Inhalt:
Interview
mit Birgit Felleisen
„Nicht nur
als Außenstehende“
Serbische Nichtregierungsorganisationen
Forderung nach Amnestie
Hagen Berndt
Verständnis
und Empathie als Voraussetzungen für gegenseitige Solidarität
The European
Roma Rights Center
Die Balkan
Roma Konferenz
Physicians for Human Rights
War Crimes in Kosovo
Die Arbeitsstelle für Friedensfragen der Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V. KURVE Wustrow
- führt die Arbeit der Informationsstelle „Krieg auf dem Balkan“
mit veränderten Schwerpunkten fort. Während von offizieller Seite
„Frieden“ auf dem Balkan verkündet wird, gleichzeitig aber Protektorate
eingerichtet und Bodentruppen eingesetzt werden, ist es um so notwendiger,
Konzepte für langfristige Friedensarbeit von unten zu entwickeln.
- erweitert die Aufmerksamkeit auf den Gürtel vom Balkan über
die Türkei bis zum Kaukasus, da dies uns als die jetzige und zukünftige
Krisenregion erscheint, die stark von außenpolitischen und militärischen
Interessen Deutschlands und Westeuropas beeinflußt wird.
- hat das Ziel, dem zunehmenden Militarismus und den Kriegsgefahren
in diesen Regionen eine Politik und Diplomatie von unten entgegenzusetzen,
ausgehend von Prinzipien von Gewaltfreiheit und ziviler Konfliktbearbeitung.
- informiert weiterhin über Aktivitäten und Perspektiven
von Gewaltfreiheits-, Friedens- und Menschenrechtsgruppen in diesen Regionen
durch Pressearbeit, Infoblätter, Veranstaltungen in Deutschland und
Rundreisen von KooperationspartnerInnen.
- will lokale Gruppen in der Region bei ihrer Arbeit unterstützen,
z.B. durch Vermittlung in Trainings, durch internationale Vernetzung, durch
Entsendung von internationalen Freiwilligen.
Wir finanzieren unsere Arbeit vor allem über Spendengelder und
bitten für diese Arbeit und insbesondere für die Erstellung dieser
Infoblätter um großzügige Unterstützung.
Spendenkonto der KURVE Wustrow:
Konto-Nr. 55 66 33-309 beim PGA Hannover BLZ 250 100 30.
Vielen Dank.
Wustrow, 5. Juli 99
Liebe Leserinnen und Leser,
überall, in Zeitungen, in den täglichen Nachrichtensendungen, und auch in Diskussionen, die wir in den letzten Tagen geführt haben, ist von Frieden auf dem Balkan die Rede.
Wachsam bleiben und sich aktiv für die Schaffung eines dauerhaften Friedens auf dem Balkan einzusetzen, das jetzt notwendig. Denn von einem Frieden in der Region sind wir noch weit entfernt. Auf Jahre werden internationale Truppen im Kosov@ stationiert bleiben und daß bewaffnete Soldaten niemals Gewalt überwinden und zerstörtes Vertrauen wieder herstellen können, sollte uns allen klar sein.
Daher arbeiten wir an der Umsetzung eines Konzeptes für die Arbeitsstelle für Friedensfragen, deren Aufmerksamkeit sich regional auf den Gürtel vom Balkan über die Türkei bis zum Kaukasus ausweiten soll, da uns dies als die jetzige und zukünftige Krisenregion erscheint. Außerdem möchten wir mit unserer Arbeit auf die außenpolitischen und militärischen Interessen Deutschlands und der westeuropäischen Staaten hinweisen und deren Einflußnahme entgegentreten sowie Akzente zur Schaffung eines stabilen Friedens setzen.
Weiterhin werden wir dieses Informationsblatt in regelmäßigen Abständen herausgeben, um die Öffentlichkeit auf diesem Weg über die Geschehnisse im Balkan und darüber hinaus zu informieren.
Mit freundlichen Grüßen
Julia Oelschläger
Wir verstehen die Herausgabe dieses Rundschreibens als Möglichkeit
zu informieren und zu dokumentieren, daher spiegelt nicht jeder Beitrag
die Meinung der Redaktion oder der KURVE Wustrow wieder.
Für diese Aufgabe ist Julia Oelschläger verantwortlich.
Interview mit Birgit Felleisen, Quaker Peace & Service Organisation
Wie wirkte sich der Krieg in Jugoslawien auf die politische Situation in Bosnien-Herzegovina aus?
Destabilisierend. Moslemisch-kroatische Föderation und die serbische Republik (die beiden kostitutiven Teile Bosnien und Herzegovinas) waren nie weiter von einander entfernt als jetzt, und der Wille zur Zusammenarbeit ist kaum mehr vorhanden. Die Bombardierungen bedeuten für einen Teil der Bevölkerung eine moralische Rechtfertigung, für einen anderen Teil die endgültige Erniedrigung. Die NATO Angriffe setzen auch neue Standards und Erwartungen.Vor kurzem sprach ein hoher bosnischer Politiker der Föderation auf einer öffentlichen Veranstaltung davon, daß die Rückkehr der moslemischen Vertriebenen aus der serbischen Republik jetzt auch mit Gewalt erzwungen werden solle. Auf einer praktischeren Ebene hat die hohe Zahl an Flüchtlingen aus dem Sandjak (einem Teil Serbiens, in dem besonders viele Moslems leben) und aus dem Kosovo die Wohnungssituation, ohnehin eines der größten ungelösten Probleme in Bosnien, weiter verschlimmert.
Wie denken die Menschen in den verschiedenen Teilen Bosnien über
den Krieg in der Nachbarschaft?
