Am 7.4.1999 fand in der Humboldt-Universität Berlin eine Podiumsdiskussion unter dem Thema "Wollt Ihr den totalen
Friedenseinsatz?" statt. Dabei führte Jürgen Elsässer (Redaktion KONKRET) zur Rolle der UCK und der außenpolitischen
Kontinuitätspflege Joschka Fischers u.a. folgendes aus:

Die UCK ist eine faschistische Bande mit maoistischem Vokabular. Die erste Aktivität der UCK 1995 war ein Anschlag auf
ein Flüchtlingscamp, wo serbische Flüchtlinge aus Bosnien untergebracht waren, weil sie genau so wie die Neo-Nazis
hierzulande  Deutschland den Deutschen!  sagen, sagt die UCK  Kosovo den Kosovaren, den Albanern!  (...) Damit sind wir beim Punkt, warum wir nicht über Milosevic reden sollten, sondern über Scharping, Fischer, Schröder und ihre Vorgänger. Diese UCK ist undenkbar ohne die deutsche Unterstützung. Es beginnt mit dem sog. Premier der Kosovo-Alberner Herrn Bukoshi, der sich selber als Unterstützer der UCK freimütig geoutet hat, und der seit Jahr und Tag in Bonn residiert und schon von Kinkel zu allen möglichen Konferenzen geschleppt wurde. In Dayton haben die Deutschen
versucht, den Dayton-Frieden zu belasten durch ein Junktim mit der Situation im Kosovo. Gottseidank waren die Amerikaner
damals dagegen. Das ist sowieso ganz wichtig. Ich höre es auch aus den Zwischenrufen: Fälschlich wird immer noch die USA für diesen Krieg verantwortlich gemacht. Und fälschlich wird der schlimme Anti-Jugoslawismus auf der einen Seite mit einem kaum besseren Anti-Amerikanismus der anderen Seite gekontert. Nicht die Amerikaner sind schuld an der Situation, sondern die Deutschen.

Diese These zeigt sich auch an der Finanzierung der UCK. Woher haben denn diese Gangster eigentlich ihr Geld? Eine
wesentliche Geldquelle sind die Geldsammlungen in Deutschland. Seit 1992 sind es jährlich 10 Mio. DM. Insbesondere seit den letzten zwei Jahren gab es noch einen zusätzlichen Fonds, der von der UCK-Vorfeld-Organisation betrieben wird.
Die haben allein im letzten Jahr 7 Mio DM gesammelt -- direkt für die UCK. Und diese Organisation, und jetzt wird s interessant, taucht sogar im Verfassungsschutzbericht auf. Und trotzdem hat der deutsche Vorsitzende dieser UCK-Hilfsorganisation letztes Jahr einen Brief an die Bundesregierung geschrieben, in dem er sich wortwörtlich dafür bedankt, daß ihre Arbeit bisher nicht behindert wurde.

Erst die Intervention von Holbrooke im August 1998, der da zum ersten mal unten war und gesehen hat, was das für  Vögel  sind, hat dazu geführt, daß diese Spendenpraxis -- von deutschen Behörden toleriert -- überhaupt auf s Tapet kamen. Holbrooke hat damals in der Kontaktgruppe verlangt: Stellt den Brüdern die Geldquelle ab! Kinkel hat es zur Kenntnis genommen, aber passiert ist nicht viel. Aber die Amerikaner waren dagegen.Ähnlich: Wo kommen denn die Waffen der UCK her? Ein Teil ist natürlich in Albanien aufgekauft, aber ein Gutteil kommt aus Deutschland. Es gibt doch den Bericht von MONITOR letztes Jahr. Ich zitiere zunächst einmal die britische Zeitung THE EUROPEAN, ein englisches Wochenblatt, das im September geschrieben hat:  Der deutsche zivile und militärische Geheimdienst hat versucht, die Ausbildung und Bewaffnung der Rebellen hochzutreiben, um den deutschen Einfluß auf dem Balkan zu zementieren und das Flüchtlingsproblem anzupacken. Ähnlich hat MONITOR berichtet:  Militärische Ausrüstung im Wert
von 2 Mio. DM wurde ins Albanische Krisengebiet entsandt. Die Militärgüter seien zum Teil an die Rebellenarmee UCK gelangt. Ein beteiligter MAD-Mitarbeiter sagte gegenüber Monitor: Die Aktion sei von  ganz oben  erwünscht gewesen. Auch die UCK-Aufrüstung fand gegen den Willen der USA statt. Ich zitiere noch einmal THE EUROPEAN, der geschrieben hat, es sei zu einem ernsthaften Bruch zwischen dem BND und der CIA gekommen, weil die Deutschen die UCK militärisch unterstützt hätten. Und der letzte Akt dieser besonderen deutschen Rolle, die auch die USA noch überholt hat, war Rambouillet. Christian Ströbele hat vorhin schon Auszüge aus dem Rambouillet-Vertrag zitiert, die wirklich sehr lesenswert sind. Also ein Besatzungsstatut für ganz Jugoslawien. NATO-Truppen und NATO-Panzer hätten in ganz Jugoslawien stationiert werden sollen. Das hätte Milosevic in Rambouillet unterschreiben lassen sollen.

