50. Jubiläum

 Auszüge aus der Festschrift zum 50. Bestehen des Wohnheims:

 

 

 

Der 1. Flur

Wenn man gefragt wird: "Wo wohnst du denn?" können die Fürstinnen sagen:

"In einem Frauenwohnheim auf einem Flur mit 20 Mädels und wir teilen uns die Küche, die Bäder und das ganz normale Leben."

Mit einem skeptischen Blick haken die meisten Leute dann weiter nach: "Das ist bestimmt nicht leicht, da herrscht bestimmt öfter mal Zickenkrieg."

Obwohl das direkte Zusammenleben mit so vielen tollen Menschen nicht immer einfach ist und wir alle hin und wieder mal mit einer unaufgeräumten Küche oder mit einer schlaflosen Nacht durch die ein oder andere Party im Clubraum rechnen müssen, ist auf unserem Flur nichts vom erwarteten "Zickenkrieg" zu spüren.

Im Gegenteil: Es gibt einträchtige, gemeinsame Mahlzeiten, Kuchen für alle und eigene Lebensmittel können nie schlecht werden, da sich immer eine dankbarere Abnehmerin findet.

In jedem Semester findet ein flurinternes und meist heißersehntes Grill- oder Weihnachtsfest statt. Dort gibt es dann wieder Gelegenheit, sich über das Zusammenleben, den Unialltag und allerhand lustige Geschichten auszutauschen. Durch die verschiedenen Studiengänge und Nationalitäten auf unserem Flur wird die Flurgemeinschaft einzigartig, da sich jede mit einbringt und die Gruppe bereichert.

Ich kann also mit Freude sagen: Ich wohne auf dem besten Flur überhaupt!

Lara (151)

 

Der 2. Flur

Ungefähr in der Mitte unseres beschaulichen Wohnheims findet sich ein Haufen ganz besonderer, liebenswerter und manchmal etwas chaotischer Mädels – die Rede ist natürlich vom zweiten Flur.

Hier treffen Menschen unterschiedlichster Biorhythmen, Lautstärken und Temperamente aufeinander, um zusammen in einer (meist) harmonischen Symbiose zu leben.

Der beliebteste Treffpunkt für alle Bewohnerinnen ist auf jeden Fall die Küche. Schon früh morgens kann man hier neidisch auf das sorgsam zubereitete Bio- Dinkel- Apfelmüsli der Nachbarin schauen, während man selbst schon froh ist, mit verschlafenen Augen den Toaster gefunden zu haben.

Während das Kommunikationsbedürfnis vor der ersten Vorlesung verständlicherweise eher gering ist und man sich bloß mitleidige Blicke zuwirft, weil man um acht in der Uni sein muss, wird es am Ende des Tages unterhaltsamer.

Gerade in der Klausurenphase wird das gemeinsame Abendessen in der Küche langwierig zelebriert. Selbst überzeugte „Im-Zimmer-Esser“ findet man dann bei stundenlangen Gesprächen um den Küchentisch - sich gegenseitig vom Lernen abzuhalten schmälert schließlich das eigene schlechte Gewissen, mal wieder nichts für die Uni geschafft zu haben.

Besonders beliebt sind auch die zahlreichen Leckereien, die für die Allgemeinheit in der Küche ausgelegt werden. In Lernphasen gibt es schon mal „Motivations-Muffins“ und nach unseren Flurversammlungen reichen die übriggebliebenen Süßigkeiten auch gerne für die nächsten zwei Wochen.

Doch was zeichnet uns noch aus neben unserer offensichtlichen Freude an Essen und Geselligkeit?

Auf jeden Fall der rücksichtsvolle, tolerante und herzliche Umgang miteinander.