Es ist kaum möglich, hierauf eine generelle Antwort zu geben.
Da Bosnien und Hercegovina in zwei Entitäten geteilt ist, von denen
in einer vor allem Serben leben, sind die Reaktionen sehr unterschiedlich.
Aber auch innerhalb dieser Einheiten gibt es eine Vielzahl von verschiedenen
Reaktionen. Ich kann eigentlich nur über Reaktionen in Sarajevo und
anderen Orten in der Föderation sprechen. Während der Bombardierungen
durch die NATO haben viele Menschen in meiner Umgebung auf das Eingreifen
der NATO mit Erleichterung reagiert. Viele sehen die Bombardierungen als
ein Zeichen dafür, daß die westliche Welt Milosevic, dessen
Politik in Bosnien immer noch als Bedrohung angesehen wird, nicht weiter
unterstützen oder dulden wird. Viele Aussagen, die ich gehört
habe, beziehen das Geschehen im Kosovo auf die eigenen Erlebnisse in Sarajevo
im Bosnienkrieg, und freuen sich, “daß die Albaner im Kosovo nicht
so lange auf Hilfe zu warten brauchten” wie sie. Trotzdem habe ich persönlich
nie Häme gehört, und auch keine Freude über die Angriffe
selbst oder über die Zerstörungen in Belgrad, Novi Sad etc..
Die befürwortende Reaktion auf die Bombardierungen kommen aus einer
Erfahrung, die ich nicht gemacht habe. Ich weiss nicht, wie meine Reaktion
auf die Bombardierungen wäre, hätte ich diese Erfahrungen gemacht.
Du hast jetzt drei Jahre in der Balkan-Region gearbeitet. Glaubst Du,
dass langjährige Friedensarbeit auch in dieser schwierigen Situation
Unterschiede macht?
Gerade in dieser Lage macht langjährige Friedensarbeit einen großen
Unterschied aus. Langfristige Friedensarbeit versucht, Menschen zu unterstützen
in dem, was sie als Vision für ihr Land sehen, und ihre Kraft zum
Handeln zu nutzen. Langfristige Friedensarbeit ist ein Ansatz, der es uns
nicht möglich macht, uns als nur Außenstehende zu betrachten.
Er baut auf der Bereitschaft zu langjähriger Verpflichtung auf. Und
sie fordert uns auf, uns selbst durch diese Arbeit herausfordern zu lassen.
Wir können nicht an diesen Situationen vorbei, wo wir manchmal bis
aufs Mark in unserem Pazifismus herausgefordert sind. Meiner Ansicht nach
ist die Analyse unserer (verspäteten) Reaktion auf Kriege wie dem
im Kosov@ eine der größten Herausforderungen für die Friedensbewegung
in den nächsten Jahren.
Wie wird der Friedensschluss in Sarajevo und anderen Teilen Bosniens
aufgenommen?
Zum großen Teil mit Erleichterung. Es ist schwierig, die Meinung
anderer widerzugeben, aber mein Eindruck ist, daß viele Menschen
in Sarajevo nicht überzeugt sind, daß der Frieden in Kosov@
lange halten wird, aber die Erleichterung ist sehr groß, daß
der Krieg in Kosov@, der viele hier sehr die Belagerung Sarajevos, und
daß internationale Truppen in Kosov@ stationiert sind. Diese Einstellung
kommt auch durch die als positiv empfundene Präsenz von SFOR in Bosnien
zustande hautnah an den Krieg in Sarajevo erinnert, nicht so lange gedauert
hat wie.
Drei Jahre nach Dayton: wie weit ist der Friedensprozess in Bosnien
vorangegangen?
Ein solcher Prozess ist nahezu nicht messbar, und erfährt viele
Entwicklungen und Rückschläge. Auf der politschen Ebene sind
nur wenig Schritte auf einen dauerhaften Frieden hin gemacht worden. Das
politische System und die politische Kultur macht noch immer einen Themenwahlkampf
fast unmöglich. Wer politische Macht anstrebt, muß sie auf der
Grundlage ethnischer Zugehörigkeiten und Ausgrenzung anderer suchen.
Im Alltag sind in den großen Städten offene Feindseligkeiten
zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen selten. Aber auch während
des Krieges war dies in vielen Städten mit ethnisch gemischter Bevölkerung
der Fall. Heute ist es für viele, auch für viele aus Deutschland
nach Bosnien zurück Geschickte, immer noch nicht möglich, in
ihre Heimatorte zurückzukehren. Nicht ausschließlich, aber vor
allem für moslemische Bosnier aus der jetzigen serbischen Republik
ist eine Rückkehr nach Ostbosnien vollkommen unmöglich und wäre
lebensgefährlich. Auch in der Föderation findet massive Diskriminierung
von nicht-moslemischen Einwohnern bei der Verteilung von Wohnungen und
Arbeitsplätzen statt.
Mit welcher Zeitdimension für Wiederaufbau, Friedenskonsolidierung
und Versöhnung muß man nach Deiner Einschätzung in Kosov@
rechnen?
Ich kann die Situation der Zerstörung in Kosov@ nicht einschätzen,
aber wenn ich die Erfahrungen aus Bosnien zugrunde lege, muß man
sicher mit 5-10 Jahren allein für den physischen Wiederaufbau rechnen.
Um über die Friedenskonsolidierung zu sprechen ist es im Moment zu
früh und Zeitangaben wären Spekulation. In Bosnien ist der Prozeß
wesentlich langsamer verlaufen, als am Anfang angenommen. Für eine
wahre Konsolidierung - und erst recht “Versöhnung” - muß man
meiner Ansicht nach mit mindestens einer Generation Menschenleben rechnen.
