|
||
|
Aktuelle Berichte und Projekte
"Ein bisschen Spucke für ein Leben"
Bei unserem Schüler André (16J) wurde am 21. Oktober 2011 eine akute myeloische Leukämie (AML) diagnostiziert. Am 10. Januar folgte die Diagnose, dass die einzige Heilungschance in einer Knochenmarktransplantation liegt. Die Durchsuchung sämtlicher Knochenmarkspender-Dateien weltweit zeigte keinen passenden Spender, bei dem alle 10 von 10 notwendigen Merkmale übereinstimmten, so dass die Eltern unseres Schülers mit einer Rundmail um Hilfe baten. Spontan bildete sich ein Team aus Eltern, um schnellstmöglich eine Typisierungsaktion in Münster zu starten. Die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei DKMS wurde als Partner ins Boot geholt, die Schulleitung erklärte sich einverstanden, die Typisierung in den Räumen der KWS durchzuführen, und zwei Tage später war ein Rundbrief formuliert, der über eMail-Verteiler der KWS-Schulpflegschaft und per Kopie über alle KWS-Schüler gestreut wurde. Weitere Schulen in Münster erhielten diese Mail und zahlreiche Empfänger verteilten sie wiederum weiter. Unsere geplante Aktion landete im Vollverteiler der WWU und der FH Steinfurt mit mehr als 50.000 Studenten, die Tagespresse berichtete auf ihren Webseiten und in den Druckausgaben, Antenne Münster schaltete mehrere redaktionelle Beiträge und zahlreiche Postings wurden von Irgendjemandem auf Facebook plaziert. Das alles innerhalb von 2 Tagen!
Unser Ziel "möglichst viele potenzielle Spender in kürzester Zeit" zu finden war mehr als übererfüllt, und wir beteten insgeheim, dass wir der Menschenmassen, die kommen könnten, auch Herr werden. Zeitgleich erhielten wir die Nachricht, dass die DKMS in so kurzer Zeit kaum mehr als 500 Registrierungs-Sets zur Verfügung stellen könne. Vorsichtshalber publizierte die Schulleitung, dass die Typisierungsaktion in der Schule als "reine Schulaktion" geplant sei und alle anderen hilfsbereiten Leser unserer Mail bitte die Online-Registrierung der DKMS nutzen oder alternativ direkt eine Blutspende im Universitätsklinikum Münster abgeben. Am Mittwoch, 18.01.12, dem ersten Aktionstag, waren so viele Helfer da, dass wir unser Glück kaum fassen konnten. Schülerinnen und Schüler aller höheren Klassen standen dicht an dicht. Schulleitung, ein Großteil des Lehrerkollegiums, Eltern, Familie und Freunde waren da. Die DKMS hatte ein fabelhaftes Team geschickt und wir erhielten eine professionelle Einweisung. Ein Einbahnstraßenkonzept für unseren Schulhof wurde konzipiert, verschiedenste Schüler taten ihren Dienst als Parkplatzeinweiser im strömenden Regen. Andere wurden in drei Gruppen eingeteilt zur Aufnahme der Daten, zum Probenabstrich und zur Endkontrolle. Es gab ein "Begrüßungskomitee" am Eingang zur Aula, eine Kaffeeteria mit selbstgebackenen Kuchen und gesponserten Keksen eines großen Lebensmittelhändlers in Münster. Von 13.15h bis 20.00h erwarteten wir so die potenziellen Spender zur Typisierung. Was, wenn nun alle zur selben Zeit auflaufen? Wir bangten weiter ... Doch es lief wie am Schnürchen. Von Anfang bis zum Ende kamen Menschen, um André zu helfen. Und sie kamen in stetem Strom. Immer wieder, immer noch einige, so ging das kontinuierlich weiter. Das Chaos blieb aus, und am Ende des ersten Aktionstages konnten wir der DKMS stolze 762 Typisierungs-Sets mitgeben (also weit mehr als die ursprünglich geplanten 300 und dann kurzfristig auf max. 500 aufgestockten!). Obendrein hatten wir mehr als 1.000,-- Euro Spendengelder in Empfang genommen, so dass das Team der DKMS abends