" /> filmfestival münster 2007: Filme: Oktober 2007 Archives

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17.10.07

Kurzfilmprogramm „Konfliktreich“

So 21.10. 11:00 In Anwesenheit der Filmemacher

BRIGADISTAS
D 07 | 45 min | Beta SP | Farbe
R+B Daniel Burkholz

Im Juli 1936 putschte das Militär gegen die Spanische Republik. Aus der ganzen Welt kamen über 40.000 Freiwillige nach Spanien und kämpften in den Internationalen Brigaden gegen den Faschismus. 70 Jahre danach kehren 36 der letzten noch lebenden Kämpferinnen und Kämpfer nach Spanien zurück.
In Interviews und in den Begegnungen werden die Zuschauerinnen und Zuschauer von den Brigadistas auf eine Reise mitgenommen, die von Madrid über Zaragossa nach Barcelona führt. Dabei wird deutlich, was zehntausende von Menschen dazu bewegt hat, aus der ganzen Welt nach Spanien zu kommen, um dort im Kampf gegen den Faschismus ihr Leben aufs Spiel zu setzen.

Kontakt Roadside Dokumentarfilm

FOR A BETTER WORLD
D 06 | 9:40 min | DV | Farbe
R+B+K+S+M Barbara Hlali

Was bedeutet Krieg für jeden Einzelnen?
Ein Animationsfilm über die Absurdität und den Wahnsinn einer Situation, in der nicht mehr zwischen Gut und Böse unterschieden werden kann.

Kontakt barbara.hlali {at} gmx.de

AKHONA
D 06 | 4:20 min | DV | Farbe
R+B+K+S Michael Spengler
M Kartini
D Malin Terrinde, Lukas Schweer, Steen
Rothenberger, Menschen von Tansania

Das Musikvideo thematisiert das Schicksal von Akhona, der nach dem Verlust seiner Mutter in einem AIDS-Waisenhaus lebt. Sein größter Wunsch ist es, bald in seine Heimat und zu seinen Freunden zurückzukehren.

Kontakt MichaSpe {at} aol.com / s. DER LÜSTER

KEINE KINDERSOLDATEN
D 06 | 3:50 min | S16mm | Farbe
R Pit Budde, Synke Schlüter, Winfried Bettmer
K Synke Schlüter
S Julian Isfort, Josephine Kronfli, Pit Budde
M Karibuni

Gemeinsam mit der Filmwerkstatt Münster haben die MusikerInnen von „Karibuni“ Musikvideos gedreht. Das Lied des angolanischen Kindersoldaten Roberto ist eine wahre Begebenheit, die Komponist und Sänger Carlos Mampuya mit nach Deutschland brachte.

Kontakt film {at} muenster.de

CAMILO — The Long Road to Disobedience [engl.OmdtU]

So 21.10. 15:00 Preview
Koproduktion Filmwerkstatt Münster

ff07_mc_camilo_07.jpgDas Rückgrat der US- amerikanischen Armee kommt nicht aus West Point oder Annapolis, nicht aus Familien mit einer Militärtradition, die bis zum Sezessionskrieg zurückreicht, sondern wurde in den Armenvierteln der Schwarzen aufgebaut und den Einwanderungswellen aus Lateinamerika weiter gestärkt. Die Rekrutierungskommandos der Streitkräfte haben zumeist leichtes Spiel bei den Perspektivlosen und gesellschaftlich Ausgestoßenen, die Verlockungen der vereinfachten Einbürgerung durch den Wehrdienst tun ihr Übriges.

The backbone of the US army does not come from West Point or Annapolis, not from families with a military tradition going back to the Civil War, but was built in the black ghettos and further strengthened by immigration waves from Latin America. The forces’ recruitment officers find it easy to win over those without perspective in and marginalized by society, the temptation of smoother naturalization through military service is another incentive.

Auch Camilo Mejía, Sohn des berühmten nicaraguanischen Komponisten Carlos Mejía, trat der National Guard bei, in der Hoffnung, Unterstützung für sein Psychologiestudium und die US-Staatsbürgerschaft zu bekommen. Der Emigrant aus Nicaragua verpflichtete sich 1995 für acht Jahre bei der National Guard. In seinem letzten Dienstjahr wurde Camilos Einheit für den zweiten Irakkrieg mobilisiert und in Ramadi, einem der Brennpunkte des sunnitischen Dreiecks, eingesetzt. Sein wachsender Zweifel am Sinn des Krieges führte dazu, dass sich Camilo von einem zweiwöchigen Heimaturlaub nicht mehr zurückmeldete. Camilo Mejía wurde der erste offizielle Kriegsdienstverweigerer des Irakkriegs.

Camilo Mejía, son of the famous composer Carlos Mejía, also joined the National Guard hoping to find support for his psychological studies and obtaining the US citizenship. The emigrant from Nicaragua signed an eight-year contract with the National Guard in 1995. In his last year of service, Camilo’s unit was mobilized for the Iraq war and was stationed in Ramadi, one of the hotspots in the Sunni triangle. His growing doubt about the purpose of the war led Camilo not to report back from a two-week vacation at home. Thus Camilo Mejía became the first official conscientious objector of the Iraq war.

Für seinen Dokumentarfilm „CAMILO — Der lange Weg zum Ungehorsam“ begleitet der renommierte Autor und Regisseur Peter Lilienthal den zwischenzeitlich Inhaftierten bei seinen Versuchen, wieder im Leben Fuß zu fassen und verfolgt sein neues Engagement für die Friedensbewegung. Lilienthal kontrastiert die Geschichte Camilos mit der von Fernando Suarez del Solar, der seinen Sohn Jesus bei der Irak-Invasion verlor. Er war der erste Mexikaner, der in diesem Krieg starb. Fernando geht in seiner Trauer den Hintergründen nach und gründet das Guerrero Azteca Peace Project. Als Friedensaktivist zieht er durch die Schulen hispanischer Communities in den USA und setzt den beschönigenden Versprechungen der Rekrutierungskommandos seine bitteren Erfahrungen entgegen.

For his documentary “CAMILO — The Long Road to Disobedience” the renowned author and director Peter Lilienthal accompanies Camilo, who was intermittently arrested, in his attempts to deal with life and documents his new engagement with the peace movement. Lilienthal contrasts Camilo’s story with that of Fernando Suarez del Solar, who lost his son Jesus at the Iraq invasion. He was the first Mexican to die in the war. Fernando in his grief traces the backgrounds and starts the Guerrero Azteca Peace Project. As peace activist he visits schools of Hispanic communities in the US and contrasts the euphemistic promises of the recruitment officers with his own bitter experience.

Peter Lilienthal hinterfragt in diesem essayistischen Dokumentarfilm die Verantwortung der Söhne und Väter, als Soldaten in einen Krieg zu ziehen. Ihm ist ein poetisches und wahrhaftes Porträt zweier Menschen gelungen, die sich gegen die öffentliche Meinung gestellt haben und die nun — als verurteilter Deserteur und wahrheitssuchender Vater — die Sehnsucht empfinden, wieder zu sich selbst und zur Ruhe zu kommen.
„CAMILO — Der lange Weg zum Ungehorsam“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von Steelecht, Triangle 7 und der Filmwerkstatt Münster, im Auftrag des WDR, in Zusammenarbeit mit ARTE.

Peter Lilienthal questions the responsibility of sons and fathers, who go to war, in this essayistic documentary. He created a poetic and truthful portrayal of two people, who oppose popular opinion and who now — as convicted deserter and as father looking for truth — feel a longing to get back to themselves and find peace.
“CAMILO — The Long Road to Disobedience” is a co-production by Steelecht, Triangle 7 and the Filmwerkstatt Münster, commissioned by the WDR in cooperation with ARTE.

anschl. Podiumsdiskussion
„Eine Achse der Hoffnung“
mit Peter Lilienthal, Regisseur und Vorstandsmitglied der Europäischen Filmakademie, einem Mitglied des „Connection“ e.V. (Aachener Friedenspreis 1996) und einem US-amerikanischen Kriegsdienstverweigerer.

Stage discussion after the film: “An Axis of Hope“ with Peter Lilienthal, director and board member of the European Film Academy, a member of “Connection” e.V. (Aachen Peace Prize 1996) and an American conscientious objector.

D 07 | 84 min | Digi Beta | Farbe
R+B Peter Lilienthal
K Carlos Aparicio
S Julian Isfort
M Seraphin
D Camilo Mejia,
Fernando Suarez del Solar

Kontakt
film {at} muenster.de

Peter Lilienthal
geb. 1929 in Berlin. Der Sohn eines Bühnenbildners wanderte mit den Eltern 1939 nach Uruguay aus, wo seine Mutter ein Hotel führte. Er studierte nach dem Abitur an der Universität Montevideo Kunstgeschichte, Musik und Jura. Im Universitäts-Filmclub beteiligte er sich an der Produktion von Kurzfilmen. Ab 1956 studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Berlin. Er inszenierte für das Fernsehen eine Reihe von Adaptionen des absurden Theaters, die wiederholt mit Fernsehpreisen ausgezeichnet wurden. 1971 gründete er mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films den Filmverlag der Autoren.
In den siebziger Jahren wandte Lilienthal sich in seinen Filmen mehrmals den Problemen in Südamerika zu. 1976 erhält sein Film „Es herrscht Ruhe im Land“ den Deutschen Filmpreis für den besten Spielfilm, 1979 wird „David“ der Goldene Bär auf der Berlinale zugesprochen.
Lilienthal ist Direktor der Akademie für bildende Künste, Abteilung Film, sowie im Vorstand der Europäischen Filmakademie.

Born in Berlin in 1929. The son of a stage designer emigrated to Uruguay with his parents in 1939, where his mother ran a hotel. After graduating from school, he studied art history, music and law at the university of Montevideo. At the university’s filmclub, he participated in the production of short films.
He studied at the Academy of the Performing Arts in Berlin from 1956. He created a number of adaptations of the theatre of the absurd for television, which repeatedly won the German Television Award. Together with other auteur film makers he created the Filmverlag der Autoren in 1971. In the 1970s, he repeatedly dealt with problems of South America in his films. In 1976, he won the German Film Award for Best Film with “Es herrscht Ruhe im Land”, in 1979, he won the Golden Bear at the Berlinale for “David”.
Lilienthal is director of the Academy of the Performing Arts, Section Film, as well as board member of the European Film Academy.

Kurzfilmprogramm „Werkschau“

So 21.10. 16:00 In Anwesenheit der Filmemacher

SKULPTURENSOMMERFILM
D 07 | 4:35 min | DV | Farbe
R Ulrike Behnen, Nikolaus Hillebrand, s. GRÜN

Im Rahmen des Projekts „Skulptur Reporter“ der Stadt Münster und des LWL setzten Grundschulkinder aus Kinderhaus ihre Erfahrungen in einen Trickfilm um: Eine große Gießkanne macht sich auf den Weg, die „Blume für Münster“ von Marko Lehanka auf dem Prinzipalmarkt zu gießen, und erlebt allerlei Abenteuer.

Kontakt grosse {at} stadt-muenster.de

DIE BRILLE
D 07 | 12:00 min | Beta SP | Farbe
R+B Julian Isfort
K Hendrik A. Kley
D Jaymes Butler, Robert Meller, Klaus Peeck

Ein Kunde, zwei Optiker und ein Fleck auf der Brille: kein Problem, oder doch? Ausgelöst durch ein kaum sichtbares Detail, schwankt die Situation zwischen Problemlösung und Eskalation.

Kontakt julianisfort {at} gmx.de

BASMATI
D 07 | 2:28 min | DV | Farbe
R+B+S Christine Goppel, s. Trailer
M Die Kernspaltung
D Madison Schwinn,
John Fleisch, Lilli L’arronge

Eine gierige Göre hat Hunger. Was gibt es heute?
Lecker Jungs süß-sauer auf einem Bett aus Basmati-Reis! Delikat — aber mit Vorsicht zu genießen.

Kontakt lilli.larronge {at} web.de
» www.christinegoppel.de / Die Kernspaltung

NEXT DOOR
D 07 | 9:09 min | Beta SP | Farbe
R Dule Solomun
B Dule Solomun, Oscar Stiebitz,
Max Hüttermann
K Max Hüttermann, Dule Solomun

Ein Mann wird von seiner Frau ignoriert.
Er verlässt die Wohnung und wird durch einen kleinen Zufall zum Voyeur …

Kontakt
» www.stiebitz.org

… DURCH DEN REGEN
D 07 | 5:30 min | DV | Farbe
R Ulrike Behnen
M Kai Niggemann
D Muhamet Zimmer, Emra
Gradina, Romeo Deli, Lino
Gomez, Jacinto Mendez

Das Musikvideo-Projekt entstand im Oktober 2006 im Rahmen eines soziokulturellen Projekts mit jungen
Erwachsenen. Die „Pulverschuppengang“, eine Crew von Roma-Jugendlichen, singt und spielt live. Mit
den Mitteln des Hip Hop verarbeiten sie ihre Erlebnisse aus dem Kosovo.

Kontakt film {at} muenster.de
» www.kainiggemann.de

KALEIDOSKOPE
D 07 | 5:00 min | Digi Beta | Farbe
R Florian Gottschick, s. LOST SON
B+K+S Marc-André Hupfeld
D Vera Pashmin, Sebastian Heidenreich

Seien wir doch ehrlich! Der einzige Grund, der uns am Leben erhält, ist Essen. Begleiten wir mal rein sachlich den göttlichen Weg unserer Nahrung durch unsere Psyche, so bemerken wir schnell, wo sie landet: Auf unseren Hüften.

Kontakt marc.hupfeld {at} web.de

GESEHEN & GESCHOBEN
D 07 | Trickfilm, 6:40 min + Doku, 6:00 min | DV | Farbe
R Ulrike Behnen, Nikolaus Hillebrand, s. GRÜN

„Inspiriert von den Skulpturen der Künstler Werner Streppel, Hans-Werner Padberg, Matthias Klepgen und Gerd Robben, die in den Ateliers des Kunsthauses Kannen arbeiten, lassen Nikolaus Hillebrand und Ulrike Behnen bewegte Bilder entstehen, in denen die Kunstwerke eine federleichte Eigendynamik entwickeln. Man darf sich auf einen Film freuen, der von einem humorvollen Umgang mit vorgefundenen Gegebenheiten und Objekten geprägt ist.“
(Udo Baggeröhr)

Kontakt behnen {at} muenster.de

KOHLENWÄSCHE
D 07 | 17:00 min | DV | Farbe
R Horst Herz

Der Nachwelt eine Botschaft aus der untergehenden Welt der Arbeit — Geschichten vom Verlust des Arbeitsplatzes.
Die unwiederbringlichen, vom Verschwinden bedrohten Bilder werden am Beispiel der Schließung eines der letzten Kohlebergwerke am östlichsten Rand des Ruhrgebiets, der Zeche „Westfalen“, festgehalten. Entstanden sind spontane Begegnungen und Gespräche mit vielen deutschen und türkischen Bergleuten. Wieder gehen für die nachkommende Generation ca. 3.000 Arbeitsplätze verloren.

Kontakt
» www.filmsite.de

16.10.07

BLOND, BLUE EYES [niederl.OmeU]

Mi 17.10. 22:30 / Do 18.10. 22:30 NRW-Premiere
In Anwesenheit von Rutger Hauer

Rutger Hauer ist der mit Abstand berühmteste Schauspieler der Niederlande. Durch seine Rollen in SOLDIER OF ORANGE, TÜRKISCHE FRÜCHTE und FLORIS, einer beliebten Kinderserie (allesamt von Regisseur Paul Verhoeven), wurde er über die Landesgrenzen bekannt, mit Filmen wie BLADE RUNNER und THE HITCHER gar zum Weltstar. Aber das alles liegt schon länger zurück.
Es wird weithin angenommen, dass er Hollywood vor langer Zeit den Rücken gekehrt hat und jetzt halb im Ruhestand lebt. Aber die Wahrheit ist eine ganz andere. Zunächst hat Rutger die Niederlande nie verlassen, er lebt in Friesland auf einem Bauernhof mit seiner Frau, mit der er seit 35 Jahren verheiratet ist. Er ist nach wie vor ein vielbeschäftigter Hollywood- Schauspieler und mittlerweile in über 100 Filmen aufgetreten. Aber zugleich ist er eine sehr private Person — ein rätselhafter Mann.

Niemand scheint zu wissen, was er abseits der Leinwand macht, und vor allem, wie er wirklich ist. Tatsächlich unterscheidet er sich radikal von seinem Leinwandimage: der gefährliche, starke und attraktive Schuft, den er so gut zu spielen versteht. Im wahren Leben ist er schüchtern und still. Und dennoch hat er es geschafft, Teil der Hollywoodindustrie zu sein — mitsamt Manager, zwei Agenten, einem Rechtsanwalt und einem Presseberater.
Aber bekommt er wirklich die Rollen, die er gerne hätte? Ist er auf der Suche nach der einen perfekten Rolle? Und wie bleibt man sich im Hollywoodsystem selber treu?

Rutger Hauer is by far the most famous Dutch actor ever. Forever known for SOLDIER OF ORANGE, TURKISH DELIGHT and FLORIS, a still popular children’s series (all by director Paul Verhoeven). And of course BLADE RUNNER and THE HITCHER. But this is all older work. People assume he left for Hollywood a long time ago and he is now semi-retired. But they are so wrong. First of all, Rutger never left the Netherlands, he lives in the province of Friesland on a farm with his wife of 35 years. He still is, and has been all these years, a working actor in Hollywood, and he appeared in over 100 movies. But he keeps to himself. A man of mystery.
Why is he so secretive? No one seems to know what he is doing and most of all … what he is really like. He turns out to be completely different from his on-screen persona: the dangerous, strong and sexy villain he plays so well. In real life he is timid and softspoken. But yet he has been able to work inside the Hollywood industry, he too has a manager, two agents, a lawyer and a publicist.
But is he able to get the roles he really wants? Is he on a quest for that one perfect role? And how do you stay true to yourself in the Hollywood system?

NL 06 | 70 min | Digi Beta | Farbe
R+B Simone de Vries
K Joost van Herwijnen
S Bart van den Broek
M Rens Machielse
D Rutger Hauer

Kontakt
Lagestee Film BV

Simone de Vries
geb. 1963. Studium an der Nederlandse Film en Televisie Academie. Für „Blond, Blue Eyes“ begleitete sie Rutger Hauer über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Born in 1963. Studies at the Netherlands Film and Television Academy. She accompanied Rutger Hauer for more than two years for her work on „Blond, Blue Eyes“.