Welche Rolle spielen internationale Hilfsorganisationen, welche lokale
Initiativen und Organisationen in solchen Prozessen?
Internationale Organisationen können Nothilfe leisten. Lokale
Organisationen tragen die Arbeit der dauerhaften Veränderung. Oft
werden in der Realität viele Prozesse von internationalen Organisationen
in Gang getreten, aber ohne lokale Basis können sie nicht fruchten.
Die Rolle, die Internationale bei der Vermittlung in Bosnien hatten - auf
höchster politischer Ebene und auf der Graswurzelebene - war immer
ein zweischneidiges Schwert.
Jugoslawische NGOs
Forderung nach Amnestie
AN: Parlament der Bundesrepublik Jugoslawien
Regierung der Bundesrepublik Jugoslawien
Präsident der Bundesrepublik
Jugoslawien
Die Aktion der Nichtregierungsorganisationen und der Trade Union Confederation „Nezavisnost“ fordert von den bundesrepublikanischen Machthabenden eine sofortige Amnestieerklärung und eine Aufhebung aller Verfahren und eingeleiteten Prozesse sowie die Aufhebung aller bereits gefällten Urteile, für die Individuen, die sich geweigert haben, am Krieg teilzunehmen, der ihnen aufgezwungen wurde, bewußte Opponenten genauso wie diejenigen, die politische kriminelle Handlungen, bezogen auf den Krieg, begangen haben, ausgenommen der Kriegsverbrechen.
Nach der Annahme der UN-Resolution sind die gemeinsamen Ziele aller jugoslawischen BürgerInnen Frieden und Versöhnung, Wohlstand und Wiederaufbau des Landes. Diese Ziele können nicht erreicht werden ohne die Rückkehr derjenigen, die während der Bombardierungen und des Krieges, freiwillig oder unter Zwang das Land verlassen haben. Die Verhinderung ihrer Rückkehr würde die Hinderung des Wiederaufbaus durch die Regierung repräsentieren während eine Amnestieerklärung nur der erste, grundlegende Schritt wäre, die erklärten Ziele zu erreichen. Deshalb verlangen wir von den jugoslawischen Autoritäten, den ersten Schritt zu tun, die Ziele der BürgerInnen zu erfüllen.
Die Aktion der NGO ... fordert von den staatlichen Offiziellen in einer ähnlichen Weise Amnestie zu erklären wie in der Erklärung nach dem Unterzeichnen des Friedensvertrags von Dayton, und wir fordern von den Vereinten Nationen und der Europäischen Union die Aktion in dieser Forderung zu unterstützen.
Der Rat für Menschenrechte der Aktion hat einen Gesetzesentwurf zur Amnestie vorbereitet, der den BürgerInnen von Serbien und Montenegro zur Unterschrift .angeboten wird. Mit dem Unterzeichnen dieses Entwurfs werden die BürgerInnen durch die gesetzgebende Initiative an das Parlament am Prozeß der Demokratisierung und dem Wiederaufbau des zerstörten legalen Systems von Jugoslawien teilnehmen.
Belgrad, 11. Juni 99
1. UGS "Nezavisnost"
2. Alternative Education
Academic Network
3. Belgrade Circle
4. Belgrade Women's Lobby
5. Center for Policy Studies
6. Center for Gender Studies
7. Center for Transition
to Democracy
8. Society for Tolerance
- Backa Palanka
9. Children Humanitarian
Fund
10. Society for Cooperation
with Neighboring Countries
11. Society of New Labor
- Nis
12. Democratic Movement for
Pancevo
13. District 0230 - Kikinda
14. Eco Center
15. European Movement in
Serbia
16. Ethnic Forum - Subotica
17. Foundation for Peace
and Crisis Management
18. FOSCODE - NGO Glasnik
19. Forum for Ethnic Relations
20. Civic Initiatives
21. Civic Forum - Novi Pazar
22. Group 484
23. Yugoslav Lawyers' Committee
for Human Rights
24. Council for Human Rights
- Leskovac
25. Women Safe Houses
26. Society of Citizens for
Democracy, Social Justice and Support to Trade
Unions
27. VIN (Video Weekly)
28. Women in Black
29. XXL Creative Youth Group
30. Student Union of Yugoslavia/Serbia
31. SOS Telephone for Women
and Children Victims of Abuse
32. Movement from the Margin
- Kraljevo
33. PostPessimists - Belgrade
34. Women Civic Initiatives
- Kraljevo
35. Urban In - Novi Pazar
36. Council for Humanitarian
Work - Pancevo
37. Council for Environmental
Protection - Pancevo
38. Peace Action - Subotica
39. Agora - Subotica
40. FEDRA - Zrenjanin
41. Trag - Nis
42. Panonian Civic Forum
- Novi Sad
43. Movement for Peace -
Pancevo
44. Sombor Peace Group
45. Society of Private Small
and Medium Businesses and Entrepreneurs - Vrsac
46. Urban Workshop - Vrsac
47. Astra Rumuna - Kustilj
Cc:
European Union, Mr. Gerhard Schröder, Chairman of the EU Council
United Nations, Mr. Kofi Annan, Secretary General
Mr. Victor Chernomyrdin, President Boris Yeltsin's Special Envoy to
Kosovo
Mr. Marti Ahtisaari, European Union's Special Envoy to Kosovo
Mr. Carl Bildt, UN Special Envoy to Kosovo
President of the Federal Republic of Yugoslavia
Government of the Federal Republic of Yugoslavia
Parliament of the Federal Republic of Yugoslavia
President of the Republic of Serbia
National Parliament of the Republic of Serbia
Verständnis
und Empathie als Voraussetzungen für gegenseitige Solidarität
Jugoslawische Friedensaktivisten fordern langfristig angelegtes
Engagement zur Unterstützung von Frieden und Demokratie auf dem Balkan
"Wir hatten immer mehr Angst vor der Zeit nach den Bomben als vor den Bomben," berichtete die Belgrader Friedensaktivistin Ivana Franovic im Rahmen einer gut besuchten Informationsveranstaltung der Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V: KURVE Wustrow. Zusammen mit Nenad Vukosavljevic, seit 1997 KURVE-Mitarbeiter in Sarajevo, berichtete sie von den Auswirkungen des Krieges und gewaltfreien Zukunftsperspektiven auf dem Balkan. Sie sei nicht sehr optimistisch, daß sich in Serbien eine demokratische Entwicklung einstellen würde. Unter den Bedingungen von Zerstörung, Arbeitslosigkeit und fehlenden Zukunftsperspektiven sei es wahrscheinlicher, daß nach einer Ablösung von Milosevic noch nationalistischere Parteien an die Macht kämen.
