Dabei fiel auf, dass die meisten bekannten Krippendarstellungen das Bild einer lieblichen Atmosphäre wiedergeben: Süße Schäfchen, betende Hirten, stattliche Könige mit Geschenken, ein holdes Jesuskindlein, sorgsame Eltern Maria und Joseph.
Wie anders stellt sich die Wirklichkeit der Geburtsgeschichte des Mannes aus Nazareth dar. Die Hirten waren seinerzeit verachtet als Diebe und Obdachlose. Eine Herberge für das Kind gab es nicht, nur ein Stall bot Unterschlupf für das junge Paar. Kommt so ein König zur Welt oder gar der erwartete Messias?
Die Umstände waren schon für die Menschen des ersten Jahrhunderts ein Ärgernis. Die Evangelisten Lukas und Matthäus wollten dies deutlich machen: Dass der Mann aus Nazareth schon am Beginn seines Lebens auf der Seite derer steht, die machtlos sind, chancenlos, rechtlos, ausgestoßen, auf Seiten derer, die unter Gewalt, Hunger und menschenunwürdigen Lebensbedingungen leben und leiden müssen.
In den beiden Klassen wurde überlegt, wohin Jesus heute kommen würde. Und die beiden Krippen geben darauf unterschiedliche, bedenkenswerte Antworten:
Der Stall ist nicht eine Hütte auf dem Feld, sondern eine Eisenbahn- oder Autobahnbrücke. Die Hirten sind Drogenabhängige, Asylbewerber, Arbeitslose, Obdachlose. Die Sterndeuter erweisen sich als Wissenschaftler, die den Menschen helfen, mit Klimakatastrophen fertig zu werden. Oder gar als Leute, die sich für Greenpeace, Amnesty International oder Pax Christi engagieren. Die Tiere sind solche, die zu den bedrohten Tierarten zählen: Eisbär, Schildkröte, Wal und andere.
Es soll deutlich werden, dass die Botschaft von Weihnachten der Welt Heil verspricht, d.h. Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.
Die Schüler der 5a/c und 7a/c haben diese Idee phantastisch umgesetzt.