Filmographie (Auswahl)
Kinky Friedman: Proud to Be an Asshole from El Paso (2001)
Planet Kamagurka (2004)
Blond, Blue Eyes (2006)

PRETPARK NEDERLAND — A Funfair behind the Dikes [niederl.OmeU]

Do 18.10. 22:30 / Sa 20.10. 14:15 NRW-Premiere

Die Niederländer nehmen ihre Freizeitgestaltung mehr als ernst. „A Funfair behind the Dikes“ öffnet uns einen unterhaltsamen, erstaunlichen und verstörenden Blick auf das, was unsere „Nachbarn“ heutzutage in ihrer vielgeliebten Freizeit machen. Während der Libelle- Sommerwoche, in der sich jeden Tag Tausende von Besuchern ganz ihrer spontanen Kreativität hingeben, während der Gay Pride Parade, wo insbesondere die Frauen aus der Provinz sich die „exotischen“ Homosexuellen genauer anschauen. Oder auf dem Schokoladenfestival in Zutphen und auch im Gerangel um die besten Plätze beim kostenlosen Prinsengrachtkonzert in Amsterdam. Mit den Augen einer chinesischen Reisegruppe betrachtet, die mit ihrem Bus wie auf der Kon-Tiki in den Niederlanden umherkreuzen, überrascht der Film immer wieder mit dem, was die Niederländer tatsächlich mit ihrer Zeit anzufangen scheinen. Diese erfrischende Dokumentation erzeugt Staunen, teils aber auch schamhaftes Mitgefühl.
Der Film tourte 2007 sehr erfolgreich durch die Filmhäuser und Kinos der Niederlande und war auch auf dem Internationalen Filmfestival Rotterdam vertreten.

The Dutch take their leisure activities more than seriously. “A Fun Fair behind the Dikes” offers us an entertaining, amazing and disquieting view on what our neighbours do in their spare time. During the Libelle summer week, when thousands give themselves over to spontaneous creativity every day, or during the Gay Pride Parade, where provincial women especially take a closer look at the “exotic” homosexuals. Or at the Zutphen chocolate festival or in the struggle for the best seats at the free Prinsengracht concerts in Amsterdam. As seen by a Chinese travel group, zig-zagging through the Netherlands in their bus as with the Kon Tiki, this film always surprises us with what the Dutch actually do with their time. This refreshing documentary leaves you wondering, with a hint of shameful compassion.
This film toured very successfully through the film houses and theatres of the Netherlands and was also shown at the Rotterdam International Film Festival.

NL 06 | 90 min | Digi Beta | Farbe
R Michiel van Erp
B Michiel van Erp, Rene van’t Erve
K Mark van Aller
S Hinne Brouwer
M Louis ter Burg, Truus Melissen

Kontakt
De Familie BV

Michiel van Erp
geb. 1963 in Eindhoven. Nach dem Studium als Produktdesigner an der Technischen Universität Delft startete er eine Karriere als Schauspieler. Fünf Jahre später wechselte er ins Dokumentarfilmregiefach. Sein Film „Pretpark Nederland“ wurde zu einem großen Kinoerfolg in den Niederlanden. Van Erp arbeitet außerdem als Regisseur mit seiner eigenen Theatertruppe, und im vergangenen Jahr veröffentlichte er ein Buch über seine Arbeit.

Born 1963 in Eindhoven. Production design studies at the Delft university, then embarked on a career as actor. Five years later, he became a director of documentaries. “Pretpark Nederland” was a great box office hit in the Netherlands. Van Erp also works as a theatre director with his own acting group, he published a book about his work in 2006.

Filmographie (Auswahl)
Vergeet me niet (2002)
Divina Gloria (2006)
Pretpark Nederland (2006)

HET ZWIJGEN — SONG FROM THE OTHER SIDE [niederl.OmeU]

Fr 19.10. 20:00 NRW-Premiere

Victor Dreisen führt ein angenehmes Singledasein. Am Meertensinstitut in Amsterdam erforscht er ländliche Kulturen. Sehr zum Ärger seines Vorgesetzten nutzt er jedoch seine Wochenenden, um verschiedene Metropolen zu bereisen. Viktors Kollegin Heleen, die heimlich in ihn verliebt ist, hilft ihm oft aus Schwierigkeiten heraus. Als ein Onkel, der in einer Psychiatrie verstorben ist, Victor einen Kotten in Koekange in einer entlegenen Gegend der Niederlande hinterlässt, entscheidet er sich, dorthin zu fahren und den Kotten zu renovieren. Er erzählt seinem Vorgesetzten, dass er an Mörderballaden aus der Gegend forsche, in denen von grausamen Verbrechen erzählt wurde.
In Koekange wird Viktor von einer dieser Mörderballaden besonders angezogen. Es ist die grauenhafte Geschichte eines Dreifachmordes, der nie aufgeklärt wurde. Die Ballade wird von Geesje gesungen, einer attraktiven Frau, die auf einem Boot lebt und mit der Victor eine Affäre beginnt. Die Dorfbewohner scheinen mehr zu wissen, aber sie sagen nichts. Victor erhält sogar anonyme Drohungen, man nagelt ihm Schafsköpfe an die Tür. Er gibt dennoch nicht auf und es scheint fast, als sollte er den Fall lösen. Aber kann er sich noch auf seinen Verstand verlassen oder sind seine Entdeckungen in Wirklichkeit Wahnideen? Er kann sich nicht von Geesje und den Morden losreißen. Doch für die Aufklärung muss er einen hohen Preis bezahlen.

Victor Dreisen leads a pleasant life as a single. At the Meertens Institute in Amsterdam he studies folk cultures. To the annoyance of his boss however he uses his weekends to make trips to different metropolises. Victor’s colleague Heleen who is secretly in love with him, often gets him out of trouble. When an uncle who has died in a psychiatric hospital leaves Victor a cottage in Koekange in a remote province of The Netherlands he decides to travel there and renovate the cottage. He tells his boss he is going to research local murder songs, in which gruesome crimes used to be narrated.
In Koekange Victor gets intrigued by one such murder song. It’s the horrifying story of a triple murder that has never been solved. The song is sung by Geesje, an attractive woman on a vessel, he starts a love affair with. The villagers seem to know more but hold their tongues. Victor even receives anonymous threats, sheep’s heads nailed to his door. Still he doesn’t give up and it seems he’s going to unravel the mystery. But can he still rely on his mind or are his discoveries really delusions? He can’t let go of Geesje and the murder mystery. For the solution he has a very high price to pay though.

NL 06 | 90 min | Digi Beta | Farbe
R+B+S André van der Hout, Adri Schrover
K Adri Schrover
M Sergei Zhukov, Ferry Heyne
D Vincent Croiset, Rosa Reuten, Susan Visser,
Huib Broos, Ruger Remkes

Kontakt
Waterland Film & TV

André van der Hout
geb. 1958 in Maassluis. Studium der Kulturgeschichte an der Erasmus Universität in Rotterdam. Er dreht Kurzfilme und Dokumentationen für die niederländischen TV-Sender VPRO, RVU und NPS.

Born in Maassluis in 1958. Studied art history at the Erasmus university in Rotterdam. Does short films and documentaries for the Dutch TV stations VPRO, RVU and NPS.

Filmographie (Auswahl)
Kort Rotterdams — De overkant (1998)
De illusie aan de macht — 1412 dagen kabinet den Uyl (1999)
De arm van Jezus (2003)
Het Zwijgen (2006)

Adri Schrover
geb. 1962 in Roermond, arbeitete bisher als Kameramann (u.a. „Tussenland“, 2002 ) und Cutter. „Het Zwijgen“ ist sein erster Film als Regisseur.

Born in Roermond in 1962, he worked as cinematographer (“Tussenland”, 2002, a.o.) and Editor. “Het Zwijgen“ is his first Film as a director.

Vorfilm zu „Het Zwijgen“:
SPOORWEG — LOSING TRACK [niederl.OmeU]
Der Alptraum beginnt, als Du Deine Tochter auf dem Weg zurück zu Deiner Ex-Frau im Zug verlierst. Während Du Deine Tochter suchst, geht Dein Poetryfestival den Bach runter. Und plötzlich merkst Du, dass der Zug im Kreise fährt …
Der Wachtraum eines mit Schuldgefühlen beladenen Vaters oder die Rache einer enttäuschten Tochter?

The nightmare begins when you lose track of your daughter on a moving train, just when you’re on your way to return her to your ex wife. Simultaneously the poetry fest you’re setting up begins to fall apart. It all gets worse when you notice the train to be riding in circles … Is it the waking dream of a guilt-ridden father, or could it be the vengeance of his angry little daughter?

NL 06 | 12 min | Beta SP | Farbe
R+B Jacco Groen
K Peterjan van der Burgh
S Boelie Vis
M Danny Weyermans
D George van Houts, Tine Joustra,
Lisette Livingstone

Kontakt
Pal AV

Filmographie (Auswahl)
Vadertje tijd (1983)
De Feniks (1999)
De mensen van der kermis (2001)
Spoorweg (2006)

WILD ROMANCE [niederl.OmeU]

Fr 19.10. 22:15 NRW-Premiere

Der wohl erste niederländische Rock’n’Roll-Film beleuchtet die wilde Zeit, in der Herman Brood mit seiner Band Wild Romance zur Legende wurde. Alles beginnt im Jahr 1974 mit einem Auftritt in der grenznahen Gemeinde Winschoten. Der Gig ist ein voller Erfolg, und Kneipenbesitzer Koos bietet sich an, die Band zu managen. Sex, Drugs and Rock’n’Roll prägen fortan die Karriere des niederländischen Rockstars. Mit zunehmendem Erfolg kommen sich auch die beiden Männer näher und entwickeln eine besondere Freundschaft, die jedoch nicht immer einfach ist. Mehr als einmal beschließt Manager Koos alles hinzuschmeißen, wenn ihn der exzentrische Musiker mal wieder versetzt. Doch so unterschiedlich die beiden Männer auch sind, sie haben eines gemeinsam: Die Liebe zur Musik. So raufen sie sich immer wieder zusammen und verfolgen das große Ziel, einmal auf der Bühne des berühmten „Bottom Line“ in den USA zu stehen. Während einer Tour durch zahlreiche Clubs in den Staaten scheint sich dieser Traum schließlich zu erfüllen, wäre da nur nicht Hermans Drogensucht.

Presumably the first Dutch Rock-’n’Roll film, it highlights the wild times, when Herman Brood became a legend with his band Wild Romance. It all starts 1974 with a gig at Winschoten near the border. It is a smashing success and the pub owner Koos offers to manage the band. Sex, Drugs and Rock’n’-Roll mark the career of the Dutch rockstar from now on. With growing success, the two men also grow closer and a special friendship develops, which wasn’t always easy. More than once, manager Koos decides to end it all, when the excentric musician again fails to show up. But as different as the two men are, they have one thing in common: the love of music. They reconcile time and again in pursuit of their great goal, to once be on stage at the famous “Bottom Line” in the US. On tour through various clubs in the states their dream seems to come to life, if it weren’t for Herman’s drug addiction.

Im Vorprogramm zu WILD ROMANCE:
Live-Hommage an Herman Brood
„Lost Romance“
Als der holländische Kultstar Herman Brood im Juli 2001 seinem bewegten Leben durch einen Sprung vom Amsterdamer Hilton Hotel ein Ende setzte, war dies ein Schock für seine Fans in ganz Europa.
Mit einem 20-minütigen Showcase erinnern Roger Trash (voc., perc.), David Rebel (Gitarrist bei Philipp Boas Voodooclub) und Mytch Alberts (piano) an die grandiosen Songs des Vollblut- Rock’-n’Rollers, der uns hier in Münster so schweißtreibende „Scheinheilige Nächte“ im damaligen Jovel Cinema beschert hat.

NL 06 | 103 min | 35mm | Farbe
R Jean van de Velde
B Maarten Lebens, Jean van de Velde
K Jules van den Steenhoven
S Martyn Gould
M Kinshasa Brothers, Dany Lademacher
D Daniël Boissevain, Marcel Hensema, Karina
Smulders, George Rossi, Andy Nyman

Kontakt
Film Company M4all BV

Jean van de Velde
geb. 1957 in Bukavu, Kongo. 1978 Abschluss an „De Filmacademie“. Gründete Anfang der 80er zusammen mit Leon de Winter und René Seegers die „Eerste Amsterdamse Filmassociatie“. Mit seinem Polizeithriller „Lek“ war er 2001 im Filmfestival Münster vertreten.

Born in Bukavu, Kongo, in 1957. Graduated from “De Filmacademie” in 1978. In the early 80s, founded the “Eerste Amsterdamse Filmassociatie” together with Leon de Winter and René Seegers. Was featured at the Münster Film Festival 2001 with his police thriller “Lek”.

Filmographie (Auswahl)
De verwondering van Herman Dürer (1979)
De kleine blonde dood (1993)
All Stars (1997)
Lek (2000)
Wild Romance (2006)

Shorts on Tour [niederl.OmeU]

Sa 20.10. 15:00 / So 21.10. 20:00 Münster-Premiere
Gesamtlänge: 88 min


CONTACT
NL 06 | 9 min
R Hanro Smitsman

Ein Junge, der Autos beschädigt, eine alleinerziehende Mutter, die sich in einem Akt der Verzweiflung völlig auftakelt und ein Mann, der von seiner Angebeteten rüde zurückgewiesen wird.

A boy who demolishes cars, his single mother who dresses up for the opposite sex in an act of desperation, and a great lump of a man who is brusquely rejected by the one he adores.

SWIM
NL 05 | 5 min
R Sil van der Woerd

Ein Junge und ein Mädchen in einer Art Labor. Sie treiben durch den Raum und spielen ein Spiel mit der Schwerkraft.

A boy and a girl are in a kind of laboratory. Floating through space, they play a game with gravity.

NOTICE
NL 04 | 2 min
R Roelof van dan Bergh

Eine Frau macht sich ausgehfertig, um dem Leben zu trotzen. Aber das Leben ist so unvorhersehbar wie das Wetter.

A woman prepares to go out, to face life. But life is as unpredictable as the weather.

THE CAPACIOUS MEMORY
NL 06 | 10 min
R Robbie Cornelissen

Der Film zeigt eine weite und leere Welt. Das Auge wandert durch versteinerte Erinnerungen und Träume und die Reise endet im Kopf eines gedankenlosen Wesens.

A film that depicts a vast and empty world. The eye wanders over petrified memories and dreams, and the journey ends in the attic of a mindless creature.

DUMMY
NL 06 | 10 min
R Diederik van Rooijen

In dieser Nacht rekonstruieren zwei beschädigte Männer den größten Fehler ihres Lebens.

Tonight, two damaged men reconstruct the biggest mistake of their lives.

PIZZA DI MARIO
NL 04 | 3 min
R Saskia Pouw

Der Pizzabäcker Mario arbeitet fröhlich vor sich hin, als plötzlich sein Teiglaib zu Leben erwacht. Als der Teig den Ofen erblickt, greift er Mario an.

Pizza baker Mario is happily working, until his dough ball comes to life. When the ball catches sight of the oven, he starts fighting with Mario.

.TIBBAR
NL 04 | 12 min
R Leo Wentink

Beschreibt das Leben von süßen weißen Kaninchen auf einer Kaninchenfarm.

It describes the life of cute white rabbits on a rabbit farm.

DILEMMA
NL 05 | 10 min
R Boris Paval Conen

Die Zeit steht still, just als ein LKW einen zehnjährigen Jungen überfährt. Aber in seinem Versuch, das
Leben des Jungen zu retten, steht der mögliche Retter vor einem grausamen Dilemma …

Time freezes just before a truck hits a ten-year old boy. But in his attempt to save the boy’s destiny, the potential saviour himself faces a cruel dilemma …

OSTRAKO
NL 05 | 5 min
R Hans Muller

Ostrako ist vom Bug eines Frachtschiffes mit gleichem Namen gefilmt worden. Zur Feier des 125. Geburtstags des Nordseekanals.

Ostrako was filmed from the bow of the bulk freighter of the same name. Made to celebrate the 125th anniversary of the North Sea Canal.

OBLOMOV’s CAT
NL 06 | 12 min
R Hans Richter

Zwei Frauen finden eine ausgesetzte Katze, um die sie sich gemeinsam kümmern.

Two women find a neglected cat, whom they care for together.

METALOSIS MALIGNA
NL 06 | 8 min
R Floris Kaayk

Dokumentation von Floris Kaayk über eine Krankheit, die Patienten mit medizinischen Implantaten befällt.

Documentary by Floris Kaayk about a disease which affects patients with medical implants.

SAD DOG
NL 05 | 2 min
R Ckoe

Ein kleiner Hund versucht, sich mit einer Taube anzufreunden.

A little dog tries to become friends with a pigeon.

LANGER LICHT — NORTHERN LIGHTS [niederl.OmeU]

Sa 20.10. 20:30 NRW-Premiere

Lucien betreibt im Norden Amsterdams eine stadtbekannte Boxschule. Sein ganzer Lebensinhalt besteht im Training seiner jungen SchülerInnen, die er sehr hart ran nimmt. Der zwei Jahre zurückliegende Autounfall, bei der seine Frau und seine Tochter tödlich verunglückten, hat ihn innerlich hart gemacht. Er unterdrückt seine Trauer; Einfühlungsvermögen und Mitleid sind nicht seine Stärken. Mitchel, Luciens 15-jähriger Sohn, wesentlich ruhiger als sein Vater, kann diese Trauer zeigen, fühlt sich jedoch alleingelassen, da er diese nicht mit ihm teilen kann. Bei einem Geburtstagsfest sucht Mitchel die Auseinandersetzung mit seinem Vater. Die Situation eskaliert, Mitchel wendet sich von seinem Vater ab, dieser ist aber letztlich auf ihn angewiesen und entwickelt langsam wieder ein Gefühl für seine Umwelt und seinen zu Unrecht missachteten Sohn.
LANGER LICHT gewann zwei „Golden Calf“ für die beste Regie und den besten Darsteller beim Netherlands Film Festival Utrecht 2006 und war nominiert für den „Tiger Award“ beim International Film Festival Rotterdam 2006.

Lucien runs a well-known boxing academy in the north of Amsterdam; training his young boxing pupils, and training them hard, is his sole purpose in life. A car crash two years prior, in which his wife and his daughter died, has hardened him. He suppresses his grief; empathy and compassion are not his strong points. Mitchel, Lucien’s 15-year-old son, who is much calmer than his father, is able to show his grief, but feels left alone, as he cannot share it with Lucien. On a birthday celebration Mitchel confronts his father. The situation gets out of hand, Mitchel turns away from his father, who eventually needs to rely on his son and slowly begins to gain an understanding of the people around him and of his son, whom he has unjustly condemned. LANGER LICHT won two “Golden Calf“ awards at the Netherlands Film Festival Utrecht 2006 for Best Director and Best Actor, and was selected for the “Tiger Award“ 2006 at the IFFR.

