Alltag und Stigma in einer ehemaligen Leprakolonie in Nordostbrasilien . . . . . . . . .

Ausstellung im Lepramuseum Münster-Kinderhaus

Sonntag, 30. September 2007 bis 30. März 2008

Eingang zur Leprakolonie Antônio Diogo im brasilianischen Bundesstaat Ceará

Sonntag, 30. September 2007, 11.30 Uhr Eröffnung der Ausstellung

Lepra ist eine Krankheit, die in den Köpfen der meisten Menschen sofort gruselige Assoziationen aufblühen lässt - von abfallenden Fingern, verstümmelten Bettlern, göttlicher Strafe etc. Diesen alten Bildern will die Ausstellung "Alltag und Stigma in einer ehemaligen Leprakolonie" im Lepramuseum in Münster-Kinderhaus ein modernes Verständnis von Lepra und den Folgen der Krankheit entgegensetzen.
Obwohl es heute wirksame Medikamente gibt, kommt Lepra in Brasilien und anderen Ländern mit niedrigen Sozialstandards noch immer vor. Früher wurden die Kranken in Brasilien per Gesetz in Siedlungen außerhalb der Städte zwangsinterniert. Eine dieser so genannten Leprakolonien ist das Zentrum Antônio Diogo im brasilianischen Bundesstaat Ceará. Seit den 1980er Jahren ist es zwar offiziell geöffnet, es wird aber trotzdem noch freiwillig von 90 ehemaligen Leprakranken - alle sind mittlerweile therapiert - bewohnt.
Warum leben diese Menschen freiwillig in den ehemaligen Zwangseinrichtungen? Wie sieht ihr Alltag aus? Wie gehen sie mit der andauernden Isolation um?
Mit diesen Frage beschäftigte sich die Berliner Medizinstudentin Hannah Lesshafft in Fortaleza, Brasilien, im Rahmen eines Forschungsaufenthaltes. Dieser wurde vom UniBral-Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes gefördert. Gemeinsam mit der Diplom-Designerin Eva Lotta Stein wurde eine Ausstellung entwickelt: sie umfasst Hintergrundinformationen, zahlreiche Fotos und eine Klanginstallation mit Originalzitaten der Bewohner der Siedlung. Dem Besucher erschließt sich die Welt dieser Menschen Stück für Stück, hinter dem Mythos "Lepra" erscheint das wirkliche Leben der Betroffenen: ihre Ausgrenzung, ihre Stigmatisierung, aber auch ihr Mut und ihre Hoffnung.

Die Ausstellung wurde bis zum 30. März 2008 verlängert.


Lepramuseum
Kinderhaus 15, 48159 Münster

Öffnungszeiten: Sonntags 15 bis 17 Uhr

oder nach Vereinbarung
mit Petra Jahnke, Tel. 0251-234 689
oder Dr. Ralf Klötzer, Tel. 0251-525295

Eintritt frei

Lageplan

Zurück zu Sonderausstellungen

[home]


© Gesellschaft für Leprakunde e.V.

email