Die SV-Arbeit aus Sicht der
Verbindungslehrer/innen
Lt. Schulgesetz vertritt die
SV im Rahmen des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schule die
Rechte der Schüler, fördert und nimmt deren Interessen wahr und wirkt
dadurch bei der Gestaltung des schulischen Lebens mit.
Wir
Verbindungslehrer sind uns schon im Klaren darüber, dass SV-Arbeit an
einem Berufskolleg erheblich schwieriger zu organisieren ist als an
allgemeinbildenden Schulen. Das ergibt sich aus der großen
Schülerzahl, zum anderen aber auch aus der Struktur der Schülerschaft,
die sich aus Vollzeit- und Teilzeitschüler/innen zusammensetzt, wobei die
letztgenannte Gruppe entweder im Blockunterricht oder an 1 bis 2 Tagen pro
Woche unterrichtet wird. So sind niemals alle Schüler/innen gleichzeitig
zu erreichen, wenn es darum geht, Interessen zu ermitteln, Informationen
weiterzugeben oder Arbeitsgruppen zu einzurichten. Hinzu kommt, dass
zahlreiche Schüler/innen auch nach der Schule noch in die Betriebe
müssen bzw. erhebliche Fahrtstrecken zu bewältigen haben, so dass
zusätzliche Termine im Rahmen der SV-Arbeit wirklich eine kaum zumutbare
Belastung darstellen können.
Deshalb ist die
Ermöglichung einer handlungsfähigen SV im Berufskolleg unserer Meinung
nach in besonderem Maße angewiesen auf die Unterstützung aller Lehrer
des Kollegiums. Dies gilt für z.B. für die Teilnahme
der SchülervertreterInnen an den Fachkonferenzen, die nur zu realisieren
ist, wenn die aktiv von den Lehrern angestrebt wird, indem sie den
interessierten SchülerInnen die Termine rechtzeitig bekannt geben, damit
die SchülerInnen diese auch wahrnehmen können.
Nur so kann die Schule ihrem Auftrag gerecht werden, "Schüler zu
selbständigem kritischen Urteil, zu eigenverantwortlichen Handeln und zur
Wahrnehmung von Rechten und Pflichten im politischen und
gesellschaftlichen Leben zu befähigen" (SV-Erlass). Gleiches gilt
für das im Schulprogramm formulierte Leitbild!
Dies
verlangt, wie ebenfalls im SV-Erlass ausdrücklich betont wird, "bei
Anerkennung unterschiedlicher Interessen partnerschaftliches
Zusammenwirken sowie die Bereitschaft, durch offene und faire Diskussion
und sachliche Argumentation in Konfliktfällen nach gemeinsamen Lösungen
zu suchen".
In
diesem Zusammenhang wünschen wir uns, dass Ideen und Initiativen der
SchülerInnen stets ein offenes Ohr aller am schulischen Leben Beteiligten
finden, denn Bereitschaft zur Mitarbeit braucht die Erfahrung, etwas
bewirken zu können - sonst stirbt jede Motivation zur Eigeninitiative.
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