„Ein Leser hat´s gut“

Literaturgespräche im KvG

Der Aphorismus von Kurt Tucholsky „Ein Leser hat´s gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen“ gilt auch für die Teilnehmer der Literaturgespräche im KvG. Am Ende eines jeden Literaturabends können die Bücherfreunde ihre Lesevorschläge einbringen, aus denen ein Titel in demokratischer Abstimmung als nächste Lektüre ausgewählt wird. Zuvor findet jeweils in etwa 90 Minuten eine ergiebige Aussprache über das „Buch des Abends“ statt. Hierbei erstaunt immer wieder die Vielfalt der Meinungen, die zeigt, dass es sich lohnt, gemeinsam einen Roman zu erschließen und zu bewerten.

Der Literaturkreis existiert schon seit 1993.Der Einladung folgen zumeist etwa 15 bis 25 Erwachsene (KvG-LehrerInnen, -Ehemalige und -Eltern). Es finden sich aber auch immer einige Teilnehmer ein, die nicht zur KvG-Schulgemeinde gehören und aus der Presse von den Literaturgesprächen erfahren haben. Eine regelmäßige Teilnahme ist nicht erforderlich.

50 Buchbesprechungen am KvG 1993-2006


1. Bruce Chatwin: Traumpfade / 2. Tony Hillerman: Wer die Vergangenheit stiehlt / 3. Cees Noteboom: Rituale / 4. Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig bleibt / 5. Ludwig Hang: Weh dem, der aus der Reihe tanzt / 6. Rafik Schami: Eine Hand voller Sterne / 7. Josef Roth: Hiob / 8. Irina Korschunow: Das Spiegelbild / 9. Amos Oz: Black Box / 10. Robert Schneider: Schlafes Bruder / 11. Bernhard Schlink: Der Vorleser / 12. Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins / 13. Peter Höeg: Fräulein Smillas Gespür für Schnee / 14. Magriet de Moor: Erst grau dann weiß dann blau / 15 Max Frisch: Stiller / 16. Michael Ondaalje: Der englische Patient / 17. Tessa de Loo: Die Zwillinge / 18. Javier Marias: Mein Herz so weiß / 19. E. Annie Proulx: Schiffsmeldungen / 20. Amos Oz: Nenn die Nacht nicht Nacht / 21. Maria Norowska: Briefe der Liebe / 22. Antonio Tabucchi: Erklärt Pereira / 23. Schmuél Josef Agnon: Herrn Lublins Laden / 24. Johann Wolfgang Goethe: Wahlverwandtschaften / 25. Erik Fosnes Hansen: Choral am Ende der Reise / 26. Jose' Saramago: Die Stadt der Blinden / 27. David Guterson: Schnee, der auf Zedern fällt / 28. Sandor Márai: Die Glut / 29. Maarten 't Hart: Das Wüten der ganzen Welt / 30. Andrzej Szypiorski: Die schöne Frau Seidenman / 31. Ken Zaburo Oe: Eine persönliche Erfahrung / 32. J. M. Coetze: Schande / 33. José Saramago: Das Evangelium nach Jesus Christus / 34. Batya Gur: Du sollst nicht begehren / 35. Inge Merkel: Eine ganz gewöhnliche Ehe. Odysseus und Penelope / 36. Harry Mulisch: Die Entdeckung des Himmels / 37. Dieter Wellershoff: Der Liebeswunsch / 38. Stewart O'Nan: Sommer der Züge / 39. Mario Vargas Llosa: Das Fest des Ziegenbocks / 40. Virginia Woolf: Mrs Dalloway / 41. E.-E. Schmitt: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran / 42. J .M. Coetze: Der Junge / 43. Philipp Roth: Der menschliche Makel / 44. Jonathan Franzen: Die Korrekturen / 45. Robert Menasse: Die Vertreibung aus der Hölle / 46. Ian McEwan: Abbitte / 47. Per Olov Enquist: Der Besuch des Leibarztes / 48. Annie Proulx: Mitten in Amerika / 49. Günter Grass: Im Krebsgang / 50. Carlos Ruiz Zafón: Der Schatten des Windes
Die Literaturabende finden vierteljährlich statt, so dass inzwischen 50 Bücher besprochen worden sind. Dabei handelt es sich in der Regel um zeitgenössische Romane, die zudem als Taschenbücher vorliegen sollten. Bei den Autoren gibt es keine nationalen Beschränkungen. Zum Zuge sind bisher vor allem Dichter aus dem deutschen, englischen, romanischen, niederländischen, polnisch-tschechisch-ungarischen, israelischen und südafrikanischen Sprachraum gekommen.

In einem Zeitungsartikel zum Jubiläumstreffen hieß es: „Das literarische Quartett ist schon lange tot – aber der Hiltruper KvG-Literaturkreis lebt munter weiter“. Dies dürfte auch noch für längere Zeit gelten, zumindest jedoch solange, wie es LehrerInnen und Eltern am KvG gibt, die nicht nur das Lesen ihrer Kinder fördern wollen, sondern selbst Freude daran haben, sich auf das Abenteuer einer Romanlektüre einzulassen und bereit sind, die Lesefrüchte mit anderen aufgeschlossenen Lesern zu teilen.

J e d e r, der sich für zeitgenössische Literatur interessiert, ist herzlich willkommen. Angestrebt wird ein offenes Gespräch aller Leser/innen über das „Buch des Abends“. Eine regelmäßige Teilnahme an den Literaturabenden ist nicht erforderlich.
Franz-Josef Lütke Schelhowe