze regieren lässet. Dieses wollten sie auch in ihrem Lande angestellet wissen. Diesem gaben auch die leztern endlich Benfall / weil sie besorgten / sie möchten eben unter dieselben gerechnet werden / so da andere Länder zu bebauen sollten / auß ihrem Vaterland verschiket werden. Wurden also allmählich alle schlüssig / einen König zu wehlen. Wer es aber anfangen und die Rathschläge dirigiren sollte / war niemand zu finden / weil unter einem so freyen Volke dieses gar schwerzuseyn ein jeder erachtete. Nach allem säumen hat Waidevvutus ein Alaner ein alter Man / und der von grosser Freundschafft war / sich dieses Werk unterfangen. Nemlich / als er sahe / daß fast aller Preussen Gemüther dahin geneiget waren / daß man einen König wehlen sollte / hat er sie also angeredet: Wenn ihr nicht unvernünfftiger als die Bienen waret / so hätte die Sache / davon ihr rathschaget / schon längst ihre Endschafft erreichet. Denn welche sich unter euch der Haußhaltung befleissigen / die wissen gar wol / daß die Bienen von einem einzigen Könige regieret werden / welcher den andern gebeut / und welchem andere gehorchen. Derselbe theilt die Arbeit unter die Bienen / derselbe stösset die faulen und nichts werthe Bienen und Humeln auß dem Bienenstock : Die andere Bienen sind ihme zu gehorsamen fertig / verrichten die Arbeit auff sein Geheiß fleissig / und ruhen nicht eher / biß ((? Sieihre )) vorgenommene Arbeit ganz zu Ende gebracht. Diese was ihr täglich vor euren Augen sehet / sollet ihr euch zu Nuz machen. Erwehlet euch gleichfals solch einen (Bojoteras) Bienenkönig / welchem ihr eure Freyheit und euch selbsten unterwerffet. Derselbe wird unter euch die Gerechtigkeit pflegen / das euch zugefügte Unrecht rächen / euch für der Feinde Gewalt schüzen / und alles also regieren / daß ihr in guter Ruhe und Sicherheit eurer Hände Arbeit geniessen möget. Nach dem die Preussen dieses angehöret / haben sie nicht allein dieses alles mit grossem Geschrey und Frolocken gebilliget / daß man einen König wehlen sollte / sondern es rieff auch das Volck den Waidevvurum an / ober nicht selbst wollte derselbe Bojoteras oder Bienenkönig seyn. Waidewutus, weiler den Rathschlag gegeben / kunte sich auch dem Begehren des Volcks nicht entbrechen / sonsten hätte er diesen seinen Rathschlag selbst verdächtig gemacht: Sahe dabeneben wol / daß er keinen tüchtigern unter den Preussen dazu vorschlagen kunte. Es kam auch dazu die angebohrne Ehrsucht / daß / weil er ausserhalb dem Vaterlande schon seine Tapfferkeit bewiesen / er keinen gern für seinen König erkennen wollte. Fiel also dem Volcke bey / und ward zumersten König der Preussen und Alaner (die hernach Littauer genennet worden) erwehlet. Q.18. |