PRESSE-ERKLÄRUNG
 

"Ägypter" im Kosovo von Vertreibung und Tod bedroht!!

Die vergessene Minderheit
 

Im Jahre 1989 sah sich die ägyptische Botschaft in Belgrad mit einer Flut von Anfragen konfrontiert: Ob es stimme, daß im Kosovo ägyptische Staatsbürger ansässig wären. Eine Nachrichtenagentur hatte verbreitet, Ägypter wären zwischen die Fronten der ethnischen Auseinandersetzungen von Serben und Albanern geraten. Des Rätsels Lösung: Die Agentur hatte die albanische Bezeichnung für ROMA, nämlich "Gypten" einfach mit "Ägypter" identifiziert. In der Tat stammt das Wort Gypten vom Wort "Egyptianos" - so wurden die Zigeuner bei ihrer Ankunft auf dem Balkan im 13/14 Jahrhundert, als angeblich aus Ägypten kommend (vgl. Gypsies), bezeichnet.

Zum erstenmal wurde damals vielen bewußt: ca. 15% der Kosovobevölkerung sind ROMA, deren Existenz als eigene ethnische Gruppe mit gleichen Rechtsansprüchen sowohl von Serben als auch von Albanern einfach geleugnet wurde. Schlimmer: die Roma wurden gezwungen, sich zur einen oder anderen Seite zu bekennen. In Pristina wurde z.B. das Romaviertel von albanischen Banden bei der letzten Volkszählung regelrecht terrorisiert, Bewohner vertrieben, Häuser zerstört und der Dorfbürgermeister halb tot geschlagen.Dabei sind die Kosovo-Roma alle moslemischen Glaubens wie die Albaner selbst, sie wollen lediglich als selbständige Gruppe wahrgenommen werden und nicht einfach dazu dienen, die Prozent-Anteile der beiden Hauptvolksgruppen nach oben zu korrigieren. In Gegenden mit Serbendominanz gibt es ähnliche Übergriffe, weil die Roma gezwungen werden, sich als Serben zu erklären und als Moslems aber albanischer Sympathien verdächtigt werden.

In der jetzigen Kriegssituation sind die Roma also von drei Seiten bedroht: Von der serbischen ethnischen Säuberung, von den Loyalitätsforderungen der UCK und ihren Sanktionen und nicht zuletzt von den Luftangriffen der NATO, einschließlich ihrer deutschen Bomber. Roma wohnen nämlich in der Regel nicht in den besseren Vierteln der Städte sondern in Ghettos der Vorstädte, am Rande von Industriegebieten usw., also in Gebieten, die weit eher von Bomben bedroht sind. Kölner Romafamilien verbringen seit über einer Woche die Nächte vor dem Fernseher, um über Satellit neueste Nachrichten aus Serbien oder Kosovo zu erhalten oder sie versuchen täglich Verwandte telefonisch zu erreichen, die ihnen in Einzelfällen bereits von Einschlägen in ihrer Nähe berichtet haben.

Der besondere deutsche Anteil an den jetzt sich abspielenden Tragödien: Auch Tausende von Roma wurden von deutschen Ausländerämtern bzw. auch von Rot-Grünen Regierungen, trotz der sich abzeichenden Verschärfung der Situation in den letzten Jahren in die ex-jugoslawischen Krisenregionen abgeschoben bzw. "reintegriert".

Angesichts der jetzigen Situation und der nunmehr erneut auf Jahrzehnte hinaus eskalierenden Haßfronten ist es nicht mehr nachvollziehbar, daß Familien weiter mit der Abschiebedrohun gen in exjugoslawische Gebiete terrorisiert werden. Es ist natürlich erst recht nicht nachvollziehbar, wieso eine Rot-Grüne Regierung sogar ihr Koalitionsversprechen einer neuen Altfallregelung offenbar vergessen machen will.