Winfried Lutz-v.P.
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Offener Brief
8.05.1999

an die
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
und an
Bündnis 90/Die Grünen
 
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Nato-Staaten begründen den Kriegseinsatz im Kosovo, in Montenegro und in Serbien mit einer humanitären Verpflichtung.

Auch ich verurteile die Vertreibungen und Gewalttaten, die im Kosovo geschehen sind und geschehen. Weder die Verbrechen, die von serbischen Menschen begangen wurden, noch die Verbrechen, die von albanischen Menschen (UCK) begangen wurden, sind durch irgendetwas zu rechtfertigen.

Doch wie kann es sein, daß die Nato Waffen bzw. Munition benutzt, welche bekanntermaßen das Gebiet, in dem sie eingesetzt werden, unbewohnbar macht?

Es geht der Nato in der Begründung ihres fortdauernden Kriegseinsatzes um die Rückkehr(-möglichkeit) der vertriebenen Menschen. Gleichzeitig sind es die Nato-Staaten selbst, die eine Rückkehr der Menschen verunmöglichen, indem die Nato-Staaten das Gelände verseuchen: "Apache"-Hubschrauber und A-10-Kampfflugzeuge sind mit Geschossen ausgerüstet, welche abgereichertes Uran enthalten. Durch deren Einsatz werden radioaktive Substanzen freigesetzt, die die Umwelt verstrahlen und vergiften.

Außerdem verwendet die Nato offenbar auch Clusterbomben des Typs BL 755. Diese Bomben enthalten Munition, die beim Aufprall nicht explodiert sondern erst bei Berührung in die Luft geht. Zur Erinnerung: die internationale Konvention zum Verbot von Anti-Personen-Minen trat am 1.03.1999 in Kraft.

Wie soll ich das verstehen können?

Stoppen Sie diesen unerträglichen Krieg! Beenden Sie die Nato-Einsätze! Sofort!
Kehren Sie zu einer Politik mit zivilen Mitteln zurück!

In der Hoffnung auf eine baldige zivile Konfliktlösung im Kosovo
mit freundlichen Grüßen

W. Lutz