Es darf nicht sein, daß vor unser aller Augen, mitten in Europa direkt vor unserer Haustür zivilisierter Länder, ein Krieg in allen Phasen seiner Entstehung vorgeführt und der Ausbruch nicht verhindert wird. Nachdem alle Verhandlungen der Politik gescheitert sind, möchte ich alle einfachen Menschen in Europa aufrufen, öffentlich zu bekunden:
Es darf keinen Krieg in Europa geben!
Eine serbische Mutter hat gesagt: "Mir sind die Grenzen egal. Ich will nur meinen Sohn behalten. Wenn Milosevic Krieg führen will, soll er seinen Sohn schicken."
Ich fühle mich dieser Mutter verbunden, weil ich auch meinem Sohn nicht verlieren will, der sich z.Zt. in Mazedonien befindet.
Liebe deutsche Mütter, deren Söhne sich jetzt im oder nahe
dem Krisengebiet befinden.
Ich bin mir sicher, daß Sie mit ebenso großer Angst dieser
gefährlichen Entwicklung in Europa entgegensehen. Vielleicht können
wir, wenn wir uns zusammenschließen, noch im letzten Moment einen
Einfluß auf diese unheilvolle Entwicklung nehmen. So z.B. dürfen
die Bodentruppen nicht in Kampfhandlungen verwickelt werden. Zu groß
ist die Gefahr eines nicht mehr zu stoppenden Krieges in Europa.
Liebe serbische Mütter!
Was bringt Ihnen der Vormarsch nach Kosovo? Was bringt Ihnen die Vertreibung
der Einwohner von Kosovo? Kinder und alte Menschen flüchten vor Ihren
Truppen. Das kann Ihr Wille nicht sein! Das ist doch nicht Ihr Krieg! Das
ist doch der Krieg einer wahnsinnigen Minderheit! Ohne Skrupel schickt
Milosevic Ihre Kinder ins Feuer. Das muß verhindert werden! Hilflosigkeit
und Ohnmacht - das ist unsere Situation als Mütter. "Man kann daran
nichts ändern," - das höre ich ständig. Ich kann und will
diesen Spruch nicht hinnehmen.
Krieg ist kein Schicksal!
Krieg ist von Menschen gemacht!
Ich rufe alle Mütter auf, deren Kinder sich in der Krisenregion,
ob auf dieser oder jeder Seite, befinden: Stehen wir alle gemeinsam gegen
diesen Wahnsinn auf!
Vielleicht ist es noch nicht zu spät!
Für unsere Söhne!
Kontaktadresse: Ilona Rothe, Käthe-Kollwitz-Str. 14, 99096 Erfurt,
Tel: 0361-37 35 239
Ich bitte die Medien aller europäischen Länder, uns zu helfen!
Mütter gegen den Krieg
Am Vorabend des 21. Jahrhunderts, zu Beginn der Einheit Europas, steht die gesamte entwickelte Menschheit fassungslos vor einer Kriegssituation, die von unvorstellbarer Gewalt und Grausamkeit gekennzeichnet ist.
Wir, die Mütter in Deutschland, haben es satt, diesem Morden zuzusehen. Wir haben unsere Kinder nicht geboren, damit sie in Kriegen - gleich welcher Art - getötet werden.
Wir wenden uns mit Entschiedenheit an die Krieg führenden Mächte
der NATO, der Serben, der Kosovo-Albaner:
Das Morden muß ein Ende haben!
Sofort!
Kein einziger Schuß darf mehr fallen!
Wir fordern die sofortige Neuaufnahme von Verhandlungen unter Beteiligung
einer internationalen Gruppe von Müttern!
Der Rückfall in eine unvorstellbare Barbarei, wie wir es jetzt
vor Augen haben, darf nicht das Signal sein, das von Europa ausgeht.
Augustinerkloster Erfurt, den 19.3.99