„Das Wagnis hat sich gelohnt“
Pilotprojekt „Zwischen Ende und Anfang“ zum Thema ‚Tod’ erfolgreich beendet
Mit einer schwungvollen, abwechslungsreichen, aber auch nachdenklich stimmenden Abschlussfeier im Pascal-Gymnasium ist das Pilotprojekt „Zwischen Ende und Anfang“ des Johannes-Hospizes in Münster zu Ende gegangen, an dem auch das KvG maßgeblich beteiligt war. „Es hat sich gezeigt: Schülerinnen und Schüler sind bereit und in der Lage, sich auf das schwierige Thema ‚Tod’ einzulassen.“, zog Journalist und Projekt-Initiator Gerd Felder vom „Team Zirkel“ Bilanz. „Das Wagnis hat sich gelohnt.“
Die größte Gruppe der 300 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus sieben unterschiedlichen Schulen stellten vier Lerngruppen des KvG, die sich in den Fächern katholische und evangelische Religion (begleitet durch Kathrin Nacke und Udo Hühn), Pädagogik (Hildegard Rickert) und Deutsch (Christa Chrobak) über acht Wochen im schulischen Unterricht und auch außerhalb von Schule mit dem Thema ‚Tod und Sterben’ auseinandersetzten. So verarbeitete die Klasse 9c im Deutschunterricht die gesammelten Erfahrungen aus einer Passantenbefragung auf dem Prinzipalmarkt sowie nach einem Besuch im Johannes-Hospiz in eigenen Texten. Darüber hinaus lernten die Jugendlichen auch eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Hospizes kennen, die als Gast im Deutschunterricht interviewt wurde. Ein Besuch bei einem Bestatter wird sogar noch nach Projektende stattfinden.
Viele Schüler haben das vermeintliche Tabu-Thema während des Projektes zu ihrem gemacht, sind unbefangen und offen daran herangegangen. Sie haben gelernt, dass Sterben und Tod weitaus mehr ist als Schulstoff, sondern viel mit ihrem Leben zu tun hat. Hospiz-Leiter Roes, der in einem von Maike Tombrink (Klasse 9c) verfassten Text-Portrait treffend charakterisiert wurde, bestätigte diese positive Einschätzung: „Zum Ende des Projektes kann ich feststellen, dass es lohnenswert und wertvoll war." Vor Monaten hätte er es noch nicht für möglich gehalten, 300 Schülerinnen und Schülern im Johannes-Hospiz über acht Wochen lang stationäre Hospizarbeit vorzustellen. Vor allem bei den Besuchen im Hospiz habe er ein großes Interesse festgestellt, das man in dieser Form nicht habe voraussetzen können, so Roes. Äußerst engagiert gingen die Hobby-Journalisten an die Arbeit und mit jeder Woche und jedem Text wurde die Qualität immer besser: Übung macht eben den Meister! Die Bestätigung für die gelungene journalistische Arbeit im Unterricht ist auch bereits nachzulesen: Auf der Homepage des Johannes-Hospizes (www.johannes-hospiz.de) finden sich vier veröffentlichte Texte aus dem Deutschunterricht der Klasse 9c von Jan Wiebusch und Carsten Hohmann, Timo Frohne, Lena Schemmelmann und Jasmin Richter und Kira Gunsthövel. Mit Spannung erwarten die Schülerinnen und Schüler den Tag, an dem alle ihre Texte als Buch im Dialogverlag Anfang 2008 erscheinen werden. „Dann dürfen wir uns Autoren nennen!“, ist die mit Recht stolze Erwartung. Redaktionsschluss für die Texte ist der 31.12.07.
Auch für die Lehrkräfte war es eine andere Art der Unterrichtserfahrung. So haben zum Beispiel im Deutschunterricht die Schüler ihre Texte zu Hause am PC geschrieben, via E-Mail zunächst zum Rechner der Lehrerin geschickt, die die Texte zum ersten Mal redigierte und schließlich wurden dann die optimierten Endfassungen zum Projektleiter Gerd Felder geschickt. Ein nicht unerheblicher Zeitaufwand, der sich aber rückblickend angesichts der tollen Ergebnisse der Schüler voll rechtfertigen lässt. Mein herzlicher Dank gilt den engagierten Schülerinnen und Schülern und natürlich auch den Kolleginnen und Kollegen für den geleisteten Einsatz!
Christa Chrobak