NL 06 | 90 min | 35mm | Farbe
R+B David Lammers
K Lennert Hillege
S Jaap Praamstra
M David Dramm
D Raymond Thiry, Dai Carter, Melody Klaver,
Fikret Koc, Monique Sluyter

Kontakt
Motel Films

David Lammers
geb. 1972, Regiestudium an der Dutch Film and Television Academy. Für seinen Examensfilm „Der letzte Tag des Alfred Maassen“ erhielt er 2001 das „Golden Calf“ für den besten Kurzfilm auf dem NFF Utrecht. Der Film lief auch im Studentenfilmwettbewerb Cannes 2002. Nach dem Studium führte David Lammers
zunächst Regie bei Fernsehproduktionen, 2005 gewann er in Rotterdam den Tiger Club Award für seinen Kurzfilm „Veere“. Der Spielfilm „Langer Licht“ ist sein Kino-Debüt.

Born 1972, studied filmmaking at the Dutch Film and Television Academy. His graduation work “The Last Day of Alfred Maassen” won the “Golden Calf” for best short film at the NFF Utrecht. The film also participated in the Student Film Competition at Cannes 2002. After graduation, David Lammers was a director in TV productions, he won the “Tiger Club Award” for his short film “Veere” in 2005 at Rotterdam. The feature film “Langer Licht” is his debut in cinema.

Filmographie (Auswahl)
Alfred Maassens Last Day (2002)
Veere (2005)

4 ELEMENTS [niederl.OmeU]

Sa 20.10. 21:30 / So 21.10. 14:00 NRW-Premiere

Von Anbeginn der Zeit haben die Menschen versucht, sich die primären Elemente ihres Planeten zu erklären: Erde, Wasser, Feuer und Luft. In diesen Elementen meinte man das Königreich der Götter zu erkennen. Im Laufe der Entwicklung der Menschheit wurden diese entziffert, verloren ihr Geheimnis und verwandelten sich in einfache Materie. Den Menschen kam größtenteils die Ehrfurcht gegenüber der Kraft der Elemente abhanden.
Ihre Energien wurden nutzbar gemacht, jedoch wurden ihre Kräfte nie völlig beherrscht, kontrolliert oder vorhersehbar. Auch heute wird der gefährliche Kampf um die Kontrolle dieser Urelemente fortgeführt. 4 ELEMENTS dokumentiert in vier bildgewaltigen Kapiteln die Arbeitswelt von Männern, die sich im 21. Jahrhundert immer noch einem Element entgegenstellen und mit großem Respekt behandeln.
Nach dem riesigen Erfolg von UNTERTAGE war für Regisseurin Jiska Rickels die Fortführung ihres Werkes auch aus Faszination zum Thema unausbleiblich.

From the beginning of time, mankind has tried to explain the primary elements of the planet: earth, wind, fire and air. Man thought that in them he could recognize the kingdom of the Gods. As man developed they were analyzed, lost their mystique and became pure matter, they largely lost respect for the power of the elements. Their energies were put to use, but the powers were never fully mastered, controlled or became predictable. The dangerous battle about controlling the primary elements still goes on today. 4 ELEMENTS documents in four chapters of powerful photography the work environment of men, who still stand up to the elements in the 21st century and treat them with respect. After the huge success of UNTERTAGE, director Jiska Rickels, fascinated with the theme, was determined to complete the series.

NL 06 | 89 min | Digi Beta | Farbe
R+B Jiska Rickels
K Martijn van Broekhuizen
S Kristian Claas
M Horst Rickels, Dick Raaijmakers

Kontakt
Fu Works

Jiska Rickels
geb. 1977. Zwischen 1992 und 2001 Teilnahme an verschiedenen Musiktheaterproduktionen. Ab 1998 Studium an der Netherlands Film and Television Academy in Amsterdam, später auch an der HFF München, wo sie als Regieassistentin von Byambasuren Davaa für die „Geschichte vom weinenden Kamel“ die Mongolei bereiste. Nach ihrem Diplomfilm „Untertage“ begann sie 2004 mit der Arbeit an „4 Elements“.

Born in 1977. Participated in various musical theatre productions between 1992 and 2001. Studies at the Netherlands Film and Television Academy in Amsterdam from 1998, later at the Acadamy for Film and Television in Munich, travelling Mongolia as Second Director in Byambasuren Davaa’s “Story of the Weeping Camel”. She began work on “4 Elements” after her graduating project “Untertage”.

Filmographie (Auswahl)
Götterdämmerung (2002)
Untertage (2003)
Himmelfilm (2004)
Electriek (2004)
Sevko (2005)

15.10.07

TRADE — Willkommen in Amerika

Do 18.10. 20:00 Premiere
(Ab dem 18. im regulären Cineplex-Programm)
In Anwesenheit von Regisseur Marco Kreuzpaintner

Als die 13jährige Adriana (Paulina Gaitan) in Mexico City von einem Menschenhändlerring auf offener Straße entführt wird, begibt sich ihr 17-jähriger Bruder Jorge (Cesar Ramos) auf die dramatische Suche. Adriana lernt in dieser verzweifelten Situation die junge Polin Veronica (Alicja Bachleda) kennen, die sich als einzige Beschützerin und Freundin herausstellt. Jorge trifft auf der Suche nach seiner Schwester auf Ray (Kevin Kline), einen texanischen Versicherungspolizisten, der sich mehr und mehr zu einem Verbündeten und Helfer auf der Suche nach Adriana entwickelt. Die beiden kommen dabei den Mechanismen des modernen Menschenhandels auf die Spur und müssen ein Spiel spielen, welches existentiell zu werden droht …

„TRADE — Willkommen in Amerika“ ist der erste amerikanische Spielfilm des jungen deutschen Filmregisseurs Marco Kreuzpaintner. Er wurde produziert von Roland Emmerich und beruht auf dem Drehbuch des Oscar®-nominierten Autors Jose Rivera (DIE REISE DES JUNGEN CHE, 2003).
Dieses wurde durch die Titelgeschichte THE GIRLS NEXT DOOR von Peter Landesman im New York Times Magazine inspiriert.

USA/D 07 | 119 min | 35mm | Farbe
R Marco Kreuzpaintner
B Jose Rivera
K Daniel Gottschalk
S Hansjörg Weissbrich
M Leonardo Heiblum, Jakobo Lieberman
D Kevin Kline, Cesar Ramos, Alicja Bachleda,
Paulina Gaitan, Marco Perez u.a.

Marco Kreuzpaintner
geb. 1977 in Rosenheim. Vor zehn Jahren machte er mit dem Kurzfilm „Entering Reality“ mit August Diehl und August Zirner erstmals auf sich aufmerksam. Die Zusammenarbeit mit Diehl fand eine Fortsetzung in dem zwei Jahre später entstandenen Kurzfilm „Der Atemkünstler“, der 2001 für den deutschen Nachwuchspreis First Steps nominiert wurde. Kreuzpaintner arbeitete als persönlicher Assistent von Edgar Reitz u.a. an der Synchronregie der deutschen Fassung von Stanley Kubricks „Eyes Wide Shut“, sowie an der Vorbereitung für „Heimat 3“ mit.

Kontakt
» www.cwp-film.com
» www.trade-derfilm.de

Filmographie (Auswahl)
Der Atemkünstler (2001)
Kassettenjungs/Kassettenmädchen (2002)
Ganz und gar (2003)
Sommersturm (2004)

13.10.07

OPEN

Block 7: Wat is mit dir? / Sa 20.10. 19:30
Ein nächtlicher Stopp. Ein leeres Diner. Eigentlich wollte die Frau nur eine kurze Pause machen und in Ruhe einen Kaffee trinken. Doch was führen die zwei Küchenfrauen im Schilde, die sie die ganze Zeit so drohend zu mustern scheinen?
Ein unheimlich-surrealer Trip von suggestiver Kraft, ein Traum- und Alptraumszenario, das von heimlicher Begierde, unmöglicher Liebe und Angst vor dem Leben erzählt.

The woman stops for coffee at an empty diner at night. But what are the two women cooks up to, glancing at her menacingly from the other table? An eerie and surreal trip of suggestive power, telling of secret lust, impossible love and fear of life.

D 06 | 6:57 min | 35mm | Farbe
R+B Charlotte Siebenrock
K+S Peter Nix
M Rainer Oleak
D Judith Sehrbrock, Karin Ugowski,
Katharina Zapatka

Charlotte Siebenrock
geb. 1962. Schauspielausbildung in Berlin. Seit 1984 Zusammenarbeiten mit Christoph Eichhorn, Christel Buschmann und Christoph Schlingensief. Studium der Mediaevistik in Berlin. 1997-2000 Produktion von fiktionalen Fernsehbeiträgen. Seit 2000 Leiterin der Casting Abteilung bei Grundy UFA TV. „Open“ ist ihre erste Kino-Arbeit.

Kontakt
charlotte.siebenrock {at} grundyufa.de

LECKE MILCH

Block 7: Wat is mit dir? / Sa 20.10. 19:30
Keine Abwechslung in der Männerdomäne, immer nur Büroalltag wie lebendig begraben, jeden Tag das gleiche sexistische Gelaber des Kollegen in der Kantine. Doch als Paul eines Abends beim Einkaufen versehentlich ein Gurkenglas aus dem Regal stößt, erwacht das Feuer wieder in ihm. Eine Leidenschaft ist geboren. Und er ist nicht allein …
Eine furiose Satire über die Welt der Kriecher und Karrieristen, eine irrwitzige Supermarkt-Subversion im „Fight Club“-Geiste!

Every day in the office, every day sexist stories in the canteen. But when Paul accidentally knocks over a glass of gherkins while shopping, the fire inside him is rekindled. Passion is born. And he is not alone ... A furious satire about toadies and careerists, “Fight Club” style!

D 06 | 20:00 min | 35mm | Farbe
R+B+S Oliver Haffner
K Christoph Keimel
D Maik Solbach, Rainer Furch, Johanna
Wokalek, Katharina Schubert, Hubert Bail

Oliver Haffner
geb. 1977. Zunächst Studium der Politikwissenschaften an der LMU München, danach Studium der Theaterregie am Wiener Max-Reinhardt-Seminar. Seit 2001 studiert er Spielfilmregie an der HFF München. Derzeit bereitet er sein erstes Langfilmprojekt vor.

Kontakt
ohaffner {at} web.de

Filmographie (Auswahl)
Ex & Hopp (2001)
Wake Up (2003)
Männerabend (2004)

SONNO DI SE

Block 7: Wat is mit dir? / Sa 20.10. 19:30
Vor der Kulisse einer abgewrackten Kachelwand erwachen die Körper zum Leben. Es ist ein stromstoß-gepeitschter Pas-de-deux zweier Frauen wie auf Ecstasy, dann ein Elektrobeat-Ballett der zuckenden Roboterleiber, der Automatenmenschen.
Ein staunenswerter Experimental-Tanzfilm, der von der Sehnsucht nach dem Seelenzwilling und der Angst vor Nähe erzählt, glänzend choreographiert und mittels Stop- Motion-Technik in stroboskopartige Bilder zerlegt.

The automatic people come to life before a derelict tiled wall. A jolt of electricity starts up the pas-dedeux of two women as if on ecstasy, then an electrobeat ballet of twitching robots. Experimental stop-motion dance film about the longing for a soul twin and the fear of intimacy.

D 06 | 5:18 min | DVD | Farbe
R Simone Neumann-Salva, Tim Juckenack
K+S+M Tim Juckenack
D Christiane Athmer, Charis Nass,
Sylvia Neumann, Dominika Nowak

Simone Neumann-Salva
geb. 1974. 1993-2000 Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Alten Geschichte in Bochum. Seit 1998 tätig als Choreographin, Regisseurin und Tänzerin beim Tanz und Musiktheater.

Kontakt
SimoneNeumann1 {at} aol.com

Filmographie (Auswahl)
Aspettame (2006)

37 OHNE ZWIEBELN

Block 7: Wat is mit dir? / Sa 20.10. 19:30
Herr Knispe ist jung und erfolgreich, er ist Salesmanager eines Unternehmens für Hochdruckpumpen. Nicht, dass er viel Ahnung von Physik hätte, aber Sie wissen ja, wie das heute läuft: Hier und da ein Praktikum, und schneller als man Newton sagen kann, ist man schon Abteilungsleiter. Etwas allerdings irritiert ihn seit einigen Tagen: Knispes Leben bewegt sich wie im Schnellvorlauf.
Wie man als Überflieger gegen Zeitsprünge kämpft, davon erzählt diese wunderbar skurrile Komödie aus dem mittleren Management.

Yuppie Knispe is sales manager for high pressure pumps. He doesn’t know much about physics, but still he’s got the job. Recently, though, he’s begun to worry that his life seems to skip forward. This odd middle management comedy talks about a go-getter trying to stop the fast forward of life.

D 06 | 15:00 min | 35mm | Farbe
R+B André Erkau
K Dirk Morgenstern
S Christoph Brandt, André Erkau
M Dürbeck & Dohmen
D Bernd Moss, Linda Olsansky,
Bjarne Mädel

André Erkau
geb. 1968. 1994 - 1997 Schauspielstudium am Hamburger Schauspielstudio. Später Filmregiestudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Derzeit arbeitet André Erkau an mehreren Langfilmprojekten, unter anderem dem Kinofilm „Selbstgespräche“.

Kontakt
office {at} bravenewwork.de

Filmographie (Auswahl)
Der Coach (2004)

SPÜRST DU WAS?

Block 7: Wat is mit dir? / Sa 20.10. 19:30
Verdammt, das Kraut wirkt nicht. Aber auch Kiffen will halt gelernt sein. Vier Freunde, Klausi, Paule, Katha und Primel, sind durch die Nacht unterwegs im klapprigen VW-Bulli, lachen, prahlen und warten, dass dieses vermaledeite Gras endlich hält, was es nicht versprochen hat.
Ein liebenswert-ausgelassenes Joint-Venture-Movie über das erste Mal mit Tüte, Rückwärtsfahrten im Kreisverkehr, Kaninchen am Straßenrand und viel Rauch um Nichts.

Four friends in a beat-up Volkswagen bus waiting for the joint to take effect. They kid around, laugh, boast and … wait. A hugely enjoyable joint venture movie about going backwards in roundabout traffic, rabbits at the side of the road and much smoke about nothing.

D 06 | 7:10 min | Digi Beta | Farbe
R Michael Watzke
B Michael Watzke, Christian Heynen
K Inigo Westmeier
S Alexandra Westmeier
D Dennis Herrmann, Uli Brandhoff,
Nadine Jensen, Eva-Katrin Hermann

Michael Watzke
Studium der Politik- und Kommunikationswissenschaften an der LMU München sowie American Politics und Journalism an der American University, Washington, DC. Seit 2003 Hörfunk-Dozent der Deutschen Journalistenschule München, Axel-Springer-Preisträger mit dem Radio-Feature „Die Kuba-Krise“. 2004 Absolvent der Drehbuch-Werkstatt München.

Kontakt
mcwatzke {at} aol.com

Filmographie
Spürst du was? (2006)

VERWEHTE

Block 7: Wat is mit dir? / Sa 20.10. 19:30
„In der Nacht wache ich auf. Da will ich nicht allein sein.“ Das ist die Bitte, die sie an ihren Mann hat. Seine Liebschaft mit einer Jüngeren nimmt sie wie selbstverständlich hin. Zu dritt fahren sie in den Urlaub, gen Süden. Ménage à trois oder Vater-Mutter-Kind-Spiel?
Ein stilles, vor unterdrückter Trauer vibrierendes Dreier-Drama, glänzend besetzt: Ulrich Mühe in einer seiner letzten Rollen, Susanne Lothar und die junge Emily Cox.

“When I wake up in the middle of the night, I don’t want to be alone.” This plea alone makes her arrange herself with her husband’s younger lover and the three of them go on holiday together. A quiet drama of repressed grief starring Ulrich Mühe in one of his last roles.

A 07 | 20:00 min | Digi Beta | Farbe
R Tobias Dörr
B Selina Gnos
K Christian Haake
S Kai Minierski
M George de Souza, Jakob Gigele
D Ulrich Mühe, Susanne Lothar, Emily Cox

Tobias Dörr
geb. 1977. Seit 2002 Regiestudium bei Michael Haneke an der Filmakademie Wien.

Kontakt
tobias_doerr {at} yahoo.de

Filmographie (Auswahl)
Was ich noch sagen wollte (2003)
Und über uns schließt sich ein Himmel aus Stahl (2004)
3.7. 1998 (2005)

12.10.07

OUTSOURCING

Block 7: Wat is mit dir? / Sa 20.10. 19:30
Ein schönes Vorortheim, der Porsche vor der Tür, die Familie vollzählig am Frühstückstisch versammelt – vollendete Idylle. Aber wer sagt, dass sich nicht jedes Zuhause noch optimieren ließe? Zumal Mutters Effektivität zuletzt um 8 Prozent gesunken ist, besonders in Hinblick auf die Essensqualität. Nein, das Beschäftigungsverhältnis als Hausfrau und Mama ist nicht verlängerbar. Hätte sie sich eben früher um einen unique selling point bemühen müssen — willkommen in der schönen neuen Arbeitswelt!

A nice suburban home complete with a Porsche and the family at the breakfast table. Yet mother’s effectiveness seems to have dropped eight points recently, especially as regards food. She will have to start looking for another job. She needs a unique selling point. Welcome to the brave new world of labour!

D 06 | 6:12 min | 35mm | Farbe
R Markus Dietrich
B Hanna Reifgerst, Markus Dietrich
K Urs Zimmermann
S Wolfgang Bauer
M Philipp E. Kümpel
D Frank Röth, Gesa Badenhorst, Anne Wittig,
Tom Siegert, Shirin Kühn

Markus Dietrich
geb. 1979 in Strausberg. Studium der Theaterwissenschaften an der FU Berlin. Von 2003 bis 2006 Kurse bei DEFA-Regisseur Günter Reisch, 2005 Teilnehmer am Film- Weiterbildungsprogramm TalentPool 2.

Kontakt
» www.gruppe-weimar.de

Filmographie (Auswahl)
Ein langer Ritt (2003)
Flieg mich zum Mond (2004)
Einfach sprachlos (2004)
Zwölf Uhr – Mittag (2006)

MY HAPPY END

Block 7: Wat is mit dir? / Sa 20.10. 19:30
Hunde jagen ja gern mal dem eigenen Schwanz nach, aber der Papierhund in dieser hochamüsanten Animation hat Erfolg damit! Unversehens erwacht sein Hinterteil zum Leben und reicht ihm die Pfote. Wie viel mehr Spaß alles zu zweit macht: Bäumepinkeln, Knochennagen, Bussejagen. Doch eine Katze, war ja klar, zerstört die Freundschaft. Der arme Hund fühlt sich innerlich ganz zerrissen.
Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Ob’s tatsächlich ein Happy End gibt?

Each dog loves to chase its own tail, but in this amusing animation the paper dog succeeds and its rear end offers a friendly paw. Together they go on a spree, peeing on trees, gnawing on bones, chasing buses, till a cat kills their unusual friendship. Will there be a happy ending?

D 07 | 5:20 min | 35mm | s/w
R+B+S Milen Vitanov
K Nikolai Kanow
M Stefan Maria Schneider

Milen Vitanov
geb. 1978 in Prag. Ab 1997 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Sofia, 2000-2002 an der Kunsthochschule Berlin, seit 2002 an der Film- und Fernsehhochschule Potsdam.

