Patientenverfügungen gewinnen zunehmend an Bedeutung, da Angehörige nicht automatisch über Behandlungsverfahren von Schwerkranken entscheiden können. Dieses Musterbeispiel einer Patientenverfügung wurde von den Mitgliedern der Hospizbewegung Nottuln erstellt:
Patientenverfügung
Von Petra Musterfrau
Goethestraße 6
45329 Essen
Sollte ich, Gerda Musterfrau, durch Unfall, Krankheit oder eine Behinderung in einen Zustand geraten, in dem ich meine Urteils- und Entscheidungsfähigkeit unwiederbringlich verloren habe und mit meiner Umwelt nicht mehr kommunizieren kann, verfüge ich, dass meinem hier dargelegten Willen als Anweisung gefolgt wird.
Ich wünsche, dass mein Leiden nicht durch das Ausschöpfen der apparatemedizinischen Möglichkeiten verlängert wird, wenn zwei Ärzte/Ärztinnen feststellen, dass keine Besserung oder Heilung meiner Krankheit mehr zu erwarten ist. Ärztliche und pflegerische Maßnahmen sollen nur noch getroffen werden, wenn dadurch mein Leiden gelindert wird, selbst wenn dadurch mein Leben verkürzt wird.
Wenn zwei Ärzte/Ärztinnen, einer davon sollte mein Hausarzt sein, feststellen, dass ich mich unumkehrbar im Sterbeprozess befinde und keine Aussicht mehr auf ein selbstbestimmtes Leben für mich besteht, sollen alle den Sterbeprozess verlängernden Maßnahmen, insbesondere die folgenden intensiv-medizinischen Maßnahmen unterbleiben:
· Wiederbelebung (z.B. bei Herzstillstand, Atemstillstand, Stoffwechselentgleisungen)
· Künstliche Ernährung durch jede Art von Sonde (Nasensonde oder Sonde, die durch die Bauchdecke geführt wird)
· Anschluss an eine künstliche Niere
· Antibiotikagabe bei fieberhaften Begleitinfektionen
Da diese Maßnahmen unter den genannten Bedingungen nur das Sterben hinauszögern würden und eine derartige Lebensverlängerung nach meinem Dafürhalten nur eine Leidensverlängerung sein Würde, will ich sie nicht.
Meine Ärzte und das Pflegepersonal bitte ich, alle sinnvollen Therapie- und Pflegemaßnahmen zur Linderung von Schmerzen, Durst, Übelkeit, Erbrechen, Angst und Unruhe durchzuführen, selbst wenn es dadurch zu einer Lebensverkürzung kommen könnte; insbesondere soll eine umfassende Schmerztherapie ohne Rücksicht auf mögliche Nebenwirkungen (Benommenheit, Abhängigkeit) erfolgen.
Ich wünsche nicht, dass nach meinem Tod Organe entnommen werden.
Ich wünsche, dass diese Erklärung den Ärzten, die mich behandeln, schriftlich zum Verbleib in der Krankenakte gegeben wird.
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Ort, Datum, Unterschrift
Die im folgenden aufgeführten Vertrauenspersonen bestätigen, dass ich diese Patientenverfügung im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte und unbeeinflusst durch andere verfasst habe. Sie haben meine Patientenverfügung zur Kenntnis genommen und können nähere Angaben zu meinem Willen machen.
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Datum, Unterschrift
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Datum, Unterschrift
Ich habe den Inhalt erneut überprüft und bestätige, dass diese Patientenverfügung nach wie vor meinem Willen entspricht:
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Ort, Datum Unterschrift