Ivana Franovic hatte im Winter 1996 die großen Studentenproteste mitorganisiert, die Milosevic nach drei Monaten dazu zwangen, Wahlbetrug einzugestehen und der Opposition in allen großen Städten Serbiens an die Macht verhalfen. Als die jugoslawische Regierung einige Monate später die Kompetenzen der demokratisch regierten Kommunen aufhob, hätte sie sich entschlossenere Unterstützung aus dem Ausland erhofft. Eine Chance für Demokratie sei verspielt worden, bewertete Franovic das internationale Schweigen. Dennoch wäre sie noch im vergangenen Herbst optimistisch gewesen, daß eine erstarkende Friedensbewegung in Jugoslawien die Katastrophe im Kosovo verhindern könnte. Die Antikriegskampagne, für die sie das ganze Land bereiste, glaubte der sich seit 1981 anbahnenden Explosion durch öffentlichen Druck auf das Milosevic-Regime zuvorzukommen, als dieses die gefürchteten Spezialeinheiten der Polizei in das Kosovo verlegte und paramilitärische Terrorgruppen ermutigte.
Als dann die Bombardierung Belgrads durch die NATO begann, habe sie es erst nicht glauben und vor allem die vorgegebenen Ziele des Bombenkriegs nicht nachvollziehen können, so Franovic. Viele Jugoslawen hätten im Westen ein Vorbild für Demokratie, Zivilgesellschaft und Menschenrechte gesehen, das sie dem Regime in Belgrad vorhielten. Diese Begeisterung für westliche Demokratie ist nach den Erfahrungen von Bombenkrieg und fehlender Unterstützung für Demokratie- und Friedensbewegung dahin. Es sei sogar gefährlich, auf westliche Demokratiemodelle zu verweisen, denn nur zu leicht könnte man als Agent des Auslands verfolgt werden.
Nenad Vukosavljevic berichtete, daß der Beginn des Krieges im vergangenen März das dreiköpfige Team im KURVE-Projekt in Sarajevo zunächst gelähmt hatte. Selbst in Bosnien war es in dieser Situation unmöglich, Menschen zur Zusammenarbeit über ethnisch definierte Grenzen hinweg zu bewegen: Erfolge langsamer Annäherung nach vier Jahren Waffenstillstand in Bosnien seien auf einmal zunichte gewesen. Internationale Hilfswerke zogen in Richtung Albanien und Makedonien ab. Gerüchte über einen kurz bevorstehenden Krieg auch in Bosnien machten die Runde.
Erst langsam begriff das Team, daß die einmal geschaffene Basis für Verständigung noch existierte: Kollegen und Kolleginnen aus den Friedensbewegungen in Kosovo und in Serbien meldeten sich wieder, zum Teil nach ihrer Flucht in Nachbarländer. Gemeinsam mit Initiativen in Makedonien begannen sie an der Entwicklung erster Programme zu arbeiten. Noch im Herbst diesen Jahres sollen dort zwei Trainings zu gewaltfreier Konfliktbearbeitung stattfinden, zu denen neben Menschen aus anderen Teilen des Balkan auch Teilnehmende albanischen und serbischen Ursprungs erwartet werden. Vukosavljevic hält diesen Ansatz für zukunftsweisend, denn vor dem Krieg sei es nicht möglich gewesen, die Bewegungen für albanische Selbstbestimmung und die für Demokratie in Serbien zu Allianzen gegen die Unterdrückung zusammenzuführen. Dies hätte Milosevic die Möglichkeit gegeben, beide gegeneinander auszuspielen, um mehr Macht auf sich zu vereinen. Gegenseitige Solidarität setzt Verständnis der jeweils anderen Situation und Empathie von beiden Seiten voraus, so Vukosavljevic.
Beide Referenten betonten, daß sie internationale Einmischung befürworten, allerdings keine militärische. Jetzt sei es wichtig, daß das Interesse am Schicksal der einfachen Menschen auf dem Balkan nicht so schnell nachlasse wie nach dem Bosnienkrieg. Auf Fragen nach effektiven Möglichkeiten der Unterstützung antwortete Ivana Franovic, daß es keine schnelle Antworten gäbe und man sich ernsthaft mit zivilgesellschaftlichen Gruppen in diesen Ländern zusammensetzen müßte, um deren Bedarf zu verstehen und langfristig zu handeln.
