Wir, die Unterzeichnenden, wünschen dieses Ersuchen zu verbreiten, um unsere Bitte um Hilfe zu unterstützen. Wir repräsentieren die Dineh (Navajo) Familien, die in dem Gebiet der Black Mesa, Arizona, leben und Mitglieder des "Board of Directors of Sovereign Dineh Nation" (Beirates der Leitenden der souveränen Dineh Nation) sind, der Organisation, die im Okt. 1979 gebildet wurde und die auf der traditionellen Dineh Ethik der Sorge für und des Lebens in Harmonie mit der Erde basiert. Wir bilden uns aus allen Dineh Bewohnern und treffen unsere Entscheidungen auf der Basis der Einstimmigkeit, wobei wir uns von den Ratschlägen der Ältesten und der Medizinleute leiten lassen.
Wie Sie vielleicht wissen, leiden wir unter und kämpfen gegen unternehmerische und regierungsabhängige Kräfte, die unser Recht, auf dem Land unserer Vorfahren zu bleiben, unseren traditionellen Lebensstil und Religion zu praktizieren und unsere bürgerlichen Rechte zu wahren angreifen. Die Black Mesa hat in unserer Religion eine spezifische religiöse Bedeutung, welche die Entweihung des Landes durch Kohleminen und Tagebau verbietet. Unser Glaube besteht darin, daß die Erde ein lebendes Wesen ist das verletzt wird. Die wichtigste unternehmerische Kraft ist die Peabody Coal Company, die in unserem Gebiet zwei große Tagebauwerke unterhält und deren Aktivitäten für massive Umweltschäden und die Zerstörung zahlloser altertümlicher Grabstätten und Heiliger Plätze der Anasazi und Dineh verantwortlich sind.
Morgens, wenn wir aufwachen, ist der Horizont von dickem Rauch überzogen, der aus dem Übernachtbetrieb der schweren Eggen stammt, die die oberste Erdschicht freilegen, um die darunter liegende Kohle offenzulegen. Sprengungen kommen häufig vor und sind beängstigend. Oberflächliche Wasserquellen wurden kontaminiert oder unbrauchbar gemacht. Plätze, die einst die einzigen Orte waren, an denen bestimmte heilige und medizinische Kräuter wuchsen, wurden durch die Minen vernichtet. Die schändliche Pipeline, die die Kohle von Peabody's Black Mesa Tagebaustätte zu den ca. 440 km entfernten Mohave Elektrizitätswerken befördert,gefährdet unsere einzige Trinkwasserquelle. Ohne Wasser können wir nicht leben. Unsere Gesundheit wurde negativ beeinflußt und viele von uns leiden an Schwarzer Lunge, Staublunge, Atmungsschwierigkeiten und anderen emotionalen Belastungen.
Zu den regierungsabhängigen Kräften gehören die Hopi und Navajo Stammesräte, deren Entstehungsgeschichte und Aktivitäten eng mit der Bergbauindustrie und der US-Regierung verbunden sind, die den Stammesrat zu unseren Ungunsten in Kraft gesetzt haben. Die gemeinsamen Aktionen dieser unternehmerischen und regierungsabhängigen Kräfte hatten einen verheerenden Effekt auf unsere Familien. Die erzwungene Umsiedlung von Dineh Familien, die innnerhalb der dem Hopi-Stammesrat zugesprochenen Gebiete wohnten, wurde durch das staatliche Gesetz PL 93-531 im Jahre 1974 veranlaßt. Mehr als 12.000 unseres Volkes wurden bereits zwangsumgesiedelt, zu Kosten von insgesamt 350 Millionen US-Dollar, die von der US-Regierung bezahlt wurden. Thayer Scudder, der weltweit führende Umsiedlungsexperte, schätzte, daß ungefähr 25 % der Umsiedler innerhalb der ersten 5 Jahre verstarben. Die Zwangsumsiedlungsmaßnahme war ein tragischer Mißerfolg. Wir, die wir uns aus einigen der 3.000 Dineh gebildet haben, die auf unserem ursprünglichen Land blieben, sind aktuell der Entscheidung unterworfen, uns entweder zwangsumsiedeln zu lassen oder ein Leben ohne gesicherte Bürgerrechte unter einer offensichtlich feindlich gesinnten Regierung zu führen.
Die Regierung führt zur Zeit ihre letzten Pläne für unser Volk durch, die viele Arten des Zwangs und des Betruges enthalten. Feuerholz und Vieh unseres Volkes wurden konfisziert. Die Ranger haben eine Kampagne der Schikanen gestartet, indem sie Autos auf der Staße anhalten, Personen wegen trivialer Vergehen vorladen, und zulassen, daß es zu Eskalationen bei Viehkonfiszierungen kommt. Gemäß des staatlichen Gesetzes 104-301, das von Bill Clinton am Abend des Kolumbustages 1996 unterzeichnet wurde, erhalten die Hopi pro Unterschrift 263.000 Dollar (25 Millionen Dollar für 95 Unterschriften), doch da niemand bereit war das vorgeschlagene Übereinkommen für einen 75 Jahre Pachtvertrag zu unterschreiben, ist die Motivation für die Druckausübung klar.