Kontakt
milen_vtn {at} yahoo.com

Filmographie
My Happy End (2007)

FRL. PABST & FRL. WÜST

Block 6: Wat Schönret gibt et nich / Sa 20.10. 17:00
Die eine entspannt beim Ausritt zu Pferde, die andere beim Hardrock in der Disco. Simone sagt, es sei ein Job wie jeder andere. Mandy findet das Betriebsklima einfach klasse. Beide Mädchen arbeiten im Beerdigungsinstitut und sind somit, trotz ihrer Jugend, Sterbespezialistinnen. Da wird im Familienkreise schon mal Rat bei der Entscheidung Erde, Feuer oder See erbeten.
Eine bewegende Dokumentation über finale Fragen, Lieblingsleichen und den Traum vom eigenen Bestattungsunternehmen.

In their spare time, they do horseback-riding and hardrock dancing; for a living, Simone and Mandy bury people. Though young, these two are experts on dying. A moving documentary about final questions, favourite dead people and the dream of running one’s own business.

D 06 | 24:00 min | Digi Beta | Farbe
R+B Christa Pfafferott
K Max Hoever
S Frank Brandstetter
M Alex Cortex

Christa Pfafferott
geb. 1982. Ausbildung an der Henri-Nannen- Journalistenschule Hamburg. Reporterin für den NDR sowie freie Autorin für DIE ZEIT. Seit 2004 Studium der Dokumentarfilmregie an der Filmakademie Baden- Württemberg.

Kontakt
christa.pfafferott {at} filmakademie.de

Filmographie (Auswahl)
Ekel (2005)
Raum der Minderheiten (2005)

LEGGINGSJEANS

Block 6: Wat Schönret gibt et nich / Sa 20.10. 17:00
ff07_kw_leggings_03.jpgSchon seltsam, die Mode. Früher hießen diese Hosen ja Karottenjeans. Heute sitzen sie noch enger, hauteng wie Leggings, Leggingsjeans also. Aber was signalisieren die eigentlich? Beim prallen Dekolletee ist der sexuelle Hinweisreiz ja klar: Guck mal, Milch für eine ganze Familie. Aber bei einer Hose? Wirklich seltsam.
Und nicht zuletzt urkomisch, wie die Regisseurin dieses sexy geschnittenen Gedankenexperimentalfilms über Models bei Lidl und die Kulturgeschichte des Kleiderschranks philosophiert.

Remember leggings? They have come back in the form of jeans. Tight jeans. Leggings jeans. Where the deft cleavage always holds the promise of milk for all the family, what is it about legs? An philosophical experiment about Lidl models and the cultural history of the wardrobe.

D 06 | 6:00 min | DV | Farbe
R Lydia Dykier
B Miriam Nonnenmacher
K Martin Hildebrandt
S Lydia Dykier, Martin Hildebrandt
D Friederike Kolbe, Maureen Middeldorf,
Felix Schemmel, Alfred Urff

Lydia Dykier
geb. 1984. Um ihr Jura-Studium abbrechen zu können, stürzte sich Lydia in die Arbeit mit der Kamera und mit dem Stift. 2005 gewann Lydia den „Frankfurter Filmpreis“ im Sonderwettbewerb und 2006 nochmals in der höchsten Altersklasse. Sie ist für den hessischen Filmförderpreis 2007 vorgeschlagen.

Kontakt
» www.dykier.de

Filmographie (Auswahl)
He Needs Me (2005)
New Life (2005)
Kinder (2006)
Rütlischule Berlin (2006)
Monopoly (2007)

DIE LIEBE IN DEN PFIRSICHEN

Block 6: Wat Schönret gibt et nich / Sa 20.10. 17:00
Ganz unbemerkt muss sie verloren gegangen sein, er stand gerade an der Fleischtheke, sie bei den Dosenfrüchten. Aber erst auf dem Parkplatz fällt es ihr auf: Die Liebe ist weg! Er hat das Klopapier vergessen, sie die Beziehung. Doch wer suchet, der findet. Und sei es auf dem Boden einer Pfirsichbüchse.
Ein Meilenstein im stiefmütterlich behandelten Genre der Supermarkt- Romanze, eine enthusiastische Feier von Küssen zwischen Kühlregalen und Wirbelwind-Fahrten im Einkaufswagen.

He forgot the toilet paper and on the parking lot it hits her: she dropped her love somewhere. She never noticed. So it’s amid shelves and wheeling carts to look for and find love on the bottom of a peach tin. A milestone in the genre of supermarket romance.

D 06 | 11:00 min | DVD | Farbe
R+B+S Jan-Gero Kleist
K Christian Heyde
D Viola Pobitschka, Lukas Goldbach

Jan-Gero Kleist
geb. 1976. Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischer Praxis in Hildesheim. Später Kommunikationsdesignstudium in Hannover mit Fachrichtung Multimedia. Abschluss des Studiums 2007.

Kontakt
millero {at} gmx.de

Filmographie (Auswahl)
Zaundschäck (1999)
Wie Staubkörner (2004)
Svän Japän (2004)
Chrischi 2006 (2006)

MARS

Block 6: Wat Schönret gibt et nich / Sa 20.10. 17:00
Lilly ist 16, Anführerin einer Mädchengang und gewohnt, dass die anderen vor ihr kuschen. Anna ist nicht wie die anderen, sie fotografiert leerstehende Gebäude, hat Träume und keinen Schiss vor Lilly. Schon beim ersten Augenblick durchs Objektiv merken die beiden, dass etwas sie verbindet. Und mehr als Freundschaft daraus werden könnte.
Eine zartbittere Coming-of-Age-Geschichte, unsentimental erzählt, von den beiden Hauptdarstellerinnen großartig gespielt.

Lilly, 16, is head of a girl’s gang. Anna is not afraid of her, she takes photos of derelict buildings, and by the first look through the camera lens they both know that there is a bond between them, and it may be more than friendship. Great acting in this unsentimental coming-of-age-tale.

D 07 | 16:00 min | 35mm | Farbe
R+B Marcus Richardt
K Sin Huh
S Angela Tippel
M Christopher Dierks
D Anna Maria Mühe, Claire Oelkers,
Yasmin Asadie, Louisa Herfert

Marcus Richardt
geb. 1974. Seit 2002 studiert er Visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei den Professoren Wim Wenders, Rüdiger Neumann und Gerd Roscher.

Kontakt
marcus.richardt {at} gmx.de

Filmographie (Auswahl)
Zugvögel (2001)
Routine (2002)
Die Lücke (2003)
AC/DC (2005)
Hotel Kalifornien (2006)

QUIO: SO DAZED

Block 6: Wat Schönret gibt et nich / Sa 20.10. 17:00
Die Küche steht Kopf in diesem Musikvideo, das mindestens so phantasiesprühend-surreal ist wie die Clips eines Michel Gondry oder Spike Jonze. Die Gravitation hat einen Schwips, weswegen das Brot aus dem Toaster an die Wand springt, das Wasser horizontal fließt und das Besteck an die Dekke fällt, verkehrte Welt eben.
Das fulminante Production Design feiert dazu einen futuristischen Retro-Look, der Song liefert die traumschönen Chorus-Lyrics: „So dazed, so dazed, still sleep in my eyes …“

Kitchen upside down in this music video as phantastically surreal as any by Gondry or Jonze. Gravity has been drinking, the toast jumps from the wall, water flows horizontally and it rains knives and forks. Production design is futuristic retro. “So dazed, so dazed, still sleep in my eyes …”

D 06 | 4:30 min | 35mm | Farbe
R Christine Lang
B Christine Lang, Maria Schöpe
K Rasmus Sievers
S Kai Minierski
M Quio

Christine Lang
geb. 1972. Seit 2002 Club-DJ und freie Journalistin. 2006 Diplom Film- und Fernsehregie in Köln. Sie lebt und arbeitet als freie Regisseurin in Berlin.

Kontakt
clang {at} khm.de

Filmographie (Auswahl)
Die Babysitterin (2005)
Gloria (2006/07)

PLATZ IM SCHATTEN

Block 6: Wat Schönret gibt et nich / Sa 20.10. 17:00
Sommerhaus, früher: Fliegen zählen, weil die Minuten nicht vergehen wollen. Dem Geräusch des Flummis auf den Dielen lauschen, weil man das wenigstens versteht. Auf dem Bootssteg turnen und sich einen Splitter in den Fuß reißen, weil sie einen dann sicher trösten werden. Die Welt der Erwachsenen wie durch Milchglas betrachten. Diese wunderschöne Kindheits- Fabel, erzählt aus der Perspektive der jungen Nele, entführt zurück in eine Zeit, in der Kleinigkeiten große Bedeutung besaßen und Beachtung das Kostbarste war.

Summer house, when young. See little Nele’s perspective on small things with large importance. The flies to count, the sound of the bouncing rubber ball, the plank and the splinter in the foot. A lovable tale of childhood, when attention was the most precious thing.

D 07 | 14:54 min | 35mm | Farbe
R+B Sophie Narr
K Nikola Wyrwich
S Antje Lass
D Marlon Weber, Michael Danisch,
Angret Engelmann

Sophie Narr
geb. 1980. Studiert seit 2004 Drehbuch und Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg.

Kontakt
sophienarr {at} web.de

Filmographie (Auswahl)
Hydrophil (2005)

WOLFSTRAUM

Block 6: Wat Schönret gibt et nich / Sa 20.10. 17:00
Wie von Wölfen gejagt, hetzt Greta durch den Wald, stolpert, das Bündel mit dem Kind fest an sich gepresst. Doch noch bevor die unsichtbaren Verfolger sie einholen können, schreckt sie aus diesem peinigenden Nachtmahr auf. Oder hat der Alptraum erst begonnen? Eine symbolmächtige Seelenschatten-Ballade, eine Rotkäppchen-Fabel aus dem Unterholz der Psyche. In den Worten Elias Canettis: „Alles, was man vergessen hat, schreit im Traum um Hilfe“.

Clutching the child to her bosom, Greta stumbles through the forest, hunted by wolves. Yet before the unseen pursuers can get to her, she wakes up and the nightmare is over. Or is it? A symbolic ballad of the soul’s shadows or as Elias Canetti knew: “All you have forgotten about, screams out for help in your dreams.”

D 06 | 15:00 min | 35mm | Farbe
R+B Maria-Anna Rimpfl
K Armin Dierolf
S Florian Drechsler
M Ernst Bartmann, Sebastian Tesch
D Kim Schnitzler, Daniel Lommatzsch,
Sabine Selle

Maria-Anna Rimpfl
geb. 1977 in Dorfen/Bayern, Ausbildung zur Medienkauffrau, seit 2002 Regiestudium an der dffb.

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mariaannarimpfl {at} googlemail.com

Filmographie (Auswahl)
Wolfstraum (2006)

ENERGIE!

Block 5: Wird dir ganz schön flau / Fr 19.10. 22:30
Unser Fernseher daheim erwacht zum Leben durch einen kontrollierten Elektronenstrahl in der Kathodenstrahlröhre, in die wir dann gucken. Da Kontrolle aber bekanntlich für Langweiler ist, hat der Regisseur des Films „Energie!“ photographisches Papier mit einer unkontrollierten Hochspannungsentladung von ungefähr 30.000 Volt belichtet. Was daraus auf der Leinwand erwacht, ist ein experimentelles High-Voltage-Rock’n’-Roll-Gewitter, eine Atomexplosion auf der Netzhaut. Elektrisierend schön!
— Epileptikern, Schwangeren und Trägern von Herzschrittmachern ist vom Besuch eher abzuraten. —

A controlled cathode ray brings the TV to life. No control in this film, where photographic paper is bombarded with a voltage of 30,000 volts. High voltage rock’- n’roll for your retina. Electrifyingly beautiful!
— Epileptics, pregnant women, and those carrying a cardiac pacemaker are advised not to see this film. —

D 07 | 5:00 min | Beta SP | s/w
R+S Thorsten Fleisch
M Jens Thiele

Thorsten Fleisch
geb. 1972. 1995 Studium der Kunstgeschichte, Musikwissenschaften und Medienwissenschaften in Marburg. 1996 Studium des Avantgarde Films in Frankfurt. Ab 1999 erste Festivalvorführungen im In- und Ausland.

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» www.fleischfilm.com

Filmographie (Auswahl)
Blutrausch (1999)
K.I.L.L. (1999)
Silver Screen (2000)
Hautnah (2002)
Gestalt (2003)
Kosmos (2004)

BURY ME

Block 5: Wird dir ganz schön flau / Fr 19.10. 22:30
„Wie war’s im Urlaub?“, fragt der vielbeschäftigte Vater seinen Sohn. „Gut war’s“, antwortet der. Postkarte folgt. Es muss ja niemand erfahren, dass seine Ferien in der Psychiatrie stattfanden, wo man ihn mit einem Sack voll Pillen gegen jede Stimmungsschwankung entlassen hat. Überhaupt muss man nicht miteinander sprechen, schon gar nicht über Gefühle.
Ein melancholisches Familienstillleben. Ein berührender Film über Nick-Cave-Socken, Suizidphotos und nackte Momente.

We could say that the son wasn’t on holiday, that he was in a psychiatric ward instead. But we don’t say it, we don’t even talk in this melancholy still life of a family with Nick Cave socks, suicidal photos and naked moments.

D 07 | 20:00 min | Digi Beta | s/w
R+B+S+M Niels Ottens
K Timo Schwarz
D Thomas Fränzel, Thomas Kügel, Mila
Dargies, Julian Simon, Gerrit Neuhaus

Niels Ottens
1998-2000 Studium der angewandten Kulturwissenschaften. Seit 2001 Studium in der Filmklasse von Prof. Uwe Schrader an der Fachhochschule Hannover.

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niels.ottens {at} tiscali.de

Filmographie (Auswahl)
Fremdkörper (2001)
Was Willing (2002)
Im Park (2003)
Norwood (2004)

4 UHR 12

Block 5: Wird dir ganz schön flau / Fr 19.10. 22:30
In tiefer Nacht, an irgendeiner verlassenen Straßenkreuzung in Offenbach. Gleich, versichert der Junge dem Mädchen, jede Sekunde muss es soweit sein – die Musik wird anheben, die Funken werden sprühen, die Stadt, jawohl, genau diese Stadt wird sich in ein Eldorado des Lichts und der Freude verwandeln! Und ausnahmsweise verspricht hier einer nicht zuviel. Vorhang auf für das tollste Kitsch-Feuerwerk der Welt!
Eine magische Hessen-Romanze, knallig wie ein Sektkorken.

He isn’t the first young man to promise his girl fireworks in the middle of the night. But this one isn’t a joker, he’s for real. Offenbach will turn in to an eldorado of light and joy. This magical Hessian romance pops like champagne.

D 06 | 4:12 min | DV | Farbe
R+B Daniel Frerix
K+S Daniel Frerix, Eva Münnich
M The Venus In Furs
D Daniel Frerix, Eva Münnich

Daniel Frerix & Eva Münnich
studieren Film im Schwerpunkt A/V Medien an der Hochschule für Gestaltung Offenbach.

Kontakt
emuennich {at} web.de

Filmographie Daniel Frerix
Phasen (2003)
Den Dämon einfach blau anmalen (2005)
John mc4man against metropolis (2006)
4 Uhr12 (2006)
Freeze jumper, Ektorn (2006)

Filmographie Eva Münnich
Die Geschichte vom Nichts (2004)
Q (2006)
Vom Fliegen (2006)
Maat (2006)
Geist (2007)

SPRÖSSLING

Block 5: Wird dir ganz schön flau / Fr 19.10. 22:30
Die Baby-Box wird per Post geliefert, kinderleicht zu handhaben: nur flugs die Saat in einen handelsüblichen Blumentopf pflanzen, gießen, abwarten und stricken. Tatsächlich sprießt schon über Nacht der Sprößling, und nach einem etwas problematischen Abnabelungsprozess kann die stolze Mutter den prächtigen Säugling ernten. Doch aufgepasst: Der Topf ist fruchtbar noch, aus dem das kroch …
Eine staunenswerte Knet-Animation in bester Wallace-&-Gromit-Tradition, fabelhaft schaurig!

The baby box is delivered to your door, plant the seeds, water it and the brand-new baby can be harvested the next day. Goodness, here pops another one! An amazing animation in the mold of Wallace & Gromit, fabulously creepy.

D 06 | 8:30 min | 35mm | Farbe
R+B Anne Breymann
K Fabian Koppenhöfer
S Anne Breymann, Fabian Koppenhöfer
M Roman Beilharz

Anne Breymann
2005 Abschluss des Studiums für Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel. Arbeiten für verschiedene Filmproduktionen im Bereich Puppen- und Modellbau.

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» www.sproessling.com

Filmographie
Das zweite Experiment (1999)
Liebe und Tod (2000)
Himmelsstürmer (2003)

DIE KNEIPE

Block 5: Wird dir ganz schön flau / Fr 19.10. 22:30
Gruselig geht es ja in so mancher Pinte zu, doch dieses surreale, godardeske Notturno entführt uns in eine Theken-Welt jenseits des Vorstellungs- und Stehvermögens. Während die Kneipen-Gäste sich in ihren schwarzen Gedanken verlieren, geraten die Dinge in unheimliche Bewegung, verschieben sich die Wahrnehmungsgrenzen, tummeln sich die Würmer im Glas, obwohl’s kein Tequila ist.
So lyrisch-düster wie ein Malt-Whiskey. Eine Nachtballade ohne Sperrstunde.

This dark afterhours bar is a place beyond reason and capacity. The patrons are lost in dark thoughts and you wonder how things begin to eerily wander. Remindful of Godard and as lyrically dark as malt whiskey.

D 06 | 9:40 min | 35mm | Farbe
R+B+S Gabriel Gauchet, Andrzej Król
K Andrzej Król
D Dana Cebulla, Juliane Gruner, Jürgen Hartmann,
Jürgen Kloth, Jakob Schneider

Gabriel Gauchet
geb. 1978 in Lorient (Frankreich). 1999-2003 Studium der Afrikawissenschaften. Seit 2004 Filmstudium in Köln.

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gauchet {at} gmx.net

Filmographie (Auswahl)
When I shot the kankouran (2003)
When football is painting … (2005)

Andrzej Król
geb. 1974 in Opole (Polen). Seit 2000 Kamerastudium in Dortmund.

Filmographie (Auswahl)
Pumakäfig (2001)
Fern von dem (2003)
Böse (2004)
Taktlos (2006)

MR. SCHWARTZ, MR. HAZEN & MR. HORLOCKER

Block 5: Wird dir ganz schön flau / Fr 19.10. 22:30
Es kann der Frömmste nicht in Frieden „Financial Times“ lesen, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Was der brave Mr. Schwartz allerdings damit auslösen wird, dass er zwecks Lärmbelästigungs-Stop die Polizei auf den Plan ruft, ahnt er selbst nicht. Der Officer betritt ein wahres Irrenhaus, selbst der Beschwerdeführer hat sich unversehens in einen entfesselten Tänzer verwandelt …
Dieser furiose Animationsfilm spult zurück und erzählt, was in der Zwischenzeit geschah — eine Explosion der Chaos-Komik und der Kettenreaktionen.

