Verantwortung und Emotion – Ein Kurs für junge Fahranfänger (25.03.2011)

Emotional aufwühlend fanden die SchülerInnen des WEVKB den ersten Teil eines Projektes zur Fahrsicherheit. 104 Auszubildende unterschiedlicher Aufbildungsberufe nahmen an einer Unfallsimulation teil, die von der Polizei, der Feuerwehr, dem Uniklinikum und freien Sanitätsorganisationen der Stadt Münster durchgeführt wurde. Dieser Kurs sensibilisiert die jungen Fahranfänger im Rahmen einer umfassenden Unfallprävention zum überlegten Handeln im Straßenverkehr.

 

Verkehrserziehung als Bestandteil der schulischen Aufgabe am Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg

„Verantwortung und Emotion – Ein Kurs für junge Fahranfänger“, so lautete das Motto einer Initiative, die die Direktion Verkehr beim Polizeipräsidium Münster in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Münster, der Feuerwehr Münster und freien Sanitätsorganisationen kreiert hatte.
Eingeladen waren an zwei Terminen insgesamt 300 Schülerinnen und Schüler des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs (insbesondere die Berufskraftfahrer, Karosseriebauer und Kfz-Mechatroniker) mit dem Ziel, die jungen Verkehrsteilnehmer für die Komplexität des Verkehrsgeschehens zu sensibilisieren und um Unfälle zu vermeiden. Denn „junge Erwachsene in der Altersgruppe der 18 bis 24-Jährigen stellen aus Sicht der Verkehrssicherheitsarbeit eine Risikogruppe dar.“, so die Informationsbroschüre des Polizeipräsidiums Münster.
Im realen Lebensraum zeigten und sagten tatsächliche Polizisten, Mediziner, Rettungskräfte/Feuerwehr und Unfallopfer was sie tun, erleben und welche Folgen dies für Betroffene hat.
So wurde z.B. ein Unfallopfer nach einem alltäglichen Verkehrsunfall (Pkw/Radfahrer) reanimiert, die Aufnahme im Schockraum sowie die Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der Mediziner dargestellt und die Frage der Verursachung und Vermeidbarkeit, einschließlich ihrer strafrechtlichen Relevanz, thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler wurden zudem spontan durch die jeweiligen Akteure eingebunden.
In einem weiteren Szenario musste Alexander Frost, ein angehender Berufskraftfahrer, als Augenzeuge die Einsatzkräfte der Polizei, Notarzt und Feuerwehr alarmieren. Die Fahrerin eines Kleinwagens war infolge eines Auffahrunfalls in ihrem Fahrzeug eingeklemmt worden und erlitt dabei schwere Verletzungen. In Echtzeit erreichten mit Martinshorn und Blaulicht die Rettungskräfte den „Unfallort“. Die Fahrerin wurde, wie im wirklichen Leben, von einer Notärztin lebensrettend erstversorgt und von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug geborgen und abtransportiert. Die Polizei nahm die Beweise auf, um später die rechtlichen Dinge klären zu können.
Weil die biologische Entwicklung der menschlichen Gehirnhälften unterschiedlich verläuft und der Reifegrad der „emotionalen Hälfte“ in diesem Alter den der „sachlichen Hälfte“ häufig dominiert, ist die emotionale Auseinandersetzung mit realen Erlebnissen und realen Bildern bis hin zur Patientenvorstellung das zentrale pädagogische Element dieses Konzeptes.
Das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg war schnell von diesem Konzept überzeugt und unterstützt diese Initiative auch weiterhin ausdrücklich. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler waren froh, dass es sich bei dem Erlebten nur um eine Demonstration und nicht um einen Ernstfall gehandelt hatte. Sie meinten: „Die Veranstaltungen fand ich sehr gut. Alles erschien so echt und es war aufschlussreich, welche Folgen solche Unfälle haben können. Daher sollte so etwas auf jeden Fall wiederholt werden. Das war ein guter Denkanstoß für den eigenen Fahrstil, realitätsnah und überzeugend.“                                                        H.B. 04/11

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