31. Maerz 1999
IPPNW-Aerzte zum Kosovo:
Kaempfe einstellen und Kofi Annan als Vermittler

Berlin, den 31. Maerz 1999: Die schlimmsten Befuerchtungen der IPPNW
(Internationale Aerzte fuer die Verhuetung des Atomkrieges, Aerzte in sozialer
Verantwortung) ueber die Ausweitung des Kosovo-Konflikts haben sich
bestaetigt, seit die NATO Bombenangriffe fliegt. Die weiteren Folgen vermag
niemand abzusehen.
Die Anteilnahme der 8.500 Mitglieder der deutschen IPPNW-Sektion gilt den
unter Krieg, Mord und Vertreibung leidenden Menschen im Kosovo, den
hunderttausenden Fluechtlingen sowie den Opfern der NATO-Luftangriffe.
Die IPPNW fordert Praesident Milosevic und die UCK auf, die Kampfhandlungen
und die Politik der Ermordung und Vertreibung der Zivilbevoelkerung im
Kosovo sofort zu beenden. Die IPPNW fordert parallel von der NATO, mit den
Bombenangriffen aufzuh÷ren und einen Waffenstillstand anzubieten.
Gleichzeitig appellieren wir an die Vereinten Nationen (UN), den
Generalsekretaer Kofi Annan nach Belgrad zu entsenden, und wir erwarten von
der UN und der NATO, dass alle Friedensbemuehungen, insbesondere auch durch
Russland sowie Nicht-NATO-Regierungen nicht behindert, sondern aktiv
unterstuetzt werden.
Milliarden US-Dollar und Millionen DM werden jetzt durch die NATO-Angriffe
in Form von Bomben und Raketen verschossen. Diese Finanzmittel haben nie
zur Friedenserhaltung, zur Unterstuetzung der Friedensbewegung in
Jugoslawien und fuer wirtschaftliche Hilfen zur Verfuegung gestanden, waeren
aber so dringend gebraucht worden. Fuer die Erhaltung von Frieden, fuer die
Friedensarbeit von UN und OSZE wurden nur geringste Summen bewilligt, die
einen winzigen Bruchteil der jetzt fuer den Krieg ausgegebenen Finanzen
betragen. Jetzt gilt es, mit den notwendigen Mitteln die Lage der
Fluechtlinge vor Ort zu erleichtern und ihre Aufnahme hier vorzubereiten.
Wir Aerzte/innen, die wir uns in der Heimat taeglich fuer das Wohl und die
Gesundheit jedes einzelnen Patienten einsetzen, koennen zu den koerperlichen
und seelischen Verwundungen, den Toetungen durch Bomben, den Morden und
Vertreibungen in Kosovo und Serbien nicht schweigen.
Die deutsche Bundesregierung und die anderen NATO-Regierungen fordern wir
auf, den verhaengnisvollen Weg des Krieges nicht fortzusetzen. Eine neue,
gewaltfreie Politik ist notwendig, wenn der Vernichtungskrieg in Serbien
und Kosovo beendet und eine Ausweitung zu einem Balkankrieg und weiteren
internationalen Konflikten verhindert werden soll.
Fuer die IPPNW: Professor Dr.med Ulrich Gottstein (Frankfurt/Main)

Weitere Auskuenfte gerne von IPPNW, Koertestrasse 10, D-10967 Berlin,
Telefon 030/6930244, Fax 030/6938166
e-mail  ippnw@vlberlin.comlink.de          http://www.IPPNW.de

...bitte mal bei der IPPNW Hamburg reinschauen:
http://ourworld.compuserve.com/homepages/richterpeill/ippnwhh.htm
c/o Dr. Herbert Richter-Peill, D - 22415 Hamburg, Tangstedter Landstrasse 77
Fax 040/5208115