Hagen Berndt
23.Juni 1999
Erklärung der Teilnehmer der Balkan Roma Friedens- und Sicherheitskonferenz, Sofia ,18-19 Juni 1999
Die Teilnehmer – Repräsentanten der Roma Gemeinde aus Bosnien, Bulgarien, Croatien, Jugoslawien, Griechenland, Makedonien, Rumänien und Slowenien haben über die gewaltige Auswirkung der Kosovokrise auf die Roma-Gemeinden im Kosovo und auf dem Balkan diskutiert.
1.Die Hindernisse bei der Rückkehr der Roma in den Kosovo.
Die Roma sind keine territoriale Minderheit. Die Tatsache, daß sie als Minderheiten in verschiedenen Ländern leben, war ein Grund dafür, daß sie den Frieden lieben. Die Roma haben weder versucht, Waffen gegen jemanden zu erheben, noch haben sie sich gewünscht, auf diese Weise jetzt oder in der Zukunft handeln zu müssen. Die Roma, die auf dem Balkan leben, haben eine jahrhundertlange Erfahrung mit dem Leben in multiethnischen, multikonfessionellen und multisprachlichen Gemeinden. Von daher könnten sie wertvolle Friedensförderer im Kosovo und auf dem Balkan sein.
Da sie aber keine einheitliche territoriale Minderheit sind wurden die
Roma aus Jugoslawien oft zu Opfern, die auf den beiden Seiten des Kosovokonflikts
sowohl von Serben als auch von Albanern auf eine unmenschliche und entwürdigende
Art und Weise behandelt worden sind. In einigen Fällen waren die Roma
von serbischen Machthabern gezwungen, Unterstützungsarbeit für
die Milosevic-Regierung zu leisten. Dies hat die Kosovo-Albaner provoziert,
sich gegen die Roma aufzulehnen.
Die Spannungen zwischen den Albanern und den Roma sind durch einen
hohen Grad von Gewalt gegen die Roma in den Flüchtlingslagern sowohl
außerhalb des Kosovo als auch auf dem Gebiet des Kosovo gekennzeichnet.
Ein Beispiel dafür wäre der ständige Versuch, die Mitglieder
einer Roma Familie in den Lagern von Stankovac und Makedonien zu lynchen.
Die Roma haben viele Gründe, sich in den Flüchtlingslagern
und im Kosovo unsicher zu fühlen.
Die Wahrscheinlichkeit einer Ausschreitung von Roma ist nach wie vor
nicht auszuschließen.
In dieser Situation ist es also für die Roma Flüchtlinge
höchst problematisch in den Kosovo zurückzukehren. In der Situation
treten aber noch weitere Probleme auf:
- Es gab soweit keine formale Anerkennung der Anwesenheit von Roma in
den Flüchtlingslagern in Makedonien und Albanien, und die Roma sind
dort mit ihrem ethnischen Hintergrund nicht registriert worden. Auf der
einen Seite wurden die Roma gezwungen, sich als Albaner registrieren zu
lassen, um die Anzahl der albanischen Flüchtlinge zu vergrößern.
Auf der anderen Seite drängt sie das Bewußtsein der Kollektivschuld.
Die Roma möchten nicht als Roma registriert werden.
- Es gibt Berichte der Hilfsorganisationen über die Diskriminierung
gegen die Roma Flüchtlinge.
- Die Lage der Roma aus Jugoslawien wurde während des Kosovokonflikts
systematisch ignoriert. Diese Tatsache ist eine traurige Erinnerung an
den Völkermord im 2. Weltkrieg, als die Roma von der internationalen
Öffentlichkeit „vergessen“ wurden. Dies zeigt auch, daß die
internationale Öffentlichkeit die Roma nicht besser zu behandeln scheint,
als die Makrogesellschaften,in denen sie gegenwärtig leben.
- Mangel an Gelegenheiten für die Roma, sich selber eine Stimme
in der sie selbst betreffenen Politik zu verschaffen und am öffentlichem
Leben teilzunehmen.
- Diskriminierende Behandlung der Mitglieder der Roma Gemeinschaften
auf allen Stufen der staatlichen Verwaltung und Justiz, rassistische Gewalt
und ein hoher Grad der negativen Vorurteile, und Ablehnung auf der Seite
der Makrogesellschaften.
2.Die Roma in der Situation nach dem Krieg
Die Kriegserfahrungen auf dem Balkan erinnert uns daran, daß die
Lage der Roma vernachlässigt wurde und der Zusammenbruch Jugoslawiens
keine Konfliktprävention mit sich brachte.
Die Balkan Roma Konferenz fordert von den internationalen Organisationen:
- Die Garantie auf das Recht der sicheren Rückkehr der Roma-Flüchtlinge in den Kosovo;
- Die Vermeidung einer gezwungenen Rückkehr der Roma-Flüchtlinge in den Kosovo und die Garantie auf das Asylrecht falls die Flüchtlinge in der begründeten Gefahr der Verfolgung in Jugoslawien stehen;
- Die Garantie, daß die Lage der Roma Flüchtlinge, die in den Kosovo zurückkehren werden, in weiterer eine Stabilisationsentscheidung auf dem Balkan bekommt und diese mit Bick auf eine Langzeitlösung für die Sicherheit der Romaeinzelpersonen, -familien und –gemeinschaften;
- Die Garantie, daß die Roma als eine eigene Nationalität
im Gesetz Jugoslawiens anerkannt werden;
- Die Garantie von Versöhnungsprogrammen, welche für die
Toleranz der Ethnien in Jugoslawien und auf dem Balkan stehen soll;
- Die Initiierung einer internationalen Debatte über der Situation der Roma Flüchtlinge mit der Aussicht auf ihre freiwillige Rückkehr;
- Die auf internationale Pflichten bezogene Garantie, daß alle Staaten der Region entsprechende Mechanismen für eine effektive Teilnahme der Roma in politischen und sozialen Prozessen in ihrem jeweiligen Land schaffen;
- Die Garantie, daß die Roma Organisationen in der Vorbereitung und Umsetzung der staatlichen und politischen Linien und Programme, die die Roma-Gemeinschaften betreffen, eine aktive Einbeziehung und Repräsentation der Roma Organisationen miteinbeziehen;
- Die Garantie, daß die Balkanstaaten mit den zur Verfügung stehenden Mitteln eine Politik der Prävention von Diskriminierung und Rassismus gegen die Roma bezwecken und zwischenethnisches Einverständnis auf dem Balkan ermutigen.