Muss man für eine Klausur lernen, macht die Zimmernachbarin gerne die Musik leiser und hat man gerade nichts Wichtiges zu tun, überhört man auch, wenn es bei anderen mal etwas lauter wird. Ob man gerne schon um neun im Schlafanzug im Bett liegt oder eher um vier Uhr morgens nach Hause gewankt kommt – mit ein bisschen Augen-zu-drücken und Rücksicht-nehmen ist hier alles möglich.

Am schönsten wird es bei uns in der Weihnachtszeit, wenn man von kleinen Nikoläusinnen und Wichtelinen überrascht und versorgt wird. Es gibt Backmarathons in der Küche, Weihnachtslieder-Pfeifen in den Fluren und eine wirklich gemütliche und heimelige Flurweihnachtsfeier, in der man sich mit allen in die Küche quetscht und Plätzchen (oder auch mal Sushi) verspeist.

Auch wenn der Ordnungszustand der Küche, um es nett zu sagen, eher „schwankend“ ist und ein Zusammenleben von fast 20 Mädels auch das ein oder andere Konfliktpotenzial bietet, geht es bei uns immer sehr freundlich, fair und gemütlich zu. Mehr könnte man sich von einer Wohngemeinschaft nicht wünschen.

Meggie (208)

 

Der 3. Flur

Liebes Tagebuch,

tut mir Leid, dass ich so lange nicht geschrieben habe, aber ich habe in meinen Mitbewohnerinnen gute Zuhörerinnen gefunden.

Ich wohne jetzt seit 1,5 Jahren in Münster im Fürstin-von-Gallitzin-Wohnheim. Das ist ein katholisches Mädchenwohnheim, das ist aber nicht so schlimm wie man denkt! Es ist eigentlich ziemlich cool!

 Ich wohne auf dem 3. Flur, das ist der Beste, aber sag das keinem von den anderen Fluren, die glauben das nicht.

Wir haben eine super Flurgemeinschaft. Wenn ich nichts für die Uni machen müsste, säße ich nur noch in der Küche. Wenn man mal 'ne Lernpause braucht, kann man einfach dorthin gehen, spätestens in 10 Minuten kommt eine Mitbewohnerin vorbei (um ein Stückchen Käse zu naschen). Das Problem daran ist bloß, dass solche kurzen Lernpausen öfter mal etwas ausarten und einem zwei Stunden später auffällt, dass man ja eigentlich was zu tun hat. In der Küche vergeht die Zeit nun mal anders.

Doch unsere Küche ist nicht nur ein Ort um sich aktiv vor der Arbeit zu drücken, hier findet auch sonst das gesamte Flurleben statt: ob es nun eine Flurversammlung, eine Geburtstagsfeier, ein gemeinsames Mittagessen (oft von, oder mit Flurmama Eli) oder das traditionelle Pizzaessen vor der Hausparty ist, in der Küche ist immer was los!

Bei diesen Treffen merkt man dann auch immer wieder, dass man in einem Mädchenwohnheim wohnt... Ich sag nur "der sieht schon gut aus, wenn man den Kopf abmacht", "Wir könnten uns ein Poster von dem laminieren lassen und in die Dusche hängen".

Ähnliche Gesprächsthemen gibt es auch beim gemeinsamen Bachelor-Gucken und anderen ähnlichen Aktionen.

Aber wir sitzen nicht nur in der Küche rum, auch Sport ist bei uns ein Thema, so hängt beispielsweise eine Liste aller Powerfitnesstermine in unserer Küche, dementsprechend gehen oftmals kleine Gruppen zusammen zum Sport.

Aber Mädchenwohnheim wäre nicht Mädchenwohnheim, wenn nicht auch ab und zu im Winter die Stricknadeln klappern würden. "Anna, es ist etwas Schreckliches passiert!" Denn Anna, unsere Strickliesel Nr. 1, steht jeder mit Rat und Tat zur Seite.

