Ludger Berger, Gilbert Boymann, Heribert Britten, Werner Bröcker,
Heribert Gall, Hermann Geermann, Hermann-Josef Görres, Hubert Harfst, Hermann
Holthenrich, Heinz-Dieter Hupe, Wolfgang Kampschulte, Reiner Löbbers, Manfred
Marx, Rüdiger Münchenhagen, Reinhard Peters, Jörg Rohloff, Heinz-Peter Rümmelein,
Wolfgang Schlüter, Friedhelm Wirz, Ferdinand Wülfing, Reinhard Wulbeck
(Wegen der Umstellung des Schuljahresbeginns von Ostern auf den Sommer,
die 1966/67 in zwei "Kurzschuljahren" erfolgte, gab es 1966 zwei
Abiturjahrgänge.)
Abiturientia mit Herrn Lücke
[…] Was kann das Holz dafür, wenn es als Geige erwacht? […]
Jedermann weiß, dass sich nur ganz besondere Holzarten zum Geigenbau
eignen. Weiter muss dann das ausgewählte Holz während des ganzen
Herstellungsprozesses seine Geschmeidigkeit und damit die Fähigkeit,
sich von der Hand des Meisters formen zu lassen, beibehalten; wird es spröde
und zerbricht es, verliert es seine Tauglichkeit zu einer guten Geige. Übertragen
auf unsere Situation bedeutet das: dieses Ziel zu erreichen, verlangte von
uns, dass wir zunächst die Fähigkeiten und Anlagen überhaupt
besaßen, die ein erfolgreiches Arbeiten an dieser Schule möglich
machen. Weiterhin mussten wir alle neun Jahre hindurch die Bereitwilligkeit
mitbringen oder uns immer wieder darum bemühen, diesen oft beschwerlichen
Bildungsprozess mitzuvollziehen.
Doch es ist klar - um wieder auf unseren Spruch zurückzukommen - es mag
noch so hochwertiges Holz vorhanden sein, eine Geige entsteht nur, wenn ein
Meister es formt und gestaltet. Darum soll es in dieser Stunde, da Sie als
unsere Lehrer an uns Ihren Auftrag der Formung und Bildung meisterlich beendet
haben, unsere vornehmliche Aufgabe sein, Ihnen zu danken.
In gleicher Weise danken wir auch unseren Eltern, die uns dieser Schule anvertraut
haben und uns mit Ihrem Rat und Ihrer Erfahrung in verständnisvoller
Liebe bis zu diesem Tag beigestanden haben. Danksagen möchte ich auch
im Namen aller Abiturienten, die in den Erziehern im Internat würdige
Stellvertreter der Eltern gefunden haben, für die wertvolle Erziehungsarbeit
des Internates, die in den Einzelheiten gar nicht erschöpfend genannt,
gezählt und gemessen werden kann. […]
Der Schluss unseres Abiturspruches spricht von einer „erwachten Geige“.
[…] Nicht gemeint ist, dass jeder von uns einmal die erste Geige spielt
dort, wo ihn sein künftiges Leben hinführen wird; auch nicht die
Forderung, dass für uns der Himmel immer voller Geigen hängen soll.
- Gemeint ist mit diesem Vergleich das Bemühen um innere Harmonie, dass
jeder seine Fähigkeiten zur Entfaltung bringt und sich selbst verwirklicht,
wobei uns - bei allen Meinungsverschiedenheiten in Einzelfragen - die uns
von Ihnen gegebenen, gültigen Bildungswerte Maßstab und Quelle
unseres Handelns sein sollen. […]
Per multos annos et in perpetuum: valeatis, crescatis, floreatis!
Aus der Abiturrede von Hermann Josef Görres (in: „Die Brücke“, Schülerzeitung der Kardinal-von-Galen-Schule, 1966/2)
40-Jahres-Treffen auf der KvG-Jubiläumsfeier am 16. 06. 2006