RechtslageJegliche aktive Art der Sterbehilfe ist in Deutschland verboten, allein der selbst durchgeführte Suizid steht nicht unter Strafe, solange er auf dem eigenen Willen basiert. Verboten ist es allein schon, wenn man einem alten sterbenskranken Menschen beispielsweise Schlaftabletten besorgt, mit denen er sich dann das Leben nimmt. Wenn so etwas geschieht, wird der Sterbehelfer mit bis zu 5 Jahren Haft belangt. Auch ein Arzt darf keinen Patienten töten. Weder auf sein eigenes Verlangen noch, wenn er nicht mehr selber entscheiden kann, auf das Verlangen von Angehörigen hin. Es ist einem Arzt nur gestattet, lebenserhaltende Maßnahmen zu stoppen, wenn eindeutig geklärt ist, dass der Patient es so gewollt hätte oder wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass er wieder aufwacht. § 216 Strafgesetzbuch: (1) Ist jemand durch das ausdrückliche und ernstliche Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden, so ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen. (2) Der Versuch ist strafbar. Zum gewollten Suizid hat natürlich jeder Mensch seine Gründe, aber kann ein Notarzt wissen, ob es auf dessen eigenen Willen hin geschah?! In der Schweiz zum Beispiel ist die Gesetzeslage anders. Dort ist aktive Sterbehilfe erlaubt; allerdings muss der Patient mehrmals schriftlich belegen, dass er seinen Tod wünscht. Auch jemand, der einen Menschen durch unter Druck setzen oder ähnliches zum Selbstmord treibt, kann unter Umständen strafbar gemacht werden: „Die Verleitung eines Schuldunfähigen oder die „Anstiftung“ mittels einer Täuschung kann jedoch Tötung (des Suizidenten) in mittelbarer Täterschaftsein“ (§ 25 Abs. 1 Alt. 2 StGB). Einige Leute können es nicht mit ansehen, wenn ein Mensch, der einfach nicht mehr leben will und sich quält, sich ohne Hilfe nicht erlösen kann. |
Schüler untersuchen Zeitungen zum Thema TodMünster. Eine Schülergruppe des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums aus der 9. Klasse untersuchte im Rahmen des medienpädagogischen Projekts „Zwischen Ende und Anfang” drei Zeitungen auf den Umgang mit dem Thema Tod. Es wurden die „Westfälischen Nachrichten” (WN) die „Frankfurter Rundschau” und „Unsere Kirche” (UK) untersucht, die im Rahmen des Projekts kostenlos geliefert wurden. Dabei kamen die Schüler zu dem Ergebnis, dass jede Zeitung anders über den Tod berichtet und die Häufigkeit von Artikeln zum Thema Tod variiert. In den „Westfälischen Nachrichten” werden die meisten Artikel mit dem Thema Tod veröffentlicht. Sie berichten aber eher über Vorfälle und beschäftigen sich eher weniger mit Sterben und der Trauer. An zweiter Stelle folgt die „Frankfurter Rundschau”. Die Artikel gehen mit dem Tod etwa genauso um wie die Artikel der WN . Die UK veröffentlicht die wenigsten Artikel, da sie kaum über Unfälle und Unglücke berichtet. Die Schüler finden aber, dass die UK sich am meisten mit dem Sterben und der Trauer beschäftigt. Die Unterschiede liegen an der Art der Zeitung, ob es sich zum Beispiel um eine regionale, überregionale oder kirchliche Zeitung handelt. Eine Kirchenzeitung beschäftigt sich mehr mit Sterben und Trauer als andere Zeitungen. Die Länge der Artikel ist auch sehr unterschiedlich; so sind die Artikel über Todesvorfälle in der „Frankfurter Rundschau” meist länger und ausführlicher als in den WN. Henning Iseke, Michael Münter, Torben Gericke (9c) |
Wohin mit der Verzweiflung?Zu Gast bei der Krisenhilfe MünsterAm 14. November 2007 waren wir zu Gast bei der Krisenhilfe in Münster. Dort führten wir ein Interview mit einem der beiden Leiter dieser Organisation, Hubert Edin.Herr Edin, könnten Sie uns kurz erläutern, was sie im Allgemeinen in ihrem Beruf machen? Edin: Wir beraten Menschen in Lebenskrisen und bei Selbsttötungsgefahr, wobei wir Treffen innerhalb von 24Stunden vereinbaren. Gibt es bestimmte Altersgruppen die bevorzugt anrufen? Edin: Die meisten Leute, die bei uns anrufen sind Ende 30 bis Anfang 50, aber teilweise melden sich auch Jugendliche und Menschen im Rentenalter. Wie läuft so ein Telefongespräch ab? Edin: Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter nehmen zunächst das erste Gespräch telefonisch an und vereinbaren weitere Treffen in unserer Beratungsstelle. Manchmal helfen bereits wenige Treffen, es sind jedoch bis zu 10 Termine möglich. Warum rufen die meisten Leute an? Edin: Es gibt ganz viele, unterschiedliche Gründe; häufig rufen sie in Beziehungskrisen an oder wenn Dinge eingetreten sind, mit denen sie alleine nicht mehr zurecht kommen. Nicht alle denken direkt daran sich umzubringen, sondern einige brauchen jemanden, der ihnen erst einmal in Ruhe zuhört. Unsere Mitarbeiter überlegen sich dann zusammen mit dem Anrufer Lösungen für das/die Problem/e. Rufen auch Freunde und Verwandte der Betroffenen an? Edin: Meistens nehmen die Betroffenen selbst Kontakt