Im Sommer gab es noch das traditionelle Flurgrillen, zu dem auch alte Mitbewohnerinnen kommen. Auch hier merkte man, dass wir lauter Mädchen sind, nicht nur wegen der Gespräche, sondern auch, weil es sehr leckere Salate und gegrilltes Gemüse gab. Und wie es sich für Studenten gehört haben wir auch Wikingerschach gespielt. Darin hatten wir mittlerweile Übung.

Wo ich gerade von gutem Essen sprach, das können wir auch gut. Obwohl es in der Küche oft sehr eng ist, sind wir fleißige Gemüseschnipplerinnen und kochen oft gesund. Aber nicht immer. Manchmal backt auch irgendjemand Kuchen. Interessanterweise lässt sich hier beobachten, dass sich auf unserem Küchentisch ein schwarzes Loch befindet, denn so schnell, wie solch ein Kuchen verschwinden kann, keine 20 Frauen, die zudem alle eine gute Figur haben, essen. Das ist unmöglich!

Ich hoffe, ich finde bald wieder Zeit zum Schreiben, wenn nicht bin ich vermutlich in der Küche ;)

Andrea (309)

 

Der 4. Flur

 

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on allen Fluren sind wir bauartbedingt der Flur mit den weitesten Wegen. Wir wohnen fast schon wie Rapunzel einsam, aber zufrieden in unserem Märchenturm.

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m Sommer können wir dafür aber als einziger Flur von unserem Balkon (der übrigens der größte – fast schon eine Dachterrasse – ist) über die Dächer Münsters schauen. Eine Gelegenheit, die wir häufig nutzen.

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ines Tages im Frühling jedoch wurde unsere schöne Dachterrasse wagemutig beschlagnahmt. Eine Taube hatte unseren Balkon als Brutplatz auserkoren. Und so hatten wir in diesem Sommer eine weitere Mitbewohnerin.

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ichtig gefreut haben wir uns nicht, aber trotzdem haben wir das kleine (hässliche) Taubenküken als gute Wohnheimbewohnerin in unsere Gemeinschaft aufgenommen und ihr sogar den Namen Berti gegeben. Berti verbrachte den Sommer auf unserem Balkon, wurde groß, stark und wunderschön, bis wir ihn irgendwann in die Weiten des Münsterlands ziehen lassen mussten.

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rotz dieses Verlusts ging das Gemeinschaftsleben weiter – geprägt von vielen Koch- und Backaktionen, die immer wieder zum Zusammensein in der Küche einladen. Besonders hoch im Kurs stehen Kuchen, Muffins sowie Waffeln – und auch die Grillsaison wird häufig durch uns eröffnet.

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in Glück sorgen die 64 Stufen zu unseren Zimmern dafür, dass wir trotz dieser guten Versorgung unser tägliches Sportprogramm absolvieren (Idealfigur juhu!).

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auf ist’s anstrengend – runter dafür entspannt und zudem gibt’s einen kleinen Einblick in jede Flurküche, die übrigens in verschiedenen Zeitzonen zu liegen scheinen: Beim Blick auf die unterschiedlichen Küchenuhren findet jeder seine passende Zeit – egal ob zu früh dran oder völlig in Eile.

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on den Socken sind wir oft, wenn’s in der F24 nette Karaokeabende gibt – die laden doch zum Mitsingen ein!

Musikalisch sind wir aber wirklich – unter uns 19 Mädchen findet sich wohl kaum eine, die nicht entweder ein Instrument spielt oder gesangsfreudig ist. Und das, obwohl wir aus ganz verschiedenen Studiengängen kommen.

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ehramtsstudentinnen sind bei uns auf dem Flur noch in der Überzahl, doch die Juristinnen holen auf. Ein bisschen exotisch wird’s dann aber doch; denn als einziger Flur haben wir eine Geoinformatikerin als Mitbewohnerin.

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nd damit sind wir jetzt auch fast am Ende, nur eines noch zum Abschluss: Mag die älteste und die jüngste Mitbewohnerin auch eine Spanne von 13 Jahren trennen, so haben wir hier doch eine tolle Gemeinschaft.

