Literaturtreff 2006


15. November16. August
Pascal Mercier
Nachtzug nach Lissabon
btb 73436,  495 Seiten

Mitten im Unterricht steht der Berner Lateinlehrer Raimund Gregorius auf und geht. Aufgeschreckt vom plötzlichen Gefühl der verrinnenden Zeit, lässt er sein wohlgeordnetes Leben hinter sich und setzt sich in den Nachtzug nach Lissabon. Im Gepäck hat er das Buch des Portugiesen Amadeu de Prado, das ihm vom Zufall in die Hände gespielt wurde. Es unternimmt den Versuch, die vielen Erfahrungen eines menschlichen Lebens in Worte zu fassen: Erfahrungen von Einsamkeit, Endlichkeit und Tod, von Freundschaft, Liebe und Loyalität. Was er liest, lässt Raimund Gregorius nicht mehr los, und deshalb unternimmt er den rastlosen Versuch zu verstehen, wie es war, Amadeu de Prado zu sein. Im Laufe seiner Nachforschungen, die ihn kreuz und quer durch Lissabon führen, spricht er mit den Menschen, die in dessen Leben verflochten waren, und Schritt für Schritt entsteht dabei das Bild eines ungewöhnlichen Arztes und Poeten, der gegen die Diktatur Salazars gekämpft hatte. Doch was heißt das: einen anderen Menschen zu kennen, ein anderes Leben zu verstehen? Was bedeutet es für das Erkennen seiner selbst? Und ist es überhaupt möglich, aus dem gewohnten Leben auszubrechen? Dieser Roman ist ein vielstimmiges Epos von einer Reise nicht nur durch Europa, sondern auch durch unser Denken und Fühlen. Ein Buch, dessen sinnliche Dichte genauso beeindruckt wie seine gedankliche Tiefe. (www.zeit.de)

Anne Tyler
Im Krieg und in der Liebe
Ullstein TB, 336 Seiten

Es handelt sich um die Geschichte einer amerikanischen Durchschnittsehe, die in eine bedrohliche Beziehungskrise gerät.

Es ist kurz nach dem Angriff der Japaner auf den amerikanischen Marinehafen Pearl Harbour. Es ist der Tag, an dem der Präsident sich genötigt sah, die Vereinigten Staaten in den 2. Weltkrieg eingreifen zu lassen. In den Städten feiern die Menschen ausgelassen, und Michael, nachdem er sich kurz zuvor in Pauline verliebt hatte, lässt sich von ihr und der allgemeinen Begeisterung treiben und meldet sich freiwillig. Doch er wird bereits im Ausbildungslager von einem Schuss getroffen. So entgeht er dem Krieg. Fortan hinkt er. Das dunkle Trommeln des Krieges beschleunigt bei vielen Paaren den Wunsch nach fester Bindung. Und so heiraten auch Pauline und Michael bald. Später erfahren wir, dass bereits in den ersten Tagen ihrer Bekanntschaft ihr persönlicher Bürgerkrieg ausbrach. Noch am Tag der Hochzeit will Pauline einen Rückzieher machen. Doch am Ende gibt sie ihr Ja-Wort. Damit beginnt die Abnutzungsschlacht auf dem Feld der Ehe. (www.dradio.de)

Anne Tyler wurde 1941 in Minneapolis geboren, studierte Russisch in New York und lebt heute in Baltimore. Mit ihren bislang 16 Romanen gilt sie als eine der renommiertesten amerikanischen Schriftstellerinnen.

17. Mai8. Februar
Tom Petsinis
Der französische Mathematiker
btb 72473, 414 Seiten

Eine Romanbiografie des französischen Mathematikers Galois (1811 - 1832) und zugleich eine tragische Geschichte über Selbstzweifel und Einsamkeit, die zeigt, mit welcher Leidenschaft sich ein Mensch der Wissenschaft und der Politik hingeben kann.

Als Evariste Galois an einem Morgen des Jahres 1832 bei einem Duell ums Leben kommt, ist er erst 20 Jahre alt - und einer der genialsten Mathematiker seiner Zeit, dessen Entdeckungen einen neuen Zweig der Mathematik begründen werden. Doch Galois' Leben steht in keinem Verhältnis zu seinem Genie: Seine Theorien stoßen auf Unverständnis, für seine republikanischen Überzeugungen findet er wenig Freund,e und auch in der Liebe hat er kein Glück. Getrieben von zermürbenden Selbstzweifeln sucht er nach einem Ausweg...

„Der französische Mathematiker“ stand wochenlang auf Platz eins der australischen Bestsellerliste und ist eine großartige Geschichte, die nicht nur unterhält, sondern auch bereichert.
Tom Petsinis wurde 1953 in Griechenland geboren und wuchs in Australien auf Er studierte Mathematik an der Universität von Melbourne, entdeckte aber schon sehr früh seine Liebe zur Literatur.

Carlos Ruiz Zafón
Der Schatten des Windes
st 3800; 563 Seiten

Eine fulminante erzählerische Polyphonie, die durch die düsteren Zeiten der Ära des spanischen Diktators Franco und ein gespenstisch schimmerndes Barcelona der fünfziger Jahre führt.

Eines Nachts wacht der zehnjährige Daniel Sempere, Sohn eines Buchhändlers, schreiend auf. Er kann sich an das Gesicht seiner toten Mutter nicht mehr erinnern. Sein Vater nimmt ihn bei der Hand und führt ihn zum „Friedhof der vergessenen Bücher“, in das Antiquariat seines Freundes Isaak. Dort darf sich der junge Daniel ein Buch aus einer geheimnisvollen Bibliothek aussuchen. Er entscheidet sich für den Titel „Der Schatten des Windes“. Bald geschehen merkwürdige Dinge: Die Handlung des Buches scheint sich in Daniels Leben zu wiederholen. Ist er nur eine Figur in einem seltsamen Spiel?

In über 30 Sprachen übersetzt, in Spanien seit über drei Jahren auf den Bestsellerlisten, hat dieses Buch Millionen von Leserherzen im Sturm erobert.
Carlos Ruiz Zafón, 1964 in Barcelona geboren, gelang mit diesem Roman 2001 der „schriftstellerische Durchbruch“. Seit 1994 lebt der Autor als Drehbuchautor und Journalist in Los Angeles und Barcelona.


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Am 08. 02. 2006 fand das 50. Literaturgespräch statt!  Fotos: Anita Cordesmeyer
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