Die Balkan Roma Konferenz
The European Roma Rights Center ist eine internationale öffentliche rechtliche Organisation, die die Rechte der Roma repräsentiert und eine legale Verteidigung bereitstellt, falls die Menschenrechte bedroht sind.
War Crimes in Kosovo
Physicians for Human Rights has just released the findings of itscomprehensive
survey of abuses committed by Serb forces againstKosovar refugees.
PHR interviewed nearly 1,200 households in refugee camps or centers in Albania and Macedonia in April and May, representing over 11,400 people. Respondents were from 23 of the 29 districts of Kosovo. One of our more startling findings was that one of every three Kosovars interviewed witnessed Serb police or soldiers killing someone or saw bodies of individuals they believed were killed by Serb police or soldiers. Below please find the executive summary of the report--the full report will be available soon in bound form and on our web site : www.phrusa.org
Send all queries for hard copy of report to mailto:bayotte@phrusa.org The study was conducted in conjunction with the Program on Forced Migration and Health, Center for Population and Family Health of the Joseph L Mailman School of Public Health of Columbia University.
EXECUTIVE SUMMARY
Purpose of the Study
The Kosovo crisis has resulted in the largest population displacement
in Europe since the Second World War. Journalists and human rights researchers
have investigated, documented and reported many individual accounts of
human rights violations taking place in Kosovo. There has been no previous
human rights-oriented, epidemiological study of Kosovar refugees in Albania
and Macedonia‘97the two countries hosting the most refugeesPhysicians for
Human Rights (PHR) and the Program on Forced Migration and Health of Columbia
University‘92s Joseph L. Mailman School of Public Health designed this
study to establish patterns of human rights violations among Kosovar refugees
by Serb forces using a population-based approach.
The team deliberately did not seek out and select victims of abuses or witnesses to massacres to interview for this study. Rather, the study was designed to assess the pervasiveness of violence and abuses suffered by the refugee population from Kosovo. To this end, we randomly sampled 1,209 Kosovar refugees in 31 refugee camps and collective centers in Albania and Macedonia between April 19, 1999 and May 3, 1999. The survey assessed human rights abuses among 11,458, household members while living in Kosovo.
Survey participants were from 23 of the 29 districts within Kosovo. The average age of participants was 40. Two thirds of the respondents were men and one third were women. Nearly all participants were ethnic Albanian (99%) and Muslim (98%).
Summary of Findings
The findings of this study indicate that Serb forces have engaged in
a systematic and brutal campaign to forcibly expel the ethnic Albanians
population of Kosovo throughout the province. In the course of these mass
deportations, and over the past year in Kosovo, Serb forces have committed
widespread violations of human rights against ethnic Albanians including:
killings, beatings, torture, sexual assault, separation and disappearances,
shootings, looting and destruction of property, and violations of medical
neutrality.
These abuses were experienced on the individual level by a substantial
number of refugees. A striking one in every three households (31%) reported
among its members at least one of these abuses in the past year. The majority
of these abuses (58%) occurred in March and April of 1999. Among the 598
incidents of human rights abuses reported among respondents and their household
members, the location where these abuses occurred included 23 of the 29
municipalities of Kosovo. In general, the highest frequencies of abuses
were observed in municipalities with the largest population size.
It is clear from this study that until Serb forces departed, to be
an ethnic Albanian in Kosovo was to be vulnerable to theft, destruction
of property, separation from family members, sexual violations, killing,
beating, torture, and/or deportation for no reason other than one‘92s ethnic
identity. Such was the lot of many of those whom PHR interviewed.
Such accounts of suffering, individually and collectively, are a powerful
testimony to the cruelty, thoroughness, and extraordinary breadth of Milosevic‘s
war against unarmed and helpless Kosovar Albanian men, women, and children.
Forced Expulsions
The extent and nature of forced expulsions of ethnic Albanians from
Kosovo by Serb forces is abundantly clear from this study. PHR‘s survey
findings demonstrated that virtually all (91%) participants were forced,
directly or indirectly, to leave their homes simply on the grounds that
they were Kosovar Albanians.
Overall, 68% of participants were forcibly expelled by Serb forces.
More than one third of survey respondents experienced Serb police or soldiers
coming to their homes (36%), demonstrating the pervasive manner in which
terror interrupted individual and family life at home. Others were forcibly
expelled due to Serb bombing (25%), Serb police or soldiers harming people
(4%), and Serb police or soldiers destroying people‘s property (3%). Furthermore,
nearly one quarter (23%) of respondents reported that they left Kosovo
because they feared Serb forces.
Only 5 of the 1,180 participants (0.4%) cited the Kosovo Liberation
Army (KLA) as the cause of their displacement. Contrary to Serb media reports,
not one survey participant cited NATO bombings as a reason for displacement
from their home.