 R

eicht, oder? ;-) Das war ein kleiner Einblick in unser Flurleben.

 

   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

 

 

 

Das Amt der Oberfürstin

Was genau ist eine Oberfürstin, was macht sie, warum heißt sie so und was macht das Amt so attraktiv?

Die Oberfürstin ist eine von zwei Haussprecherinnen. Sie wird nur intern als Oberfürstin bezeichnet, weil sie während des Semesters, für das sie gewählt wurde, „über“ den anderen Fürstinnen, also Mitbewohnerinnen, steht. Der Name „Oberfürstin“ entstand durch eine Anekdote, die die früheren Seniorinnen, das ist der alte offizielle Name für die Haussprecherinnen, erlebten. Sie wollten gerne ein feuerresistentes Sofa für das Foyer anschaffen und nahmen deshalb Kontakt zu einer Möbelfirma auf. Auf die Anfrage, die mit Seniorinnen unterschrieben war, kam ein Verkäufer im Wohnheim vorbei und hatte lauter Vorschläge für feuerfeste Sofas, die zugleich auch resistent gegen Inkontinenz waren. Er hat bei dem Ansprechpartner Seniorinnen an ein Altenheim und nicht an ein Studentenwohnheim gedacht.

Um solchen Missverständnissen vorzubeugen, wurde auf der Hausversammlung abgestimmt, für den internen Gebrauch den Namen Oberfürstinnen und für den externen Haussprecherinnen oder ähnliches zu verwenden.

Was eine Oberfürstin macht, wird im Folgenden grob in Stichpunkten skizziert (es handelt sich hierbei um einen Überblick, der nicht alle Aufgaben umfasst):

Organisation der Hausversammlung, Gremiumssitzung und Hausparty; Geldverwaltung; Hausverwaltung; Verbindung zu Heimleiter und Bewohner; Ansprechpartnerin für die Hausbewohnerinnen; Schlüsselverwaltung der Gemeinschaftsräume; Anschaffungen fürs Haus; Kuratoriumssitzungsmitglied; Hausputzaktionen anleiten und gegebenenfalls Strafen einfordern und durchsetzen.

Im Großen und Ganzen lassen sich die Aufgaben der Oberfürstinnen also als Organisation rund ums Haus umschreiben.

Das Amt der Oberfürstin inne zu haben, ist attraktiv, weil man sehr viel Kontakt zu den anderen Mitbewohnerinnen hat, sodass ein anonymes Wohnen leicht überwunden wird. Außerdem ist das Mitspracherecht bei diversen Entscheidungen interessant. Für Bewerbungen kann es sich auch gut machen, schon einmal organisatorisches Talent und Führungsqualitäten bewiesen zu haben. Nicht zuletzt war mit der Hausparty zwar einiges an Aufwand verbunden, dennoch werde ich nie wieder so nah und intensiv an einer Feier in solchem Rahmen beteiligt sein, wie ich es in meinem Oberfürstinnensemester getan habe. Es hat super viel Spaß gemacht und ich denke, dass auch alle anderen Haussprecherinnen ähnlich positiv berichten werden, wenn sie gefragt werden. Vielleicht waren Sie oder Du ja auch schon einmal Haussprecherin oder Du willst es noch werden?!

Claudia (106)

Die Tutorinnen - Wächter des Spaßes

Oder das witzigste Amt im Fürstin-von-Gallitzin-Wohnheim

Das Wort Tutorin leitet sich von dem lateinischen tutor ab, was in etwa „Wächter, Beschützer“ bedeutet. Aber anders als an der Uni sind wir, die Tutorinnen des Fürstin-von-Gallitzin-Wohnheims, nicht dafür zuständig, mit Argusaugen darüber zu wachen, dass unsere „Schützlinge“ ihre Aufgaben auch erledigen, sondern dafür, dass der Spaß und gemeinsame Aktionen mit allen Fürstinnen nicht zu kurz kommen. Dabei werden auch die „Flurgrenzen“ überschritten und neue Kontakte geknüpft.

