Literaturtreff 2007


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Letzter Literaturtreff
mit Franz-Josef Lütke Schelhowe
am 9. Mai 2007
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7. November 2007 8. August 2007
Marina Lewycka:
Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch
dtv 2006, 359 S.

Als Nadias verwitweter Vater ihr mitteilt, dass er wieder heiraten will, löst er eine gewaltige Familienkrise aus. Sein neuer Schatz ist eine üppige Blondine, aus der Ukraine wie er auch, mit einer Vorliebe für grüne Satinunterwäsche, Fertiggerichte und hochtechnisierte Kücheneinrichtungen. Nadia ist sofort klar, dass diese Frau vor nichts haltmachen wird, um ihre ehrgeizigen Träume zu verwirklichen …

Marina Lewycka (* 1946 in Kiel) ist eine britische Schriftstellerin ukrainischer Abstammung.
Lewycka kam nach Ende des Zweiten Weltkriegs in einem Flüchtlingslager in Kiel zur Welt. Später übersiedelte ihre Familie nach Großbritannien, wo sie bisheute lebt. Sie studierte an der Keele University und arbeitet heute als Dozentin für Medienwissenschaften an der Sheffield Hallam University.
Ihr literarisches Debüt gab sie 2005 im Alter von fast 60 Jahren mit dem Roman Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch. Das Buch entwickelte sich zu einem internationalen Bestseller und wurde inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt. Beim Hay-Literaturfestival wurde sie dafür 2005 mit dem Bollinger Everyman Wodehouse Prize ausgezeichnet. Im gleichen Jahr war sie für den Orange Prize for Fiction nominiert. Ihr zweiter Roman Two Caravans erschien im Februar 2007.

Irene Dische
Großmama packt aus
dtv 13521, 379 S.

Die gute Katholikin Elisabeth Rother kennt kein Tabu, ganz egal, ob es sich um ihr Ehebett, um die Juden, um den Lieben Gott oder um die Gestapo handelt. Allerdings gibt es keine Katastrophe, nicht einmal die Flucht nach Amerika oder der Zweite Weltkrieg, die sie so sehr beschäftigt wie ihr weitverzweigter Clan. Irene Dische löst ein ewiges Problem der Literatur: das der Autobiografie. Bekanntlich verstrickt sich jeder in ein Lügenknäuel, dersein eigenes Leben beschreiben will. Aus diesem Dilemma befreit sich die Autorin, indem sie sich dem gnadenlosen Blick ihrer überlebensgroßen Großmama aussetzt.

Irene Dische wurde 1952 in New York geboren und wuchs dort auch auf. 1969 begab sich die Siebzehnjährige dann als Tramperin auf eine Weltreise. Von 1970 bis1972 arbeitete Dische für den Ethnologen Louis Leakey in Ostafrika. Nach ihrer Rückkehr studierte sie an der Harvard University und veröffentlichte erste Reportagen in New York und in The Nation. 1977 zog Irene Dische nach Berlin, wo sie bis heute vorwiegend lebt. 1989 wurde Dische mit der unter dem Titel Fromme Lügen veröffentlichten Sammlung von Erzählungen erstmals einem größeren literarisch interessierten Publikum bekannt.

9. Mai 2007 7. Februar 2007
Zeruya Shalev:
Mann und Frau
Berliner Taschenbuch Verlag 76094,399 S.

Udis und Na'amas leben seitJahrzehnten zusammen; sie haben sich in ihren Kindertagen kennen gelernt; es gibt eine zehnjährige Tochter. Der Mann ist als Fremdenführer tätig, und die Frau arbeitet in einem Heim für schwangere Mädchen. Doch die Ehe ist in eine Sackgasse geraten. Beide Partner sind vor allem damit beschäftigt, sich gegenseitig zu zermürben. Udi reagiert darauf mit den unterschiedlichsten körperlichen Symptomen. Daher bringt Na'ama ihren Mann zu einer jungen Heilerin, die erkennt, dass sich die ganze Familie einem kathartischen Prozess unterziehen muss. Das Ergebnis ist, dass Udi zu der Ärztin zieht und Na'amaeine Affäre mit einem Architekten beginnt. Und doch finden am Ende Na'ama und Udi auf dem weiten Feld der ehelichen Zweisamkeit wieder zueinander.

Zeruya Shalev wurde im Kibbuz Kinneret (Israel) geboren. Sie studierte Bibelwissenschaften und arbeitet heute als Schriftstellerin und Verlagslektorin in Jerusalem. Berühmt wurde sie mit ihrem Roman "Liebesleben", der zum internationalen Bestseller wurde.

Amos Oz
Eine Geschichte von Liebe undFinsternis
st 3788, 829 S.

 Das Jerusalem der vierziger Jahre ist ein Fluchtpunkt für jene, denen es gelungen ist, den Nazis zu entkommen, und die entschlossen sind,sich nie wieder demütigen zu lassen. Zu ihnen gehören auch Arie und Fania. Ihr Sohn Amos träumt davon, eines Tages wie die Pioniere im Kibbuz zu sein, gelassen und stark Statt dessen ist der empfindsame Junge mit der Geschichteseiner weit verzweigten, aus Osteuropa geflohenen Verwandtschaft konfrontiert - die von der Furcht vor Mikroben besessene Großmutter Schlomit, der berühmte Gelehrte Onkel Joseph und der so elegante wie lebenslustige Großvater Alexander. Vor allem aber ist es das Schicksal seiner Eltern, das ihn sein Leben lang beschäftigen wird: zwei liebenswürdige Menschen, die einander nur Gutes wünschen und deren Ehe doch in einer Tragödie zu enden droht.

Amos Oz, geboren 1939 in Jerusalem, ist einer derinternational bekanntesten israelischen Schriftsteller. Sein Werk wurdevielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels(1992). „Ein ergreifendes und unvergessliches Epos.“ (Focus)