SPD-Bundestagsabgeordneter fordert Ende des Bombardements
 
                  Bonn/Magdeburg (AP)

                  Ein sofortiges Ende des Bombardements auf Jugoslawien hat der Magdeburger
                  SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Kasparick am Dienstag in einem offenen Brief an
                  Bundeskanzler Gerhard Schröder gefordert. «Hört mit den Bomben auf; Ihr habt meine
                  Stimme nicht mehr», heißt es in dem Brief. Kasparick weist darauf hin, daß er «schweren
                  Herzens» begrenzten Luftschläge zugestimmt habe, um den Flüchtlingsstrom aufzuhalten.
                  Das Ziel sei nicht erreicht. Es mache keinen Sinn, Krankenhäusern den Strom wegzunehmen
                  oder Kraftwerke zu zerstören in der Annahme, man erleichtere auf diese Weise den
                  Flüchtlingen die Rückkehr.

                         Kasparick kündigte jedoch an, der Ausweitung des humanitären Einsatzes der
                  Bundeswehr in Albanien in dieser Woche zuzustimmen. «Dafür und nur dafür habt Ihr meine
                  Stimme», schreibt der Bundestagsabgeordnete in seinem zweiseitigen Brief weiter. Der
                  SPD-Politiker beklagt: «Ich trage die Verantwortung für die toten Menschen in dem Bus da
                  auf der Brücke in Jugoslawien. Ich trage die Verantwortung für den Tod der Journalisten im
                  Haus des serbischen Fernsehens, denn ich hatte Euch meine Stimme gegeben für begrenzte
                  Luftanschläge.»