Kinderhaus 1333 - 1533
Das
Leprosenhaus der Stadt Münster von seinen Anfängen bis zur
Täuferherrschaft . . . . . . .
Ausstellung
im Lepramuseum Münster-Kinderhaus
28.
Januar bis 24. Juni 2007

Zur Erforschung
der Leprageschichte beizutragen und erarbeitetes Wissen zu dokumentieren,
darzustellen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich
zu machen, gehört zu den wesentlichen Aufgaben, denen sich die
Gesellschaft für Leprakunde e. V. seit über 20 Jahren widmet.
Kinderhaus, im Zeitraum 1333-1661 das Leprosenhospital der Stadt Münster,
dessen Mauern das Lepramuseum der Gesellschaft für Leprakunde beherbergen,
stellt naturgemäß einen thematischen Schwerpunkt der historischen
Beschäftigung der Gesellschaft für Leprakunde dar.
Eine kleine Serie von Ausstellungen kommt nunmehr zum Abschluss. 1998,
zum Jubiläum "350 Jahre Westfälischer Friede", wurde
die Geschichte von Kinderhaus im 17. Jahrhundert präsentiert. 2001
folgte die Darstellung der Geschichte von Kinderhaus im 16. Jahrhundert,
beginnend an der stadtgeschichtlichen Zäsur der Täuferherrschaft
von 1534/35. Zeitlich rückschreitend musste die Bearbeitung der
beiden Jahrhunderte des ausgehenden Mittelalters von der Gründung
des Leprosoriums (um 1333) bis zur Täuferherrschaft folgen. Die
Gesellschaft für Leprakunde konnte für dieses Vorhaben Herrn
Mirko Crabus gewinnen, der sich der Herausforderung stellte, die Serie
für eine Geschichtsepoche zu vervollständigen, für die
die Quellengrundlage wegen des Fehlens der für spätere Zeiten
ergiebigen Jahresrechnungsbücher magerer ist.
Der Dank des Vorstands der Gesellschaft für Leprakunde gilt zunächst
Mirko Crabus als Autor, der Ausstellung und Katalog mit großem
Einsatz erarbeitet hat. Seine Tätigkeit wurde maßgeblich
durch das Entgegenkommen des Stadtarchivs Münster gefördert,
das für Herrn Crabus einen Arbeitsplatz bereithielt und ihm so
den optimalen Zugriff auf den Urkunden- und Aktenbestand ermöglichte.
Darüber hinaus durfte Herr Crabus die benötigten Reproduktionen
der Archivalien im Stadtarchiv kostenfrei selbst herstellen. Hierfür
gilt unser Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs
Münster, insbesondere dem Leiter Dr. Hannes Lambacher und seiner
Stellvertreterin Anja Gussek-Revermann.
Als Autor der beiden früheren Kataloge will ich den Entstehungszusammenhang
dieser Form der Beschäftigung mit Leprageschichte noch einmal in
Erinnerung rufen. Zehn Jahre lang, im Zeitraum 1991-2000, bestand im
Stadtarchiv Münster unter dessen damaligem Leiter Prof. Dr. Franz-Josef
Jakobi das Arbeitsprojekt "Geschichte der sozialen Stiftungen in
Münster". Zu den Ergebnissen gehören die vier Bände
"Studien zur Geschichte der Armenfürsorge und der Sozialpolitik
in Münster" (Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt
Münster, Bde. 17/1-4, 1995-2002). Auf den dort entwickelten Grundlagen
konnten auch die genannten Ausstellungen von 1998 und 2001 entstehen.
Es ist für mich besonders erfreulich, dass das Projekt, an dem
ich damals mitwirken konnte, weitere Früchte bringt.
Großer Dank ist schließlich den Spenderinnen und Spendern
zu sagen, die die vorbereitenden Forschungen sowie den Druck des Katalogs
finanzierten. Mögen Ausstellung und Katalog eine Vielzahl von Interessierten
finden, die sich im Sinne der Gesellschaft für Leprakunde weiter
der Geschichte der Leprakranken widmen, um das öffentliche Bewusstsein
zu schärfen für Krankheiten und Kranke, für Hilfsbedürftigkeit
und Hilfe, letztlich für eine gerechte Sozialordnung überall
in der Welt, durch die viele Krankheiten eingedämmt, gelindert
und überwunden werden könnten.
Dr. Ralf Klötzer
Vorsitzender der Gesellschaft für Leprakunde e. V.
Lepramuseum
Kinderhaus 15, 48159
Münster
Öffnungszeiten: Sonntags 15 bis 17 Uhr
oder nach Vereinbarung
mit Petra Jahnke, Tel. 0251-234 689
oder Dr. Ralf Klötzer, Tel. 0251-525295
Eintritt frei
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