Aufruf zur Gewaltfreien Aktion am Sonntag, 18.4. 99
am britischen Luftwaffenstützpunkt Brüggen b. Mönchengladbach

Die NATO-Mitgliedsstaaten führen einen seit langem sorgsam vorbereiteten
Angriffskrieg gegen die BR Jugoslawien. Dieser Krieg soll die faktische
Anerkennung einer neuen Doktrin über die Vorherrschaft der NATO bewirken.
Das Leiden der Menschen im Kosov@ wird mißbraucht, um den Krieg politisch
durchsetzen zu können. Mit Krieg läßt sich ein Krieg nicht eindämmen.
In Deutschland sind mittlerweile zwei Luftwaffenstützpunkte zur
Bombardierung von Jugoslawien einbezogen: Die Militärflughäfen Spangdahlem
(bei Trier; US-Airforce) und Brüggen (bei Mönchengladbach, British Airforce).
Am vergangenen Samstag wurde der Stützpunkt Spangdahlem gewaltfrei blockiert.

Wir rufen auf, am kommenden Sonntag, den 18. April am Luftwaffenstützpunkt
Brüggen durch gewaltfreien Protest und zivilen Ungehorsam zu zeigen: wir
wollen keinen Krieg erlauben, wollen die Waffen auf allen Seiten zum
Schweigen bringen.
Nach unseren Informationen fliegen von Brüggen täglich Bomber der
britischen Luftwaffe zur Bombardierung von Zielen in Jugoslawien.

Wir planen eine gemeinsame Mahlzeit auf der Zufahrt zum Flughafen. Dabei
wollen wir reflektieren und uns austauschen über die Bilder und über die
Haltungen, die der Krieg bei uns wachruft und welche Handlungsspielräume
wir für unsere Arbeit am Frieden sehen.
Bei dieser gemeinsamen Mahlzeit wollen wir uns nicht von der Zufahrt
wegschicken lassen. Einige von uns möchten in dieser Zeit versuchen, in die
Airbase zu gelangen, um britischen Luftwaffensoldaten unser Anliegen zu
erklären und sie zur Dienstverweigerung aufzurufen.
Wir möchten uns dieses Handeln nicht verbieten lassen; vielmehr halten wir
es für wichtig, die Bestimmungen zum ungestörten Ablauf der Kriegsmaschine
nicht zu respektieren. Wir rechnen damit, daß, wer auf der Fahrbahn sitzen
bleibt oder wer in das Militärgelände zu gelangen versucht, vorübergehend
festgenommen und strafrechtlich verfolgt werden wird.
Es ist uns wichtig, in dieser Aktion ruhig, überlegt und übersichtlich zu
handeln. Wir möchten auch Menschen die Teilnahme ermöglichen, die sich dem
Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung nicht aussetzen wollen.

Bitte laßt Euch, wenn Ihr teilnehmen möchtet, unbedingt von der
Graswurzelwerkstatt das Blatt mit der Anfahrtbeschreibung, Treffpunkt vor
Beginn, Nachweis von Übernachtungen etc. zufaxen.
Wir treffen uns spätestens 12.30 Uhr. Wir werden vor Beginn der Aktion ca.
1 ½ Stunden zum Kennenlernen, zur Einbindung neuer TeilnehmerInnen, für
Absprachen und zur Vereinbarung einer tragfähigen Verständigungs- und
Entscheidungsstruktur benötigen. Gegen 14 Uhr wollen wir dann zum Haupttor
der Airbase gehen.
Wir freuen uns auf Eure Rückmeldung über die Teilnahme oder eventuelle
Bedenken.

Es rufen auf aus dem Bundesweiten Aktionsbündnis Stop dem Krieg:

Hagen Berndt, Kirchstraße 14, 29462 Wustrow Martin Singe, Lennéstraße 45,
53113 Bonn
Wilfried Kerntke, Lehrstr. 8, 63075 Offenbach Andreas Speck, Nikolausstraße
9, 26135 Oldenburg
Jörg Rohwedder, Güntherstr. 94, 22087 Hamburg Kerstin Niederheide,
Melkbrink 67, 26121 Oldenburg
Ilka Anger, Gensemer Str. 52, 53225 Bonn

Anfahrt-Info:
Graswurzelwerkstatt Köln, Tel.: 0221-765842, Fax: 765889,
graswurzelwerk@oln.comlink.apc.org