Foto Karl Wagenfeld Realschule

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“Ich wollte noch einmal die Sonne sehen“

... so die Worte der Auswitzüberlebenden Erna de Vries. Das Unglaubliche wird wahr: schon auf dem Boden des Todesblocks 25 sitzend wird sie im letzten Moment in das Arbeitslager Ravensbrück gebracht. Ihre Mutter aber muss zurückbleiben.

Doch ist es ihr zu einer Lebensaufgabe geworden, den letzten Wunsch der Mutter zu erfüllen: „Du wirst überleben. Und du wirst erzählen, was uns widerfahren ist.“
So richten sich bei absoluter Stille die Augen von mehr als 100 Zehntklässlern auf die Frau aus dem Emsland (Lathen). Mit klarer Stimme spricht sie über ihre Erlebnisse, die ihr während der Jugendzeit im Vernichtungslager Auschwitz widerfahren sind. Zum Schluss beantwortet sie die vielen Fragen unserer Schüler. „Woher sie all die Kraft genommen habe, das so Schreckliche jeden Tag von neuem auszuhalten.“ „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ zitiert Erna de Vries daraufhin als Antwort.



Aber auch die anderen Jahrgangsstufen arbeiten auf verschiedene Weise eindrucksvoll an diesem schwierigen Thema. So etwa in den Räumen der sechsten Klassen: hier wird die Geschichte von „Tommi“ - einem jüdischen Jungen - anhand von gemalten Bildern seines Vaters Bedrich Fritta  erarbeitet.



In diesen kindlich gemalten Bildern versteckt Tommis Vater Ambivalenzen, die Tommi, als er das Buch zum 18. Geburtstag von seinem Adoptivvater (Künstlerfreund von Fritta) bekommt, die Kindheit zu erklären versuchen. Da er das Zeichenalbum heimlich anfertigt und alles auffliegt, stirbt er im KZ Theresienstadt, als Tommi 3 Jahre alt ist.

Claudia Onnebrink