Individual case testimonies demonstrated that the expulsions by Serb
forces were done in a methodical and ruthless manner. They often included
Serb forces coming to homes of Kosovar Albanians and ordering all inhabitants
to leave within hours under threat of death. Such expulsions were often
associated with destruction of one‘s home and personal property, and/or
physical harm to household members. A.B., a 65-year-old farmer from Degan,
reported:
I was tending my cows when the police and VJ soldiers came to my house
and told us we must leave in two hours. „This is not your place. We will
burn all of your houses“they said. They made me lie down on the ground
and started to beat me. They did this for the rest of my family to see.
As we left, I saw smoke coming from my village. We then went to the village
of Ismig, but had to leave there because of the Serb bombings. As we passed
through the town of Strelle on our way to the Albanian border, I saw mosques
and schools that had been burned. Once we reached the border, the Serb
soldiers destroyed all of our documents.
Killings
The PHR study also documented numerous reports of killing of Kosovar
Albanian civilians by Serb police, soldiers and paramilitary forces.
Overall, over one third (35%) of survey respondents either witnessed
Serb police or soldiers killing someone (14%), or saw dead bodies they
believed were killed by Serb police or soldiers (21%).
While participants reported a total of 59 killings among all household
members, they also reported witnessing (97), or seeing physical evidence
of killings (273) among 370 non-household members. of all killings reported,
there were 160 accounts of the killing of 3 or more individuals.
These killings were part of a brutal pattern by the Serbian forces
of causing fear and intimidation. The case testimonies indicated that many
of the killings by Serb forces were committed in public places, and that
witnesses were prevented from removing the bodies for days so that other
Albanians could contemplate the possibility of a similar fate. Individuals
suspected of being affiliated with the KLA were also targeted and executed.
For example, S.K. a 39 year-old housewife from Medvec reported that
on March 20 in the village of Pirane, she saw approximately 5 dead bodies
on the side of the road.
The bodies were in a line, every 100 meters. They each wore the white
Albanian caps on which crosses with blood had been made. I think this was
done by the Serbs so that the blood would be seen by other people.
Beatings/GunshotWounds/Threats at Gunpoint
PHR found that Kosovar civilians were routinely beaten by Serb police,
soldiers, and paramilitary. Among survey participants, 372 incidents of
beatings were reported for the participants and all household members.
An additional 28 beatings were reported among non-household members even
though this information was not formally solicited. PHR‘s case testimonies
clearly demonstrated that individuals were targeted for beatings simply
on the basis of their identity as ethnic Albanians.
Also, PHR identified a number of cases in which civilians suffered
from serious injuries as a result of gunshot wounds. Sixteen cases were
reported among survey participants and their family members, including
many women and children. In addition, respondents reported that 31 household
members were threatened at gunpoint by Serb forces.
Torture/Sexual Assault
More extreme forms of cruel, inhuman and degrading treatment were documented
in this study as well. PHR documented 44 cases of torture and 4 cases of
sexual assault by Serb police, soldiers and paramilitary among survey participants
and their household members. Individuals suspected of having arms or connections
with the KLA were often targeted for torture.
As our case testimonies demonstrate, the purpose of torture and sexual
assault (in the context of war) is not only to cause physical and mental
suffering of individual victims, but to undermine the trust and unity of
entire communities. Reports of sexual assault were likely underreported
in the PHR study due to shame and embarrassment of respondents.
Separation and Disappearances
Among survey participants, 33 incidents of separation and disappearance
by Serb forces were reported for the participants and all household members.
An additional 13 incidents of separation and disappearance were reported
among non-household members even though this information was not formally
solicited. While the reports of separation and disappearance by Serb forces
were limited in this study, separation from household members for other
reasons were very common. On average, respondents were separated from 1.8
household members in the course of fleeing Kosovo. Such separations represent
profound disruptions in the lives of many Kosovar Albanians.
Case testimonies of the participants demonstrated that Serb authorities
in Kosovo forcibly separated ethnic Albanian men from women and children,
and subsequently, the fate of these men was often unknown. These separations
and disappearances commonly occurred at the time of forced expulsion from
Kosovo as the following cases illustrates:
M.A., a 20-year-old housewife from Kllodernice, described the following
chain of events in her village on April 13:
It was early in the morning at about 7:00 a.m. when our village began
to be grenaded by police, paramilitary and VJ forces. At about 9:00 a.m.,
the police forces came into my yard and told us to go to the school yard.
In the school yard, they separated the men from women. I mean all males
above 15 years old. We were separated and all the females were started
to Albania by force. But from that moment on, we don=92t know anything
for our males. I mean my father, my brother, my uncles and all our cousins.
Destruction/Looting of Property
PHR documented numerous reports of destruction of property owned by
Albanians and looting by Serbian police, paramilitary and VJ forces throughout
Kosovo. Much of this destruction took place in the context of the forced
expulsions, and appeared to represent a "scorched earth policy" so that
ethnic Albanians would not return to Kosovo.
The vast majority of those interviewed (89%) witnessed the Serb police
or soldiers burning of homes or saw the homes after they had been torched.
Furthermore, 186 respondents (16%) saw Serb police or soldiers burn their
own home, and an additional 150 participants (13%) saw the after-effect
of their house being burned. Nearly half (48%) of all participants witnessed
Serb police or soldiers destroying peoples=92 property, and Serb police
or soldiers demanded money or valuables from nearly half (49%) of survey
respondents.
Destructionof Social and Cultural Identity
PHR found that Serb forces engaged in acts that represent an attempt
to destroy the social and cultural identity of Kosovar Albanians. For example,
nearly two thirds (60%) of survey respondents observed Serb forces removing
or destroying personal identification documents. The intent of Serb forces
to destroy the social identity of Kosovar Albanians is also reflected in
the number of places of worship, schools and medical facilities that have
been destroyed by Serb forces. Nearly half (47%) of the respondents had
seen places of worship destroyed, and 456 respondents (39%) had seen schools
that had been destroyed.