Während seines Kampfes gegen diejenigen von uns, die der Zwangsumsiedlung Widerstand entgegensetzten, hat die US-Regierung Quellen, die in dieser Wüstenregion für unser Überleben dringend benötigtes Wasser liefern, zerstört, hat selbst einfache Hausreparaturen für illegal erklärt, das Vieh konfisziert, das unseren Lebensstil, nur für den Eigenbedarf zu produzieren, sichert, und hat uns den Regeln eines Stammesrates unterstellt, in dem wir weder wählen noch teilnehmen dürfen.
Unsere Bürgerrechte wurden geopfert, um die ehrgeizigen Pläne der Kohlekonzerne und der Stammesräte zu befriedigen. In dem Bemühen unseren Umsiedlungprozeß abzuschließen, sieht das Gesetz von 1996 vor, daß nach dem 1. Feb. 2000 der Hopi Stammesrat diejenigen von uns räumen darf, die zur Unterschrift berechtigt sind, aber nicht unterschrieben haben. Zum gleichen Datum wird die Zuständigkeit für Weiderechte und andere Angelegenheiten vom BIA auf den Hopi Stammesrat übergehen. Einige Aktionen finden bereits statt, einige von uns erhielten einen Ausschlußbefehl der uns aus dem HPL auschließen soll. Der BIA hat ebenfalls damit begonnen, die Quoten für Weiderechte zu erzwingen, was in Verlust von Vieh aufgrund von Konfiszierungen resultierte. Wir erhalten außerdem immer wieder Mahnbescheide wegen unbefugten Betretens von Weidegründen. Man verbietet uns sogar, Stallungen zu bauen. Wir rechnen damit, daß die erzwungene Einhaltung von Weidequoten, die Übertretungsbescheide, und Räumungsprozesse in den kommenden Monaten zunehmen werden.
Trotz des Herannahens der Umsiedlungsfrist am 1. Feb 2000, bewahren wir unsere Stärke und unsere Bereitschaft unser heiliges Land zu schützen. Wir bewahren unsere Stärke, da wir von der UN und von regierungsunabhängigen Organisationen auf nationaler und internationaler Ebene Unterstützung erfahren. Ein Bericht, der von Mr. Abdelfattah Amoor, dem Spezialdiplomat für religiöse Intoleranz in der UN-Kommission für Menschenrechte, hat die Diskriminierung durch die USA festgestellt. Solch ein Befund über Diskriminierung griechischer Muslime hat z. B. in Griechenland zu einer Gesetzesänderung in der griechischen Verfassung im letzten Jahr geführt. Der 50. Jahrestag der Erklärung der Universellen Menschenrechte - die im Gefolge der Nazigreueltaten nach dem 2. Weltkrieg übernommen wurde - hat die Aufmerksamkeit der Welt auf die Erfolge von Bürgerinitiativen gerichtet, die hunderte von Siegen erzielten, inklusive dem des Falles der Berliner Mauer, dem Ende der Apartheit in Südafrika, bis hin zur Unterzeichnung des Anti-Landminen-Abkommens durch 103 Nationen. Es ist unsere Hoffnung, daß Ihre Hilfe die Apartheit auf Black Mesa beenden wird.
Wir, die wir unveränderlich gegen die Zwangsumsiedlung sind, erhalten unsere Stärke durch die Aufrechterhaltung unserer traditionellen Religion. Wir wünschen niemandem Schaden und verstehen nicht, warum wir so lange so vielem Leid ausgesetzt wurden.
Wir sind für jede Unterstützung dankbar, die Sie geben können um auf unser Problem aufmerksam zu machen und im Rahmen universeller Prinzipien den nötigen Druck auszuüben, den wir für eine Lösung brauchen, während wir auf die Frist vom 1. Feb. 2000 zugehen. Wenn es Ihnen möglich ist, nach Black Mesa (Arizona) zu reisen, wir benötigen dringend Unterstützung auf dem Land. Wenn es Ihnen nicht möglich ist, hierherzukommen, bitten wir Sie, beim US-Büro für Indianische Angelegenheiten und bei Ihren eigenen Regierungsrepräsentanten eine Unterschriftenliste mit der Forderung nach Aufhebung der Zwangsumsiedlungsgesetze einzureichen. Ebenso wird jede finanzielle Unterstützung, die uns erreicht, für legale Verfahren und Aktionen verwendet. Mehr Information erhalten Sie von uns per e-mail (englisch!) bei: dinetah29@aol.com oder unserem Finanzverwalter Steve Sugarman, Vorstandsmitglied der SEE (Social and Environmental Entrepeneurs; Soziale und Ökologische Unternehmer) telefonisch: (310) 456-3534 (nur in USA), oder per e-mail: SEE7541@aol.com
Bitte helfen Sie uns!
Danke!
Folgende Personen haben diesen Brief bisher unterzeichnet: Rena Babbitt Lane; John Lane; Ruth Benally; Elvira Herder; John Benally; Kee Shay; Paul Clark; Michael B. Weiss; Charlie Weiss; Carlos Begay; Shea Benally; Louise Singer; Glenna Begay; Lena Smith; Marie Honnie; Norris Nez; Lena Nez; Bah Begay; Henry J. Yazzie; Irene Nez; Susie Lake; Lorraine Vandever; Joan Yellowhair; Anna H. Begay; Huck Greyeyes; Genevieve Greyeyes; Pauline Whitesinger; Bonnie Whitesinger; Bob Chaat; Kee Z. Begay; Alice Z. Begay; Marsha Monestersky, Consultant;Weitere Unterschriften werden folgen