Aber wer ist für Rambouillet verantwortlich? Da gibt es ein Dokument, das meines Erachtens in die
Weltgeschichte eingehen wird. Es ist das Dokument von Ludger  Vollmer, einer aufgeblasenen Null, die aber den Mantel der
Weltgeschichte spürt und deswegen die Tinte nicht halten konnte. Dieser Ludger Vollmer schreibt am 26.3. -- man kann es im Internet nachlesen, leider wurde es noch wenig gedruckt -- über die Vorgeschichte und die Abläufe im Rambouillet. Das muß ich jetzt zitieren, obwohl es wenig unterhaltsam ist, aber es muß zitiert werden. Ludger Vollmer schreibt:  Auf westlicher Seite standen zwei Optionen nebeneinander. Die Amerikaner wollten sofort auf der Basis des noch gültigen "act ord" mit Bombardierungen der Volksrepublik Jugoslawien beginnen. Dabei erwarteten sie die Beteiligung der anderen NATO-Staaten, auch Deutschlands. Ein politisches Ziel, außer dem der Bestrafung, war nicht erkennbar. Die zweite Option, die sich faktisch durchsetzte, war in der Führung des Auswärtigen Amtes entstanden: auf einer Friedenskonferenz sollte unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft erst ein Waffenstillstand erreicht, dann der endgültige Status des Kosovo als autonome Region innerhalb der Bundesrepublik Jugoslawien durchgesetzt und in einem dritten Schritt eine umfassende Balkankonferenz geplant werden. Es waren der grüne Außenminister Joschka Fischer und die Beamten des AA, die mit großem persönlichen Einsatz die anderen Außenminister dazu bewegten, statt einer schnellen Bombardierung den Verhandlungsprozeß von Rambouillet zu organisieren! Aus praktischen und diplomatischen Gründen wurde aber darauf verzichtet, diese Initiative als deutsche und grüne herauszustellen.  Und weiter schreibt Herr Vollmer:  Das war grüne Friedenspolitik, die sich aus Effizienzgründen aber nicht öffentlich darstellte.  Das heißt, die Abläufe vor Rambouillet waren folgendermaßen: Es gab das Massaker in Racak im Januar. Offensichtlich wollten die Amerikaner dann sofort eine Bombardierung machen, ohne politisches Ziel, nur zur Bestrafung. Das ist natürlich kindisch. Das ist sozusagen eine archaische Erziehungsmethode, wenn einer nicht pariert, dann gibt s ein paar mit Raketen hinter die Löffel. Das haben die Amerikaner auch in Bosnien schon so gemacht, das haben die Amerikaner letztes Jahr im Sudan so gemacht, aber diese Methode hätte wenigstens -- sie wäre auch abzulehnen gewesen -- aber sie hätte wenigsten den Vorteil gehabt -- so war
es auch in Bosnien öfters -- nach einem Vormittag wäre alles vorbei gewesen.

Dann kommen unsere grünen Realpolitiker und wollen Weltpolitik schreiben und sagen: Amerikaner, wir machen  Rambouillet ! Dann wird Rambouillet so eingefädelt, daß auf der einen Seite ein riesiger Erwartungsdruck aufgebaut wird, daß das jetzt die letzte Möglichkeit zum Frieden sei, und auf der anderen Seite ein Vertrag den Serben vorgeknallt wird, den nie und nimmer irgend jemand hätte unterschreiben können.

Auf diese Art und Weise haben diese Dilletanten -- oder Verbrecher -- diesen Krieg herbeigeführt. Sie haben auch die Amerikaner in diese Falle laufen lassen. Bis die NATO schließlich keine andere Möglichkeit mehr hatte als -- das ist keine Entschuldigung für die NATO, sondern das ist eine Anklage gegen die Politik und Co, die noch aggressiver war als die von Allbright und Cugh usw. Für mich ist es in erster Linie ein deutscher Krieg. Für mich ist es zum großen Teil auch ein Krieg von Joschka Fischer. Und wir haben während des Golfkrieges gesagt -- ich habe es nicht gesagt, aber viele haben es gesagt --  Kein Blut für Öl! . Ein sehr fragwürdiger Slogan. Ich würde hier für die aktuelle Situation sagen:
Kein Blut für Joschkas Karriere!