Rede des Schulleiters |
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| Vor einem Jahr stand ich am Pult, und mit des Auditoriums Huld gab ich Gereimtes hier zum Besten. Mein Eindruck war: Bei solchen Festen, wie wir es heut wieder begehen, scheint mancher wohl auf Reim zu stehen. Des Lehrers Wort ist oft gar flüchtig, sei er ansonsten noch so tüchtig. Doch greift er zur gereimten Form, steigt das Interesse ganz enorm. Ich wähl die Form, die garantiert die Aufmerksamkeit stimuliert; drum hört mir zu und seid geduldig, das seid ihr einem Dichter schuldig. – Ihr seid nun reif, ganz ohne Frage; ihr legtet Wissen auf die Waage, welches kompakt und detailliert wurd' mit Bedacht protokolliert, derweil der ZA mußt' addieren die Punkte, die zur Reife führen. Doch was heißt reif? Ich muß gestehn, der Sinn ist nicht leicht einzusehn. Heißt reif vollendet? Die Vision verflüchtigt sich wie ein Phantom. Gereift, das schließt auch tauglich ein, vielleicht könnt das die Deutung sein. Wer sich verantwortlich verhält, für Frieden, Menschen und Umwelt, sich engagiert, wo andere pennen, den möcht ich auch als reif benennen! Wer in der SV tätig war, wie Stephan Oenning viele Jahr, dabei agiert mit Augenmaß, auch der erwirbt Maturitas! Als Schülersprecher hier vor Ort fand immer er das rechte Wort. So war's Konfliktpotential im allgemeinen minimal. |
Und für die Kooperation nimm meinen Dank als echten Lohn! – Neun Jahre Schulzeit sind vorbei. Neben dem täglich' Einerlei gab's auch bleibende Impressionen, doch damit will ich Euch verschonen. Ich denke, es lohnet allemale, zu kommentiern das Halbfinale. Der letzte Schultag, der begann so, wie man es erwarten kann. Der Binder war korrekt gezerrt: da wurd' die Ausfahrt zugesperrt, damit der Boss nicht früh entfleuchte! Ein guter Anfang, wie mir deuchte! Und während ich vorm Spiegel steh, fährt vor ein 7-er BMW. Und in dem Fond, ich fand es Spitze, sitzt recht belustigt schon mein Vize! Ich denk: Sie fahr'n uns zu den Pflichten, doch selbiges geschieht mitnichten! Denn Alexandra als Chauffeur und Götz in Mafia-Couleur, sie sprechen wenig, grinsen viel, und ab zu unbekanntem Ziel rauschte gedämpft die Limousine. Von vorn, und das mit ernster Miene, wurd' informiert einzig und nur über die Außentemperatur. Als wir nach Rinkerode kommen, wird letzter Zweifel uns genommen: Dort wartet auf uns schon, man kennt es, ein Frühstück, ein gar opulentes! Doch weit gefehlt, durch Wald und Flur zurück nach Hiltrup geht die Tour. Krautkrämer, denken wir spontan, das ist es, was sie steuern an! |
Ich denk nicht mehr ans KvG, nur noch das Frühstück vor mir seh! Doch ach, das ist ja fast fatal: wir halten plötzlich am Kanal! Bereit steht dort, soweit ich seh, ein Mafiosenkomitee! Es wartet auf uns, es ist arg: ein Frühstück, welches reichlich karg; ein Brötchen, Cola, Erdnußpaste! Ich überlege: Wenn ich faste, stellt sich ein schlechter Eindruck ein! Doch Schulleitung soll Vorbild sein! Endlich zur Schule geht die Fahrt; Und auch dort blieb uns nichts erspart. Die Schüler, Lehrer sind gespannt; seit Stunden keine ordnend' Hand! Die 13 wird, das ist ihr Stil, das Chaos stoppen mit Profil! So dachte mancher; was geschieht? Die 13 bald von dannen zieht! Wo Abiturienten walten, sollt' Zündendes sich doch entfalten! Nichts, rein gar nichts passiert stattdessen, Enttäuschung, sie ist kaum zu messen; das Ganze riecht nach Obstruktion, vermutet die Opposition! Erst langsam werden Köpfe klar, und man erkennt es, deutlich, wahr: Das war der Gag, noch nie probiert: alles versprechen, nichts passiert! Das zu verstehn, solch' linke Tour, braucht mancher mehr als Abitur! Das Image ist leicht ramponiert; das Fehlverhalten diskutiert; da traf die Hiobsbotschaft ein: die Kasse futsch, sie war nicht klein! Und mancher fragte sich betroffen, hat da wohl wer zu viel ge...trunken? |
Ein Glück, daß sich zum Guten
wendet, Zur Reife gratulieren heute |
| Bernard Brinkbäumer | |||
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Abi-Gag: |
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Gegen 9 Uhr dann taucht vor dem Kloster in der Nähe der Schule eine aus etwa 100 im Stil der „Golden Twenties“ gekleideten subversiven Gestalten bestehende Gruppe von Unterweltlern auf. Um 9.20 Uhr ist es schließlich soweit: Unaufhaltsam rollt die Schwadron durch den Klostergarten auf das Schulgeläde. Die Überfallkommandos bestehen aus jeweils zwei Mitgliedern des Syndikats. Alle Klassenräume werden unbemerkt belagert. Zunächst bringen die Gangster das Geschäftszimmer und das Büro des Bosses der Schule in ihre Gewalt.
Nachdem das vereinbarte Geheimzeichen ertönt, werden alle Klassenräume gestürmt, die Lehrer festgesetzt und zum „Henkersmahl“ geführt und die Schüler in die oben erwähnte umgebaute Turnhalle geleitet, die überfallbedingt noch von beißendem Rauch umhüllt ist. Das Licht wird gelöscht. Langsam, sehr langsam öffnet sich der Trennvorhang zum dritten Trakt der Halle. Die Kids stürmen nach vorne. Auf einer 9 qm großen Leinwand lugt eine befremdliche Gestalt aus dem Fenster eines Rolls-Royce, steigt aus, richtet eine MP auf die Leinwand und feuert. Das Abi-Emblem entsteht. Frenetischer Jubel brandet auf.