Literaturtreff 2008


Unser  nächstes Treffen:

Mittwoch, 14. 05. 2008, 20.00 Uhr
Bücherei des KvG-Gymnasiums, Zum Roten Berge 25


Buch des Abends:

Sándor Márai: Wandlungen einer Ehe


Serie Piper 4167, 460 Seiten. 9,95 €

Lüge und Leidenschaft, Sehnsucht und Vergänglichkeit: ein Herr, eine Dame, ein Dienstmädchen. Das ist das Personal dieses Romans um Liebe und Betrug, um wahre und ersehnte Gefühle, um Aufrichtigkeit und Befangenheit in gesellschaftlicher Konvention. Zugleich ist es ein Abgesang auf die großbürgerliche mitteleuropäische Welt.
Sándor Márai, 1900 in Kaschau (heute Slowakei) geboren, lebte und studierte in verschiedenen europäischen Ländern, ehe er 1928 als Journalist nach Budapest zurückkehrte. Er verließ Ungarn 1948 aus politischen Gründen und ging 1952 in die USA, wo er bis zu seinem Freitod 1989 lebte. Mit der Neuausgabe des Romans „Die Glut“ (1999) wurde Márai als einer der großen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts erkannt. 

Neue Gesprächsteilnehmer sind jederzeit herzlich willkommen!

Mechthild Theilmeier-Wahner
Am 13. Februar 2008 sprachen wir über das Buch

Orhan Pamuk:
Schnee
Fischer TB 17456, 512 S., 9,95 €

Ein Fremder kommt nach Kars, eine türkische Provinzstadt, um eine merkwürdige Serie von Selbstmorden zu untersuchen: Junge Mädchen haben sich umgebracht, weil man sie zwang, das Kopftuch abzulegen. Plötzlich kommt es zu einem Putsch, inszeniert von einem Schauspieler. Ein Theatercoup? Doch es fließt echtes Blut, es intervenieren echte Soldaten, keiner kann die Stadt verlassen, weil es unaufhörlich schneit ... Ein aktueller Roman, in dessen Zentrum die Frage nach der Identität der Türkei zwischen "Verwestlichung" und Islamismus steht.

Pamuk gilt als einer der erfolgreichsten Prosaschriftsteller der jüngeren türkischen Generation. Seine Werke wurden bislang in 34 Sprachen übersetzt und in über 100 Ländern veröffentlicht. Sie zeigen von der osmanisch-türkischen Vergangenheit bis in die türkische Gegenwart den Identitätsverlust der zwischen westlicher und östlicher Kultur hin- und her gerissenen türkischen Gesellschaft mit seiner in Vergessenheit geratenen mystischen Tradition als zentrales Thema. 2006 erhielt Pamuk den Nobelpreis für Literatur.