Schulisches Leitbild
Unser Schulprogramm hat den Anspruch, das Leitbild für die Schulgemeinschaft darzustellen. Leitbilder können einen wichtigen Beitrag leisten, das Konkrete mit allgemeinen Ansprüchen oder Visionen zu verbinden.
In dieser Spannung steht das vorliegende Leitbild des Gymnasiums Wolbeck und stellt sich somit der öffentlichen Diskussion.
Ein für unsere Schule interessanter, international bedeutsamer Ansatz, Bildung für das 21. Jahrhundert neu zu beschreiben, stellt der Lernbericht der UNESCO dar. In diesem werden vier Säulen der Bildung beschrieben, die in allen Bereichen des Bildungswesens und auf allen Kontinenten zentrale Bedeutung haben sollen:
- Lernen, Wissen zu erwerben
- Lernen, zu handeln
- Lernen, zusammenzuleben
- Lernen für das Leben
Diese Ansätze werden durch die neuere Hirnforschung belegt: Lernen gelingt vor allem durch Handeln an als relevant empfundenen Kontexten, durch langsames "Können-Lernen", "Vor-Leben", "Nach-Denken", "Mit-Machen", "Sich-Kümmern". Dies sind für die neuronalen Landkarten entscheidende Bausteine und Voraussetzungen, damit lebensbedeutsames Lernen einschließlich schulischer Werteerziehung gelingen kann.
Als Verantwortliche im schulischen Unterrichts- und Erziehungsprozess müssen wir uns fragen: Wie können unsere Schülerinnen und Schüler jetzt für die Zukunft lernen? Liegt die Lösung ausschließlich in den zu erwerbenden und persönlich anzueignenden Kompetenzen, verstanden als abprüfbare Fähigkeiten und Fertigkeiten? Oder umfasst "Schul-Bildung" auch Haltungen? Der Anspruch von "Bildung" im Sinne des UNESCO-Berichts beinhaltet Fähigkeiten, Fertigkeiten und Haltungen.
Denn Wissen ist nur haltungsbezogen zu vermitteln.
In einer Welt zunehmender Globalisierung muss sich auch ein Wandel im Denken vollziehen. Wer heutzutage erfolgreich sein will, muss fachlich kompetent, möglichst mehrsprachig, kooperativ, teamfähig und vor allem kommunikativ sein.
Damit weitet sich auch der Blick für eine ganzheitliche Lebensführung, denn nur auf der Grundlage von Bildung und Kultur können Freiräume positive Wirkung für das Individuum und die Gesellschaft entfalten.
Das sind Attribute, die nur durch eine umfassende, mehrdimensionale Bildung zu erlangen sind. Unsere Schule will ihren Schülerinnen und Schülern interdisziplinäres Denken vermitteln. Solches Denken fördert grundlegende Einsichten in Naturwissenschaften, Philosophie, Musik, Kunst und Literatur gleichermaßen.
Das Gymnasium Wolbeck möchte seinen Schülerinnen und Schülern eine Bildung ermöglichen, auf deren Grundlage sie das Leben beruflich, gesellschaftlich und privat gut bewältigen können. Bildung fordert: selbstständig und verantwortungsbewusst handeln! Aktiv, kreativ und neugierig sein!
Dies bedeutet für unsere Schule: Die beiden Achsen, an denen sich die Qualität von Lernprozessen messen lässt, sind "Unterricht" und "Erziehung". Diesem mehrdimensionalen Bildungsbegriff ist unser Schulprogramm unter den folgenden fünf Aspekten besonders verpflichtet:
1.1. Aufbau sozialer Verantwortung
Das Gymnasium Wolbeck berücksichtigt sowohl in der Auswahl der Unterrichtsgegenstände als auch in der didaktisch-methodischen Gestaltung des Unterrichtsprozesses dieses wichtige Erziehungsziel. Außerdem sind insbesondere die Mitarbeit in der Schülervertretung, die Tage religiöser Orientierung, die Klassen- und Studienfahrten, der Schüleraustausch und die Zusammenarbeit mit den anderen Schulen im Schulzentrum auf dieses Ziel hin orientiert.
1.2. Entfaltung individueller Fähigkeiten
Vor allem die Beratungskonzepte in allen Klassenstufen, das Angebot im Wahlpflichtbereich I (Latein/Französisch) und II (Französisch, Nat.Wiss, Kunst, Informatik) der Sekundarstufe I sowie ein differenziertes Fächerangebot in der Sekundarstufe II dienen zusammen mit der Berufsberatung und -vorbereitung der Entfaltung individueller Fähigkeiten. Auch die Projekttage, das fachübergreifende und fächerverbindende Arbeiten, die Facharbeit und die Angebote an Arbeitsgemeinschaften und Wettbewerben erfüllen in diesem Zusammenhang eine wichtige Aufgabe.
1.3. Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft
Dieses Erziehungsziel wird vor allem durch die Möglichkeit zur Mitarbeit in den Gremien der Schule (Fachkonferenzen, Schulkonferenz, SV), durch die Mitarbeit bei der Vorbereitung von Projekttagen und Schulfesten und durch eine demokratische Gestaltung des Unterrichtsprozesses, in dem die Interessen, Meinungen und Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler ernst genommen werden, gefördert.
1.4. Bereitschaft zu kultureller Mitverantwortung
Musische, sportliche und andere kulturelle Angebote im AG-Bereich (Theater, Orchester, Sport), im Fachunterricht und bei der Gestaltung von Fest- und Feiertagen, im Rahmen von Projekten, Klassen- und Studienfahrten leisten einen wesentlichen Beitrag zu diesem Erziehungsziel. Eine wichtige Hilfe ist dabei auch die Öffnung von Schule und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen (Betriebe, Museen, Musikschule, Sportvereine).
1.5. Vorbereitung auf die Berufs- und Arbeitswelt
Während im Unterricht im Rahmen der vorgegebenen Richtlinien entscheidende Fertigkeiten und Fähigkeiten zur Bewältigung späterer beruflicher Anforderungen grundgelegt werden, dienen insbesondere das Berufspraktikum in der Jahrgangstufe 10, die unterschiedlichen Kontakte zu Firmen und Einrichtungen der Berufsbildung (z. B. Fachhochschule, Universität) sowie die differenzierte Berufsberatung in der Sekundarstufe II diesem Ziel.
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