Landmines
In addition, refugees also reported seeing landmines being laid by
Serb forces. Overall, 134 respondents (11.4%) observed landmines being
laid in various regions of Kosovo. The following perpetrators were identified:
V.J. soldiers (76%), Serb police (31%), paramilitary forces (12%), or civilians.
Survey participants reported more than 50 sites where they had observed
landmines being laid by Serb forces between March 24 and May 1999. Study
respondents did not report seeing landmines laid by members of the KLA.
Violations of Medical Neutrality
A second part of this study involves PRH‘ investigation of violations
of medical neutrality, that is the deliberate destruction of medical infrastructure
and attacks on medical practitioners in Kosovo. The experiences of ordinary
Kosovar Albanians again illuminates the thoroughness and pervasiveness
of Serb forces‘ destruction and violence in Kosovo. Nearly 50% (537) of
the 1180 individuals surveyed by PHR reported witnessing a distinct incident
of a violation of medical neutrality by Serb authorities or health personnel.
For example, 23% of the refugees interviewed saw destroyed Albanian medical
facilities; 20% of survey participants observed Serb police or soldiers
forcing medical workers or patients from medical facilities;and 21% oabserved
the misuse of medical facilities by Serb military forces. From the experiences
of these randomly selected survey participants, PHR learned of the destruction
of 100 medical clinics, pharmacies, and hospitals.
Implications of the Study Findings
The findings of this population-based survey have wide-ranging implications.
They established patterns of human rights violations against Kosovar refugees
by Serb forces that will be important in the prosecution of those responsible
for war crimes. Knowing the prevalence of such human rights violations
among Kosovar refugees also is important to medical and mental health professionals
providing care to the refugees now and in the future. Furthermore, the
findings of the survey provide knowledge of the primary reasons for refugee
flight. This is crucial information to policy-makers and humanitarian workers
concerned about the conditions under which the refugees could return. Clearly,
the participation of Serb forces throughout Kosovo in abuse of one form
or another of the vast majority of Albanian with whom they had contact
should preclude their presence within Kosovo in any numbers in the future.
Additionally, the extent of destruction of health facilities and the targeted
abuse of Albanian doctors offer a strong basis for adding to the indictment
of President Milosevic and others the charge of violating medical neutrality,
which is a war crime.
Summary of Methods
The PHR survey specifically assessed the proportion of people witnessing
or experiencing: forced expulsions, killings, beatings, torture, separation
and disappearances, shootings, sexual violations, destruction of personal
identification documents, burning of homes and other personal property,
use of medical facilities for military purposes, expulsion of patients
and doctors, destruction of schools, religious objects and medical facilities,
and the laying of landmines by Serb forces.
Additional insight into abuses reported in the survey was provided
by individual accounts of human rights violations by study participants.
Qualitative, narrative information was provided by 801 (68%) of the 1,180
survey participants.Fifty additional semi-structured interviews were conducted
with health professionals and other individuals regarding violations of
medical neutrality by Serb forces.
A Population-Based Assessment of Human Rights Violations of Kosovar
Albanians by Serb ForcesBy Physicians for Human Rights in conjunction with
the Program on Forced Migration and Health, Columbia University School
of Public Health
June 15, 1999
Wir suchen noch Freiwillige, die uns bei der Büroarbeit in der
Infostelle „Krieg auf dem Balkan“ unterstützen können, beispielsweise
durch Übersetzungen von Texten oder durch kurzfristige Übernahme
von allgemeinen Bürotätigkeiten. Insbesondere werden für
den Herbst ein oder zwei Personen gesucht, die im Rahmen eines Praktikums
verantwortlich die Koordination der Arbeitsstelle für Friedensfragen
übernehmen. Wünschenswert wäre ein längerfristiger
Aufenthalt im schönen Wendland (mindestens zwei Monate).
Wer Interesse hat, melde sich bitte für weitere Informationen
im Büro: Tel.: 05843-8812
bitte abschneiden und zurücksenden an: KURVE Wustrow, Kirchstr.14,
29462 Wustrow
Ich interessiere mich für gewaltfreie Perspektiven im Balkan-Konflikt
und werde auf folgende Weise aktiv:
- Ich informiere mich und meine Umgebung und bitte um regelmäßige
Zusendung dieses Informationsblattes
- Ich interessiere mich für die Argumentationshilfe gegen den
Krieg der KURVE Wustrow und bitte um Zusendung von _______ Exemplaren.
- Ich bestelle das Buch „Kleine Inseln der Menschenwürde“ über
die Erfahrungen der Friedensdienste im ehemaligen Jugoslawien zum Preis
von DM 18,- plus Porto & Verpackung.
- Ich spende
einmalig ______ DM
regelmäßig ________DM ? monatlich
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auf das Konto Nr. 55 66 33-309 PGA Hannover
BLZ 250 100 30 der KURVE Wustrow
- Ich organisiere eine Veranstaltung in __________ und bitte um Benennung
von ReferentInnen
zum Thema: ____________ ; Terminvorschläge: ___________
- um Hinweise auf Trainingsmöglichkeiten in gewaltfreier Aktion
um gegen Krieg aktiv zu werden
- Ich bin bereit, das Informationsbüro in Wustrow durch
freiwillige Mitarbeit zu unterstützen
- Ich bin an der Arbeit der KURVE Wustrow interessiert und bitte
- um Zusendung weiterer Informationen über die Arbeit
- um Informationen über Möglichkeiten der Mitgliedschaft
im Trägerverein Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie
Aktion e.V. KURVE Wustrow
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