Lepra und Kunst . . . . . . . . .

Häufig finden sich in der Kunst Lepradarstellungen. So gibt es aus verschiedenen Jahrhunderten zum Beispiel Exponate von Jesus und den zehn Aussätzigen. Die früheste Darstellung ist eine Buchmalerei aus dem Jahre 1050: Die Leprakranken tragen nur einen Umhang und ihre entzündlichen Hautveränderungen sind als rote Flecken dargestellt.

Auf dem Inkunabel-Holzschnitt von 1499 hingegen zeigen sich die Leprakranken "gut betucht": die inzwischen überall etablierten Stiftungen konnten ihre Schützlinge gut ausstatten. Besonders das Schuhwerk fällt auf. Offenbar war bekannt, dass die Füße von Leprakranken in besonderem Maße gefährdet sind.

Inkunabel-Holzschnitt, Heilung der zehn Aussätzigen

Inkunabel-Holzschnitt, Heilung der zehn Aussätzigen, aus: Ludolfus de Saxonia, 1499

Die Lepra gehörte zum Leben der mittelalterlichen Bevölkerung und findet sich europaweit in vielen Darstellungen:

"Trionfo della morte", Fresco auf dem Campo Santo in Pisa (1336)

Radierung im Rijksmuseum Amsterdam ( 1608): am "Koppermontag", dem ersten Montag, der auf den Sonntag nach Dreikönig folgt, zogen die Leprakranken geschlossen durch die Straßen Amsterdams.

Ein Ausschnitt aus dem "Streit des Karnevals mit dem Fasten" von Pieter Breughel d.Ä. (1559) im kunsthistorischen Museum Wien zeigt den gleichen Umzug.

Der alttestamentarische Hiob ist u.a. dargestellt im Feldbuch der Wundartzney von Hans von Gerrsdorff, Straßburg 1517.

Auch der neutestamentarische Lazarus findet sich in einigen Darstellungen, so zum Beispiel als Skulptur.

Lazarus

Den eigenen Blick zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstlern auf Lepra wird auch in Sonderausstellungen und Aktionen im Lepramuseum vermittelt.

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© Gesellschaft für Leprakunde e.V. Münster

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