auf. Oftmals rufen aber Freunde und Verwandte an oder empfehlen die Krisenhilfe an Betroffene weiter. Was passiert, wenn sich jemand außerhalb der Sprechzeiten meldet? Edin: Auf unserem Anrufbeantworter kann jeder eine Nachricht hinterlassen und wir rufen dann schnellstmöglich zurück. Gibt es „Stammkunden“ bei ihnen? Edin: Das Wort „Stammkunden“ finde ich in diesem Zusammenhang nicht passend. Natürlich gibt es Leute, die wiederholt ein Gespräch suchen, aber da unsere Sitzungen auf maximal 10 beschränkt sind und den meisten Betroffenen damit gut geholfen werden kann, kommt dies nicht oft vor. Braucht man eine bestimmte Ausbildung, um bei ihnen Mitarbeiter zu werden? Edin: Grundvoraussetzung ist, dass die zukünftigen Mitarbeiter ein stabiles soziales Umfeld haben und Interesse daran haben mit Menschen zu arbeiten. Alle unsere Mitarbeiter machen eine 1 ½ jährige Ausbildung, während der sie sich abends treffen. Sie lernen ihre eigene Person und Einstellung zum Thema Suizid kennen. Außerdem erfahren sie wie ein Gespräch mit Betroffenen zu führen ist. Wie gehen sie gefühlsmäßig damit um, wenn sie von den Problemen der Leute hören? Edin: Natürlich müssen wir die Arbeit von unserem Privatleben abgrenzen. Aber es finden Gruppensitzungen statt, in denen wir über unsere Fälle sprechen und uns gegenseitig unterstützen können. Kam es schon mal vor, dass jemand sich auch nach den Sitzungen das Leben genommen hat? Edin: Das kommt eigentlich nur sehr selten vor. Wir bekommen dies allerdings auch nicht unbedingt mit, da wir nach Abschluss der Beratungen bei uns normalerweise keinen weiteren Kontakt mehr zu den Betroffenen haben. Das Interview wurde geführt von Vera Betz und Elvira Danneker (9b) |
Beerdigungsunternehmen Bernd SandfortIm Schnitt bestattet das kleine Bestattungsunternehmen ca. 120 Menschen im Jahr. Der Ablauf eines Auftrages ist meist wie folgt: Hildegard Sandfort wird von den Angehörigen des Verstorbenen angerufen, sie fährt dann an den Ort, an dem dieser Mensch gestorben ist, und holt ihn ab. Dann wird er zum Friedhof gebracht und dort in einem Kühlraum aufbewahrt. Frau Sandfort vereinbart einen Termin mit den Angehörigen, bei dem dann der Beerdigungstag, die Bestattungsform und der Friedhof vereinbart werden, außerdem wird auch die Kleidung, die der oder die Tote tragen soll, übergeben. Danach muss Frau Sandfort mit dem Pfarrer und einem Blumengeschäft in Kontakt treten und eine Lokalität reservieren, in der das Kaffeetrinken nach der Beerdigung stattfinden soll. Sie sagt über ihren Beruf: Man lernt mit den Menschen um zu gehen und bekommt eine gute Menschenkenntnis. Es gibt in der Bestattungsbranche etwa gleich viele Männer und Frauen als Unternehmer bzw. Unternehmerin. Am schwersten fällt es ihr Kinder zu bestatten. Frau Sandfort meint, dass man sich nicht vor Kindern verschließen sollte, wenn es um das Thema Tod geht. Die meisten Christen in Deutschland wählen zwischen der Erd-, See- und Urnenbestattung. Bei der Erdbestattung liegt der Leichnam im Sarg und dieser wird vergraben. Bei der Urnenbestattung sowie bei der Seebestattung wird der Leichnam mit dem Sarg verbrannt. Bei der Seebestattung wird dann die Urne an einer bestimmten Stelle im Meer versenkt. Bei der normalen Urnenbestattung wird die Urne genau so wie der Sarg vergraben oder in eine Wand eingelassen. Es gibt aber auch die Möglichkeit anonym bestattet zu werden, das heißt man wird bei Abwesenheit der Angehörigen auf einer großen Wiese bestattet, auf der schon viele andere bestattet wurden. Es gibt auch eine Seebestattung, bei der die Angehörigen ebenfalls nicht dabei sind und keine Daten über den Standort der Urne mitgeteilt bekommen. Eine Erdbestattung kostet ca. 2500-4000 Euro, die Wahl des Sarges ist dabei sehr entscheidend, da Särge zwischen 900 und 2000 Euro kosten können. In dem kleinen Bestattungsinstitut wurden auch schon Menschen aus anderen Kulturen bestattet, vor allem Juden und Muslime. Bei beiden Kulturen bestatten die Angehörigen die Verstorbenen selbst: wenn ein Mann gestorben ist, wird er von Männern gewaschen, angezogen und beigesetzt; wenn eine Frau gestorben ist, wird all dies von Frauen gemacht. Die Juden bestatten ihre Verstorbenen immer im Sarg, wohingegen es bei den Muslimen normalerweise die Tuchbestattung gibt, die bei uns allerdings nicht überall gestattet ist. Deshalb bestatten die meisten Muslime ihre Verstorbenen mittels Erdbestattung, indem die Leiche in ein Leinentuch gewickelt wird und dann in den Sarg gelegt wird. Das Grab wird immer nach Mekka ausgerichtet. Der Bestatter muss bei beiden Kulturen nichts außer den Friedhofsangelegenheiten regeln. In ganz Deutschland herrscht Bestattungspflicht, das heißt, jeder Leichnam muss beigesetzt werden. L. Hausen, S. Petersen, N. Rubner, A. Wuttke (9b) |
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