Natürlich macht das Vorbereiten der Aktionen uns mindestens genauso viel Spaß, wie nachher (hoffentlich) den Teilnehmern. So zum Beispiel, als wir bei unserer ersten Aktion als kichernde Osterhasen unbemerkt über die Flure gehuscht sind und kleine Osterüberraschungen versteckt haben.

Traditionellerweise im Programm haben die Tutorinnen diverse Aktionen, wie Stadtrundgänge und Gemeinschaftsabende, um die Neuen zu begrüßen, Fahrradtouren, Grillfeste, Bastelstunden, Singstarabende, Wohnheimkino, Spiele, Kochen, Besuch des Kletterwaldes, Kulturveranstaltungen, Sport und Weihnachtseinstimmungen mit selbstgebackenen Plätzchen und Feuerzangenbowle. Da der Kreativität der Tutorinnen keine  Grenzen gesetzt sind, werden mit jedem neu gewählten Tutorinnenpaar witzige neue Aktionen ins Programm aufgenommen.

So haben wir dieses Jahr erstmalig ein Krimidinner geplant. Passend zur WM veranstalten wir ein wohnheiminternes public viewing mit kleinem Wettbüro, im Sommer natürlich wieder einen Lagerfeuerabend und am Ende des Semesters in der heißen Klausurenphase als Kontrastprogramm einen Entspannungsabend.

Wir freuen uns schon fürstlich auf dieses Semester mit Euch!!!

 Nadine (353) & Mona (302)

 

Ein typischer Semesterablauf, wie ihn eine Fürstin erlebt

Den offiziellen Beginn des Semesters bildet die Gremiumssitzung. Dazu sind die Flursprecherinnen, die Tutorinnen, die WG, der Heimleiter und die Oberfürstinnen (früher Seniorinnen genannt) eingeladen. Geleitet wird diese von den Oberfürstinnen und es werden die wichtigsten internen Dinge angesprochen, z. B. welcher Flur welche Ämter während des Semesters und bei der Hausparty zu übernehmen hat, und Wünsche und Anregungen können geäußert werden.

Gewünscht ist, dass zwischen der Gremiumssitzung und der Hausversammlung eine Flurversammlung durchgeführt wird, bei der die oben genannten Ämter vergeben werden, damit die Ämterübergabe bei der nächsten Hausversammlung durchgeführt werden kann.

Diese folgt meist innerhalb von 7 Tagen auf die Gremiumssitzung und wird ebenfalls von den Oberfürstinnen geleitet. Meistens ist auch der Heimleiter anwesend. Zu den Lieblingspunkten, die auf der Hausversammlung angesprochen werden, gehören der Wäschekeller mit irgendwelchen verschwundenen Gegenständen und seiner Unordnung, die bei 80 Frauen nun einmal entstehen kann, und das Einhängen der Fahrräder im Fahrradschuppen in die dafür vorgesehenen Vorrichtungen. Es gab auch schon Wortmeldungen wegen nächtlicher Ruhestörung durch Pumps. Mittlerweile hat es Tradition, den Abend gemütlich bei dem ein oder anderen Getränk und Snack ausklingen zu lassen.

Für die neuen Mitbewohnerinnen und alle, die darin interessiert sind, diese kennenzulernen, gibt es meist relativ früh im Semester einen Neuenabend, der von den Tutorinnen vorbereitet wird und mit Spiel und Spaß gerüstet ist.