zufrieden zurückfahren konnte. Wir waren glücklich und dankbar und sagten das auch jedem Spender der gekommen war. Wir erhielten so viel Zuspruch, gute Wünsche für André, und uns wurde oft sogar gedankt, dass wir eine solche Aktion initiiert hatten. Es war für alle Beteiligten etwas ganz Besonderes zu erleben, welche Welle der Hilfsbereitschaft uns überrollte. Zwischendurch gab es immer mal wieder einen Kurzbericht per SMS an André und seine Eltern, so dass diese mit uns mitfieberten. Wir alle, auch unsere Schülerinnen und Schüler, werden diese Aktion als gelebtes soziales Engagement sicher niemals vergessen. Doch es ging ja weiter! Für alle, die Mittwoch nicht kommen konnten standen wir auch am Samstag in der KWS parat. Erneut sollte ein Typisierung von 11.00h bis 16.00h angeboten werden. Allerdings hatten wir nur noch 100 Wattesets. Was tun? Alle unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu schicken kam auf gar keinen Fall in Frage. Wir erarbeiteten eine Lösung, die darin bestand, die Daten zu erfassen, und die Wattesets zu den Spendern nach Hause schicken zu lassen. Ergänzend überzeugten wir ein Team des UKM, Termine für eine Typisierung in Kombination mit einer Blutspende zur Verfügung zu stellen. Im Vorfeld wurden Excel-Tabellen gebastelt, Logos aus dem Internet gezogen und Wegbeschreibungen kopiert, so dass wir mit Material gewappnet waren. Und tatsächlich war auch unser zweiter Aktionstag ein voller Erfolg. Das Helferteam gleichermaßen zahlreich und motiviert und die potenziellen Spender kamen stetig und über den Zeitraum verteilt. Sie waren wiederum so zahlreich, dass die verbliebenen 100 Wattesets noch vor Mittag per Express-Paket zur DKMS zur Analyse geschickt werden konnten. Weitere rund 700 Typisierungssets für Zuhause wurden angefordert und am Ende der Aktion zählten wir insgesamt 1.615 potenzielle Stammzellspender für André, davon 56 die in der nächsten Woche einen Typisierungstermin per Blutspende in der UKM haben. Wir vermelden stolz knapp 2.000 Euro Spendengelder, dazu 2 größere Summen, die Firmen großzügigerweise zugesagt haben. Der Online-Server der DKMS vermerkt lt. Rückmeldung der DKMS "... rasant ansteigende Registrierungsanfragen aus dem Raum Münsterland ..." und die Telekom Münster schließt sich unserer Aktion mit einer eigenen Typisierung aller 1.500 Mitarbeiter und deren Lebenspartner schon in der nächsten Woche an. Bei nur 5% Teilnahmequote hätten wir dann weitere 150 potenzielle Lebensspender registriert *¹).
Wir haben so viel positive Energie in die Hilfe für André gesteckt und dafür so viel positiven Zuspruch erfahren, dass wir alle hoffnungsvoll die Auswertung aller Proben erwarten. Drückt André den Daumen. Sobald wir mehr wissen erfahrt Ihr es an dieser Stelle. Und ... ach ja: D A N K E, Ihr Lieben, es war toll mit euch zu arbeiten !!!!! Münster, den 21.01.2012 C. Schumacher Weitere Infos:
¹) Nachtrag vom 25.01.2012: Bei der heutigen Telekom-Aktion konnten wir anstelle der erwarteten etwa 150 sogar mehr als 400 (!) zusätzliche Lebensspender in die Kartei aufnehmen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich haben typisieren lassen, um Andé zu helfen! |
Karl-Wagenfeld-Realschule Spichernstraße 17 48153 Münster Schulleitung: Sabine Leifhelm, Rektorin Heribert Holzer, Konrektor Ralf Schröder, 2. Konrektor Sekretariat: Frau A. Belting Telefon: 0251 - 784140 Fax: 0251 - 784163 Bürozeit: Mo, Di. und Do. 6.45 - 15.30 Uhr Mi. 6.45 - 15.00 Uhr Fr. 6.45 - 13.00 Uhr Email: Karl-Wagenfeld-Realschule@Stadt-Muenster.de © 2011/2012
| |