Bericht: 40. Veluwe-Rally 2018

Verfasst von  Mittwoch, 17-10-2018

„Zweimal „frikandel speciaal“, bitte!“ Ohne erfahrenen Zuspruch hätte ich mich ja nie an dies niederländische „Nationalgericht“ getraut…

Gott sei Dank war der Imbisswagen von Frida noch da, als wir vom Versetzen des Autos nach Hattem zum Campingplatz De Worp in Deventer zurückkehrten – und großen Hunger hatten. Unsere Abendmahlzeit war also gesichert. Und auch die jüngste der Gruppe griff beherzt zu. Gegen Mittag waren wir am Samstag nach 2 Stunden Fahrt in Deventer angekommen, hatten uns im Tipi bei den Organisatoren angemeldet und die Zelte anschließend aufgebaut. Die Boote waren  für den Sonntag startklar – und wir auch.

(In diesem Jahr wurden wir von Igel Pieksi, dem Frosch Lothar und dem Huhn Gonzo auf den Booten begleitet, die uns vor dem Klabautermann schützen sollten. Ihre Eindrücke haben wir in Kurzinterviews erfragt. Die Fragen stellte H.-M.)

Pieksi, Sie waren heute das erste Mal auf der Veluwe-Rally mit dabei. Was ist Ihr Eindruck?

Nun ja, es war eine berauschende Erfahrung. Es ging nicht um Zeit, sondern, dass man es schaffen muss. Irgendwann sollte man schon mal angekommen sein, aber man hatte trotzdem Zeit.

Was war heute Ihr schönstes Erlebnis?

Das Picknick mit den Haribo-Gummiwürmern.

Pieksi, ist die Teilnahme an dieser „prestatie tocht“ zu empfehlen?

Unbedingt. Das Highlight im Leben eines Plüsch-Igels.

 

In diesem Jahr musste die Vorfahrt auf der Ijssel am Sonnabend wegen des niedrigen Wasserstandes abgesagt werden. So hatten wir viel Zeit für einen Stadtbummel in Deventer. Die kleine Personenfähre brachte uns auf die Stadtseite. Deventer als alte Hansestadt ist nicht nur eine hübsche und quirlige Stadt, sondern besitzt zahlreiche historische Gebäude und viele enge und geschmückte Gassen voller Geschäfte. Wir konnten die Hauptkirche der Stadt, die Lebuinuskerk, besichtigen und waren erstaunt, was für ein großartiger hochgotischer Raum uns empfing. Besonders auffallend waren einige alte Fresken, die trotz „Purifizierung“ im Zuge der Reformation zu entdecken waren: z.B. das Wappen der Bergenfahrer im Gewölbe des Chorumgangs mit einem halben Deventer Adler und einem gekrönten Stockfisch oder ein etwas schauerliches Memento Mori im Gewölbe des Chores. Anschließend sind wir durch die Stadt gebummelt bzw. haben uns im Geert-Grote-Haus umgesehen. Ein Kaffee mit echtem Deventer koeken auf dem Brink schloss unseren Rundgang ab.

 

Guten Tag, Herr Frosch. Wie darf ich Sie anreden?

Lothar.

Wie würden Sie kurz und prägnant dieses Großereignis des niederländischen Kanusports beschreiben?

Nass.

Können Sie von Ihrer Warte aus dem etwas hinzufügen?

Sehr nass.

Was hat Sie heute am meisten beeindruckt?

Meine nassen und kalten Füße.

 

Bevor wir am Abend vor der Kälte in die Schlafsäcke geflüchtet sind, haben wir noch nett zusammengesessen und geplaudert.

Am Morgen ging es dann früh los. Abfahrt der Fahrer nach Hattem (35 km) war um 08.15 Uhr. Der kurzzeitige Nebel gegen 07.45 Uhr ließ uns zunächst zusammenzucken und an die vierstündige Verspätung des Starts wegen Nebels im letzten Jahr denken … Doch der Nebel verzog sich schnell.

Pünktlich um 08.15 Uhr konnten wir starten. Obwohl der Wasserstand der Ijssel  nicht sehr hoch war, nahm uns die Strömung zügig mit. Blauer Himmel, wenig Wind, sehr nette niederländische Kajakfahrer und gute Stimmung in unserer Münsteraner Kleingruppe machten die Fahrt angenehm. Unsere Pause hinter Wijhe konnten wir am Ijsselstrand mit Sonne und Blick auf die vorbeiziehenden Kajakgruppen verbringen. Nur die zahlreichen Fußgänger auf dem Deich nötigten uns etwas Geschicklichkeit und ein exaktes Timing ab, wenn wir den Morgenkaffee entsorgen wollten … Die Kontrollpunkte in Wijhe und Kromholt waren rasch erreicht und schneller als erwartet kamen wir in Hattem an.

Sehr geehrter Herr Gonzo. Erfahren wie Sie sind: was unterscheidet die Ijssel von der Fulda?

Diese Weite im Morgennebel...

Was war Ihr Eindruck von den übrigen Teilnehmern?

Die Niederländer waren alle freundlich. Mit dem Frosch würde ich nicht noch einmal fahren…

Und welches Ziel lockt Sie als nächstes an Bord Ihrer Rosa Nord?

Ich habe mir zwei Ziele gesetzt: 1.: hinter Kampen immer geradeaus, Richtung Nordwestpassage. 2. Noch mehr frietjes met frikandel speciaal.

 

Da wir eines unserer Autos in Hattem geparkt hatten, alle darin Platz fanden sowie alle Boote auf Auto und Anhänger mit einem Mal verladen werden konnten, ging auch die Rückfahrt nach Deventer problemlos. Rasch waren die Zelte abgebaut und befanden wir uns auf dem Rückweg nachhause. Ohne Komplikationen kamen wir wieder in Münster an.

Zu danken haben wir Martin Stevense, allen weiteren Organisatoren und freiwilligen Helfern für eine reibungslose und zuverlässige Organisation dieser 40. Veluwe-Rally. Wir kommen gerne wieder.

Unserer Teilnehmer haben es auch in die niederländische Presse geschafft, zumindest im Bereich der Foto-Berichterstattung. Das Bild, zusammen mit weiteren schönen Impressionen, findet ihr hier.

Bericht: Familie Gaukesbrink/Fotos: Manon

 

 

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