An diesem letzten Arbeitstreffen nahmen 6 europäische Gartenbauschulen teil:
1. Zentrum für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand V.o.E., ZAWM
Eupen/Belgien
2. Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg/“Wolbecker Modell“,
Münster/Deutschland
3. Střední odborná škola zahradnická a Střední odborné učiliště, Rajhrad/Tschechische
Republik
4. Zespół Szkół Ogrodniczych im. St. Szumca w Bielsku-Białej/Polen
5. Bildungszentrum Gartenbau Langenlois, Berufs-, Fach- und Meisterschule für
Gartenbau, Langenlois/Österreich
6. Räpina Aianduskool Gartenbauschule, Räpina/Estland
Die gärtnerische Jugend bewegt und gestaltet Europa mit!
Vom Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg waren dabei Kathrin Lutter, Ausbildungsbetrieb Theilmeier Everswinkel, Lisa Strotmeier, Ausbildungsbetrieb LWL Gütersloh, Anna Wintermeyer, Ausbildungsbetrieb Fleuronova Senden, Niklas Strüwe, Ausbildungsbetrieb Niedermeier Ostbevern sowie der Ausbilder Ulrich Tieskötter vom ÜAZ in Münster-Wolbeck und der Fachbereichsleiter Agrar am Ketteler-Berufskolleg Johannes Peperhove.
Zwei Jahre dauerte das Werden des Europa Comenius Gartens in Polen. Schülerinnen und Auszubildende planten in ihren Berufsschulen einen Garten in der Größe von 5,50 x 4,50 m. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und wurde der Bevölkerung in einer bewegenden Einweihungsfeier übergeben. Der Stadtpräsident von Bielsko-Biala, die Europaabgeordnete dieser Großstadt und viele weitere Ehrengäste waren anwesend, um durch ihr Dabeisein zu dokumentieren, dass sie die gemeinsame Arbeit der gärtnerischen Jugend würdigen.
Bekanntlich steht vor dem Feiern zuerst die Arbeit. Ca. 30 Jugendliche setzten ihren Plan in die Wirklichkeit um. Schlechtes Wetter gibt es für Gärtner nicht – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es regnete den ganzen Tag in Strömen. Durch gegenseitige Unterstützung wurde Unglaubliches geschaffen zu unserer und zur Freude der Direktorin Frau Wanda Czurczak oder Gartenbauschule in Bielsko-Biala. Die Direktorin begrüßte in ihrer Eröffnungsansprache ganz besonders herzlich die Vertreter der Gartenbauschulen aus Österreich, Belgien, Tschechei, Estland und Deutschland unter der Führung des Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Gartenbaulehrerinnen und –lehrer in Europa Herrn Johannes Peperhove. Der Stadtpräsidenten von Bielsko-Biala, Jacek Krywult, ließ es sich nehmen, persönlich an der Einweihung des Europa-Comenius-Gartens teilzunehmen und Worte des Dankes an alle jungen Gärtner Europas zu richten. Auch die Europaabgeordnete Małgorzata Handzlik sagte in ihren Grußworten, dass Europa auf die Jugend nicht verzichten könne.
In seiner Festansprache drückte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Gartenbaulehrer Johannes Peperhove das Empfinden der Junggärtner aus Europa aus:
“Europejski entozjaznm! – Europa begeistert!“
Die Stimmung an allen Tagen war ansteckend. Zuerst das Sitzen in nationalen Gruppen und zum Schluss gab es keine Gruppen mehr ohne einen Schüler aus einem anderen Land. Dazu beigetragen hatte die Interview-Methode. Schüler und Lehrer aus den verschiedenen Ländern mussten sich gegenseitig interviewen und dann den jeweils anderen Gesprächpartner vorstellen. Beim Interview von Schüler zu Schüler klappte es an Anhieb hervorragend. Nur der ein oder andere Lehrer äußerte zu Beginn gewisse Bedenken gegen diese Methode des Kennen Lernens. Der Erfolg war aber überwältigend. So viel Spaß hatten wir noch nie und das bis in den frühen Morgenstunden.
Wenn die Partnerschule nur 30 km entfernt von Auschwitz liegt ist es eine Verpflichtung sich über die Gräueltaten im 2. Weltkrieg zu informieren, die von Deutschen begangen wurden. Ich bin schon oft mit meinen Schülern in Gedenkstätten des Holocaust gegangen, doch noch nie mit Jugendlichen und Lehrern anderer Nationen. Es war nicht leicht! Beeindruckend aber war, wie interessiert alle Jugendlichen den Ausführungen der polnischen Begleiterinnen folgten. Stark emotional wurden wir berührt, als eine deutsche Schülerin an der „Schwarzen Wand“ einen Blumenstrauß zum Gedenken an die Ermordeten niederlegte. Aber auch der große Kreis aller Teilnehmer am Mahnmal in Birkenau ließ uns ganz still werden, als jeder von uns einen Text oder ein Lied oder ein Gedicht von Kindern, Erwachsenen, Müttern und Vätern vortrug. Uns gilt dies als Verpflichtung, Toleranz gegenüber jeden Fremden und Andersgläubigen zu üben.
Zum Schluss des Samstagnachmittags packte uns besonders die Betriebsbesichtigung in einem Gartencenter. So eine Qualität und einen so sauberen Betrieb hatten wir selten gesehen. Es lohnt sich also eine Reise über die Grenzen hinweg zu machen. Wir können nur lernen!
Nach einer langen Nacht mussten wir schon gegen 03.30 Uhr Richtung Flughafen fahren. Der Flug dauerte nur etwas über eine Stunde und wir waren gegen 08.00 Uhr am Sonntag wieder in Dortmund.
Ohne die Unterstützung durch Comenius hätten wir diesen Europa Comenius Garten nicht erstellen können. Auch hätten wir keine neuen Freunde in Europa kennen gelernt. Danke Comenius!!! Und ein ganz besonderer Dank gilt unseren Freunden Kazimiers Piela und Krystyna Janik, die alles so hervorragend organisiert hatten.
Eindrücke von der Veranstaltung ... hier


Übersetzung der Presse-Artikel ... hier

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