Friedenskonvoi nach Belgrad
Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun,
sondern auch für das, was wir
widerspruchslos
hinnehmen
Betroffen von der Gewalt auf allen Seiten; betroffen von den flüchtenden, verletzten und toten Menschen aller Nationalitäten des Balkans; betroffen von der Berichterstattung auf beiden Seiten, die nur die eigene Gewalt rechtfertigt; betroffen vom großen Schweigen der meisten vom Krieg nicht Betroffenen³ in Europa, die die Stimmen des Hasses um so lauter schallen lassen; betroffen von dem Absinken in eine Barbarei, die so gar nichts mit unserem Anspruch gemein hat, aufgeklärte, zivilisierte, humanistische Menschen zu sein; betroffen fordern wir mit allen Menschen, die noch zu fühlen und zu denken in der Lage sind:
Es muß Frieden sein in Europa!
Alle Kampfhandlungen müssen sofort eingestellt werden.
Wir fordern: Zurück an den Verhandlungstisch! Sofort! Für
eine politische Lösung!
Wir weinen um alle Opfer dieses unwürdigen Krieges, doch wir erheben
für jeden noch lebenden Menschen jeder Nationalität, Mann, Frau
oder Kind, unsere Stimme. Es muß endlich Schluß sein mit dem
Morden!
Wer noch denken kann, weiß, daß eine Eskalation dieses
Krieges täglich geschehen kann. Ein Haus Europa wollten wir bauen
mit großen und hehren Worten. Aber schon das Fundament ist zusammengebrochen.
Nachdem die Politik sich nicht willig und in der Lage zeigt, schnellstens Frieden herzustellen, müssen wir, Frauen und Mütter, und alle friedliebenden Menschen endlich Initiative ergreifen. Mit unserer Fahrt nach Belgrad wollen wir in diesem Sinne ein Zeichen setzen.
Ende kommender Woche wird in Belgrad eine
Internationale Friedenskonferenz von unten³
stattfinden.
Friedensorganisationen, Menschenrechtsverbände, Einzelpersonen
und Medien haben ihre Teilnahme beantragt.
Wir betonen, daß wir eine schlichte, über Schmerz, Verblendung
und Haß stehende Atmosphäre anstreben, die nur eine Sprache
zuläßt: Die des Friedens. Jeder, der diesen Sinnes ist, kann
seine Teilnahme bis Montag, den 19.04.1999, 12Uhr, beantragen.
Die Entgegennahme erfolgt über folgende Telefonnummern:
Frau Steinhäuser: Tel./ Fax: 030 / 2910973
Herr Fischer: Tel.: 0371 / 6946548 Fax: 0371 / 6946547 0177 /5410358
Herr Häubl: Tel./ Fax 0351 / 3116322
Frau Arnold: Tel.: 0351 / 3108375
Frau Dr. Lenzer: Tel.: 0361 / 5961110
Bitte geben Sie an: Ihren Namen, Ihre Anschrift, Tel./Fax-Nr, Geburtsdatum,
Paßnummer
Sie müssen im Besitz eines gültigen Reisepasses sein.
Organisatorisches:
1. Der zentrale Sammelplatz in Deutschland ist Dresden. Die Abfahrt
erfolgt am Donnerstag, dem 22.04.1999, auf dem Busparkplatz Ammonstraße/Budapester
Straße. Dieser Parkplatz befindet sich ca. 500 Meter vom Dresdener
Hauptbahnhof entfernt. Die Busse stehen ab 18 Uhr bereit.
2. Die Abfahrt erfolgt um 20 Uhr. Die Fahrtroute: Dresden-Prag-Wien-Budapest-Belgrad.
3. Die Anreise der Teilnehmer zu diesem Sammelpunkt erfolgt individuell.
Gegebenenfalls kann das Zusteigen auch in Chemnitz (verantwortliches Reiseunternehmen)
erfolgen.
4. Die Rückankunft ist am Sonntag, dem 25.04.1999, gegen 20 Uhr
vorgesehen, Zeitverschiebungen sind nicht auszuschließen.
5. Die reinen³ Reisekosten betragen ca. 140,00 DM. Das Geld
ist vor Antritt der Reise in Dresden zu zahlen.
6. In den Bussen ist ein kleiner Imbiß käuflich zu erwerben.
Im übrigen ist zu empfehlen, Reiseproviant mitzuführen.
7. Jeder Teilnehmer muß die physischen Belastungen bewältigen
können. Ein Arzt befindet sich im Konvoi.
8. Jeder Teilnehmer muß einen gültigen Reisepaß haben.
Bitte klären Sie mit dem regionalen Organisator die Frage, wo das
Einreisevisum nach Jugoslawien eingeholt wird.
Wir machen alle Teilnehmer auf folgendes aufmerksam: Wir haben diese Fahrt mit den entsprechenden Behörden abgestimmt und uns um die höchstmöglichste Gewährung von Sicherheit bemüht. Dennoch muß sich jeder Teilnehmer bewußt sein, daß er ein individuelles Risiko eingeht. Der zeitliche und finanzielle Rahmen ist abgesteckt. Veränderungen durch unvorhersehbare Bedingungen sind nicht einklagbar.
Berlin, Chemnitz, Dresden, Erfurt, den 15 April 1999
Bündnis für Frieden...³
Lothar Häupl, Jürgen Fischer, Ilona Rothe, Frau Dr. Lenzer,
stellvertretend für mehr als 7000 Menschen aus fast allen Ländern
Europas.