Of course Mr. Schwartz calls the police when others don’t let him read the “Financial Times.” When they arrive, Mr. Schwartz is a whirling dancer and you wonder how this scene turned into a nuthouse. This animation film of chain reactions tells you what happened in the meantime.

D 06 | 7:40 min | 35mm | Farbe
R+B+K+S Stefan Müller
M Steffen Winkler, Frank Nachtigall

Stefan Müller
geb. 1974. Ab 1997 Kommunikationsdesignstudium. 2002-2004 Kunststudium in Madrid. „Mr. Schwartz, Mr. Hazen & Mr. Horlocker“ ist sein Erstlingsfilm.

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» www.basementpictures.com

Filmographie
Mr. Schwartz, Mr. Hazen & Mr. Horlocker (2006)

100 SACHEN

Block 5: Wird dir ganz schön flau / Fr 19.10. 22:30
Nachtgedanken zweier Lonely Hearts auf der Clubtoilette, vor dem Spiegel. Sie liebt ihn, was er nicht weiß. Er liebt eine andere, die er kaum kennt. Das Mädchen von neulich. Das geweint hat. Was, wenn sie nicht kommt? Was, wenn sie kommt? Doch vor allem: Wird der Typ endlich aufwachen und erkennen, wer die Richtige für ihn ist?
Eine gespiegelte Romanze über die Frage, wie schnell Herzen rasen können und über Küsse, die nach Koks und Cola schmecken.

In front of a mirror, in a bathroom, in a club. Does he realize that I love him? Will she come whom I love? What if she comes? Will he wake up and realize who’s right for him? An asymmetrical romance of quickening pulses, kisses, cocaine and coke.

D 06 | 8:37 min | DV | Farbe
R Ana Zirner
B Burkhardt Wunderlich
K+S Daniel Bachler
M Grambowski
D Achim Schelhas, Melanie Schmidli

Anna Zirner
geb. 1983. Studierte Islamwissenschaften und Politik in Potsdam und realisiert neben Assistenzen für Fernsehproduktionen seit 2001 eigene Projekte. Seit 2006 ist sie Mitglied im Lehrgang Regie an der Filmarche Berlin e.V.

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anazirner {at} gmail.com

Filmographie (Auswahl)
Ich sehe was, was du nicht siehst (2005)
Parkstories (2005)
Der Da Vor Stand (2006)

STÜHLE IM SCHNEE

Block 5: Wird dir ganz schön flau / Fr 19.10. 22:30
„Märchen waren für mich immer die schönsten Geschichten“, sagt der Tischler, der in seinem Keller Stühle zimmert und Schlitten schnitzt. Und der eine Kiste gebaut hat für ein Mädchen, das nur ihm gehören soll. Die Entführte beginnt in ihrer Not, mit den hölzernen Gefährten zu sprechen. Sie schafft sich in der Enge Fluchträume der Phantasie.
Ein unter die Haut gehender Psychothriller über die Abgründe der Menschen und die Seele der Stühle.

The carpenter whittles chairs and sleds in his basement. And a box for a kidnapped girl, who tries to relieve her horror in relating to her wooden companions. A thriller that crawls under your skin about the evil in man and the soul of chairs.

D 07 | 27:25 min | DV | Farbe
R PeeWee Horris
B PeeWee Horris, Marco Hasenkopf
K Philipp Baben der Erde
S Stefanie Kosik
M Sebastian Pohl
D Josefine Preuß, Alexander Sternberg

PeeWee Horris
Autor und Regisseur zahlreicher Kurzfilme, Musikclips und Werbespots. Realisator von TV-Dokumentationen u.a. für den WDR, Pro Sieben und MTV.

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» www.weilandfilm.de

Filmographie (Auswahl)
10. Mai 1945 (2003)
Wenn sie weinen wird es hell (2004)
Franziska Spiegel — Eine Erinnerung (2005)

15 MINUTEN WAHRHEIT

Block 4: Bisse richtig down / Fr 19.10. 20:30
Im Fernsehen verkündet der Wirtschaftsminister den Aufschwung. Auf der Straße demonstriert ein Heer von Arbeitslosen dagegen, mit über 50 als Investitionsruine zu gelten. Und in den Glas- und Stahlpalästen der Unternehmen entsorgen die globalisierungsgeilen Jungmanager die nächste Riege Altmitarbeiter. Einer aber spielt nicht mit. Komann (Herbert Knaup) fordert den Chef zum Poker. Ein Wirtschaftskrimi der Blick-Duelle und Doppel-Bluffs, ein neoliberaler Showdown, geradezu genial ökonomisch inszeniert.

Young managers hail the latest boom and plan to lay off even more older workers. These take to the streets in protest, but one refuses to play along and dares his boss for poker. An economically staged business thriller of staring contests and double bluffing.

D 06 | 16:00 min | Digi Beta | Farbe
R+B Nico Zingelmann
K Felix Poplawsky
S Marco Baumhof
M Christopher Bremus
D Herbert Knaup, Christoph Bach,
Andrea Sihler, Peter Silbereisen

Nico Zingelmann
geb. 1977. Seit 1997 Sprecher für Funk- und TV-Werbung. 1999-2001 Schauspieler für Theater und Fernsehen. Absolvent der Hollywood Masterclass 2005 an der UCLA California. 2001-2006 Studium szenische Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg.

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j.kwak {at} gmx.de

Filmographie (Auswahl)
Plaid at Dice (2001)
Sturm (2002)
Frohes Fest (2005)
Bitte Bleib — Momentaufnahme (2005)

BETTYS BABY

Block 4: Bisse richtig down / Fr 19.10. 20:30
Die Pferderennbahn ist ein Mythos. Ein Hort der Männlichkeit, der Mafia-Treffen, der Millionen- Deals. Pures Testosteron.
Ein etwas anderes Bild zeichnet indes diese grandios- lakonische Dokumentation. Zwar steigt hier die Wettfieber-Kurve sprunghaft, wenn Bettys Baby auf die Zielgerade galoppiert, da hält es die brüllenden Hobby-Hasardeure kaum auf dem Sitz. Doch hat man selten derart traurige, versprengte Fernglas-Existenzen gesehen.
„So knapp!“, heißt’s dann. Fast ein Lebensfazit.

How unlike the testosterone-prone racing track when Betty’s Baby dashes onto the home stretch, fevers rise, so do the spare time gamblers and you never saw such sad, lost binoculars. “Oh, so close!”, they say at the end of the day. Of life.

D 06 | 4:55 min | Beta SP | Farbe
R+B Silvia Berchtold
K Jakob Seemann
S Christoph Lumpe

Silvia Berchtold
Geboren und aufgewachsen in der Schweiz. Nach einer Schauspielausbildung Engagements an Theatern in der Schweiz, Deutschland und Frankreich und Mitwirkung in mehreren Filmen. Seit 2004 Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg, Studiengang Drehbuch
und Dramaturgie.

Kontakt
s.berchtold {at} gmx.de

Filmographie (Auswahl)
Einkehr (2006)
Halle M (2006)
Agnes (2007)
Sans Papiers (2007)

SIBYLLE

Block 4: Bisse richtig down / Fr 19.10. 20:30
In mächtigem Wasserschwall wird die Sibylle geboren, die Prophetin. Bald schon bohren sich die Fragen der Menschen wie Speere in ihre Orakelgrotte, eher einer gekachelten Zelle ähnlich. Rat soll sie dem vielstimmigen Chor erteilen, doch sind ihre Vorhersagen bekanntlich doppeldeutig, rätselhaft. Was besonders ein Hungerkünstler zu spüren bekommt, der ein Leben lang nach Verständnis sucht.
Eine symbolmächtige, bildgewaltige Phantasmagorie über die Sehnsucht nach der Antwort. Poetisch und bezaubernd.

Sybille is born in a mighty flush of water, she’s the prophetess, and people’s questions bear into her like spears in her grotto which resembles a tiled cell. She remains forever mysterious and elusive. A phantasmagoria about the craving for answers.

D 07 | 22:00 min | 35mm | Farbe
R+B Mia Grau
K Niclas Reed Middleton
S Andreas Schultz
M Florian Marquardt
D Kathleen Morgeneyer

Mia Grau
geb. 1982. 2001 Gewinnerin des Kunstförderpreises in Frankfurt für ihren Film „Aufgemacht“. Seit 2003 Regiestudentin an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg.

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miajulika {at} web.de

Filmographie (Auswahl)
Aufgemacht (2001)
Die Umfrage (2003)
Ein Mädchen für Geld (2004)
Karotten (2005)

WHIRR

Block 4: Bisse richtig down / Fr 19.10. 20:30
Es mag gesichtslose Vororte geben, doch die meisten Häuser, für sich genommen, besitzen einen sehr eigenwilligen Ausdruck. Es lohnt sich hinzuschauen, wie ihnen Fenster-Augen und Jalousien-Lider, Tür-Mund und Haar-Dach gewachsen sind. Dieser Experimentalfilm schärft den Blick dafür, überblendet so rasant die Antlitze der Fassaden, dass man meint, den Häusern beim Blinzeln, Erröten, Grimassieren zuzusehen. Nicht nur für Bausparer ein Gewinn.

Faceless suburbia? Far wrong! Look closely like this film does and you will see houses, whose windows are eyes, whose blinds eyelids, doors mouths and roofs hair. They blink, blush and make faces.

D 06 | 2:25 min | 35mm | Farbe
R+B+K+S Timo Katz
M Keiichi Sulimoto, Cheason

Timo Katz
geb. 1977 in Siegen, Studium Foto- und Filmdesign in Bielefeld mit Abschluss im Februar 2006.

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» www.timokatz.de

Filmografie
Panorama (2004)

HOCHHAUS

Block 4: Bisse richtig down / Fr 19.10. 20:30
In diesem seelenlosen Plattenghetto im ostdeutschen Niemandsland ist die einzige Perspektive der Flaschenboden. Hier vegetieren der 12-jährige Daniel und sein älterer Bruder Patrick, genannt Pablo (nach Escobar), eltern- und haltlos. Während Pablo kleinkriminelle Energie entwickelt, träumt Daniel sich aus der Betontristesse fort — in ein Wildwest-Abenteuer, in dem der Cowboy-Junkie Bernd die Hauptrolle spielt.
Härter als „Knallhart“ — ein Drama mit der Wucht einer Abrissbirne.

12-year-old Daniel and his older brother Pablo (for Escobar) lead dull lives in an East German prefab housing project. While Pablo develops petty criminal energy, Daniel dreams away into a second reality with his cowboy junkie friend Bernd.

D 06 | 38:00 min | 35mm | Farbe
R+B Nikias Chryssos
K Mathias Prause
S Carsten Eder
M Bülent Kullukcu
D Paul Preuss, David Scheller, Daniel Fripan,
Elisa Schrey

Nikias Chryssos
geb. 1978. Studierte von 2001. 2002 Film und Produktion in England. Seit 2002 Regiestudium an der Filmakademie Baden-Württemberg. 2005 Teilnahme am Berlinale Talent Campus und einem Masterclass-Programm an der UCLA in Los Angeles.

Kontakt
» www.kavla.de

Filmographie
Down (2003)
Schwarze Erdbeeren (2005)

DER HOLZMENSCHBAUER

Block 4: Bisse richtig down / Fr 19.10. 20:30
Als Kind auf dem bayerischen Dorf hat er die heile Welt erlebt. Beim Bundesgrenzschutz, in den Anti-AKW-bewegten 70ern, bekam er die Risse im Gefüge zu spüren. Vielleicht wäre der Mann aus der Bahn geraten, hätte er nicht den Staatsdienst quittiert und die Schnitzerei entdeckt. Nun schafft er Kunst mit der Kettensäge, zerklüftete Holzskulpturen, deren schreiende Antlitze sich ins Gedächtnis brennen.
Das bemerkenswerte Porträt des Künstlers Andreas Kuhnlein.

As a kid he grew up in the perfect world of a Bavarian village. As a police officer, he saw the cracks during the anti-nuclear protests of the 70s. Now Andreas Kuhnlein whittles sculptures with a chainsaw and their screaming faces burn into your conscience.

D 06 | 10:00 min | 16mm | s/w
R+B+S Katrin Jäger
K Denis Lüthi

Katrin Jäger
geb. 1980. 2000-2005 Studium der Theaterwissenschaften, Soziologie, Literaturwissenschaften in München. Seit 2005 studiert sie Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der HFF München.

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katrinjaeger {at} t-online.de

Filmographie
Der Holzmenschbauer (2006)

11.10.07

KOBE

Block 3: Willi komm geh mit / Fr 19.10. 18:00
U-Bahn-Gleichschritt und Trommelschule, Perlenkettenfabrik, Spielhölle, Fischmarkt und Senioren-Karaoke — all das prägt das Gesicht der Stadt. Es sind weiche Kontraste in dieser faszinierenden Dokumentation über die japanische Hafen-City Kobe, Impressionen der Koexistenz von Tradition und Moderne, elegante Choreografien eines Metropolen-Alltags. Rhythmisiert mal wie ein Meisterstück der Industrial-Musik, dann wieder von fernen Heimatklängen getragen — Kobe, Sinfonie einer Großstadt.

The glaring contrasts of tradition and modernity are softly modulated in this documentary of the Japanese port. Karaoke for the elderly, the subway, the fishmarket, the pearl chain factory all call for their own rhythm.

D 06 | 44:45 min | 35mm | Farbe
R+B+K Rainer Komers
S Bert Schmidt

Rainer Komers
geb. 1944. Filmstudium an der Kunstakademie Düsseldorf. Gaststudium der Fotografie in Essen. Lehrauftrag für Siebdruck und Filmstudium an der Kunstakademie Düsseldorf.

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r.komers {at} t-online.de

Filmographie (Auswahl)
2211 Büttel (1974)
Wer bezahlte für Hitler? (1983)
Lettischer Sommer (1992)
Ein Schloss für alle (1998)
Nome Road System (ErdBewegung) (2004)

GEORG WÄCHST

Block 3: Willi komm geh mit / Fr 19.10. 18:00
Es lernt der Mensch zu krabbeln, dann zu laufen. Es sprießen ihm Haare, manchen überall. Der Mann wächst in den meisten Fällen zur stolzen Statur eines griechischen Gottes heran. Bald allerdings, ungefähr zur Halbzeit, ist es mit der Pracht leider wieder vorbei. Vom Winde verweht die Haare, in den Bauch gesackt die Muskeln, altersgebeugt der Gang.
Einen amüsanten Schnell-Durchlauf des Lebens beschreibt dieser Animationsfilm, der am Ende mit einer brillanten Hommage an Kubricks „2001“ überrascht.

Roughly speaking, the human physical development is divided into two equal parts of growth and deterioration. Watch this quick run-through of life, an animated film with a surprising homage to Kubrick’s “2001”.

D 07 | 2:24 min | Beta SP | Farbe
R+B+K+S+M Martin Schmidt

Martin Schmidt
geb. 1983. Seit 2003 Studium der Visuellen
Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel.
Im Januar 2006 stellte er seinen ersten
Kurzfilm „Noise“ fertig, der bisher auf 28
Festivals gezeigt wurde.

Kontakt
» www.herrschmidt.tv

Filmographie (Auswahl)
Noise (2006)
Nuckeln (2007)

SUNDAY FOR A SONG

Block 3: Willi komm geh mit / Fr 19.10. 18:00
ff07_kw_sundayforasong_01.jpgEs ist ein Nobody in der Stadt. Er kommt von irgendwoher, er hat Hunger, er hat kein Geld. Die Verlockungen sind vielfältig: Hier ein bruzzelndes Grillwürstchen, dort die pralle Auslage einer Konditorei, da wieder die gedeckte Festtafel. Doch die Menschen begegnen ihm feindselig. Der einsame Reisende mit dem Koffer muss sich nehmen, was er braucht.
Ein Showdown mit gezückten Würstchen, ein surrealer Großstadt-Western über die Angst vor dem Fremden und den Appetit eines Outlaws.

The hungry lonely traveller comes to town where he is met with hostility. He sees and smells the foods, he is forced to take what he needs. An urban Western with a showdown of pulled sausages about xenophobia and the appetite of the outlaw.

D 06 | 12:00 min | Beta SP | Farbe
R+B Christian Breuer
K Nadja Kurtz
S Nina Caspers
M Kotra
D Robert Beyer, Hussi Kutlucan, Sabine
Werner, Hülya Duyar, Christine Geisse

Christian Breuer
geb. 1972. 1998 Abschluss als zeitgenössischer Bühnentänzer an der Folkwang Hochschule Essen. Seit 2004 Arbeit an Drehbüchern. 2006 Konzipierung und Dreharbeiten für „Sunday for a Song“.

Kontakt
chriscxs {at} web.de

Filmographie
Sunday for a Song (2006)

REGENTAG

Block 3: Willi komm geh mit / Fr 19.10. 18:00
Nur wer nicht fähig ist, auf Nuancen zu lauschen, wird behaupten, ein Regentag gleiche dem anderen. Stille. Regen. Vorbeifahrendes Auto. Regen. Schritte. Regen. Splitter. Regen. Es gibt in jeder Pfütze eine Welt zu entdecken. Dieser nassforsche Straßen-Impressionenfilm spannt den Schirm auf für alle, die den Wolkenbruch auch im Trockenen lieben. Und einen guten Tropfen zu schätzen wissen.

Only those unable to hark to nuances will say that one rainy day is like any other. There are worlds to discover in each puddle of rain. These moist impressions will fascinate rain spotters and those who can appreciate a good drop.

D 07 | 0:40 min | DV | Farbe
R+B+K+S Joseph Bolz

Joseph Bolz
geb. 1984. Während seiner Zeit als Jungschauspieler (u. a. „Crazy“, „Die Randgruppe“) entdeckte er seine Passion für die Arbeit hinter der Kamera. Nach dem Abitur unternahm er Bildungsreisen durch Europa
und Asien und studiert derzeit Philosophie, Film und Leben.

Kontakt
radiotrytry {at} gmx.de

Filmographie (Auswahl)
Invasion vor der Sonne (2006)
Schwäche (2006)
Coma (2007)
ground (2007)

DAS MODELL

Block 3: Willi komm geh mit / Fr 19.10. 18:00
Wie in Zeitlupe fährt die Kamera über eine weiße Wüste, in der nur vereinzelt ein paar Papierbäume die Szenerie auflockern; gleitet weiter, vorbei an Gatter und Teich, einer Kirche, durch die Hauptstraße einer westerngleichen Geisterstadt; gelangt in immer urbanere, immer futuristischere Straßenzüge: die Bürgersteige aus Disketten, die Fassade ein Spülschwamm … Eine fantastisch gestaltete Videoart- Studie über die Konstruktion unserer Umgebung, über Sein oder Design.

