DVD

THE DORP - 40 days of our lives

Ein Vorort von Kapstadt im Jahr 2009: Die Apartheids-Gesetze von 1950 machten ihn zu einem Ghetto für die farbigen Menschen des Westkaps. Wie sieht es heute aus an diesem Ort, vor dem Südafrika-Reisende gewarnt werden, wegen der hohen Kriminalitätsrate? Die Öffentlichkeit interessiert sich kaum für das Schicksal der Menschen, die oft in einem Kreislauf von Armut und Missbrauch gefangen sind. Aber auch hier wird geatmet, es gibt Träume und Wünsche. Allen voran, dass die Gewalt aufhören möge, die Perspektivlosigkeit, der Drogenkonsum. Doch der Weg dorthin scheint steinig und schwer.

Der Film erzählt von diesem Ort, den seine Bewohner „das Dorf“ nennen. Für viele Menschen ist er Heimat geworden, weil Gesetze es so wollten, die sie als „farbig“ klassifizierten. Anhand des Alltagslebens von vier zentralen Figuren und deren Umfeld wird sich dem Leben in diesem Dorf genähert.
Der 13-Jährige David „Junior“ stellt uns sein Leben als Jüngster einer 7-köpfigen Familie vor: Er liebt das Fußballspiel und ist für seine Freunde ein wahrer Anführer. Ein Junge voller Hoffnung und Ambitionen, obwohl er keinen leichten Start hatte, verbrachte er doch die ersten 7 Jahre seines Lebens ohne seinen Vater David „Senior“, der eine Gefängnisstrafe verbüßte.
Die 17-jährige Nicole ist bereits auf der High School. Sie beginnt das Leben zu entdecken, geht feiern, hängt mit Freunden ab, probiert Alkohol aus. Für sie und ihre Freunde steht jedoch eines fest: Nie werden sie einer Gang beitreten oder die harten Drogen anfassen, die einen Großteil ihrer Generation zu perspektiv- und skrupellosen Gestalten verkommen lassen.
Paul ist bereits 40 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder, die (wie David „Junior“) die Primary School besuchen. Seinen Erfolg im Leben hat er sich selber hart erkämpfen müssen. Seine Kinder erzieht er mit eiserner Hand. Sie sollen Karriere machen, im Leben etwas werden. Paul ist ein klarer Befürworter der autoritären Erziehung, auch mit Anwendung von Gewalt. Es stärkt ein Kind sagt er.
Marlene ist die Seniorin unter den vier Figuren. Sie hat die Geschichte ihrer Umgebung 76 Jahre lang verfolgt. Sie hat über 40 Jahre Apartheid erlebt, die wirtschaftliche Entwicklung beobachtet. Sie ist Zeitzeugin der vielen Bandenkriege in der Region, kennt die Drogenprobleme der Menschen und die ausufernde Gewalt. Wie die meisten ist sie tief gläubig und sieht den einzigen Ausweg der Menschen aus ihrer misslichen Lage im Weg zu Gott.
Eines haben alle Figuren gemeinsam: Sie leben in der gleichen Nachbarschaft und sehen sich mit der gleichen, von Missständen geschüttelten Gesellschaft konfrontiert. In ihrer Umgebung passiert alles, was Ausdruck von Armut sein kann. Einige Schauplätze und Nebenakteure lassen dies sehr deutlich werden. Die Wut vieler Bewohner des Dorfes über ihre missliche Lage äußert sich zum Ende des Films in heftigen Straßenkämpfen mit der Polizei.

KOMMENTARE VON KINOBESUCHERN
“The Dorp der Debütfilm von Max Fabian Meis, Ferdinand Carrière und Joey Chantal Murray berührt tief. Die low-budget Dokumentation zeigt das Leben in einem afrikanischen Ghetto. Mit einfachen und authentischen Bildern ist es den Filmemachern gelungen, den Zuschauer für 90 Minuten in eine fremde Realität zu entführen, die ihn so schnell nicht wieder los lässt. Das bewusste Weglassen des Erzählers zwingt den Zuschauer zur eigenen Meinung und lädt zur späteren Diskussion ein.
Ein Film der ohne Fragen viele Antworten liefert.“
"Er [der Film] ist berührend, ja, vor allem deshalb, weil er das in mir berührt, was ich "Weltenseele" nennen möchte: Wie kann uns Westeuropäern eine Annäherung an Südafrika gelingen? Wie können wir ermessen, was diese Menschen für eine Identität haben? [...] Wie können wir aus der Berührung eine Betroffenheit entstehen lassen, die Menschen in Südafrika Hoffnung gibt? [...] Ich wünsche diesem Film und seiner Botschaft, dass sie gesehen und gehört wird."
"...ist nicht wirklich schön, sondern berührend ehrlich und trifft mitten ins Herz. Wie habt ihr es geschafft, so nahe an diese Menschen heranzukommen?"
"Ich habe lange keine so packende und berührende Doku gesehen."
"Man lacht, weint, wird informiert und bewegt."
"...der Film hat mir Afrika gezeigt, wie es alle anderen Dokus bisher nie getan haben. Und ich mag dieses Afrikaans, das klingt immer so gut... man versteht die Hälfte, und dann doch wieder nicht."
"Beeindruckend sind die Offenheit und die Authentizität - das war nur möglich durch den großen Respekt und die Wertschätzung, die ihr den Menschen dort entgegen gebracht habt."

Dokumentation, 86 Minuten, DVD, 14,99 € + 3 € Porto Inland, Ausland 5 €
Regie: Max Fabian Meis, Joey Chantal Murray, Ferdinand Carrière
Produktion: DOWNSIDEUP - Filmproduktion
Format: DVD-Video, Untertitelt, Dolby, PAL
Sprache: Englisch; Untertitel: Deutsch
Region: Alle Regionen
Bonusmaterial (60 min.), 1 Booklet mit Hintergrundinformationen

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