
„Verantwortung und Emotion – Ein Kurs für junge Fahranfänger“, so lautete das
Motto einer Initiative, die die Direktion Verkehr beim Polizeipräsidium Münster
in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Münster, der Feuerwehr Münster
und freien Sanitätsorganisationen kreiert hatte.
Eingeladen waren an zwei Terminen insgesamt 300 Schülerinnen und Schüler des
Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs (insbesondere die Berufskraftfahrer,
Karosseriebauer und Kfz-Mechatroniker) mit dem Ziel, die jungen
Verkehrsteilnehmer für die Komplexität des Verkehrsgeschehens zu sensibilisieren
und um Unfälle zu vermeiden. Denn „junge Erwachsene in der Altersgruppe der 18
bis 24-Jährigen stellen aus Sicht der Verkehrssicherheitsarbeit eine
Risikogruppe dar.“, so die Informationsbroschüre des Polizeipräsidiums Münster.
Im realen Lebensraum zeigten und sagten tatsächliche Polizisten, Mediziner,
Rettungskräfte/Feuerwehr und Unfallopfer was sie tun, erleben und welche Folgen
dies für Betroffene hat.
So wurde z.B. ein Unfallopfer nach einem alltäglichen Verkehrsunfall
(Pkw/Radfahrer) reanimiert, die Aufnahme im Schockraum sowie die Diagnose und
Behandlungsmöglichkeiten der Mediziner dargestellt und die Frage der
Verursachung und Vermeidbarkeit, einschließlich ihrer strafrechtlichen Relevanz,
thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler wurden zudem spontan durch die
jeweiligen Akteure eingebunden.
In einem weiteren Szenario musste Alexander Frost, ein angehender
Berufskraftfahrer, als Augenzeuge die Einsatzkräfte der Polizei, Notarzt und
Feuerwehr alarmieren. Die Fahrerin eines Kleinwagens war infolge eines
Auffahrunfalls in ihrem Fahrzeug eingeklemmt worden und erlitt dabei schwere
Verletzungen. In Echtzeit erreichten mit Martinshorn und Blaulicht die
Rettungskräfte den „Unfallort“. Die Fahrerin wurde, wie im wirklichen Leben, von
einer Notärztin lebensrettend erstversorgt und von der Feuerwehr aus dem
Fahrzeug geborgen und abtransportiert. Die Polizei nahm die Beweise auf, um
später die rechtlichen Dinge klären zu können.
Weil die biologische Entwicklung der menschlichen Gehirnhälften unterschiedlich
verläuft und der Reifegrad der „emotionalen Hälfte“ in diesem Alter den der
„sachlichen Hälfte“ häufig dominiert, ist die emotionale Auseinandersetzung mit
realen Erlebnissen und realen Bildern bis hin zur Patientenvorstellung das
zentrale pädagogische Element dieses Konzeptes.
Das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg war schnell von diesem Konzept
überzeugt und unterstützt diese Initiative auch weiterhin ausdrücklich. Die
teilnehmenden Schülerinnen und Schüler waren froh, dass es sich bei dem Erlebten
nur um eine Demonstration und nicht um einen Ernstfall gehandelt hatte. Sie
meinten: „Die Veranstaltungen fand ich sehr gut. Alles erschien so echt und es
war aufschlussreich, welche Folgen solche Unfälle haben können. Daher sollte so
etwas auf jeden Fall wiederholt werden. Das war ein guter Denkanstoß für den
eigenen Fahrstil, realitätsnah und überzeugend.“
H.B. 04/11



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