Danach folgt die einmal im Semester stattfindende Hausparty, die immer unter einem Motto steht, das auf einer Hausversammlung gewählt wurde. Der große Clubraum wird hübsch und zum Thema passend dekoriert, Getränke werden bestellt und der DJ kümmert sich um die Musik. Es ist immer ein Riesenspaß, bei der Party dabei zu sein, vor allem, weil es günstig köstliche Bowle zu verköstigen gibt. Es werden auch Leute von außerhalb eingeladen, sodass es zu witzigen Wiedererkennungsmomenten kommen kann, die dann auch mit dem ein oder anderen Schnapsschuss festgehalten werden. Vielleicht entdecken Sie ja auch Fotos von unseren Hauspartys in dieser Festschrift.

Weiter in der Jahresplanung liegen verschiedenste Putzaktionen an. Dazu gehört die ein- bis zweimal im Semester durchzuführende Fensterputzaktion, bei der jede Mitbewohnerin ein Fenster zugeteilt bekommt, was der Allgemeinheit angehört und geputzt werden muss. So wirkt unser Wohnheim auch gut nach außen. Für die innere Sauberkeit gibt es das Wäschekelleraufräumen mitsamt der Reinigung der Maschinen und das Putzen der Gemeinschaftsküche im Erdgeschoss.

Flurintern gibt es des Weiteren noch eine für alle Flurmitbewohnerinnen verpflichtende Flurputzaktion, in der die Bäder und die Küche grundgereinigt werden und sich um die Heizkörper auf den Fluren gekümmert wird. Außerdem hat jeder Flur einen Küchendienst, der z.B. für die Reinigung des Toasters, der Mikrowelle oder des Backofens zuständig ist und das Altglas entsorgt. Da es verschiedene Sonderaufgaben für den Küchendienst gibt, trägt man sich in eine Liste ein und ist ein- bis zweimal im Semester gefordert, seinen Aufgaben nachzukommen.

Weil vor allem in den Kühlschränken frische Lebensmittel gelagert werden, gibt es auch für diese einen Dienst. Das Eisfach wird abgetaut und alles einmal gut durchgewischt. Auch hier steht man ein- bis zweimal im Semester auf dem Plan.

Je nach dem, ob es sich um ein Sommer- oder ein Wintersemester handelt, organisieren meist die Flursprecherinnen eine Weihnachtsfeier oder ein Sommerfest, die je nach Flur individuell gestaltet werden können.

Während des Semesters finden außerdem diverse Aktivitäten statt, die von den Tutorinnen geplant werden, dazu können Singstar-Abende, eine Kleidungstauschbörse oder eine Adventskalender-Aktion gehören. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt und alle Bewohnerinnen sind eingeladen, miteinander Spaß zu haben.

Des Weiteren hat es sich in den letzten Semestern eingebürgert, dass es ein Andachtsteam gibt, das mehrmals im Semester kleinere ökumenische Andachten vorbereitet, um einfach eine kleine Auszeit vom Universitätsalltag zu haben. Auf Anfrage steht auch der Studentenpfarrer zur Verfügung und feiert mit uns eine Eucharistiefeier.

Nach dem ganzen Trubel im laufenden Semester endet der offizielle Teil wieder mit einer Gremiumssitzung, in der unter anderem die Bewerbungen für die Neueinzüge besprochen werden, eventuell mit einer Flurversammlung, der Kuratoriumssitzung, an der nur die Oberfürstinnen, die WG, der Heimleiter, der Studentenpfarrer und ein Vertreter der Stiftung, bzw. des Bistums, teilnehmen, und der obligatorischen Hausversammlung, auf der die Neuwahlen für die Tutorinnen und die Oberfürstinnen, aber auch für das neue Thema der nächsten Hausparty auf dem Plan stehen.

In der vorlesungsfreien Zeit passiert meistens nicht allzu viel, was das ganze Wohnheim betrifft.

Nun hoffe ich, dass ich Ihnen und Euch einen guten Überblick über den geregelten Semesterablauf einer Fürstin aufklären konnte und nichts Wichtiges vergessen habe.

Claudia (106)

 

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