Monasteria-Bibliothek



Walter Kutsch




Eine öffentliche Privatbibliothek


Die "kleine, aber feine" systematisch geordnete und sorgfältig katalogisierte Spezialbibliothek steht allen Interessenten zur Verfügung. Jeder Literatursuchende kann sich mittels des seit Anfang des Jahres eingerichteten Online-Kataloges informieren. Viele Anrufe von interessierten Menschen, die anderswo nicht fündig geworden sind, belegen, daß diese private Sammlung eine durchaus sinnvolle Ergänzung öffentlicher Archive/Bibliotheken ist.


In meiner Bibliothek gibt es natürlich viele Bücher, die auch in öffentlichen Bibliotheken vorhanden sind. Aber hier ist alles zentral zusammengefaßt und jederzeit greifbar. Darüberhinaus umfaßt der Bestand auch viele Gegenstände, die in öffentlichen Bibliotheken nicht zu finden sind, beispielsweise Hunderte von Bänden mit thematisch geordneten Zeitungsausschnitten, bedeutsame Zeitungsbeilagen, viele seltene münstersche Zeitschriften, darunter auch kurzlebige Szeneblättchen und Schülerzeitschriften, eine vollständige Sammlung von Theaterprogrammen sowie eine große Zahl unveröffentlichter Hochschularbeiten (Diplom-, Magister- und Staatsexamensarbeiten). Die "Münster-Sammlung" ist eine Präsenzbibliothek.


Meine Bibliothek enthält ausschließlich Literatur, die Münster zum Gegenstand hat. Die enge Konzentration auf einen bestimmten Gegenstand ermöglicht den Aufbau eines kompakten und umfassenden Bestandes. Literatur, die Münster zum Gegenstand hat, umfaßt alle Bereiche dieser Stadt. Die Vielfalt reicht von Armenfürsorge, Busverkehr, Dom-Kunstwerken, Energieunternehmen über Hotels, Telefonseelsorge, Umweltverschmutzung, Bäckereien bis zu Prostitution, Theater, Industrie, Schulen, Eisenbahnverkehr, Musikhalle, Schützenvereinen, Vororten und vielem mehr. Mit der Beschränkung auf die Stadt Münster einerseits korrespondiert also andererseits ein vielfältiger Bogen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen ihrer Bewohner.


In der aktuellen schwierigen Finanzlage der öffentlichen Bibliotheken können geordnete private Spezialbibliotheken deren Angebot sinnvoll ergänzen und Interessenten mit dort nicht vorhandener Literatur versorgen. Ein solches Modell ist gewiß ein Novum in Deutschland, das Wagnis ist spannend. Ich freue mich, forschenden Schülern und Studenten ebenso wie allen anderen "Literatursuchern" helfen zu können. Vielleicht kann ich darüberhinaus auch andere "Privatbibliothekare" dazu anregen, ihre Bestände einem größeren Interessentenkreis zu öffnen.



Walter Kutsch