The camera glides in slow motion past a fence and a pond and a church, down Main Street of this Western-like ghost town, on to more urban and futuristic sites. Till we realize we are touring a model in this video study of the constructedness of our environment.

D 06 | 6:20 | BetaSP | Farbe
R Florian Gwinner

Florian Gwinner
geb. 1977. Studien der Architektur und der Visuellen Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar und der Zokei University for Art and Design, Nagoya, Japan. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Kontakt
gwinner {at} skim.com

Filmographie
Traumacowboys (2001)
Der No-Decision Ball (2003)
Mein Herz zerburnt (2004)
Decoration (2007)

STYX

Block 3: Willi komm geh mit / Fr 19.10. 18:00
Der Fluss Styx trennt in der griechischen Mythologie das Land der Lebenden vom Reich der Toten, dem Hades. Die Überfahrt besorgt der Fährmann Charon, den es in barer Münze zu bezahlen gilt, und der — in dieser Animation zumindest — darüber wacht, dass die Verstorbenen ihr Liebstes auf Erden zurücklassen: Der König die Krone, die Blondine ihre Stelzenstiefel. Nur eine alte Dame weigert sich, ihr Hündchen aufzugeben … Eine furios gezeichnete Feier der Schattenwelt, ein höllisch-komischer Grenzübertritt.

Don’t pay the ferryman! In this cartoon feast of shadows, Charon gives travellers to the netherworld a hard time. They will have to give up what is most dear to them. The king gives his crown, but an old lady refuses to hand over her dog.

D 07 | 8:40 min | DV | s/w
R+B+K+S Aike Arndt
M Florian Bodenschatz, Anja Driemecker

Aike Arndt
geb. 1980 in Neuss. Design-Studium an der Fachhochschule Münster, Diplomarbeit mit dem Film „Styx“. Nebenbei Teilnahme an Wettbewerben (Publikumspreis 2002 auf dem Comic-Festival „fumetto“ in Luzern), Plakatentwürfe, CD-Gestaltung und Illustrationen für lokale Zeitschriften.

Kontakt
aike_arndt {at} web.de

Filmographie
Styx (2007)

RAUSKOMMEN

Block 3: Willi komm geh mit / Fr 19.10. 18:00
Der Staatsschutz hat die Sache diskret für ihn geregelt. Diskret heißt konkret: In der Provinz arbeiten und Schnauze halten. Also jobbt der junge Mann bei einem Stuckateur, versucht nicht weiter aufzufallen und blockt auch die Flirtversuche seiner hübschen Arbeitskollegin ab. Ewig aber kann er seine Vergangenheit nicht verstecken. Die prangt auf seinem Rücken — in Form eines zackigen Tattoos … Die berührende Geschichte eines Neuanfangs mit Hindernissen.

The home office set him up with a new job in a new town. He keeps a low profile as a stucco-worker, frustrates the flirt of a colleague, but he’s got his past on his back … A touching tale about a new beginning with difficulties.

D 06 | 13:30 min | 35mm | Farbe
R Michael Dörfler
B Michael Dörfler, Joachim Braner
K Annabelle Handke
S Kathrine van Belen Granlund
M Felsenbein
D Conny Herrford, Daniela Preuss,
Alexandra Kalweit, Victor Calero

Kontakt
alex.stautmeister {at} cine-plus.de

Michael Dörfler
Aufgewachsen in Dortmund. 1991-1997 Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation in Berlin. 1997-1998 Avid-Editor unter anderem für ARTE, X-Filme, cine+. Seit 1997 freier Cutter, Produzent und Regisseur. Ab 2002 Lehrbeauftragter an der Universität der Künste Berlin.

Filmographie (Auswahl)
Flächenbrand (2000)
Mut proben (2001)
Willkommen in Deutschland (2004)
Dialog auf dem Olymp (2005)

ACHTERBAHN

Block 2: Wie wir zwei hier stehn / Do 18.10. 20:00
Die Firma pleite, die Frau auf und davon — kein Wunder, dass der Mann die Schnauze voll hat. Doch was ein echter Pechvogel ist, der kann sich nicht mal in Frieden umbringen, weil auf der Brücke schon eine Gesinnungsgenossin „auf dem Sprung“ ist, die sich als ziemlich redselig entpuppt. Der Auftakt einer schwarzhumorigen Romanze, die von der Achterbahnfahrt Leben nebst Schicksals-Loopings und Übelkeitsgefühlen erzählt — mit Ralph Herforth und Julia Beerhold als Paar auf der Kippe.

The company bankrupt, the wife gone. But you aren’t truly jinxed until you cannot even kill yourself in peace. Can’t this woman on the bridge stop talking and finally kill herself so I can get to do it? A romance of black humour reflecting the roller coaster ride of life.

D 06 | 17:11 min | Beta SP | Farbe
R+B Frank Wegerhoff
K Jens Harms
S Ole Heller
M Detlef Schmitz, Lukas Reese
D Ralph Herforth, Julia Beerhold,
Dominik Eisenschmidt, Luise Risch

Frank Wegerhoff
geb. 1960.
1976-1980 Polizeibeamter.
1986-1991 Dipl. Sportlehrer.

Kontakt
wegerhoff {at} aol.com

Filmographie
Per Anhalter (1996)
Timeshare (2000)
Lehrer aus Leidenschaft (2002)

IM TREPPENHAUS — DEIN LÄCHELN IST SCHON OBEN

Block 2: Wie wir zwei hier stehn / Do 18.10. 20:00
Etwas hält diese junge Frau zurück, die doch so schnell, so traumwandlerisch die Stufen zum Dach erklimmen will, sich schon laubumtost im Wind tanzen sieht, in haushoher Freiheit. Im Treppenhaus aber werden ihr die Schritte schwer, fährt es ihr wie unsichtbare Stromstöße in die Glieder. Vielleicht ist der Weg das Ziel in dieser berückend-poetischen Herbstsonate, einem Tanzfilm, der das titelgebende Haiku in suggestive Bilder, Bewegungen und Blicke übersetzt.

Something is holding her back, the young woman who already pictured herself swirling among leaves on the roof. On the stairs her legs go heavy in this autumn sonata of dance and suggestive pictures, movements and looks.

D 07 | 4:02 min | Digi Beta | Farbe
R+B+K+S Roman Zenz
M Yves de Mey
D Dominique Godderis

Roman Zenz
geb. 1974, erlernte er zunächst die Cutter-Tätigkeit und wechselte später zur Kamera. Nach Jahren als Techniker beim Film in New York studiert Roman Zenz seit 2005 an der FH Dortmund Film- und Fernsehkamera.

Kontakt
romanzenz {at} gmx.de

Filmographie (Auswahl)
Statue’s Refugee (1998)
Breathless (1998)
Eine vage Erinnerung (2005)
Mit den Augen tanzen (2006)
Islam heißt Frieden (2006)

MAMMAL

Block 2: Wie wir zwei hier stehn / Do 18.10. 20:00
Die Gier bricht ganz plötzlich aus diesem jungen Mann hervor, der da allein mit seiner Mutter haust. Leidenschaftlich vergräbt er sein Gesicht in einen Teiglaib auf dem Küchentisch, unstillbar hungrig — nach Leben. In Gedanken flüchtet er aus der bedrückenden Symbiose, träumt sich fort, findet als Fantasieriese die Liebe und wächst über das Puppenheim hinaus. Es ist eine berauschende, so märchenhafte wie melancholische Ballade vom verschlossenen Gernegroß und seinem unermesslichen inneren Reichtum.

Greed grabs hold of the young man who lives alone with his mother as he dives head first into the fresh dough laid out on the kitchen table. Away from this smothering symbiosis, his is a melancholy dream of being a giant, displaying his riches of the soul.

D 07 | 7:25 min | Beta SP | Farbe
R+B+S Astrid Rieger
K Mark Liedtke
D Achim Schauffele, Michaela Tschubenko,
Astrid Rieger

Astrid Rieger
geb. 1979 in Brasov / Rumänien. 1999-2006 Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. 2006 Diplom im Studienschwerpunkt Film und Video.

Kontakt
astridrieger {at} web.de

Filmographie
Maudi (2001)
Luftlöcher (2002)
Rimbaud (2004)
Apple on a tree (2006)

SPRECHSTUNDE

Block 2: Wie wir zwei hier stehn / Do 18.10. 20:00
Die Selbstdiagnose dieser Frau ist nüchtern und final: „Ich bin ein absoluter Versager als Mensch“. Worte der britischen Dramatikerin Sarah Kane, die sich mit 28 Jahren das Leben genommen hat und deren letztes, in der Nervenheilanstalt geschriebenes Stück „4.48 Psychose“ diesen Film inspirierte.
„Sprechstunde“ ist ein todkomischer Abschieds-Monolog, eine schreiend-traurige Irrenhaus-Polyphonie, belebt von einer grandiosen Schauspielerin in einem Schlachthofkeller der Sehnsucht.

British playwright Sarah Kane, suicide at 28, knew this about herself: “I am an utter failure as a human being.” Her last play, written in a psychiatric ward, informs this deadly funny farewell monologue.

D 06 | 11:30 min | Beta SP | Farbe
R+K+S Michael Fiebrig
B Michael Fiebrig, Johanna Steinhauser
M Axel Brückner
D Johanna Steinhauser

Michael Fiebrig
geb. 1982 in Nürnberg. Seit 2003 zahlreiche Kurzfilme und Dokumentationen. Sein Film „Sprechstunde“ erhielt diverse Nachwuchspreise.

Kontakt
fiebrig {at} hotmail.de

Filmographie (Auswahl)
Hamburger Kasperltheater (2004)
beim ersten Versuch aufgeben (2005)
von einem der auszog um die Tour kennen zu lernen (2005)
Im Namen des Volkes (2007)

MAINSTREAMING

Block 2: Wie wir zwei hier stehn / Do 18.10. 20:00
Über das geheime Leben der Früchte weiß man erstaunlich wenig, aber dieser hübsch-skurrile Musikfilm zu einem Song des norwegischen Komponisten John Erik Kaada, Schöpfer zahlreicher Independent- Soundtracks, schafft da Abhilfe. Was die Zitronen nachts so treiben, wenn der Zitronenbäumchen- Besitzer ihnen den Rücken kehrt, das kann man hier bestaunen wie ein gestochen scharfes Polaroid. Derweil erklingen sanft die Zeilen: „Whoever loves me, I love too, whomever I love, I kill.”

Ever wondered what citrons do at night when unattended? See for yourself in this pretty weird music film interpreting a song by Norwegian independent film composer John Erik Kaada. “Whoever loves me, I love too, whomever I love, I kill.”

D 07 | 4:13 min | Digi Beta | Farbe
R Jenny Meißner, Stefanie Schießl
B Jenny Meißner
K Istvan Imreh
S Nina Chmielewski
M John Erik Kaada
D John Erik Kaada

Jenny Meißner
geb. 1979 in Berlin. Studium Mediendesign an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule in Nürnberg und The Robert Gordon University in Aberdeen. Seit 2006 freiberuflich tätig als Mediendesigner im Bereich Postproduktion.

Stefanie Schießl
geb. 1978 in Nürnberg. Studium an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule in Nürnberg, Diplom 2007.

Kontakt
mail {at} jennymeissner.de

Gemeinsame Filmographie
Mainstreaming (2007)

LIEBE DER LIEBLOSEN

Block 2: Wie wir zwei hier stehn / Do 18.10. 20:00
Auf dem freien Markt der Erotik ist Ulrich nicht viel wert — zu dick, zu unansehnlich. Weil er aber, als fast 30-jährige Jungfrau, die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, Sex umsonst zu bekommen, checkt er in einem Fitness-Hotel unter durchtrainierten Sozialdarwinisten ein. Doch selbst seine persönliche Trainerin, eine Art Fräulein Rottenmeier der Wellness-Kampfzone, hat nur Verachtung für ihn übrig — so scheint’s.

Doughy, plain Ulrich, virgin at close to 30, is weak currency on the erotic market. This Houellebecqian hero is determined not to give up and checks into a fitness hotel. Yet his personal trainer scorns him, or so she seems.

D 06 | 31:00 min | Digi Beta | Farbe
R Benjamin Tholen
B Benjamin Tholen, Julian Gaupp-Maier
K Eric Ferranti
S Wolfgang Gessat
D Astrid Posner, Daniel Zillmann

Benjamin Tholen
geb. 1975 in Berlin, anfänglich Studium der Politikwissenschaften, später Diplom als Mediendesigner. Dann diverse Jobs v.a. im Musikvideobereich. Seit 2000 Regie-Studium an der dffb.

Kontakt
benjamin.tholen {at} freenet.de

Filmographie (Auswahl)
Lügengesicht (2001)
Summertime Heroes (2002)
„Was diese Grenzen anbelangt...“ (2005)

DER BERECHNETE TON

Block 2: Wie wir zwei hier stehn / Do 18.10. 20:00
Gutes Benehmen ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Wer weiß denn noch, wie man formvollendet die Grußerlaubnis einer Dame einholt? Wie man die Bekanntschaft im Restaurant veredelt, welche Essgeräusche zu vermeiden sind, welche Beinhaltung einer Frau geziemt? „Der berechnete Ton“ gibt Rat. Präzise wie die Rechenschieberkugeln, die sich in diesem originellen Experimental-Knigge zu Figuren mit perfekter Händeschüttel-Haltung formen.

Good manners are no longer a matter of course. This experimental film shows etiquette to be a thing of mathematical precision, where beads of a slide-rule form figures of the perfect handshake.

A 06 | 6:12 min | DV | Farbe
R+B+K+S Marlies Pöschl

Marlies Pöschl
geb. 1982 in Mattsee, Salzburg. Studiert seit 2004 Kunst und Kommunikative Praxis an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Stipendium des Landes Salzburg für die Sommerakademie Salzburg, Teilnahme an der Klasse von Valie Export.

Kontakt
marlies_poeschl {at} gmx.net

Filmographie (Auswahl)
faden verloren (2005)
Ich und sie (2006)
wien, schottentor (2007)
manova (2007)

EIN KURZER FILM ÜBER DAS LACHEN

Block 2: Wie wir zwei hier stehn / Do 18.10. 20:00
Ob sich die Damen über den Besuch freuen, ist schwer zu sagen. Da ist eine, die nur in sinnlosen Reimen spricht („Lieder singen, Freude bringen!“), eine andere, die hinter dem Pupillenvorhang nur gelegentlich Wachheit erkennen lässt. Und doch belustigen die beiden Clowns, die in dieser berührenden, manchmal herzzerreißenden Dokumentation begleitet werden, alle zwei Wochen die Bewohner des Altenheims. Einer der schönsten oder einer der traurigsten Jobs der Welt?

Whether the two clowns are appreciated by the residents of the retirement home is hard to tell. Yet they return once a fortnight, and this touching and heartbreaking documentary examines this beautiful and sad profession.

D 07 | 10:00 min | 16mm | Farbe
R+B+S Nuria Gómez Garrido, Denis Lüthi
K Denis Lüthi

Denis Lüthi
geb. 1978. Studiert seit 2005 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München Dokumentarfilm, Schwerpunkt Kamera.

Filmographie (Auswahl)
Oh sweet Mary (2003)
Die letzten Schweizer (2004)
Mc Kutti (2005)
Rote Linie (2006)

Nuria Gómez Garrido
geb. 1980. Studiert seit 2006 an der Hochschule
für Fernsehen und Film in München
Dokumentarfilm. Davor diplomierte sie in
Audiovisuelle Kommunikation.
Filmographie (Auswahl)
Nadia, Nadie (2007)

Kontakt
abgedreht {at} muraw.ch

10.10.07

FROHES SCHAFFEN

Block 1: Kommse vonne Schicht / Do 18.10. 17:30
Auf Super-8 ist die Welt noch in Ordnung: Frieden in der Kleingartenkolonie „Frohes Schaffen e.V.“, Mutti grillt, Vati trägt Schnauz, die Kinder spielen. In hartem Kontrast zu dem selbstinszenierten Ruhrpott- Idyll aus der Vergangenheit stehen die Bilder vom Abbau einer Stahlfabrik, die demontiert und auf ein Schiff verladen wird. Die Dokumentation reflektiert meditativ und poetisch über das Verschwinden, das Verschwundene. Am Ende reist eine Fabrik nach China.

A Super-8 idyll of peaceful allotments in the Ruhr Valley. Its long gone scenes of neighbourly wellbeing are sharply contrasted with the destruction of a steel mill about to be shipped to China. A documentary reflecting on things vanished and lost.

D 06 | 14:00 min | Digi Beta | Farbe
R+B Ulrike Franke, Michael Loeken
K Michael Loeken, Rüdiger Spott, Jörg Adams
S Timothy McLeish, Ulrike Franke

Ulrike Franke
geb. 1970 in Dortmund. Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Romanistik und Kunstgeschichte in Köln. Seit 1996 Autorin, Regisseurin, Produzentin.

Michael Loeken
geb. 1954 in Neviges. Studium der Theater-, Filmund Fernsehwissenschaften in Köln. 1982 bis 1996 Tonmeister. Seit 1996 Projekte mit Ulrike Franke.

Kontakt
» www.loekenfranke.de

Gemeinsame Filmographie (Auswahl)
Und vor mir die Sterne — Das Leben der Schlagersängerin Renate Kern (1998)
Herr Schmidt und Herr Friedrich (2001)
Losers and Winners (2006)

GRÜN

Block 1: Kommse vonne Schicht / Do 18.10. 17:30
Eine malende Däumeline bekommt es auf dem Küchentisch zwischen Essensresten und spazierenden Zigarettenstummeln mit einem Allesfresser-Löffel zu tun. Selbst die Farbtuben, gelb und blau, sind vor dem mischgierigen Silberling nicht sicher. Wie echte Kunst sich in einer grünen Hölle behauptet, erzählt dieser bezaubernde, detailverliebte Stop-Motion-Film.

A thumbsize paintress up against an omnivorous spoon in her kitchen table studio of leftovers and bumbling cigarette butts, paint tubes beware! A charming stop motion film about true art holding out in a green hell.

D 06 | 10:22 min | 35mm | Farbe
R+B+K+S Kyne Uhlig, Nikolaus Hillebrand
M Jacob Kirkegaard
D Heidi von Glasow

Kyne Uhlig
geb. 1970 in Köln. Ab 1990 Video-Dokumentarfilme. 1991-1998 Studium der Geographie. Projekte mit Hellmuth Costard. Ab 1995 Sach-Trickfilme. Seit 1997 Arbeiten mit Nikolaus Hillebrand für die „Sendung mit der Maus“. Dozentin für Sachtrick-Workshops seit 2004.

Nikolaus Hillebrand
geb. 1967 in Köln. 1992-1999 Studium der Architektur. 1990-1996 Zusammenarbeit mit Hellmuth Costard. Ab 1995 Arbeit für die „Sendung mit der Maus“. Seit 2003 Trickfilm-Dozent.

