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Fahrtenberichte

Hiddenseemarathon 2006

Alleine mit meiner Tochter Maja (knapp 2 Jahre) zu hause, weil Mama nach Finnland gefahren ist, ist meine Teilname am Hiddenseemarathon noch nicht sicher. Nachdem Gerhild aus Stralsund aber direkt nach meiner Teilname nachfragt und ich das Problem erwähne, ist es keins mehr. Gerhild hat direkt für eine Kinderbetreuung gesorgt und erwartete mich nun in Stralsund zu sehen.

Ein Tag vor dem Marathon fahre ich also nach Stralsund, mit einem Testboot aus Bramsche und einem kurzfristig beschafften Testpaddel aus Hamburg. In Stralsund lernen Maja und ich dann Manu kennen, die Maja betreuen will während ich auf dem Wasser bin. Maja ist auch direkt bereit mit Manu ohne mich mitzugehen. Für mich sehr beruhigend, dass die Kleine so schnell mit Manu zurecht kommt. Einziges Problem wird nun das Einschlafen im hellen Zelt. Schon nach kurzer Zeit hat Maja den Reißverschluss gefunden und steht wieder im Freien. Also wieder anziehen und mit der Stralsunder Jugend spielen, das ist viel schöner als schlafen. Bis zur Dämmerung ist Maja dann so müde, dass sie so schnell einschläft, dass aus dem Zelt kein Mucks mehr kommt. Für mich nun Zeit, Boot und Ausrüstung für den nächsten Tag fertig zu machen.

Am nächsten Morgen wache ich sehr früh auf. Ich ziehe mich an und bin der erste, der auf dem Platz umher läuft. Maja rührt sich noch nicht. Die anderen kommen dann auch zügig in Bewegung und ein reges aber ruhiges Treiben herrscht nun. Um sechs Uhr sollen alle auf dem Wasser sein. Der Start ist dann auch fast pünktlich und kurz nach sechs sind alle Boote unterwegs. Direkt nach dem Startsignal höre ich hinter mir Tanja aus Hamburg noch Fragen: "Was mache ich hier eigentlich?" , als wenn sie grade im Boot erwachte.

Das Wetter ist gut. Schwacher Wind aus südlicher Richtung und eine gleichmäßig dünne Wolkendecke sorgen für ruhiges Wasser und angenehme Temperatur. Die Vorhersage für den Tag kündigt auch keine Änderung an. Ein Stück links von mir setzt sich Wolfgang mit Dirk im Outrigger auf der Welle vom Feld ab. Ich geselle mich zu den beiden, doch nach einiger Zeit verliert Dirk den Anschluss. Im Fahrwasser Richtung Bornhöft lasse ich Wolfgang dann auch ziehen und fahre meinen eigenen Takt. Ich schau kurz auf die Uhr und rechne nach. Wenn es läuft wie ich es hoffe, dann noch gute 6 Stunden Paddeln. Zwischen der Insel Bock und dem Gellen fahren einige Motorboote raus auf die Ostsee. Der Bereich ist Flach und wir sind daher, und weil es Nationalparkgebiet ist, auch an die Fahrrinne gebunden. Die Boote sind zu schnell um mit dem Kajak die Wellen zum reiten zu nutzen. Doch dann eine Überraschung für mich. Hinter einer Yacht sitzt der Outrigger auf der Welle und übertholt mich. Bevor er abe! r auf Wolfgang aufschließt ist er von der Welle wieder runter. Im ruhigen Wasser hole ich langsam wieder auf und wir fahren dann zusammen an Hiddensee entlang.

Irgendwo hinter Neuendorf höre ich Stimmen hinter uns und entdecke drei Boote. Ein Einer und zwei Zweier liegen dicht beieinander und folgen uns in einiger Entfernung. Wie wir Dornenbusch erreichen scheint sich der Einer von den Zweiern etwas abgesetzt zu haben und kommt langsam näher. Wolfgang verschwindet derweil hinter der Nordspitze und wird bei dem Vorsprung für uns bis ins Ziel nicht mehr zu sehen sein.

Bei Seehof schließt dann der Einer auf. Es ist Achmed aus dem Stralsunder Verein. Wir fahren dann zu dritt in den Schaproder Bodden ein, verlieren dann aber Dirk wieder, der im Outrigger ein erstaunlich hohes Tempo erreicht, wenn er eine Welle hat, auf flachen Wasser aber mühe hat uns in den Kajaks zu folgen. Meine Bewunderung hat er aber trotz allem, denn gut 5 Stunden fährt er nun schon mit Stechpaddel das Tempo, das wir mit Wingpaddeln fahren.

Ich bin nun also mit Achmed zusammen und wir fahren schon auf die Kirchtürme von Stralsund zu. Beim Parower Haken bemerken wir dann hinter uns wieder ein Boot. Einer der Zweier hat sich da langsam wieder genähert. Dann kommt uns eins der Begleitboote vom Verein her entgegen mit der Information, der erste ist seit 6 Minuten im Ziel. Für uns sind es noch fast 30. Das Ziel endlich erkennbar sehe ich Maja auf dem Steg und würde am liebsten zum Schlusssprint ansetzen, das sitzt aber nicht mehr drin. Nach 7 Stunden und 33 Minuten erreiche ich dann zusammen mit Achmed das Ziel. Den Zweier haben wir noch eine Minute hinter uns gelassen. Als fünftes Boot kam dann Dirk im Outrigger, der mit 7 Std. 43 Min. eine super Zeit gefahren ist.

Im Ziel erfahre ich dann, dass Tanja Seekrank wurde und auf halber Strecke die Umrundung abgebrochen hat. Ihr Freund Robert ist bis zum Schluss bei ihr geblieben und kommt daher nach 9 Std. 25 Min. als letzter ins Ziel.

Das schönste am Hiddenseemarathon ist dann aber nach der heißen Dusche die Massage, die jeder Teilnehmer dann unter ausgebildeten Händen genießen kann. Ich danke auch Manu, die sich um Maja so lieb gekümmert hat. Es ist einfach schön bei Freunden zum paddeln Willkommen zu sein.

Stralsund aus Google Earth (http://earth.google.de)


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