Friedensforum Münster

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Münster im Gleichschritt

von Kathrin Vogler
Unter dem Motto "Münster im Leichtschritt" fanden im Juni 2000 zum zweiten Mal die so genannten "Abendmärsche" des deutsch-niederländischen Korps statt.

Tausend Soldaten im Kampfanzug, begleitet von wenigen Zivilisten, marschierten stundenlang über die Promenade und durch die Stadt, Militärfahrzeuge sicherten die Route. Bürgerinnen und Bürger waren von der massiven Militäpräsenz verunsichert, manche Älteren fühlten sich gar in vergangene Zeiten zurück versetzt. Veranstaltungen wie diese Märsche, wie die Heeresschau auf dem Prinzipalmarkt, öffentliche Gelöbnisse oder Zapfenstreiche haben in erster Linie psychologische Funktion: Die Menschen sollen an das massive Auftreten von Militär in der Öffentlichkeit gewöhnt werden. Sie sollen so akzeptieren, dass das Vorhandensein von Militär etwas "ganz normales", dass Krieg also quasi eine Selbstverständlichkeit sei. Dabei wird an die kleinste Kleinigkeit gedacht. Traten Soldaten der Bundeswehr früher normalerweise im "Ausgehanzug" in der Öffentlichkeit auf, so erscheinen sie heute fast ausschließlich im martialischen Kampfanzug. Der neue Auftrag der Bundeswehr wird so auch für Laien sinnlich erfahrbar.

Münster als Hauptquartier

von Kathrin Vogler
Das Deutsch-Niederländische Korps in Münster wird zu einer Kommandozentrale für künftige Kriegseinsätze der NATO ausgebaut.
Das bedeutet: Münster ist wieder mal, wie so häufig in der Geschichte, Schaltstelle für Kriegsvorbereitung und -führung. Ebenfalls an zentraler Stelle beteiligt: Das Luftwaffentransportkommando in der Manfred- von-Richthofen- Straße. Von hier aus wird der Transport von Soldaten, Waffen und Materialien in Kriegsgebiete weltweit organisiert und gesteuert. Schon vor zehn Jahren im Golfkrieg spielte das LTK diese strategisch wichtige Rolle. Zu Recht wurden und werden deshalb sowohl das Korps als auch das LTK immer wieder zum Ziel gewaltfreier Blockaden und anderer Aktionen der Friedensbewegung.