Kontakt
kyneuhlig {at} web.de

Gemeinsame Filmographie (Auswahl)
Schirmherrschaft (1998)
Backe Backe Kuchen (2002)
Oktobertag (2004)

BILDER VON DER VERTEIDIGUNG EINES HOFES

Block 1: Kommse vonne Schicht / Do 18.10. 17:30
Ein kafkaesker Film, was ganz wörtlich zu nehmen ist: Nach einem Textfragment des Prager Literaten erzählt Regisseur Bernd Kilian die zeit- und wortlose Geschichte einer Soldateska, die zur Verteidigung eines Gehöfts bereitstehen soll, deren Hackordnung aber schon bei der Suppenausgabe durcheinander gerät.
Eine hintersinnig-humorvolle Krieg-und-Frieden-Allegorie in den betörenden Sepia-Tönen des Westerns, die vom Fressen, der Moral und der Liebe in Zeiten des Wartens handelt.

Inspired by a text fragment by Kafka, a time- and wordless tale about a rabble of soldiers about to defend a farm, but whose hierarchy collapses over grub. Bernd Killians sepia-coloured allegory about food, morals and love in a time of waiting.

D/CZ 06 | 11:00 min | 35mm | Farbe
R+B Bernd Kilian
K Martin Preiss
S Milos Krejcar
M Frieder Zimmermann
D Petr Kovtecky, Stanek Akram,
Helena Brabková, Adèla Horáková

Bernd Kilian
geb. 1964 in Ansbach/Mittelfranken. Studium an der Kunsthochschule Dresden und am
Ecole Superieure des Beaux Arts, Paris. Seit 1999 freier Filmemacher.

Kontakt
bernd.kilian {at} web.de

Filmographie (Auswahl)
Einwohner von Dresden (2000)
Altpieschen (2001)
5Uhr53 (2002)
Lisa va au cinema (2005)

HILDA & KARL

Block 1: Kommse vonne Schicht / Do 18.10. 17:30
Hilda sortiert Bohraufsätze in einer Fabrik, ist so unauffällig wie die Wand und heimlich verliebt in ihren Vorarbeiter Karl. Der Schutzhelm steht ihm so gut, und er teilt ihre Vorliebe für Kantinen-Würstchen. Das kann nur Schicksal sein, und doch muss man der Liebe manchmal Beine machen wie einer Schildkröte. Ob es ein Happy End gibt für die Sehnsüchtige von Strecke 4?
Eine wunderschöne Werktätigen-Romanze, von einem berührenden Kaurismäki-Humanismus getragen.

Unremarkable Hilda sorts drilling heads in a factory and is secretly in love with her foreman Karl — his spiffy helmet and a shared love of sausages from the canteen. Can fate be forced in this workingman’s romance informed by a Kaurismäki-type humanism?

D 07 | 12:22 min | 35mm | Farbe
R Toke Constantin Hebbeln
B Toke Constantin Hebbeln, Christian Fehling
K Felix Novo de Oliveira
S Julia Karg
D Katja Bürkle, Stephan Grossmann,
Silvia Gehrlich-Raabe, Anna Windmüller

Toke Constantin Hebbeln
geb. 1978. Nach dem Literatur- und Philosophiestudium begann er 2002 Filmregie an der Filmakademie in Baden-Württemberg zu studieren.

Kontakt
tokecon {at} gmx.de

Filmographie (Auswahl)
Der ewige Tag (2002)
Er und Es (2003)
Seance (2005)
NimmerMeer (2006)

RHABARBER BOY

Block 1: Kommse vonne Schicht / Do 18.10. 17:30
Tief im Rhabarber-Wald lebt allein ein kleiner Junge, der sich im Dickicht behaupten muss und den Raubvögeln Fleischopfer bringt. Nur eine geheimnisvolle Comic-Collage an der Wand seiner Hütte kündet von einer anderen Welt. Als der Lost Boy im Lendenschurz eines Tages in einem Erdloch tatsächlich animierte Fabelwesen entdeckt, werden die Grenzen seines Horizonts gesprengt.
Eine phantasiesprühende Video-Art-Parabel über die verlorene Unschuld, über Mythos und Zivilisation.

Deep in the rhubarb woods, a little boy sacrificing to birds of prey. When he discovers animated fabulous creatures in a pit, the cartoon collage in his hut springs to life. A parabolic tale of innocence lost, of myth and civilisation.

D 07 | 15:00 min | 35mm | Farbe
R+B Ulu Braun
K Jakub Bejnarovicz
S Kai Minierski
M Johannes Malfatti
D Anton Vogt

Ulu Braun
geb. 1976. 1996-2000 Studium der bildenden Kunst an der Universität der angewandten Kunst in Wien. 1999 Stipendium für die Academy of Fine Arts / Helsinki. Bis 2006 Studium an der Filmhochschule Potsdam.

Kontakt
» www.ulubraun.com

Filmographie (Auswahl)
Die Flutung von Viktoria (2004)
Fish Soup (2006)
Südwest (2006)
Rekorder (2007)

DREI GRAZIEN

Block 1: Kommse vonne Schicht / Do 18.10. 17:30
„Hello“ — so lautet der verbürgten historischen Überlieferung nach das erste menschliche Wort, das jemals konserviert wurde, und zwar von einem gewissen Thomas Alva Edison. Ihm und anderen Hofbereitern der drei Faradayschen Schwestern Optik, Akustik und Schrift huldigt dieser aus dem Rahmen fallende Experimentalfilm. Eine Ode an die Aufzeichnungskunst, eine Feier der Jahrhunderterfindungen Film, Grammophon, Schreibmaschine.

“Hello” — the first ever recorded spoken word by a certain Thomas Alva Edison. This experimental film is dedicated to him and the other three of Faraday’s sisters: optics, acoustics and script. A celebration of inventions that shaped a century: film, gramophone and the typewriter.

D 06 | 14:30 min | 35mm | s/w
R+B+K+S Hanna Nordholt, Fritz Steingrobe
M Imo Toshiba

Hanna Nordholt & Fritz Steingrobe
leben und arbeiten in Hamburg und haben seit 1985 diverse Kurzfilme produziert. Ihr Film „Yo Lo Vi — Ich sah es“ wurde auf dem Filmfestival Münster 2003 mit dem Großen Preis der Filmwerkstatt ausgezeichnet.

Kontakt
hanna-fritz {at} t-online.de

Filmographie (Auswahl)
Situation Normal (1988)
Interview (1989)
Das dritte Fenster (1997)
Yo Lo Vi (2003)
Kurt Kranz Film (2005)

LOOP

Block 1: Kommse vonne Schicht / Do 18.10. 17:30
Wie viel Kraft in so einem Windrad steckt! Und welch enorme Geräte man mit dem gewonnenen Strom betreiben kann! Man muss die Windmühle nur anzuzapfen verstehen, statt sie wie Don Quixote zu bekämpfen. Dieser experimentelle Fast-Forward-Film zeigt uns wie’s geht: In einem irrwitzigen Verlängerungskabel-Galopp über Stock und Stein, der schließlich dem Begriff „Endlosschleife“ eine ganz neue Dimension verleiht. Ein elektrisierendes Werk, pure Energie!

How much electricity can be won from a windmill, if one knows how to sap it, not fight it like Don Quixote! A delirious extension cord gallop over stick and stone, giving new meaning to the term “infinite loop.” An electrifying work, pure energy!

D 07 | 2:40 min | DV | Farbe
R+B+K+S+M Kamil Keister

Kamil Keister
geb. 1983 in Dirschau. Seit 2004 studiert er visuelle Kommunikation am Fachbereich Design der Fachhochschule Aachen und ist seit 2006 als freiberuflicher Fotograf und Mediendesigner tätig.

Kontakt
» www.kamilkaze.com

Filmographie
Du bist Deutschland (2006)
Muschi Belohnung (2007)

DER LÜSTER

Block 1: Kommse vonne Schicht / Do 18.10. 17:30
Wie ein Foucaultsches Pendel schwingt der Kronleuchter von einer Seite der nicht enden wollenden Tafel zur anderen — unter den tödlich gelangweilten Augen der Mylady, die vom Butler umsorgt auf ihren säumigen Liebsten wartet, um endlich die existenzielle Frage zu stellen: Wie lange wird der Lüster noch schwingen? Oder, anders: Wieviel Luxus braucht der Mensch? Sternminuten des absurden Theaters, exzellent und münsterprominent besetzt mit Rita Roring, Hannes Demming und Roger Trash.

The chandelier swings over an enormous dinner table, and sitting at it the bored lady catered to by her butler and waiting for her loved one. How long will the chandelier keep swinging? How much luxury do we really need? Absurd theatre with Münster actors Rita Roring, Hannes Demming and Roger Trash.

D 07 | 7:00 min | DV | Farbe
R+B+S Michael Spengler
K Michael Spengler, M. Vianden,
S. Huzikiewitz
D Rita Roring, Roger Trash, Hannes Demming

Kontakt
MichaSpe {at} aol.com

Michael Spengler
geb. 1980 in Stuttgart. Seit 2004 Studium an der Kunstakademie Münster.

Filmographie
Projekt „St. Jean“ (2004)
Akhona (2006)
Flugversuch (2006)

08.10.07

FAIR PLAY [franz.OmdtU]

Mi 17.10. 20:00 / Do 18.10. 17:30
Man muss die Regeln kennen, um spielen zu können. Man muss sie zu brechen wissen, um zu gewinnen. Alexandre (Jérémie Renier) hat das von seinem Kollegen Jean- Claude (Benoît Magimel) gelernt. Wobei Kollege in diesem Fall die Steigerung von Feind bedeutet. In der Firma, wo beide angestellt sind, geht es um die großen Deals, um Geld und Ansehen, um Krieg also. Und da ist bekanntlich alles erlaubt. Wo einzig Hierarchien und Karrieren zählen, gilt die Losung: Solidarität ist Selbstmord. Die Schauplätze, auf denen die schmutzigen Schlachten um den Aufstieg in der Firma ausgetragen werden, sind allerdings nicht die Büros, Konferenzräume oder Kantinen. Echte Männer kämpfen beim Sport. In langen, grandios komponierten Sequenzen zeigt diese Business-Kabale die eiskalte Welt des Unternehmer-Workouts: Da wird beim Squash mit dem Chef nicht um Punkte, sondern um den Job gespielt. Da werden beim Golf zwischen zwei Löchern Existenzen verhandelt. Da brechen beim Canyoning, während des finalen Betriebsausflugs, schließlich die archaischen Triebe hervor, auch beim Meisterschüler Alexandre. FAIR PLAY ist ein mörderisches Intrigenspiel, dabei von wahrer Tragödien-Wucht: Ein Shakespeare in der Squash-Halle.

You have to know the rules in order to play. You have to be able to break them in order to win. Alexandre (Jérémie Renier) has learned this from his colleague Jean-Claude (Benoît Magimel). In the company where they both work big deals are made, it’s all about reputation and money; about war, to put it bluntly. And this means it’s no holds barred. Where only hierarchies and careers count, the rule is: solidarity is suicide. But the battles about getting ahead in the company are not fought in its offices, conference rooms or canteens. Real men take it out in sports. This business intrigue plays out the cold, cold world of entrepreneurial workouts in long, grandly composed sequences: squash with the boss is not about scoring points, but jobs. Whole lives are negotiated between two holes on the golf course. And when on their last company outing they go whitewater rafting, archaic instincts emerge, even in top élève Alexandre. FAIR PLAY is a murderous play of intrigue, yet with the true force of tragedy: Shakespeare on the squash court.

F 06 | 103 min | 35mm | Farbe
R+B+S Lionel Bailliu
K Christophe Paturange
M Laurent Juillet, Denis Penot
D Benoît Magimel, Marion Cotillard,
Jérémie Renier, Eric Savin, Mélanie Doutey,
Jean-Pierre Cassel u.a.

Kontakt
TF1 International

Lionel Bailliu
Studierte an der Conservatoire Européen d’Ecriture Audiovisuelle. Sein Kurzfilm „Squash“ wurde 2004 für den Oscar nominiert und gewann zahlreiche Festivalpreise. Er schrieb das Drehbuch und führte Regie beim Pilotfilm der TV-Serie „Élodie Bradford“, bevor er mit „Fair Play“ sein Kinofilmdebüt gab.

Studies at the Conservatoire Européen d’Ecriture Audiovisuelle. His short film “Squash” was nominated for the Oscar in 2004 and also won a number of festival awards. He wrote the script for and directed the pilot to the TV series “Élodie Bradford”, before making his feature film debut with “Fair Play”.

Filmographie (Auswahl)
Microsnake (2000)
Squash (2002)
Élodie Bradford (2004)
Fair Play (2006)

GROUNDING — DIE LETZTEN TAGE DER SWISSAIR [mehrspr.OmeU]

Do 18.10. 20:00 / Fr 19.10. 17:30
Diese Fluglinie war nicht einfach sagenhaft erfolgreich, verlässlich wie ein Uhrwerk und sicher wie ein Nummernkonto. Die Swissair, 1931 gegründet, war das Nationalheiligtum der Schweiz. Auch genannt: Die fliegende Bank. Mit welcher Überschallgeschwindigkeit man jedoch selbst eine solche Ikone vom Himmel holen kann, zeigt dieses faszinierende Doku-Fiction-Drama. Was mit leichten Geschäftsturbulenzen nach dem EU-Nein der Schweizer Anfang der 90er Jahre beginnt, wächst sich zu einem der undurchsichtigsten Firmengeflechte aller Zeiten aus, zum Musterbeispiel unternehmerischen Größenwahns. Der Film, ein Wirtschaftskrimi voller Milliardengräber, bebildert im rasanten Reportagestil die Chronik eines angekündigten Absturzes, er vollzieht in berührenden Spielfilmsequenzen nach, was der Jobverlust mit jenen Menschen anrichtet, von der Stewardess bis zum Catering-Koch, für die Corporate Identity nicht bloß eine Vokabel aus dem BWL-Seminar ist. Sagenhaft, wie da bis zuletzt, als längst die Turbinen brennen, die Durchhalteparolen ausgegeben werden: „Ladies und Gentleman, wir bleiben in der Luft!“ Fasten your seatbelts.

This airline wasn’t only spectacularly successful, it was reliable as a clockwork and safe as a numbered bank account. Swissair, founded in 1931, was Switzerland’s national sanctuary. Also called: the flying bank. How even an icon like that can nosedive at supersonic speed, this is what “Grounding” shows, a fascinating docu-fiction-drama about the crash of the luxury brand with the white cross on red ground. What had begun with minor difficulties in the early 90s when the Swiss had declined to join the EU, grew into one of the most opaque corporate meshes of all time and then into a paragon of coporate megalomania. The film, a business crime with billions burned, offers fast-paced newsroom images to the chronicle of an unannounced crash; it portrays in its feature film sequences, what the loss of employment means for people like the stewardess or the caterer, for whom corporate identity isn’t a mere word out of an MBA seminar. Stunning, how even when the engines had begun to burn, there was a barrage of pep talk: “Ladies and Gentleman, we remain airborne!” Fasten your seat belts.

CH 06 | 120 min | 35mm | Farbe
R Michael Steiner, Tobias Fueter
B Jürg Brändli, Michael Sauter, Michael
Steiner, René Lüchinger, Tobias Fueter
K Filip Zumbrunn
S Tobias Fueter, Benjamin Fueter,
Gion-Reto Kilias, Gisela Weibel
M Adrian Frutiger
D Hanspeter Müller-Drossaart, László I. Kish,
Katharina von Bock, Pasquale Aleardi,
Hans Heinz Moser, Matthias Mölleney u.a.

Kontakt
C-Films AG

Michael Steiner
geb. 1969 in Hergiswil. Studium der Ethnologie, Kunstgeschichte und Filmwissenschaft in Zürich. Journalist, Pressefotograf und Regisseur. 2006 erhielt er den Schweizer Filmpreis in der Kategorie „Bester Spielfilm“ für „Mein Name ist Eugen“.

Born in Hergiswil in 1969. Studies of ethnology, art history and film sciences at Zurich. He works as a journalist, press photographer and director. He won the Swiss Film Prize for Best Feature Film for “Mein Name ist Eugen” in 2006.

Filmographie (Auswahl)
Die Nacht der Gaukler (1996)
Mein Name ist Eugen (2005)

Tobias Fueter
geb. 1973 in Zürich, seit 1994 Regisseur, Autor und Editor. Ab 1997 Filmstudium an der Tisch School of Arts New York, Regie bei Kurzfilmen, Musikvideos und Werbefilmen.

Born in Zurich in 1973. Director, author and editor since 1994. Started film studies at the Tisch School of Arts in New York in 1997 and realized short films, music videos and commercials.

Filmographie (Auswahl)
City of Bagels (1999)
Sign of the times (1999)

FRISS LEVEGÖ — FRESH AIR [ungar.OmeU]

Fr 19.10. 17:30 / Sa 20.10. 14:15
Gemeinsam sitzen sie auf dem Sofa, die herbstliche Fototapete hinter ihnen verbreitet Melancholie, der Fernseher vor ihnen Lärm: Mutter und Tochter haben sich in dieser ungarischen Produktion nicht allzu viel zu sagen. Erst Flucht und Überfall werden sie einander näher bringen.
Bis dahin muss sich Viola ihr bisschen Wärme vom künstlichen Aquarium auf dem Küchentisch holen, bevor sie Sinn suchen geht. Doch beim Tanztee für Singles wird sie ebenso wenig fündig wie beim Erweckungsprediger aus Amerika. Als der sie erleuchten will, bleibt sie starr: „You must have more faith!“ ermahnt er sie. Wüsste man nicht, dass hier eine Jungregisseurin aus Ungarn am Werk war, man verortete die streng komponierten Einstellungen ihres Films irgendwo im finnischen Kaurismäki-Universum, so lakonisch macht Ágnes Kocsis hier die Tristesse zum Lachen – und nebenher noch einen Film über Arbeit als Ist und Soll: Die Mutter putzt Pissoirs im U-Bahnhof und sprüht sich den Alltag mit Duftsprays schön, die Tochter reißt zuhause aus Prinzip die Fenster auf und träumt sich selbst zur Modedesignerin. Pointierteres zur postsozialistischen Arbeiterklasse hat man lange nicht gesehen.

They sit on the sofa side by side, the photographic wallpaper behind them spreads autumnal melancholy, the TV set in front of them noise: mother and daughter have little to say to each other in this Hungarian production. Only escape and robbery will bring them closer to each other. Until they get there, Viola has to get whatever warmth from the artificial aquarium on the kitchen table, before she goes looking for meaning. But at the singles’ dance she is no luckier than with the charismatic preacher from America. When he tries to enlighten her, she remains rigid: “You must have more faith,” he urges her. The austere composition of the images seem to have their origin in the Finnish Kaurismäki universe, as deadbeat as young Hungarian female director Ágnes Kocsis turns misery into laughter – while at the same time making a film about work as a form of to have and have not: the mother cleans the urinals in the subway station and sprays her days pretty with fragrances, the daughter at home opens all windows by principle and imagines herself to be a fashion designer. You have not seen a more succinct portrayal of the post-socialist working class in a long time.

HUN 06 | 109 min | 35mm | Farbe
R Ágnes Kocsis
B Ágnes Kocsis, Andrea Roberti
K Ádám Fillenz
S Tamás Kollányi
M Bálint Kovács
D Izabella Hegyi, Júlia Nyakó, Anita Turóczi,
Zoltán Kiss, Béla Stubnya, Miklós Nagy u.a.

Kontakt
Magyar Filmunió

Ágnes Kocsis
geb. 1971 in Budapest. 2005 machte sie ihren Abschluss als Filmregisseurin an der Hungarian Academy of Theatre and Film Art, Budapest. 2003 besuchte sie für zwei Semester die nationale Filmschule Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom. Ihr erster Langfilm „Fresh Air“ hatte auf dem Festival in Cannes Premiere.

Born in Budapest in 1971. She completed her studies in film direction at the Hungarian Academy of Theatre and Film Art, Budapest in 2005. In 2003, she spent two terms at the national film academy Centro Sperimentale di Cinematografia in Rome. Her first feature film “Fresh Air” premiered at the Cannes Film Festival.

Filmographie (Auswahl)
Szortirozott levelek (2001)
18 kép egy konzervgyári lány életéböl (2003)
A Virus (2005)

GEGENÜBER — COUNTERPARTS [dt.OmeU]

Fr 20.10. 20:00 / Sa 20.10. 17:00
Gegenüber-(Plakatmotiv).jpgJan Bonnys Debütspielfilm ist harter Tobak. Schonungslos direkt hat er sich mit seiner Co-Autorin Christina Ebelt an ein wenig beleuchtetes Thema gemacht: häusliche Gewalt von Frauen gegen ihre Männer. Er zeigt den schleichenden Kontrollverlust einer Frau, die sich von diffuser Paranoia in hysterischen Jähzorn hineinsteigert. Bonny geht dabei noch weiter und dekliniert das Familiendrama an ikonischen Berufen durch. Er, Georg, ist nämlich Polizist, was man immer noch männlich findet, sie, Anne, ist Grundschullehrerin, was sich immer noch weiblich anhört, und entsprechend liebevoll geht sie mit den Kleinen um. Wo das Klischee an Stärke und Schwäche denken lässt, kehren sich hier die Rollen um: Georg muss sich vor seinen Kollegen bald als Weichei rechtfertigen, an Anne kommen nicht mal mehr die Kinder heran.
Die Wut, der Frust, die Krankheit haben viele Gründe, einer davon ist sozialer Druck: Wer Arbeit hat, hat mehr als viele, will aber immer noch bessere Arbeit haben und mehr Geld damit verdienen. Damit hadert Anne, die seit Jahren auf Beförderung ihres Mannes wartet und damit dem Hohn des Vaters zu entgehen hofft. Doch am Schluss dieses mitreißend gespielten, zappendusteren Dramas steht erst einmal Erschöpfung.

Jan Bonny’s debut feature film is hard to swallow. Unsparing in their directness, he and his coauthor Christina Ebelt take on a topic that’s little explored: domestic violence by women against their husbands. They show the gradual loss of control of a woman, who goes from a diffuse paranoia to hysterical irascibility. Bonny goes a step further and exemplifies his family drama with iconic professions. He, Georg, is a policeman, which carries male connotations, while she, Anne, is a primary school teacher, still a typically female profession, and she does handle the little ones in a loving manner. Where the cliché invites one to think in terms of strength and weakness, here, the roles are reversed: Georg soon has to vindicate himself as a wimp before his colleagues, and the kids no longer can relate to Anne. The fury, the frustration, the disease has many reasons, but one is social pressure: a person who has employment has more than many others, but he soon wants better employment and more pay. This is the point of contention for Anne, who has been waiting for Georg’s promotion for years, hoping to escape her father’s ridicule. But at the end of this utterly dark and brilliantly acted drama exhaustion awaits.

D 07 | 96 min | 35mm | Farbe
R Jan Bonny
B Jan Bonny, Christina Ebelt
K Bernhard Keller
S Stefan Stabenow
D Matthias Brandt, Victoria Trauttmansdorff,
Wotan Wilke Möhring, Susanne Bormann,
Jochen Striebeck, Claus Dieter Clausnitzer
u.a.

Kontakt
Heimatfilm

Jan Bonny
geb. 1979 in Düsseldorf. 1999 Workshop an der New York Foundation for the Arts und Praktika in New York und Berlin. 2001-2006 Studium an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Mit dem Spielfilmdebüt „Gegenüber“ schloss Jan Bonny sein Studium an der KHM Köln ab.

Born in Düsseldorf in 1979. Workshop at the New York Foundation for the Arts and Internships in New York and Berlin in 1999. 2001- 2006 studies at the Academy for Media Arts in Cologne. His feature film debut “Counterparts” is his graduating project at the Cologne academy.

Filmographie (Auswahl)
Paradies (2000)
Goal (2001)
2nd and A (2004)

MIEHEN TYÖ — MAN’s JOB [finn.OmeU]

Fr 19.10. 22:30 / So 21.10. 16:30
Juha hat seine Arbeit schon vor Monaten verloren, aber er sagt seiner Frau nichts davon. Stattdessen schluckt er Pillen gegen die Depression, gaukelt Normalität vor, quält sich jeden Morgen um 5 Uhr aus dem Bett, verbringt die Zeit im Café oder steht sich in der Hoffnung auf Gelegenheitsjobs an der Tankstelle die Beine in den Bauch wie ein Stricher. Warum also nicht gleich so? Als eine ältere Frau ihm einen Tausender bietet, wenn er ihr nackt die Haare bürstet, ist die Geschäftsidee geboren. Er sieht nicht gerade wie ein Gigolo aus, aber passabel. Er kann den reifen Damen zuhören und mit Viagra auch mehr, und bedürftige Frauen gibt es genug. Wie andere Männer auch geht Juha nun mit dem Aktenkoffer bewaffnet arbeiten. Nur befinden sich darin keine Papiere, sondern Dildo und Peitsche. Die prekären Beschäftigungsverhältnisse von heute – hier werden sie ernst genommen. Dieses Beziehungsdrama über einen Finnen für gewisse Stunden ist beseelt von kompromissloser Komik und schroffer Tristesse. Es zeigt, dass jede Ich-AG ihren Preis hat. Und was es heißt, seine Haut zu Markte zu tragen.

Juha has lost his job months ago, but he doesn’t tell his wife about it. Instead he swallows pills to fight depression and feigns the normal life, getting up at five in the morning, spending time in cafés or hanging around the petrol station looking out for the occasional odd job just like a streetwalker. So why shouldn’t he go for the real thing? When an older woman offers him one thousand cash if he brushes her hair naked, his business plan takes shape. He may not really look like a gigolo, but he’s not too bad, either. He has a gift of listening to older ladies and with the help of viagra can do more for them, and there are more than enough women in need. Just like any other man Juha goes to work armed with an attaché briefcase. Only there are no papers inside, but a dildo and a whip. Today’s precarious modes of employment — this film takes them for what they are. The drama of relationships about a Finnish gigolo is fuelled by uncompromising comedy and harsh misery. It shows that any modern self-employment has its price to pay. And what it means to carry one’s own hide to market.

SF 07 | 100 min | 35mm | Farbe
R+B Aleksi Salmenperä
K Tuomo Hutri
S Samu Heikkilä
M Ville A. Tanttu
D Tommi Korpela, Jani Volanen,
Maria Heiskanen, Stan Saanila,
Konsta Pylkkönen u.a.

Kontakt
Finnish Film Foundation

Aleksi Salmenperä
geb. 1973. Von 1996 bis 2002 Studium in der Filmabteilung an der University of Arts and Design. Dreht seit 1999 Kurzfilme und TV-Serien. Seine Filme „Onnenpeli 2001“ und „Rajatapaus“ wurden mehrfach auf internationalen Festivals ausgezeichnet.

Born in 1973. Studies at the film department of the University of Arts and Design. Has been shooting short films and TV series since 1999. His films “Onnenpeli 2001” and “Rajatapaus” have won numerous awards at international festivals.

Filmographie (Auswahl)
Rajatapaus (1998)
Onnenpeli 2001 (2001)
Vapaa Pudotus (2001)
Tie Eedeniin (2002/2003)
Lapsia ja aikuisia (2004)

ARMIN [mehrspr.OmdtU]

Sa 20.10. 17:30 / So 21.10. 11:15
Armin ist moppelig, schüchtern und sieht nicht wirklich so aus wie jemand, dem man eine Leinwandkarriere zutrauen würde. Doch der bosnische Teenager soll zum Casting für einen deutschen Film, das hat sein Vater Ibro so beschlossen. Der war im Krieg, ist pleite und sieht seine letzte Chance darin, dem Sohn ausgerechnet die glamouröseste aller Arbeiten zu beschaffen: Filmstar. Und das versucht er mit Nachdruck. Gemeinsam reisen sie zum Vorsprechen in ein Hotel im kroatischen Zagreb, doch schon nach der Hälfte des Films ist der Traum ausgeträumt und Armin aussortiert. Ibro gibt nicht auf und steht doch auf verlorenem Posten: Seine Welt ist zu verschieden von der der zynischen Filmcrew (darunter auch Marie Bäumer), die Bosnien lediglich als pittoreske Kulisse für weitere Kriegsdramen und Dokumentationen ausschlachten will. „Will he play authentic music?“, will der Regisseur wissen, bevor Armin ihm ein Volkslied vorsingt und dabei das Bewusstsein verliert.
In klaren Bildern erzählt Ognjen Svilicic diese tragikomische bosnisch- kroatisch-deutsche Verlierermär. An deren Ende muss Ibro einsehen, dass er seinen Sohn nicht vorschicken darf, um sein eigenes Glück zurückzuholen.

Armin is obese, shy and really does not look like one whose destination could be a career in the movies. But upon his father Ibro’s initiative, the Bosnian youth is bound for a casting for a German film. Ibro went to war, is now without money and he sees his last straw in his son trying out for the most glamourous profession of all: movie star. And he pushes. Together they set out by train for the interview at a hotel in Zagreb, Croatia, but already halfway the dream has come to an end and Armin has been excluded from the process. Ibro does not give up, but it’s a losing battle from the start. His world is too different from the world of the cynical film crew (featuring Marie Bäumer), who only look to exploit Bosnia as a picturesque backdrop for further war dramas and documentaries. “Will he play authentic music?”, the director wants to know, before Armin sings a folk song and then faints in the middle of it. Ognjen Svilicic tells his sadly comical loser’s tale with Bosnian- Croatian-German background in stark images. Ibro finally has to realize that he mustn’t look for his son if he wants to regain his own happiness.

CRO/D/BOS 07 | 82 min | 35mm | Farbe
R+B Ognjen Svilicic
K Stanko Herceg
S Vjeran Pavlinic
M Michael Bauer, Peter Holzapfel,
Georg Karger, Zoran Kesic
D Emir Hadzihafizbegovic, Armin Omerovic,
Marie Bäumer, Barbara Prpic,
Jens Münchow u.a.

Kontakt
mdc int. GmbH

Ognjen Svilicic
geb. 1971 in Split. Er studierte Regie an der Akademie der Darstellenden Künste in Zagreb. Seit 1991 entstanden unter seiner Regie neben drei Spielfilmen auch einige Kurz- und Fernsehfilme. Seit 1998 arbeitet Svilicic auch als Drehbuchautor, unter anderem für mehrteilige Fernsehserien.

Born in Split in 1971. Studied film direction at the Academy for the Performing Arts in Zagreb. Since 1991, he has directed three feature films and a number of short films and films for TV. Since 1998, he also works as a script writer for TV series among others.

Filmographie (Auswahl)
Sorry for Kung Fu (2005)

DARLING [schwed.OmeU]

Sa 20.10. 20:00 / So 21.10. 14:00
Sie gehören grundverschiedenen Welten an. Eva ist jung, hübsch und blasiert. Sie arbeitet in einer Boutique, gibt ihr gesamtes Geld für Kleidung aus und bewegt sich in einem Bussi-Bussi-Freundeskreis, in dem sich alles um Cocktailbars, Luxusautos und die oberflächliche Frage, wer mit wem schlief, dreht. Bernard ist 60, 61 um genau zu sein, so sagt er immer, wenn er nervös ist und zuviel redet. Er hat eine Scheidung hinter sich, seine erwachsene Tochter seit einem Jahr nicht gesehen und ist ziemlich abgebrannt — die Probezeit als Vertreter ist für ihn schon ein ziemlicher Erfolg, wenngleich von kurzer Dauer. Unter normalen Umständen also würde Eva mit einem wie Bernard nur reden, wenn er ihr die Schuhe putzen oder den Wagen parken soll. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Mit der schnöseligen Schönen geht es bergab: Freund weg, Job weg, Geld weg, und so treffen sich die beiden eines Tages als Kollegen — bei McDonald’s an der Friteuse.
Bin ich mein Job — oder was ich tue? Diese schwedische Geschichte einer unwahrscheinlichen Freundschaft, diese wundervoll melancholische Burgerbuden-Romanze beweist, dass gesellschaftliche Hierarchien auch nur soviel Wert sind wie das Society-Geschwätz von gestern.

They come from completely different walks of life. Eva is young, pretty and blasé. She works in a boutique, spends all her money on fashion and belongs to a kiss-kiss circle of friends, where it is all about cocktail bars, luxury cars and the superficial question of who slept with whom. Bernard is 60, or 61 rather, as he is prone to say when he gets nervous and talks too much. He went through a divorce, hasn’t seen his grownup daughter for a year and is pretty run down — to even make it through the trial phase as a travelling salesman for him spells success, although it is short-lived. Normally, Eva would only ever talk to Bernard if he were to shine her shoes or park her car. But pride comes before the fall. It’s downhill for the conceited cutie: no boyfriend, no job, no money, so they meet one day as colleagues — at the grill at McDonald’s. Am I what I work — or what I do? This Swedish story of an improbable friendship, this wonderfully melancholy burger-flipping romance proves that social hierarchies are worth about as much as yesterday’s society chit-chat.

S 07 | 94 min | 35mm | Farbe
R+B Johan Kling
K Geir Hartly Andreassen
S Markus Lindkvist
D Michelle Meadows, Michael Segerström,
Richard Ulfsäter, Michael Lindgren u.a.

Kontakt
Swedish Film Institute

Johan Kling
geb. 1962 in Stockholm. Begann seine Karriere als TV-Produzent. Wechselte mit einer Serie von TV-Comedies ins Regiefach. Schrieb das Drehbuch und führte Regie bei dem Kurzfilm „Jag“, dem Vorläufer seines Langfilmdebüts „Darling“.

Born in Stockholm in 1962. Began his career as a TV producer. Became a director with a series of TV comedies. Wrote the script for and directed the short film “Jag”, the predecessor to his feature film debut “Darling”.

Filmographie (Auswahl)
Nalles Show (2000)
Stockholmare (2001)
Spacer (2002)
Jag (2002)

ONCE [engl.OmdtU]

Sa 20.10. 22:30 / So 21.10. 20:00
Guy meets Girl. Die Hollywood-Grundformel für gutes Kino wird wörtlich genommen in dieser irischen Low-Budget-Ballade, denn ihre Protagonisten heißen nicht irgendwie, sie sind bloß „guy“ und „girl“. Er ist Ire, Mitte Dreißig und repariert Staubsauger, sie ist aus Tschechien, verheiratete Mutter und verkauft Blumen. Man trifft sich in der Fußgängerzone von Dublin, wo er als Straßenmusiker auftritt. Es stellt sich schnell heraus, dass beide gern mit Musik ihr Geld verdienen würden.
Regisseur John Carney erzählt eine Liebesgeschichte, indem er keine erzählt. Stattdessen drehte er mit echten Musikern und dokumentarischer Handkamera das seltsamste Musical der Filmgeschichte. Es zeigt uns, wie jene Demo-CD entsteht, mit der „guy“ in London sein Glück versuchen will. Beim gemeinsamen Probieren im Piano-Laden, zuhause, im Studio. Es gibt keinen Sex und kein Beziehungsgetue. Die Liebe des verhinderten Pärchens vermittelt sich allein durch die Songs, allesamt Durchhaltelieder für Herzensversehrte. „Once“ ist ein wunderschöner Film über die heilsame Wucht der Kreativität und zeigt, dass Arbeit Leidenschaft braucht, wenn sie erfüllen soll.

Guy meets girl. The old Hollywood formula for good cinema is taken literally in this Irish low budget ballad; the protagonists’ names are not just any names, they are simply called “guy” and “girl.” He is an Irishman in his mid-thirties and repairs vacuum cleaners for a living; she is from the Czech Republic, a married mother and she sells flowers. They meet in the Dublin pedestrian zone, where he tries his luck as a street musician. It soon becomes clear that both of them would like to make a living through music. Director John Carney tells a love story in not telling one. Instead, he shot the strangest musical in film history with real musicians and a documentary hand-held camera. He shows how the demo CD is made, with which “guy” sets out for London. Rehearsing in the piano store, at home, in the studio. There is no sex in this and no hang-ups with relationships. The love of the thwarted couple is related through only the songs; all songs of resolve for the brokenhearted. “Once” is a wonderful movie about the healing impact of creativity and it shows that work has to be done passionately in order to be fulfilling.

IRL 06 | 85 min | 35mm | Farbe
R+B John Carney
K Tim Fleming
S Paul Mullen
M Glen Hansard, Markéta Irglová
D Glen Hansard, Markéta Irglová,
Bill Hodnett, Geoff Minogue,
Gerard Hendrick, Marcella Plunkett,
Hugh Walsh u.a.

Kontakt
Samson Films

John Carney
geb. 1972 in Dublin. Begann seine Filmkarriere mit zwei preisgekrönten Kurzfilmen, „Shining Star“ und „Hotel“, sowie mit Musikvideos für die irische Band The Frames, bei denen er zwischen 1991 und 1993 auch als Bassist mitspielte. Sein erster Langfilm „November Afternoon“ wurde von der Irish Times als Bester Film des Jahres 1997 ausgezeichnet. 2002 wurde die TV-Serie „Bachelors Walk“, für die er mehrere Episoden schrieb und inszenierte, die erfolgreichste unabhängige Produktion in der Geschichte des irischen Fernsehens.

Born in Dublin 1972. Began his career in film with two prize-winning short films “Shining Star” and “Hotel”, as well as with music videos for the Irish band The Frames, where he played bass between 1991 and 1993. His first feature film “November Afternoon” won the Award for Best Film by the Irish Times in 1997.

Filmographie (Auswahl)
November Afternoon (1996)
Park (1999)
On the Edge (2001)
Zonad (2003)
Bachelors Walk (2002)